Standing Rock Aktivisten auf Europatour: vom 3. bis 5. Juni im Rheinland

01.06.2017 - Pressenza Muenchen

Standing Rock Aktivisten auf Europatour: vom 3. bis 5. Juni im Rheinland
(Bild von 350.org)

Mit der aktuellen Ankündigung von Donald Trump, die U.S.A. aus dem Klimaabkommen von Paris zurückzuziehen, wird einmal mehr deutlich, wie wichtig der Protest gegen klimaschädliche fossile Brennstoffe und deren Infrastruktur ist, und wie dringend wir ein Umdenken hin zu erneuerbaren Energien und einem respektvolleren Umgang mit der Umwelt brauchen.

Weltweit entsteht eine wachsende Allianz von Graswurzelbewegungen, die genau das fordern und deren Widerstand sich auf zwei Strategien stützt: eine breit angelegte Divestment-Kampagne mit wachsendem Druck auf private und öffentliche Investoren, sich aus klimaschädlichen und menschenrechtsverletzenden Projekten zurückzuziehen, sowie Aktionen gewaltfreien zivilen Ungehorsams wie Protestcamps und friedliche Demonstrationen. Standing Rock und das Oceti Sakowin Camp waren in diesem Zusammenhang unermesslich wichtiges Vorbild, Ermutigung und Inspiration.

Selbst wenn die Dakota Access Pipeline nicht gestoppt werden konnte und seit der Machtübernahme Trumps, der persönlich am höchstumstrittenen Projekt finanziell beteiligt ist, bereits Öl durch sie fließt, haben es die Water Protectors geschafft, andere Protestbewegungen zu ermutigen und zu inspirieren, und so wurden alleine in den U.S.A. mindestens sieben andere Öl- und Gaspipelines gestoppt.

Nun kommen vier Standing Rock Aktivisten nach Europa, um ihre Erfahrungen zu teilen, neue Kontakte zu knüpfen und gemeinsam an einer weltweit wachsenden Bewegung zu arbeiten. Die Tour führte sie bereits durch Frankreich, Belgien und die Niederlande und nach dem deutschen Stop in Köln und dem Braunkohleabbaugebiet Hambacher Forst geht es weiter in die Schweiz, nach Spanien und Italien.

Im Folgenden eine kurze Beschreibung der vier Lakota Aktivisten sowie das Programm für die Tage im Rheinland, die neben einer Präsentation und einem Konzert  auch einen Spaziergang im Hambacher Forst beinhalten. Dort kämpfen deutsche Umweltaktivisten seit mehreren Jahrzehnten gegen die Zerstörung des ursprünglich 5.500 Hektar großen Waldgebietes durch den Braunkohleabbau.

Interessant in diesem Zusammenhang ist, dass RWE bereits im Vorfeld mit Strafanzeigen wegen „möglichen Verstößen gegen das Übertretungsverbot und mit zivilrechtlichen Unterlassungsverfahren für die Zukunft“ droht. So etwas tut man nur, wenn man den Widerstand ernst nimmt. Und das ist ein gutes Zeichen. Unter dem Motto #BeTheRedLine („Seid die rote Linie“) sind alle eingeladen, teilzunehmen und dabei rote Kleidung zu tragen. Wenn die Politik versagt, ist es an uns Menschen selber, die Linie ziehen: Bis hier und nicht weiter!

Ziel der Tour ist die Vernetzung mit der europäischen Klimagerechtigkeitsbewegung, um gemeinsam gegen Umweltzerstörung, Faschismus und Neoliberalismus zu kämpfen.

#StandUpWith         #WaterIsLife         #BeTheRedLine        #WeAreUnstoppable!

Standing Rock Lakota Aktivist*innen zu Gast in Europa

Wašté Win Young:

Umwelt- und Graswurzel-Aktivistin, sowie Mutter aus einer Lakota Gemeinde. Sie träumt von einer besseren Welt für ihre Familie und ihre Gemeinde.

Nataanii Means:

Lakota-Aktivist und Hip Hop Künstler, der sich in US-weiten Kampagnen engagiert und bis zur Räumung im Protestcamp Oceti Sakowin aktiv war. Durch seine gesellschaftskritische Musik versucht er besonders indigene Jugendliche zu politisieren. Nataanii Means ist der Sohn des bekannten AIM Aktivisten Russel Means.

Rachel Heaton:

Muckleshoot-Aktivistin aus Washington-State, die Standing Rock mit lokalen Bewegungen gegen Großprojekte im Raum Seattle vernetzt hat und dazu beitrug, dass die Stadt Seattle ihr Investment in der North Dakota Access Pipeline zurückgezogen hat.

Rafael Gonzales aka. Tufawon:

Er lebte für sieben Monate im Protestcamp Oceti Sakowin und versucht mit seiner Rapmusik soziales und ökologisches Bewusstsein bei Jugendlichen zu schaffen.

Programm im Rheinland vom 3. bis 5. Juni:

Samstag, 3. Juni, 18 Uhr: Präsentation zu Standing Rock

Vortrag über die #NODAPL Proteste

Ort: Alte Feuerwache (großes Forum) , Melchiorstraße 3, 50670 Köln

Samstag, 3. Juni, ca. 22:30 Uhr: Konzert

Hip Hop Aufritt von Nataanii Means und Rafael Gonzales aka. Tufawon:

Ort: Autonomes Zentrum, Luxemburger Str. 93, 50939 Köln

Sonntag, 4. Juni, 14 Uhr: Waldspaziergang im Hambacher Forst

Mit Michael Zobel, den vier Lakota Aktivist*innen sowie lokalen Aktivisten und Waldschützern, die gegen den Braunkohleabbau kämpfen

Weitere Infos: http://hambachforest.blogsport.de/

Die Tour wird von folgenden Organisationen und Kollektiven unterstützt und koordiniert:

Alternatiba, Break Free Genève, Coordination Justice Sociale, Alternatives Canada, CETIM,  Agir Pour La Paix, Climate Express, INTAL, Transnational Institute (TNI), Ausgeco2hlt, Entrepobles, ANVCOP21, CSIA Nitassinan,  350.org, Friends of the Earth Europe,  i-boycott, I Love Therefore I am, Nuit Debout, UNIA Genève, CGAS, ATTAC GE, GreenPeace Genève, Solidarité Tattes, CADTM, REFEDD, Women’s March Global.

Mehr Infos zum Rheinland-Termin: http://www.ausgeco2hlt.de/news/

Mehr Infos zur gesamten Tour: https://standupwithstandingrock.noblogs.org/

Hintergrundvideo: https://www.youtube.com/watch?v=4FDuqYld8C8

Hintergrundartikel: https://www.pressenza.com/de/2017/02/warum-standing-rock-uns-alle-angeht/

Kategorien: Europa, Indigene Völker, Menschenrechte, Nordamerika, Ökologie und Umwelt, Politik, Pressemitteilungen
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