Unsere Zeit

24.04.2020 - Pía Figueroa

Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Katalanisch, Griechisch, Ungarisch verfügbar.

Unsere Zeit
(Bild von Laura Feldguer)

Was ist diese Zeit, wenn sie nicht die Gesamtheit unserer menschlichen Absichten umgewandelt in Taten ist? Die Summe der Geschichte, alle Spuren der erzeugten Vergangenheit, aber auch die Bestrebungen der Lebenden, welche die Gegenwart in die eine oder andere Richtung drängen. Es ist diese zerbrechliche Bewusstseinsebene, welche die Ereignisse bestimmt und uns verschiedene Perspektiven erahnen lässt.

In jedem historischen Moment überwinden Individuen und Völker, die von der Welt auferlegten Schwierigkeiten und erlauben der Menschheit, einen weiteren Schritt vorwärts – oder rückwärts – zu machen. All diese Fülle, diese enorme Menge an Wissen wird von Generation zu Generation weitergegeben und schafft neue Bedingungen, jedes Mal mit mehr Möglichkeiten, für diejenigen, die noch kommen werden.

Dies sind also die komplexesten Zeiten, da sie die gesamte menschliche Weisheit bewahren – und zu denen sämtliche Erfahrung, die widersprüchlichen und grausamen Taten sowie die Lehre der Güte gehören. Dies sind besondere Zeiten, in denen nicht sicher ist, in welche Richtung es gehen wird.

Noch weniger unter den gegenwärtigen Umständen, in denen ein äußerer Faktor – ein Virus – unsere Lebensweise in Schach hält und die Krise beschleunigt, die das System bereits auf so viele Arten nach unten gezogen hat.

Der Verstand der Menschen, eines jeden Menschen, bestimmt die Epoche, indem er die Handlungen auf materielle und immaterielle Werte ausrichtet, die wir uns vorstellen, die wir erreichen wollen. Es ist nicht gleichgültig, was wir gegenwärtig denken, noch was wir fühlen. Dieses Denken und Fühlen werden das Handeln leiten und dementsprechend die kommenden Zeiten bestimmen. Was wir ablehnen und was wir für überholt halten, alles, was wir überwinden wollen.

Der globale Scheideweg, vor dem wir jetzt stehen, wird in unserem eigenen Bewusstsein gelöst und wird dann zu konkreten Tatsachen. Aber wenn sie nicht gelöst werden, wenn sie als Paradoxe bleiben, denen wir uns nicht stellen und die wir nicht überwinden können, dann lähmen sie uns, und wir werden der ökologischen Krise, der nuklearen Bedrohung, dem gnadenlosen Neoliberalismus, der Armut der großen Mehrheiten, der Diskriminierung, der Gewalt und dem Wahnsinn nicht entkommen können.

Wir sitzen alle im selben Boot und sein Ruder bringt uns dorthin, wo wir es hindenken. Es sind die großen ideologischen oder mystischen Vorschläge, die Grundideen, die in dunklen Zeiten gebraucht werden. Ideen, die die Herzen inspirieren und das Handeln erhellen.

Das ist es, was die Epoche ausmacht, bestimmte Interpretationen der Wirklichkeit, eine Möglichkeit, das, was uns heilig ist, zu entschlüsseln und es außerhalb oder in uns selbst zu platzieren, einige Kraftideen und Prinzipien, die das Handeln bestimmen können.

Immer, in jedem historischen Moment, gab es Menschen, die versuchten, die herrschenden Bedingungen zu bewahren und aufrechtzuerhalten (vor allem, wenn es sie begünstigte), und es gab Menschen, die darauf setzten, sie zu verändern. Normalerweise finden Veränderungen, auch wenn sie sich verzögern, am Ende ihren Weg. Nichts ist statisch, und die Geschichte schreitet unweigerlich voran. Aber es gibt auch Momente, in denen die Bedingungen für tiefgreifende Veränderungen beschleunigt werden können, Gelegenheiten, in denen eine Revolution möglich ist.

Wenn wir einen bestimmten historischen Moment genau betrachten, werden wir in ihm jene dynamischeren Elemente sehen, Menschen, die entschlossen sind, und wir werden sehen, dass sie auf die eine oder andere Weise Beziehungen herstellen und Kontakte knüpfen, sich gegenseitig inspirieren, sich gegenseitig unterstützen, um voranzukommen, auch wenn sie geographisch und sogar kulturell weit voneinander entfernt sind. Die progressiveren Elemente kommen miteinander in Resonanz, und dies ermöglicht einen Gewinn an evolutionären Impulsen und verleiht dem Prozess Dynamik.

Einige Ideen werden durch andere ersetzt, die alten Überzeugungen werden abgenutzt und schließlich sind die Zeichen eines neuen Aufbruchs am Horizont zu erkennen.

Aber die Menschen, die zuschauen, die es spüren, kommen oft miteinander in Kontakt und beeinflussen sich gegenseitig.

Das ist jetzt unsere Aufgabe. All jene zu finden, die Horizonte öffnen, die Möglichkeiten über das Heute hinaus aufbauen, die versuchen, aus den gegenwärtigen Begrenzungen auszubrechen, um auf eine andere Art von Gesellschaft und auf den einzelnen Menschen zuzugehen.

Gesellschaftlicher Wandel allein reicht nicht aus, ebenso wenig wie individueller persönlicher Wandel. Entweder ereignet es sich gleichzeitig oder eben nicht. Aber es gibt bereits viele, die dies verstanden haben, und unsere Zeit entfaltet vielfältige Möglichkeiten, Experimente, Vorschläge, neue Formulierungen, die an Kraft gewinnen können, wenn wir einander begegnen und beginnen, uns gegenseitig zu befähigen.

Die Ära zu verändern bedeutet, sich denen zu öffnen, die sich bereits auf die Zukunft zubewegen. Es bedeutet, die eigene Fackel zu heben und sich sichtbar zu machen, Signale zu geben, einander die Hand zu reichen und zu begegnen, positiv eingestellt zu sein, denn wir brauchen einander. Keiner von uns wird allein in die kommende Zeit gehen, schon gar nicht, wenn sie versöhnlich sein soll und wir den Frieden sichern wollen.

Wir müssen Annäherungen, Begegnungen, Dialoge aufbauen. Wir müssen die Vielfalt wertschätzen, die auf ihre eigene Art und auf eine Weise, die sich von uns unterscheidet, gleichermaßen in dieselbe Richtung weist.

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Anita Köbler vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!

Kategorien: Humanismus und Spiritualität, Meinungen, Südamerika
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