Newsletter des Trägerkreises der Internationalen Münchner Friedenskonferenz vom 25. Januar 2026

Sicherheit ist mehr als Militär und Abschottung. Warum wir eine andere Friedenslogik brauchen und warum die Internationale Münchner Friedenskonferenz wichtiger ist denn je.

Jedes Jahr im Februar inszeniert die Münchner Sicherheitskonferenz ihre eigene Relevanz als zentraler Ort für Debatten über Krieg, Sicherheit und globale Ordnung. Tatsächlich handelt es sich um eine hochgradig westlich geprägte Elitenkonferenz.

Abseits von Fragen militärischer Bündnisse, geopolitischer Einflusszonen und Migrationsabwehr spielt der Globale Süden für die Münchner Sicherheitskonferenz, trotz gegenteiliger Beteuerungen kaum eine Rolle. Dort, wo Akteure aus dem Globalen Süden einbezogen werden, geschieht dies vor allem im Kontext sicherheitspolitischer Interessen westlicher Staaten.

Die Münchner Sicherheitskonferenz wurde 1963 als Internationale Wehrkundetagung gegründet und diente der sicherheitspolitischen Integration der neu aufgestellten Bundeswehr in die NATO. Dieses Erbe prägt ihr Selbstverständnis bis heute: Sicherheit wird vor allem militärisch gedacht.

Die MSC ist eine eurozentristische und im Kern transatlantische Konferenz. Rund 80 % der Teilnehmenden stammen aus NATO-Staaten oder deren unmittelbarem Umfeld. Dieses Denken ist nicht nur geografisch begrenzt, sondern Ausdruck eines fortwirkenden euro- und westzentrierten Weltbildes, das koloniale Machtstrukturen reproduziert und globale Perspektiven marginalisiert. Eurozentrismus aber hat noch nie zu nachhaltigen Lösungen beigetragen – weder bei Klimakrise, Biodiversitätsverlust, globaler Ungleichheit, Hunger noch bei Flucht und Migration.

Krieg ist kein geeignetes Mittel der Politik

Zugleich bleibt die MSC eine Konferenz der militärischen Sicherheit. Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte – etwa in Afghanistan – zeigen ebenso wie die Analysen des Beirats der Bundesregierung Zivile Krisenprävention: Militär scheitert dort, wo es um die Lösung von zwischen- und innerstaatlichen Gewaltkonflikten, Armutsbekämpfung, oder den Klimawandel geht. Krieg ist kein geeignetes Mittel der Politik.

Militärbündnisse sind strukturell auf Konfrontation ausgerichtet. Die Herausforderungen unserer Zeit verlangen jedoch internationale Zusammenarbeit, zivile Konfliktbearbeitung und eine konsequente Orientierung an menschlicher Sicherheit.

Während die Münchner Sicherheitskonferenz mit zweistelligen Millionenbeträgen aus staatlichen Mitteln und durch Sponsoren aus dem militärisch-industriellen Komplex finanziert wird, erhält die zeitgleich stattfindende Internationale Münchner Friedenskonferenz keine öffentliche Förderung mehr!

Die Internationale Münchner Friedenskonferenz setzt hier bewusst einen Gegenpunkt.

Als zivilgesellschaftliche, öffentliche und kritische Plattform schaffen wir Räume für Dialog, die auf Abrüstung, Gewaltfreiheit, soziale Gerechtigkeit, Menschenrechte und globale Verantwortung ausgerichtet sind – jenseits militärischer Logiken und machtpolitischer Ausschlüsse.

Die Konferenz findet statt vom 13.-15. Februar 2026.
Weitere Informationen und das Programm finden sich unter friedenskonferenz.info.