Das Nobelkomitee wird besser

15.10.2019 - USA - David Swanson

Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Spanisch verfügbar.

Das Nobelkomitee wird besser

Das Komitee, das den Friedensnobelpreis vergibt, hat den Preis zu Recht nicht an Greta Thunberg verliehen, die die höchsten verfügbaren Preise verdient, aber nicht einen, der geschaffen wurde, um die Arbeit der Abschaffung von Krieg und Militär zu finanzieren. Dieses Thema sollte für die Arbeit zum Klimaschutz von zentraler Bedeutung sein, ist es aber nicht. Die Frage, warum kein junger Mensch, der sich für die Abschaffung des Krieges einsetzt, Zugang zu Fernsehsendern erhält, sollte gestellt werden.

Die Vision, die Bertha von Suttner und Alfred Nobel für den Friedenspreis hatten – die Förderung der Brüderlichkeit zwischen den Nationen, die Förderung der Abrüstung und Rüstungskontrolle sowie die Durchführung und Förderung von Friedenskongressen – ist vom Komitee noch nicht vollständig verstanden worden, aber es macht Fortschritte.

Abiy Ahmed setzte sich für den Frieden in seinem Land und seinen Nachbarländern ein, beendete einen Krieg und stellte Strukturen auf, die auf die Aufrechterhaltung eines gerechten und nachhaltigen Friedens abzielten. Zu seinen Friedensbemühungen gehörte auch der Umweltschutz.

Aber ist er ein Aktivist, der eine Finanzierung braucht? Oder will der Ausschuss seine Praxis der Anerkennung von Politikern und nicht von Aktivisten fortsetzen? Ist es sinnvoll, den Preis nur eine Seite eines Friedensabkommens zu vergeben? Der Ausschuss erkennt in seiner Erklärung an, dass zwei Seiten beteiligt waren. Ist es angebracht, dass der Ausschuss, wie er es tut, mit dem Preis die weitere Friedensarbeit fördern will? Vielleicht ist es so, auch wenn es die Menschen an Preise wie die von Barack Obama erinnert, die nie rückwirkend verdient wurden. Es gibt auch Vergaben wie an Dr. Martin Luther King Jr., die in der Tat nachträglich verdient wurden.

Der Preis im vergangenen Jahr ging an eine Aktivistin und einen Aktivisten, die sich gegen eine Art Gräueltaten aussprachen. Im Jahr zuvor ging die Auszeichnung an eine Organisation, die Atomwaffen beseitigen wollte (und deren Arbeit von westlichen Regierungen abgelehnt wurde). Aber vor drei Jahren vergab das Komitee den Preis an einen militaristischen Präsidenten, der die Hälfte einer Friedensvereinbarung in Kolumbien ausarbeite, die nicht gut funktioniert hat.

Der Ausschuss erkannte mehr als eine Seite eines Abkommens an: 1996 Osttimor, 1994 Naher Osten, 1993 Südafrika. Irgendwann wurde vielleicht die Entscheidung getroffen, nur noch eine Seite zu wählen. Im diesjährigen Fall ist die Vergabe vielleicht gerechtfertigter als 2016.

Der Friedensnobelpreis 2015 an das tunesische Dialogquartett war ein wenig abseits des Themas. Der Preis von 2014 für Bildung war hingegen sehr weit vom Thema entfernt. Der Preis 2013 ebenfalls an eine Abrüstungsgruppe machte Sinn. Aber der Preis 2012 an die Europäische Union gab Geld für die Abrüstung an eine Institution, die das Geld einfach durch den Kauf von weniger Waffen hätte aufbringen können – eine Institution, die jetzt Pläne für ein neues Militär entwickelt. Von da an, rückblickend auf die Jahre, wird es noch schlimmer.

In den letzten Jahren hat sich die Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen von Nobels Testament moderat verbessert. Nobel Peace Prize Watch empfahl, dass der Preis an eine lange Liste würdiger Empfänger gehen sollte, darunter Aktivist*innen, die sich für die Einhaltung von Artikel 9 der japanischen Verfassung einsetzen, Friedensaktivist Bruce Kent, Publizist Julian Assange und Whistleblower, der zum Aktivisten wurden und Autor Daniel Ellsberg.

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Hannah Eckmeier aus dem ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige! 

Kategorien: Frieden und Abrüstung, Meinungen
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