Khalida Jarrar, die Frau mit dem androgynen Gesicht, der schwarzen Haarmähne und den ausgeprägten Gesichtszügen, hat vom 2. April 2015 bis zum 3. Juni 2016 ausgeharrt bis zu dem Tag, an dem weltweite Appelle von zahlreichen Organisationen, darunter auch Amnesty International, endlich das erhoffte Resultat ihrer Freilassung erzielten.

Wie es bereits vielen Politikern und Journalisten ergangen ist, die sich für Menschenrechte und freie Information eingesetzt hatten, wählte der israelische Staat für sie vorsichtshalber die administrative Inhaftierung. Vergangenen Monat, nach einem Hungerstreik, der ihn beinahe das Leben gekostet hätte, hatte den Journalisten Mohammed al-Qig dasselbe Schicksal ereilt. Die Abgeordnete der palästinensischen Front FPLP und Mitglied des palästinensischen Rates erhielt vergangenen Dezember endlich ihren Prozess, bei dem sie wegen Zugehörigkeit zu einer illegalen militanten politischen Gruppe zu 15 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, nachdem sie mehrmals beschuldigt worden war, terroristischen Aktivitäten nachgegangen zu sein.

Die Freilassung von Khalida ereignete sich am 3. Juni 2016. Es ist wichtig, klarzustellen, dass sie sich aufgrund ihres Engagements für Menschenrechte mehrmals im Visier der israelischen Polizei befand. Sie hatte zahlreiche Beweise gesammelt, um sie dem internationalen Gerichtshof zu übergeben, Beweise, die Menschenrechtsverletzungen nicht nur seitens des Militärs, sondern auch legalen Missbrauch im Bezug auf Rechte des palästinensischen Volk darlegen und dokumentieren.

Die von der Bevölkerung organisierten Feierlichkeiten anlässlich ihrer Freilassung begannen am Samstag den 4. Juni in den palästinensischen Gebieten und dauerten bis Sonntag Abend 5. Juni an, vor allem auch im Gebiet von Ramallah, wo Khalida bei einer Militäraktion in ihrer Wohnung verhaftet worden war.

Die Vereinigung Addameer, die sich um Schutz palästinensischer Inhaftierter kümmert, teilt zum heutigen Tag folgende Zahlen in israelischen Gefängnissen mit:

7.000 politische Gefangene, 750 in administrativer Inhaftierung, 438 Kinder, 70 Frauen, unter ihnen zahlreiche, die als Terroristinnen angesehen werden, weil sie einer politischen Partei angehören, die von den israelischen Behörden nicht anerkannt wird, 450 aus dem Gebiet Jerusalem Ost, 343 aus dem Gaza-Streifen, 6 Mitglieder des palästinensischen Rates in Haft als Vorsichtsmaßnahme.

Übersetzung aus dem Italienischen von Evelyn Rottengatter