Die tödlichen Angriffe bewaffneter Gruppen der syrischen Übergangsregierung auf die kurdisch geprägten Stadtteile Şêxmeqsûd, Eşrefiyê und Benî Zêd in Aleppo fordern schwere zivile Opfer. Nach aktuellen Angaben aus der Region wurden seit gestern mindestens sieben Zivilisten getötet und 52 weitere verletzt, mehrere von ihnen schweben in Lebensgefahr. Die betroffenen Stadtteile sind Teil der Autonomen Selbstverwaltung Nord- und Ostsyriens und unterstehen nicht der Regierung in Damaskus. Ein Umstand, der sie immer wieder zum Ziel von Angriffen islamistischer Milizen macht, die der Übergangsregierung von al-Shaara unterstellt sind.
Bei den Angriffen wurden zahlreiche Wohnhäuser und Geschäfte zerstört. Zudem erlitt die zivile Infrastruktur erhebliche Schäden: Wasser- und Stromnetze wurden gezielt getroffen, ebenso wie religiöse Einrichtungen und Gesundheitszentren. Das Osman-Krankenhaus ist infolge der Angriffe derzeit nicht mehr funktionsfähig. In den betroffenen Stadtteilen kam es darüber hinaus zu Internet- und Kommunikationsausfällen.
Augenzeugenberichte und Bildmaterial aus der Region belegen, dass die Angriffe systematisch erfolgen. Verantwortlich gemacht werden bewaffnete Gruppen, die der Übergangsregierung unterstehen, darunter die Milizen Emşat, Hemzat, Sultan Murad und Nureddin Zengi.
Die autonomen Kräfte der inneren Sicherheit (Asayîş) meldeten zudem mehrere Angriffs- und Infiltrationsversuche bewaffneter Gruppen, die unter dem Schutz schwerer Waffen in Wohngebiete eindringen wollten. Diese Angriffe wurden abgewehrt. Im Stadtteil Eşrefiyê wurde außerdem eine mit Sprengstoff beladene Drohne abgeschossen, die von den bewaffneten Gruppen eingesetzt worden war.
Trotz der ergriffenen Abwehrmaßnahmen dauern die Angriffe an. Die Sicherheitskräfte warnen vor einer dramatischen Zuspitzung der humanitären Lage. In den dicht besiedelten Vierteln leben Hunderttausende Zivilisten, die durch den anhaltenden Beschuss akut gefährdet sind.
Kurdistan Nationalkongress fordert Eingreifen der Vereinten Nationen
„Die kurdische Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur in Aleppo stehen erneut unter Belagerung. Die Angriffe auf Şêxmeqsûd, Eşrefiyê und Benî Zêd richten sich fast ausschließlich gegen Zivilist:innen, darunter viele Kinder, und werden mit schweren Waffen sowie Drohnen durchgeführt“, erklärt der Kurdistan Nationalkongress (KNK). „Die Regierung al-Sharaa muss aufhören, als Stellvertreter regionaler Mächte wie der Türkei zu agieren, und stattdessen internationale Vermittlung zulassen, um Frieden mit den Kurd:innen zu ermöglichen. Wir fordern die Vereinten Nationen dringend auf, unverzüglich einzugreifen, um die Angriffe zu stoppen und die Zivilbevölkerung zu schützen“, heißt es in dem Statement des KNK.









