Mord an der Menschenrechts- und Umweltaktivistin Berta Cáceres schockiert die Welt

07.03.2016 - Berlin - Sabine Bock

Mord an der Menschenrechts- und Umweltaktivistin Berta Cáceres schockiert die Welt
Berta Cáceres (Bild von Goldman Environmental Prize, CC-BY-SA 4.0)

Die Menschenrechtsaktivistin Berta Cáceres ist am Morgen des 3. März 2016 in ihrer Wohnung ermordet worden. Viele Menschenrechts- und Umweltschutzorganisationen haben die kriminelle Tat verurteilt und weltweit protestiert.

Zuvor hatte Berta Cáceres davon berichtet, aufgrund ihres Engagements auf einer Todesliste zu stehen. Um ein Uhr in der Nacht zum Donnerstag drangen Attentäter in ihr Haus in La Esperanza, im Südosten Honduras ein. Laut lokalen Quellen sollen sie zunächst gewartet haben, bis es im Haus still geworden war, hätten dann die Tür aufgebrochen und schließlich die vierfache Mutter erschossen. Berta Cáceres Bruder wurde bei dem Attentat verletzt.

Berta Cáceres war die Sprecherin der Lenca, einer Gruppe von Ureinwohnern in Honduras sowie Mitbegründerin der Umweltschutzorganisation „Consejo Cívico de Organizaciones Populares e Indígenas de Honduras“, die sich für den Schutz der indigenen Bevölkerung ihres Landes einsetzte. Im Jahr 2015 gewann sie den bedeutendsten Umweltschutz-Preis: „Goldman Environmental Prize“. Sie setzte sich u.a. gegen ein Staudammprojekt ein und engagierte sich gegen ein Großprojekt mit Siemens-Beteiligung. Die Menschenrechts- und Umweltaktivistin war auch zu Gast im Deutschen Bundestag.

Die indigene Organisation COPINH macht in einer Erklärung zum Tod von Berta Cáceres die Firma DESA und ihre internationalen Projektpartner und Geldgeber für den Mord verantwortlich: „Sie sind es, die hinter ihrem physischen Verschwinden stehen, sie alle haben ihre Hände mit Blut befleckt, mit dem Blut von Indigenen, von Lenca, von Kämpferinnen und Kämpfern.“ Die Mutter Cáceres sprach der Regierung von Präsident Juan Orlando Hernández die Schuld für den Mord an ihre Tochter zu und forderte die sofortige Einsetzung einer internationalen Untersuchungskommission.

Viele nationale und internationale Menschenrechts- und Umweltschutzorganisationen erklärten ihre Solidarität mit der Familie von Berta Cáceres und den Mitgliedern der indigenen Organisation COPINH und fordern von der Regierung in Honduras eine restlose Aufklärung und entsprechende Konsequenzen. Viele Menschenrechts- und Umweltschutzaktivisten in Honduras fühlen sich durch diese schreckliche Tat bedroht, gerade weil sich Berta Cáceres sich so für ihre Rechte, deren Einhaltung und den Schutz der Umwelt einsetzte.

Es gab weltweite Empörung und Trauer über ihren Tod, aber die Berichterstattung verhielt sich in den Vereinigten Staaten bedeckt. Nach dem Mord an Berta Cáceres „scheinen“ auch US-amerikanische Institutionen und Regierungsstellen ihren Druck auf die honduranische Regierung etwas zu verstärken, damit diese gegen die Straflosigkeit vorgeht. Unter den Ersten, die auf den Mord an reagierten, war der US-Botschafter in Honduras, James D. Nealon. In seiner Pressemitteilung vom 3. März heißt es: „Wir verurteilen dieses entsetzliche Verbrechen aufs Schärfste. Die Vereinigten Staaten von Amerika fordern eine zügige und genaue Untersuchung dieses Verbrechens und die volle Härte des Gesetzes gegenüber denjenigen, die dafür verantwortlich sind.“

Das brutale Regime in Honduras, welches vermutlich in die Ermordung von Berta Cáceres involviert ist, kam im Jahr 2009 durch einen Staatsstreich an die Macht, welches von der US-Regierung unter Präsident Barack Obama und deren Staatssekretärin Hillary Clinton unterstützt wurde.

Kategorien: Indigene Völker, International, Menschenrechte, Ökologie und Umwelt, Politik, Südamerika
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