Es gibt eine Reihe von Barrieren zu überwinden, ehe man die Bevölkerung dazu bringt, ein Verbot von Kampf- oder Überwachungsdrohnen zu unterstützen. Eine davon ist die Existenz nützlicher Drohnen.

Es klingt ein wenig albern, aber genau das ist die Hauptursache für das Scheitern von lokalen Resolutionen gegen Drohnen. Anders als andere Barrieren, ist diese faktenbasiert – schlicht und einfach, aber faktenbasiert. Es gibt tatsächlich Drohnen für Feuerwehr und Rettung, wissenschaftliche Forschung, Spielzeug, Technikliebhaber und sogar für Friedensaktivisten, die Waffentransporte verfolgen.

Lasst die Drohnen am Boden!

Wir können den Verkauf von todbringenden Giftpilzen verbieten, auch wenn andere Pilze in Nudelsoße hervorragend schmecken. Wir können das Kochen dieser Pilze in einer Bratpfanne erlauben, auch wenn es verboten ist, dem Nachbarn mit der Bratpfanne auf den Kopf zu schlagen. Wir können Killerdrohnen verbieten, ohne das mit Spielzeugdrohnen zu tun. Wir können sogar Wege finden, die Drohnenüberwachung zu verbieten, ohne Drohnen mit Kameras zu inkludieren. Alles ist möglich, wenn wir nur halb so viel Mühe darauf verwenden, wie in die Entwicklung von Drohnen fließt.

Lasst die Drohnen am Boden!

Eine weitere große Hürde ist das, was sich die Menschen (zumindest in den Vereinigten Staaten) unter Drohnen vorstellen, was sich stark von dem unterscheidet, was Drohnen tatsächlich tun. Die Menschen stellen sich vor, dass Killerdrohnen gegen identifizierte Ziele eingesetzt werden, die in Abwesenheit für schreckliche Verbrechen verurteilt wurden, die unmöglich verhaftet werden können, die gerade dabei sind, Massenmord an den wertvollsten Lebewesen der Erde (US-Bürgern) zu begehen, und die allein in ihren üblen Verstecken sind, weit weg von allen unschuldigen Menschen, die man nicht in die Luft jagen müsste. Nichts von alledem ist wahr. Aber wir werden Drohnen niemals verbieten, solange die Menschen diese vom Pentagon und Hollywood mitproduzierte Fantasie glauben.

Lasst die Drohnen am Boden!

Eine zusätzliche Barriere auf dem Weg zum Verbot aller Killerdrohnen ist die Idee, dass wir nur Drohnen verbieten müssen, die völlig autonom sind. Eine Drohne, die von sich aus entscheidet, wann und wo sie eine Rakete abschießt, ist inakzeptabel, während eine Drohne, die sich darauf verlässt, dass eine künftig selbstmordgefährdete Person den Befehl erhält, einen Knopf zu drücken, akzeptabel ist. Während ich gerne jede Art von tödlicher Waffe verbieten würde, ist die Normalisierung von nicht vollautonomen Drohnen einfach verrückt. Es verstößt gegen Gesetze gegen Mord, Gesetze gegen Krieg und den Kern der grundlegenden Moral.

Lasst die Drohnen am Boden!

Wenn ich bei Google nach den Worten „Drohnen“ und „Moral“ suche, sind die meisten Ergebnisse aus den Jahren 2012 – 2016. Wenn ich nach „Drohnen“ und „Ethik“ suche, erhalte ich einen Haufen von Artikeln aus den Jahren 2017 – 2020. Die Lektüre der verschiedenen Websites bestätigt die offensichtliche Hypothese, dass (in der Regel, mit vielen Ausnahmen) „Moral“ das ist, was die Leute erwähnen, wenn eine bösartige Praxis noch schockierend und verwerflich ist, während „Ethik“ das ist, was sie verwenden, wenn sie über einen normalen, unvermeidlichen Teil des Lebens sprechen, der in die allerbeste Form gezwickt werden muss.

Lasst die Drohnen am Boden!

Die USA exportieren mehr Waffen, als sie kaufen, und führen alle ihre Kriege mit Waffen aus amerikanischer Produktion, und dennoch werden die Leute bei der bloßen Erwähnung der Waffenindustrie weinerlich, flaggenliebend und bösartig patriotisch. Nicht nur, dass Drohnen, wie andere Waffen auch, nicht eindeutig mit Nationalismus zu identifizieren sind, sondern das US-Militär befindet sich jetzt in Kriegen mit Drohnen auf der anderen Seite, nachdem es führend bei der Verbreitung von Drohnen und der Förderung eines Drohnenwettrüstens war – auch durch absichtliche Verkäufe und durch den Nachbau von erbeuteten US-Drohnen. Eine Studie stellt fest, dass inzwischen fünf Nationen bewaffnete Drohnen exportieren, während Dutzende von Nationen und einige Nicht-Nationen sie importieren. Ein Bericht fand über drei Dutzend Nationen mit bewaffneten Drohnen.

