Ganzheitliches Denken: Finnland befreit seine Schulen von festen Fächern

17.06.2018 - Pressenza Muenchen

Ganzheitliches Denken: Finnland befreit seine Schulen von festen Fächern
(Bild von School, CollegeDegree360, Flickr, CC BY-SA 2.0)

Von Yvonne Salmen, Trends der Zukunft

Mathe ist Mathe, Geographie ist Geographie – über den fachlichen Tellerrand zu blicken, das wird an modernen westlichen Schulen leider bislang kaum gelehrt. Finnland jedoch befreit sich allmählich aus dem festen Fächerzwang, ab 2020 sollen die Schüler ausschließlich verschiedene »Phänomene« ganzheitlich im Unterricht untersuchen. Auch die frontale Berieselung durch den Lehrer fällt weg.

Das Konzept: Themen per Teamwork ganzheitlich bearbeiten

In den regelmäßigen PISA-Studien steht Finnland sehr gut da, dieses Land macht also einiges richtig, was die Schulbildung betrifft! Genau darum lohnt sich, ein genauerer Blick in den hohen Norden, wo sich nicht nur die Rentiere »Gute Nacht« sagen, sondern auch der Bildungshorizont Stück für Stück immer heller wird. Themenblöcke sollen die althergebrachten Fächer in den nächsten zwei Jahren ersetzen, zum Beispiel werden die Kinder sich per Teamwork mit dem Phänomen »Caféteria« auseinandersetzen. Und das geht so: Die Kinder trainieren hier den betriebswirtschaftlichen Umgang mit Geld, stellen Rechnungen, zahlen fiktive Steuern und kaufen gedanklich Lebensmittel ein. Außerdem lässt sich in die Lerneinheit auch ein entsprechendes Fremdsprachenkontingent einplanen, um ausländischen Gästen denselben Service zukommen zu lassen wie den einheimischen Genießern.

Metamorphose der finnischen Schulen scheint so gut wie abgemacht

Die äußere Form des Unterrichts besteht, wie bereits gesagt, hauptsächlich aus Teamwork, der Lehrer wird dabei nach Kräften unterstützend tätig. Beim Thema »EU« geht es sowohl um geschichtliche Daten als auch um Wirtschaft – und natürlich um die gute, alte Geographie. Die Testphase des neuen Konzepts läuft hervorragend, darum erscheint die Metamorphose der finnischen Schulen so gut wie abgemacht. Vielleicht lässt sich auf diese Weise auch endlich die Langeweile aus dem Schulalltag verbannen, wenn die Kinder mehr ihre individuelle Neugier befriedigen und sich diejenigen Teilaspekte herausgreifen dürfen, die sie besonders stark ansprechen. Die Lehrer müssen sich jedenfalls reichlich umstellen, damit sie dem neuen Konzept gerecht werden: Aber auch sie können durchaus etwas mehr Lebendigkeit und Forscherdrang gebrauchen!

Quelle: zeitjung.de

Kategorien: Erziehung, Europa, Humanismus und Spiritualität, Jugend
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