Die NGO BaumEntscheid e.V. begrüßt die Ankündigung von Staatssekretär Kraus, eine eigenständige Umsetzungsbehörde „Amt für Klimaanpassung“ einzurichten, ausdrücklich. Auch der kalkulierte Personalaufbau von knapp 500 zusätzlichen Stellen ist ein starkes und verantwortungsbewusstes Signal. Beides zeigt: Der Senat schafft die notwendigen Strukturen, um den gesetzlichen Auftrag zur Klimaanpassung entschlossen, fristgerecht, professionell und mit der nötigen personellen Ausstattung umzusetzen.

Mit der Bündelung von Kompetenzen und Personal in einer neuen Fachbehörde reagiert der Senat auf die wachsenden Herausforderungen durch Hitze, Dürre und Extremwetter. Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass die Maßnahmen spätestens ab 2028 in den stark hitzebelasteten Quartieren starten sollen und insbesondere dort, wo viele sozial benachteiligte Menschen leben und die gesundheitlichen Risiken am größten sind. Bis Ende 2030 sollen 15 Prozent der Maßnahmen umgesetzt sein, bis 2037 rund 85 Prozent, 2040 die vollständige Umsetzung.

Heinrich Strößenreuther, Co-Initiator des BaumEntscheids und Vorstand BaumEntscheid e.V.: “Ein Gesetz allein kühlt keine Stadt. Entscheidend ist, dass Strukturen, Prozesse und Personal stimmen. Der vorgestellte Zeitplan und die neue Umsetzungsbehörde sind ein gutes Zeichen – wir freuen uns, dass Frau Bonde, Herr Kraus und der Senat den gesetzlichen Auftrag zum Schutz vor Hitze und Klimarisiken versiert umsetzen.“

Ziel des Gesetzes ist unter anderem, im Durchschnitt alle 15 Meter einen Straßenbaum zu pflanzen. Dafür sind rund 238.000 zusätzliche Pflanzungen laut einer neuen Analyse des Senats notwendig, etwas weniger, als der BaumEntscheid überschlägig abgeschätzt hatte. Nach Angaben des Senats werden dafür etwa 480 zusätzliche Mitarbeitende benötigt – nicht nur für Pflanzung und Pflege, sondern auch in Genehmigungs- und Planungsbehörden. Bereits bis Ende 2027 soll der aktuelle Bestand von rund 439.000 Straßenbäumen wieder stabilisiert werden.
Das im November 2025 parteiübergreifend beschlossene BäumePlus-Gesetz, das Berliner Klimaanpassungsgesetz, verpflichtet die Hauptstadt zu konkreten Maßnahmen: mehr Straßenbäume bis hin zum Ziel von einer Million Bäumen, Entsiegelung, neue Grün- und und Wasserflächen zur Kühlung von Hitzevierteln. Rund eine Milliarde Euro aus dem Sondervermögen des Bundes ist für die Umsetzung vorgesehen.

Sandra Mahler, Vorständin BaumEntscheid e.V.: „Die Einrichtung eines eigenen Amts zeigt, dass Klimaanpassung nicht als Nebenaufgabe behandelt wird, sondern als dauerhafte Kernaufgabe der Verwaltung. Wer Hitze ernst nimmt, braucht klare Zuständigkeiten und gebündelte Expertise.

Angesichts zunehmender Hitzesommer, steigender Gesundheitsrisiken und wachsender Belastungen für Infrastruktur und Stadtgrün ist die organisatorische Neuaufstellung längst überfällig. Mit diesem Schritt setzt Berlin ein erstes wichtiges Signal, dass Klimaanpassung nicht nur beschlossen, sondern auch professionell umgesetzt werden wird.

Tobias Dierks (CDU), Vorstand BaumEntscheid e.V.: „Mit dem Amt für Klimaanpassung wird aus einem politischem Beschluss konkrete Verwaltungspraxis. Jetzt zählt Tempo und Qualität, besonders in den Hitzevierteln. Das wird der Unterschied zwischen Ankündigung und Umsetzung – wir werden konstruktiv begleiten und unterstützen.

Das Berliner Klimaanpassungsgesetz wurde am 3. November 2025 nach intensiven Verhandlungen mit CDU, SPD und Senat einstimmig beschlossen. Es macht Berlin fit für die Folgen des Klimawandels und verankert wirksamen Schutz vor Hitze, Dürre und Extremwetter verbindlich im Landesrecht. Der entscheidende Impuls für dieses bundesweit beachtete Gesetz ging von der NGO BaumEntscheid e.V. aus: Mit ihrer Volksentscheidsinitiative hat sie den politischen Prozess angestoßen, fachlich geprägt und der Stadtgesellschaft den Weg zu einer konkreten, umsetzungsstarken Klimaanpassung eröffnet.

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