Earth Day 2020: Klimawandel wäre ein kleines Übel verglichen mit einem Atomkrieg

03.05.2020 - Abolition 2000

Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch verfügbar.

Earth Day 2020: Klimawandel wäre ein kleines Übel verglichen mit einem Atomkrieg
(Bild von Abolition 2000: Earth Day 2020)

Anlässlich des Earth Day 2020 haben Mitglieder des Koordinierungsausschusses «Abolition 2000» und andere eine Erklärung verfasst, in der sie die Notwendigkeit betonen, die drei großen Bedrohungen anzugehen, denen die Menschheit aktuell ausgesetzt ist: Klimawandel, globale Pandemien und nukleare Zerstörung. Die Erklärung kann von jedem unterzeichnet werden, der sie unterstützen möchte. Sie untermauert die Tatsache, dass, obwohl der Klimawandel eine enorme Bedrohung für die Menschheit darstellt, dessen unumkehrbarer Wendepunkt jederzeit erreicht werden könnte, und Covid-19 jeden Tag tausende von Menschen tötet, ein Atomkrieg hingegen die Fähigkeit besäße, die gesamte Zivilisation innerhalb weniger Tage auszulöschen.

Die Bedrohungen für das Überleben des Planeten angehen

Erklärung von Mitgliedern des globalen Netzwerks «Abolition 2000» zur Abschaffung von Atomwaffen anlässlich des Earth Days 2020

Das Jahr 2020 markiert den 50. Jahrestag des Earth Days [i] und heute steht die Welt vor existenziellen Bedrohungen wie nie zuvor in der Geschichte der Menschheit. Die Bedrohung durch den Klimawandel manifestiert sich im Laufe der Jahre immer stärker, unter anderem durch extreme Wetterereignisse, Waldbrände großen Ausmaßes, das Ausbleichen von Korallenriffen und zurückweichende Gletscher. Dieses Jahr sieht sich die Welt zudem mit einer Pandemie konfrontiert, die aktuell jeden Tag Tausende von Menschenleben kostet und wahrscheinlich noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte, Auswirkungen auf unsere Zivilisation haben wird.

Neben diesen Bedrohungen für die menschliche Existenz, gibt es auch die weniger beachtete, aber weitaus gefährlichere Bedrohung durch eine nukleare Katastrophe. In diesem Kontext erinnern wir daran, dass das Jahr 2020 auch für den 75. Jahrestag der amerikanischen Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki steht, bei denen schätzungsweise 500.000 Menschen entweder durch sofortige Verbrennung durch die Explosion, oder in den folgenden Monaten und Jahren an qualvoller Strahlenvergiftung den Tod fanden [ii] . Das Jahr 2020 steht auch für den 75. Jahrestag der Gründung der Vereinten Nationen zur «Rettung nachfolgender Generationen vor der Geißel des Krieges», indem sie die gemeinsamen Sicherheitsmechanismen zur Erreichung dieses Ziels eingeführt haben. Bedauerlicherweise hat das Ende des 2. Weltkriegs einen Wettlauf der Nationen um die Entwicklung einer Nukleartechnologie ausgelöst, die das Potenzial hat, dem Planeten innerhalb von 10 Tagen einen verheerenderen Schaden zuzufügen, als es der Klimawandel in 100 Jahren.

Heute stellen rund 14.000 Atomwaffen – von denen die meisten weitaus stärker sind als die Bomben, die Hiroshima und Nagasaki zerstörten – weiterhin eine inakzeptable Bedrohung für die Menschen dar. Dies haben Atomwissenschaftler festgestellt, die den Planeten auf ihrer Weltuntergangsuhr (Doomsday Clock) auf symbolische 100 Sekunden vor Mitternacht schätzen [iii] . Diese Waffen, von denen Tausende innerhalb von Minuten nach dem Befehl abgeschossen werden können, befinden sich in den Händen von teilweise unberechenbaren Führern, denen nicht zugetraut werden kann, dass sie das Wohlergehen des Planeten über ihre eigene innenpolitische Agenda stellen. Forschungsergebnisse, die 2013 von International Physicians for the Prevention of Nuclear War veröffentlicht wurden, kommen zu dem Schluss, dass bis zu zwei Milliarden Menschen in einem Nuklearkonflikt, der aus dem Einsatz von nur 100 Atomsprengköpfen [iv] besteht, vom Hungertod bedroht wären. Fallstudien des ICRC zeigen, dass beim Einsatz von Atombomben in besiedelten Gebieten keine Kapazitäten für humanitäre Hilfe vorhanden wären [v].

