… und sie dreht sich doch!

15.01.2020 - Günter Buhlke

Dieser Artikel ist auch auf Spanisch verfügbar.

… und sie dreht sich doch!
Geozentrisches Weltbild (Bild von Ralf Roleček via wikimedia commons | Gemeinfrei)

So ließ Bertolt Brecht den sternenkundigen Physiker Galileo Galilei leise richtigstellen, weit ab von den Ohren der päpstlichen Inquisition. 1615 waren seine Erkenntnisse eine ungeheure Behauptung, angesichts der alles bestimmenden Meinung der päpstlichen Curie, die Erde sei eine Scheibe.

Die Parabel des Schauspiels von B.B. weist auf die hohe Bedeutung der Wahrheiten für den wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Fortschritts hin. Sie setzen sich oftmals erst nach jahrelangen Debatten zum Wohle der Gemeinschaft durch. Wahrheiten mit gesellschaftlichen Themenstellungen haben es besonders schwer sich durchzusetzen. Es fehlen einfache überschaubare Gesetzmäßigkeiten oder schnell erfassbare Logiken.

Viele Epochen in der Geschichte waren scheinbar von unveränderlichen Verhältnissen zementiert; bis zur Gegenwart. Es sind für die Betroffenen gleichzeitig Jahre langer Hoffnungslosigkeit, nichts ändern zu können. Weder mit Wahlen noch mit Protesten. Zu festgefügt schien die Macht der Oberen zu sein. Besonders dann, wenn der Staat und die Medien sich unter einer Ideologie zusammengefunden haben, mit dem Ziel, ihre Machtverhältnisse nicht zu verändern.

Und doch gab und gibt es Lösungswege der Veränderungen zum Wohle der Humanität; vorangetrieben von Symbolpersonen. Gesellschaftliche Wahrheiten brauchen bis zum allgemeinen Durchbruch oft lange Zeiten und die Unterstützung von Mehrheiten.

Mahatma Gandhi beispielsweise, der mit Geduld, Klugheit und Beharrlichkeit geholfen hat, die mächtige Kolonialgesellschaft Großbritanniens weltweit zu Veränderungen zu bewegen. Er handelte nach der Überzeugung „Wir selbst müssen uns verändern, für eine Welt, die wir wollen“.

Anderen Symbolpersonen war es gelungen, den leidbringenden Rassismus in Südafrika und in den USA zum Rückzug zu zwingen.

Nelson Mandela nötigt tiefen Respekt ab für seine großen Bemühungen, trotz jahrelanger Kerkerhaft, die unüberbrückbaren Gegensätze der Apartheit schrittweise zu überwinden. Er hielt an seiner Überzeugung fest: „Jeder kann über sich hinauswachsen, und etwas erreichen, wenn er es mit Hingabe und Leidenschaft tut“.

Martin Luther King löste mit seiner Rede „I Have a Dream“ eine Bewegung der über viele Jahre diskriminierten Afro-Amerikaner in den USA aus. Sie wollten nur als gleichberechtigte Bürger leben. 1968 wurde er ermordet. Sitting Bull, dem spirituellen Anführer des SIOX-Lakotastammes war in den Jahren 1880/1890 kein Erfolg beschieden, den Indigenenvölker Nordamerikas Gleichheit, Freiheit und Brüderlichkeit zu verschaffen. Erst 1924 erhielten die Indigenas ihre Bürgerrechte in den USA. Von Rechten am Besitz ihres Ackerlandes oder an Bodenschätzen, sowie von der Brüderlichkeit sind sie noch immer weit entfernt.

Symbolfiguren der Aufklärung über den inhumanen Feudalismus und Wegweiser zu einer neuen Gesellschaftsordnung waren David Hume, Gottfried W. Leibniz, Francois M. Arouet genannt Voltaire, Immanuel Kant u.v.a. Als ihr Leitbild traten sie unermüdlich für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit ein..

Karl Marx und Friedrich Engels u.a. versuchten Veränderungen mit ihren Analysen über die tiefen Ursachen der sozialen Not anzustoßen. Sie gaben Handlungshinweise, wie „Proletarier vereinigt Euch“. Für sie war das Leitbild der Französischen Revolution noch nicht vollzogen.

In der Epoche der Globalisierung ringen seit etwa 100 Jahren Wahrheiten und Alternativen um ihre allgemeine Anerkennung, bestimmend für die Verhältnisse der Modernen zu sein. Länder Asiens, Lateinamerikas und Afrikas experimentieren mit Alternativen zum bisher bestimmenden Weltbild, das europäischen Wurzel hat. Die sind stark, verhindern aber nicht die jahrelangen Naturzerstörungen, todbringenden Kriege, die weltweiten Fluchtbewegungen etc. 2015 zog die UNO als Konsequenz Schlussfolgerungen und empfahl 17 Nachhaltigkeitsziele, um die Probleme zu überwinden.

Noch etwas ist in Frage zu stellen: Die von der Bundeskanzlerin oft beschworene westliche Wertegemeinschaft ist spätestens seit dem Amtsantritt von Ronald Trump und von Boris Johnsen obsolet.

Die Menschenrechte, die mit der französischen Revolution verkündet und die nach der Katastrophe des 2. Weltkrieges 1947 von beherzten Frauen und Männern in einer Charta der Weltorganisation der UNO umfassender formuliert wurden, tragen zum Verständnis der Wahrheit bei.

Kategorien: Indigene Völker, Meinungen, Menschenrechte
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