„Diese Aufklärung durch Soldatinnen und Soldaten vornehmen zu lassen, halten wir für falsch. Angehörige der Bundeswehr sind an die Aussagen und Sichtweisen des Verteidigungsministeriums gebunden und zudem nur militärisch geschult: Zivile und gewaltfreie Mittel der Konfliktlösung sowie die Facetten der Diplomatie können sie jungen Menschen nicht beibringen“, so IPPNW-Vorstandsmitglied Daniel Becker.

„In den jüngsten Filmen ihrer Rekrutierungskampagne stellt die Bundeswehr Faszination für Militärtechnik und Kameradschaftlichkeit in den Vordergrund, Krieg wird als Abenteuer dargestellt. Diese Form der Darstellung ist für uns nicht adäquat. Meine Kinder sollen Krieg nicht als etwas Abenteuerliches, sondern als etwas Empörendes ansehen. Dazu ist es notwendig, dass sie ihn aus der Sicht derer betrachten, auf die das Gewehr zielt und nicht aus der Sicht dessen, der das Gewehr hält“, erklärt Daniel Becker.

Nötig sei daher die Einbindung von Fachleuten, die ein sehr viel differenzierteres Bild von Krieg und Kriegsfolgen zeichnen und außerdem vielfältigere Lösungsmöglichkeiten aufzeigen würden: Dazu seien unter anderem Historiker*innen, Friedens- und Konfliktforscher*innen sowie Soziolog*innen zu zählen, ebenso Psychotherapeut*innen und Ärzt*innen, die sich mit den medizinischen und humanitären Folgen von Krieg und Flucht befasst haben. Auch all diejenigen Menschen in Deutschland, die an ihrem eigenen Leib Krieg und Flucht erlebt haben, könnten Schüler*innen eine umfassende Perspektive des Krieges vermitteln.

Die IPPNW ist Mitglied der Kampagne „Unter 18 nie!“, die fordert, das Rekrutierungsalter für den Militärdienst auf 18 Jahre anzuheben sowie sich für ein Verbot jeglicher Bundeswehrwerbung bei Minderjährigen ausspricht. unter18nie.de

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