Darüber hinaus sind die mehr als 400 Kernkraftwerke, die über den ganzen Planeten verteilt sind, in der Lage, den gesamten Planeten mit radioaktiven Abfällen zu vergiften, die für 250.000 Jahre sicher gelagert werden müssten. Jedes dieser Kraftwerke ist ein Unfall, der darauf wartet zu passieren, und stellt eine potenzielle terroristische Bedrohung dar. In den letzten 50 Jahren, seit denen der Earth Day existiert, haben wir dramatische Unfälle in den Reaktoren von Three Mile Island, Tschernobyl und Fukushima erlebt. Zum Zeitpunkt der Verfassung dieses Artikels geben Waldbrände um Tschernobyl Anlass zur Besorgnis, da sie sich dem Reaktorstandort nähern und die Brände selbst das radioaktive Material, das seit der Reaktorexplosion von Bäumen und anderen Pflanzen in der Nähe aufgenommen wurde, wieder in die Atmosphäre abgegeben [vi].

Zu einem großen Teil haben kolonisierte und indigene Völker die Hauptlast der nuklearen Verwüstung getragen – vom Uranabbau und den Atomwaffentests auf ihrem Land über die Deponierung, Lagerung und den Transport  von Plutonium und nuklearen Abfällen bis hin zum Diebstahl von Land für die nukleare Infrastruktur [vii].

An diesem Earth Day 2020, an dem die Welt mit der dreifachen Bedrohung durch Klimawandel, Viruspandemie und nukleare Auslöschung konfrontiert ist, rufen wir alle Menschen guten Glaubens auf der ganzen Welt dazu auf, zusammenzukommen und die Grundlagen einer neuen Welt zu schaffen: eine Welt ohne Atomwaffen und Atomenergie, eine nachhaltige Welt, in der Land, Ozeane, Atmosphäre, Gletscher, Wildnis, Flora und Fauna in ihrer ganzen Vielfalt die Möglichkeit erhalten sich zu erholen, sowie eine gerechte Welt mit einem Wirtschaftssystem, das allen Bewohnern des Planeten ein menschenwürdiges Leben ermöglicht.

Ein wesentlicher Teil dieser neuen Welt muss eine bessere Umsetzung des Kriegsverbots der UN-Charta und der Einsatz von Diplomatie und Recht zur Lösung internationaler Streitigkeiten sein. Sie erfordert auch eine Umschichtung der Militärausgaben auf die Sicherheit der Menschen, die Beseitigung von Atomwaffen, den raschen Ausstieg aus der Kernenergie und eine Hinwendung zu sauberen, sicheren und erneuerbaren Energiequellen [viii][ix].

Als Menschheit sind wir in der Lage, dies zu bewältigen. Die gegenwärtige globale Krise ist der Weckruf, den wir brauchen, um eine bessere Welt für uns alle zu schaffen.

Wir, die Unterzeichnenden, sind bereit, unseren Teil dazu beizutragen. Wer ist es mit uns?

Hier klicken, um mitzuzeichnen

Hier klicken, um die Liste aller Unterschriften einzusehen

[i] https://www.earthday.org/earth-day-2020/
[ii] https://www.pressenza.com/2019/07/interview-with-kathleen-lawand-international-committee-of-the-red-cross/
[iii] https://thebulletin.org/2020/01/press-release-it-is-now-100-seconds-to-midnight/
[iv] https://www.ippnw.org/pdf/nuclear-famine-two-billion-at-risk-2013.pdf
[v] https://www.regjeringen.no/globalassets/upload/ud/vedlegg/hum/hum_malich.pdf
[vi] https://www.bbc.co.uk/news/world-europe-52274242
[vii] http://www.abolition2000.org/en/resources/newsreleasesstatements/moorea-declaration/
[viii] http://www.abolition2000.org/a2000-files/sustainable-now.pdf
[ix] https://www.irena.org/newsroom/pressreleases/2020/Apr/Renewable-energy-can-support-resilient-and-equitable-recovery

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Roxane Steiger vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige! 

Kategorien: Frieden und Abrüstung, International, Ökologie und Umwelt, Pressemitteilungen
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