Lasst die Drohnen am Boden!

Bewaffnete Drohnen sind in unserer Vorstellung weit weg. „Hätten Sie lieber einen echten Krieg?“, wird gefragt. „Bei einem Drohnenkrieg wird wenigstens niemand getötet.“ Menschen, die als niemand gelten, sind oft weit weg. Aber natürlich werden Drohnenstützpunkte angegriffen. Militärs, die Drohnen einsetzen, erzeugen mehr Feinde als sie töten. Drohnenpiloten begehen Selbstmord. Drohnen überwachen Black-Lives-Matters-Kundgebungen in der unverzichtbaren Nation selbst und an ihren Grenzen und überall in Flugdistanz zu diesen Grenzen. Sie machen Testflüge und stürzen manchmal in US-Städten ab, und die örtlichen Polizeibehörden bewundern sie.

Lasst die Drohnen am Boden!

Drohnen sind geheimnisvoll, präsidial, imperial, eingesetzt von Leuten, die weiser sind und über bessere Informationen verfügen als einfache Menschen. Es ist das Beste für uns, nicht zu hinterfragen. Wenn es keinen guten Grund für die Drohnen gäbe, warum würden sie dann Leute ins Gefängnis schicken, die uns sagen, was die Drohnen tun? Auch das ist Propaganda, die überwunden werden muss.

Lasst die Drohnen am Boden!

Drohnen sind etwas Besonderes, stehen über dem Gesetz, außerhalb des Gesetzes. Wie Henry V. oder Karl Rove (ehem. stv. Stabschef des Weißen Hauses) machen sie ihre eigenen Gesetze. Krieg ist nach der UN-Charta und dem Kellogg-Briand-Pakt illegal. Mord ist in jeder Ecke der Welt illegal. Warum überflüssigerweise bewaffnete Drohnen verbieten? Die Antwort liegt natürlich in der Möglichkeit, dass dieses neue Gesetz von einigen Parteien eingehalten wird. Drohnen beleidigen einige Leute, weil sie feige oder unfair sind, aber sie sollten uns beleidigen, weil sie das Morden einfacher machen, und wir sollten über den Grund empört sein, warum sie das Morden einfacher machen, nämlich die Idee, dass Menschen, die keine Rolle spielen, abgeschlachtet werden können, ohne das Leben von jemandem zu riskieren, der wichtig ist.

Lasst die Drohnen am Boden!

Mit meilenweitem Abstand haben wir in den US-Medien eine deutliche Bewegung gesehen, was den Wert schwarzen Lebens angeht, solange dieses schwarze Leben ein schwarzes Leben in den USA ist. Das Drohnenproblem könnte angegangen werden, wenn die anderen 96% der Menschenleben auch nur einigermaßen wichtig wären, und es gäbe kein Drohnenproblem, über das man sich Sorgen machen müsste, wenn sie als völlig gleichwertig verstanden würden.

Lasst die Drohnen am Boden!

Es ist nicht alles hoffnungslos in der Welt des Anti-Drohnen-Aktivismus. In meiner Stadt Charlottesville, Virginia, haben wir 2013 den Stadtrat erfolgreich dazu gedrängt, eine Resolution gegen Drohnen zu verabschieden. Darin stand: „Der Stadtrat von Charlottesville, Virginia, befürwortet den Vorschlag für ein zweijähriges Moratorium zum Einsatz von Drohnen im Staat Virginia; und fordert den Kongress der Vereinigten Staaten und die Generalversammlung des Commonwealth of Virginia auf, eine Gesetzgebung zu verabschieden, die es verbietet, Informationen, die durch den Einsatz von Drohnen im Inland erlangt wurden, in ein Bundes- oder Staatsgericht einzubringen, und die den Einsatz von Drohnen im Inland ausschließt, die mit Antipersonenvorrichtungen ausgestattet sind, d.h. mit Projektilen, chemischen, elektrischen, gerichteten Energien (sichtbar oder unsichtbar) oder anderen Vorrichtungen, die dazu bestimmt sind, Menschen zu verletzen, kampfunfähig zu machen oder anderweitig negativ zu beeinflussen; und verpflichtet sich, auf ähnliche Verwendungen von stadteigenen, geleasten oder geliehenen Drohnen zu verzichten. “

Die Präsentation kann als Powerpoint oder PDF heruntergeladen werden.

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Anita Köbler vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!

Der Originalartikel kann hier besucht werden