Parade für Offene Grenzen – Wir fordern eine sichere Passage für diese Menschen

28.02.2016 - Vasiliki Mitsiniotou

Dieser Artikel ist auch auf Italienisch, Griechisch verfügbar.

Parade für Offene Grenzen – Wir fordern eine sichere Passage für diese Menschen

Als sie das erste Mal die Nachricht hörte, dass die Nordgriechischen Grenzen möglicherweise geschlossen werden sollten, fühlte die Choreographin Vilma-Villemini Andrioti, die bereits als Freiwillige bei der Pampeiraiki Unterstützungsinitiative für Flüchtlinge tätig war, dass sie etwas tun muss.

“Bis zu diesem Zeitpunkt war ich noch nicht sehr beunruhigt, weil die Menschen sich bewegen konnten und etwas Hilfe bekamen. Aber als ich von der Schliessung hörte, machte ich mir große Sorgen, was passieren würde, wenn die Menschen sich nicht mehr weiterbewegen könnten. Die Besorgnis war meine Motivation.“

Mehr als 1,100,000 sind im Jahr 2015 in die EU gekommen und ungefähr 80% von ihnen durchquerten Griechenland. Dieses Jahr haben nach Auskunft der IOM (Internationale Organisation für Migration) bereits 102,000 die Ägäis überquert.

Vilma erzählte anderen Künstlern von ihrer Idee und innerhalb von 20 Tagen, am 20. Februar 2016, war die erste Parade im Camp bei Idomeni organisiert.

“Panagiotis Hadjistefanou inspirierte uns alle, indem er seine Arbeiten und Theaterstücke online stellte, Christina Kostoula war an meiner Seite bei jedem Schritt dieses Abenteuers und Penny Manolopoulou fand einen gesponsorten Bus, der uns alle hier an die Grenze brachte.“

Dreißig Künstler, Journalisten, Reporter und Leute, die ihre Solidarität zeigen wollten, aus Griechenland, Kroatien, den Niederlanden, Belgien, Kanada, Schweden und der Türkei unternahmen diese Reise.

“Die hauptsächliche Aktivität bestand in der Idee eines Marsches vom Camp zur Grenze. Ich bat zuerst jeden Teilnehmer etwas vorzubereiten, das eine Geschichte beinhaltet, eine Kreation von ihm selbst, etwas zu bringen, was die Flüchtlinge bei sich tragen oder was sie hinter sich gelassen hatten, aber wichtig für sie war.“

Die Teilnehmer, Künstler, Flüchtlinge, Migranten und Kinder, marschierten Richtung Grenze, Plakate hoch haltend, Hüte tragend oder ihre „Liebeszeichnungen“ mit Wünschen, die von Grundschülern nach Anleitung der Künstlerin Helen Karagiannis gemalt worden waren.

Während die Parade von den Unterkünften entlang der Bahngleise weiterging, wuchs sie mehr und mehr an, bis sie im Regen den Grenzzaun erreichte. Hier war es, dass mit der Melodie und der herzlichen Ermutigung des Türkischen Komponisten Selim Dogru die Message für eine sichere Passage laut in vielen Sprachen erschallte:

OPEN BORDERS, حدود مفتوحة, offene Grenzen, ΣΥΝΟΡΑ ΑΝΟΙΧΤΑ, کھلی سرحدیں, vekirî Sîno r, خلاص سرحدونو, etc.

Leider sind die Entwicklungen für die Flüchtlinge nicht gut. Am Tag der Parade wurde nur Syrern und Irakern erlaubt, die Grenze zu passieren, und das auch nur, wenn sie Pass oder Identitätskarte vorzeigen konnten, zusätzlich zu den Registrierungsdokumenten, die sie von der Griechischen Polizei bekommen hatten. Am nächsten Tag protestierten ungefähr 100 Afghanen, warum sie plötzlich nicht mehr über die Grenze dürften.

“Uns wurde gesagt, dass es neue Regelungen gäbe, aber sie erklärten uns das Problem nicht, damit wir darauf antworten können“, erzählte uns der 26jährige Obaid aus Afghanistan. „Nun wissen wir nicht, was wir tun sollen, nach Athen zurück oder zurück in den Krieg?“ sagten der 45jährige Bashir Ahmand und der 23 Jahre alte Ahmed Samir.

Gleichzeitig kam eine Gruppe von Open Border Teilnehmern zusammen mit dem Kroatischen Künstler Petar Grimani mit ihren Aufführungen Goldene Präsenz und Durch die Grenzen.

Während ihres Aufenthaltes hielt das Open Border Paradeteam auch einen Kinder-Kunst-Workshops ab, tanzte und sang Lieder von Feiruz mit den Flüchtlingen und Selim, der speziell für diese Gelegenheit Musik geschrieben hatte, verteilte Hilfsgüter, die von den Volksküchen ‚O Allos Anthropos‘ und von der Musikergruppe „Antisomata” stammten.

Aber vor allem war es die Erfahrung, im Camp zu sein mit den Flüchtlingen und Immigranten, die die Teilnehmer dazu befähigt hat, eine starke Botschaft der Solidarität zu schicken. Der nächste Stop des Teams war die Pan-Europäische Veranstaltung Safe Passage am 27. Februar, die am Piräus losging bis zum Viktoria Platz in Athen, bei welcher der Künstler Petar Grimani einen zweitägigen Workshop organisierte.

Übersetzung aus dem Englischen Johanna Heuveling

Kategorien: Europa, Fotoreportagen, Gewaltfreiheit, Internationale Angelegenheiten, Interviews, Kultur und Medien, Meinungen, Menschenrechte, Vielfalt
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