Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda

04.11.2015 - Sabine Bock

Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda
800 Menschen demonstrierten gegen den NPD Aufmarsch am 2. November in Berlin-Johannisthal (Bild von Alexander Freier)

Der NPD-Aufmarsch am 2. November vor Geflüchteten-Unterkunft in Berlin-Johannisthal wurde blockiert. Die aggressiven NPD-Anhänger und Nazis blieben bei ihrer selbsternannter „Bürgerdemo“ unter sich.

Im Laufe des Montagabends haben insgesamt 800 Menschen einen Aufmarsch der NPD  gestoppt. Durch eine Blockade von etwa 500 Menschen auf dem Groß-Berliner Damm musste die NPD nach nur 200 Metern umkehren.

Die NPD-Anfänger und Neonazis hatten sich an zwei Orten versammelt, trotz Geheimhaltungsstrategie der NPD war das den Gegendemonstranten aber vorher bekannt. Am eigentlichen Auftaktort, für den die NPD mehr als 5.000 Flyer gesteckt hatte, versammelten sich gerade einmal 40 Menschen um den Berliner NPD-Chef Sebastian Schmidtke. Auf der anderen Seite des S-Bahnhofs Schöneweide trafen sich etwa 80 organisierte NPD-Nazis aus ganz Berlin und Brandenburg und liefen eine halbe Stunde durch Niederschöneweide und vereinigten sich dann mit ihrer zweiten Kundgebung. Währenddessen kam es aus dem Aufmarsch heraus zu mehreren Angriffen auf Journalisten, unter anderem Mitarbeiter der Berliner Zeitung und der Welt.

Bereits gegen 18 Uhr hatten sich etwa mehrere hundert Antifaschisten, Bürger/innen sowie unser Bezirksbürgermeister Oliver Igel, der Bundestagsabgeordneter Matthias Schmidt sowie einige Kommunalpolitiker von verschiedenen demokratischen Parteien (SPD, Die Linke, Bündnis 90/Grünen, Piraten und CDU) zu der zentralen Kundgebung an der Ecke Groß-Berliner Damm/Sterndamm sowie auf zwei weiteren Kundgebungen eingefunden. Im Laufe des Abends entstanden erst hintereinander zwei Sitzblockaden in kleinen Straßen auf der NPD-Route und dann schließlich direkt auf dem Groß-Berliner Damm. Die Besetzung der Straße durch 500 Menschen zwang die NPD dann zum Umdrehen.

Aus den Fenstern umliegender Häuser ertönten Pfeifkonzerte gegen die NPD. Zudem bedankten sich am Ende des Abends viele Geflüchtete mit Blumensträußen bei den Menschen, die die NPD und Neonazi-Demo von der Geflüchteten-Unterkunft ferngehalten hatten.

Dazu erklärt Tina Böhm, Sprecherin von Uffmucken: „Der Abend war ein klarer Misserfolg für die Nazis der Berliner NPD. Trotz überregionaler Mobilisierung in der Naziszene und dem Verteilen von tausenden Werbe-Flyern in Berliner Briefkästen konnten sie keine ‚Bürger‘ mobilisieren, wie sie es vorher geplant hatten. Stattdessen zogen die sehr aggressiven, organisierten Neonazis alleine lediglich wenige hundert Meter durch den Stadtteil. Durch entschlossenen Protest wurden die Neonazis von der Unterkunft ferngehalten.“ Weiter erklärt Böhm: „Schmidtke kann wohl kaum im Ernst erwartet haben, dass der gewaltbereite Nazimob, den er anführte, ungestört Angst und Schrecken unter traumatisierten Menschen verbreiten kann, die vor Kriegen, Genoziden, Verfolgung und Armut geflohen sind. Wir werden auch in Zukunft dafür sorgen, dass sich Neonazis in Schöneweide und Johannisthal nicht ungestört austoben können.“ Paul Bahlmann, Nico Schmolke sowie zahlreiche Mitglieder der Jusos Treptow-Köpenick mobilisierten zu dieser Gegendemo auch viele Einwohner aus Johannisthal und anderen Bezirken Berlins.

Mit dem Spruch „Say it loud! Say it clear! Refugees are Welcome here!” (Sag es laut! Sag es klar! Flüchtlinge sind hier Willkommen!) zeigt die antifaschistische und demokratische Bürgerschaft ihre ablehnende Haltung gegen die NPD und Schmidtkes Neonazis-Truppe.

Kategorien: Europa, International, Menschenrechte, Vielfalt
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