#Vault7: die Hacker-Flotte des CIA

14.03.2017 - Sabine Bock

#Vault7: die Hacker-Flotte des CIA

Am Dienstag, den 7. März 2017, begann die Enthüllungsplattform WikiLeaks mit dem ersten Teil einer neuen Serie von “Leaks”, Dokumenten der US-amerikanischen Geheimdienstzentrale CIA. Die Dokumente mit dem Codename #Vault7 – “Tresor 7“ – sind die bisher größte Veröffentlichung von vertraulichen Dokumenten durch WikiLeaks über Geheimdienste.

Der erste vollständige Teil der Serie mit Namen “Year Zero” umfasst 8.761 Dokumente und Dateien von einem isolierten Hochsicherheits-Netzwerk, das sich in der Geheimdienstzentrale der CIA in Langley im US-Bundesstaat Virginia befindet. Diese Offenlegung folgt einer ersten Veröffentlichung letzten Monat von Operationen des Geheimdienstes gegen französische Parteien und Kandidaten im Zuge der Präsidentschaftswahlen im Jahr 2012.

Vor Kurzem erst verlor die CIA die Kontrolle über den Großteil ihres Hacker-Arsenals einschließlich der Schadsoftware, der Viren und Trojaner sowie Systemen zur Fernsteuerung der Schadsoftware und die dazugehörige Dokumentation.

Diese außergewöhnliche Kollektion, die aus mehreren 100 Millionen Zeilen mit Codes besteht, ermöglicht ihrem Besitzer, die gesamte Hacker-Kapazität der CIA zu nutzen.

Die Archive scheinen unter ehemaligen US Regierungs-Hackern und Geheimdienst-Unternehmen auf nicht-autorisierte Weise verbreitet worden zu sein, einer von ihnen hat Wikileaks Teile dieses Archivs zugestellt.

“Year Zero” zeigt den Umfang und die Ausrichtung der verdeckten, globalen Überwachung durch die CIA mit Hilfe eigener Hackerprogramme und Schadsoftware, die gegen eine breite Palette von amerikanischen und europäischen Unternehmensprodukten eingesetzt werden, zum Beispiel bei der Nutzung von Apple iPhones, Google und Android-Programmen und anderen Computerprogrammen bei Microsoft Windows bis hin zum Einbau in Samsung Fernseher, die zu versteckten Mikrofonen werden.

Bis Ende 2016 hatte die Hacker-Abteilung der CIA, die formell zum Zentrum für Cyber-Intelligenz (CCI) gehört, über 5000 registrierte Nutzer und mehr als Tausend Hackersysteme, Trojaner, Viren und andere zerstörerische Schadsoftware produziert.

Julian Assange, der Chefredakteur und Begründer von WikiLeaks, sagte: “Es besteht ein großes Risiko hinsichtlich der Verbreitung der Entwicklung solcher Cyberwaffen. Man kann die unkontrollierte Verbreitung dieser „Waffen“, die resultiert aus der Unfähigkeit, sie einzugrenzen, kombiniert mit ihrem hohen Marktwert, vergleichen mit dem globalen Waffenhandel. Aber die Bedeutung von „Year Zero“ geht weit über die Wahl zwischen Cyberwar und Cyberpeace hinaus. Die Veröffentlichung ist auch aussergewöhnlich aus der politischen, legalen und forensischen Perspektive heraus.“

Wikileaks hat erst 1 % der “Year Zero” Dokumente offengelegt, und dabei eine weitere Verbreitung der Waffen-Cyberprogramme vermieden, bis sich ein Konsens abzeichnet zu der technischen und politischen Natur der CIA-Programme und wie solche „Waffen“ analysiert, entwaffnet und publiziert werden können.

Wikileaks hat ferner beschlossen, einige Informationen in “Year Zero”, die Identitäten offenlegen würden, vorerst zu schwärzen. Diese Überarbeitungen enthalten Zehntausende von CIA-Zielen in ganz Lateinamerika, Europa und den Vereinigten Staaten.

„Während wir uns der Unzulänglichkeit jedes Ansatzes, den wir wählen, bewusst sind, bleiben wir unserem Veröffentlichungsmodel verpflichtet,“ gab WikiLeaks bekannt.

Kategorien: Menschenrechte, Nordamerika, Politik, Pressemitteilungen
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