Mit der Globalisierung ist eine irdische Schicksalsgemeinschaft entstanden, welche durch die globale Polykrise sichtbar wird: Klimawandel, Artensterben, nationalistisch motivierte Kriege oder die Pandemie. All dies sind Probleme, welche nur gemeinsam bewältigt werden können – Grundlage dafür ist die Entwicklung eines Bewusstseins für eben diese Verbindung und gelebte Solidarität: Durch umsichtiges und entschlossenes Handeln können drohende Katastrophen abgewendet und eine neue Qualität des menschlichen Lebens erreicht werden. Mit der Kampagne „Heimatland Erde“ möchte das ASPR einen Beitrag zur Stärkung eines planetaren Bewusstseins leisten und weiß sich solidarisch mit unzähligen anderen Initiativen auf der ganzen Welt.

Stadtschlaining, 15. März 2021 – Das Österreichische Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung (ASPR) setzt mit der internationalen Kampagne „Heimatland Erde“ auf Solidarität und Kooperation: Der Jahresschwerpunkt ist ein Beitrag zur Stärkung des planetaren Bewusstseins, um für die großen Herausforderungen der Polykrise gerüstet zu sein. Mit dem Herzstück der Kampagne, dem planetaren Manifest, wurde eine erste Diskussionsgrundlage geschaffen, dieses kann online kommentiert werden. Die Unterzeichnung des Aufrufs ermöglicht eine weitere Beteiligung, das globale Netzwerk wächst stetig: Aktuell sind mehr als 40 Partner-Organisationen aus mehreren Kontinenten beteiligt, darunter auch transnationale Netzwerke. Die Kampagne unterstützen namhafte Wissenschaftler*innen aus aller Welt. Als “Bürger von Heimatland Erde” sieht sich auch der Vordenker Edgar Morin, er weilt seit knapp einem Jahrhundert auf unserem Planeten. Gemeinsam plädieren sie für ein Bewusstsein der Zusammengehörigkeit aller Menschen untereinander und mit der sie umgebenden Natur. Eine Reisep asshülle zum selbst-basteln und -gestalten ist das sichtbare Symbol dieser Erkenntnis und mit einer Vielfalt an Aktivitäten und Initiativen wird “Heimatland Erde” das ganze Jahr über lebendig gehalten.

“Mit den zunehmenden planetaren Herausforderungen, die wir in den letzten Jahren beobachten konnten, von der Flüchtlingskrise bis zu COVID-19, wurde in mir der Drang diese Kampagne Heimatland Erde zu initiieren, immer stärker. Wir können all diese Herausforderungen nicht alleine lösen und müssen daher dem Rückzug ins Nationalistische entgegenwirken“, so ASPR Direktorin Mag.a Gudrun Kramer über ihre Beweggründe. Sie hofft, dass die Kampagne in vielen weiteren Ländern aufgegriffen und vorangetrieben wird.

Einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leistet das ASPR seit fast 40 Jahren, unter anderem auch im Rahmen der Friedenswochen (Trainingsprogramm seit 2007): „In der ASPR Friedenspädagogik ist es uns ein Anliegen, einerseits die Bedürfnisse der Schulen im Bereich Gewaltprävention und Konfliktkompetenz durch gezielte Trainings zu erfüllen – andererseits aber auch globale Themen adäquat für Schüler*innen und Lehrkräfte aufzuarbeiten“, informiert ASPR Programmmanagerin Mag.a Ursula Gamauf-Eberhardt. „Die vorliegende Kampagne umfasst viele Aspekte, die v.a. auch junge Menschen sehr bewegen.“ Durch entsprechende Angebote für die Thematik sollen diese begeistert und in ihrem Engagement für „Heimatland Erde“ unterstützt werden.

Wir haben globale Probleme, die wir nur durch globale Lösungen bewältigen können. Aber das Bewusstsein für globale Solidarität fehlt: “Unsere Kampagne Heimatland Erde will dieses planetare Bewusstsein wecken. Das werden manche utopisch finden. Aber alle, die etwas ändern wollen, brauchen den Mut zur Utopie. Denn Utopie bedeutet Lebenskraft – die Kraft zu Veränderung”, bringt es der Friedensforscher Dr. Werner Wintersteiner (Univ.-Prof. i.R. der Alpen-Adria Universität Klagenfurt), welcher das planetare Manifest mit Unterstützung eines Arbeitskreises verfasst hat, auf den Punkt.

Hintergrund

Das Konzept „Heimatland Erde“ wurde vom französischen Philosophen Edgar Morin, der am 8. Juli 2021 seinen 100. Geburtstag feiert, in seinem Buch Terre Patrie (1993) entwickelt. Mit dieser Kampagne ehren wir auch das Lebenswerk dieses großen Vordenkers der Zukunft der Menschheit. In diesem Video ruft Morin persönlich zu unserer Kampagne auf.
Als Link hinterlegt: Aufruf zur Kampagne in verschiedenen Sprachen; eine kurze Biographie von Edgar Morin, sowie das Manifest Heimatland Erde.