Bedingungsloses Grundeinkommen: Ähnlichkeit zu unserem Gesundheits-, Bildungs- und Rentensystem

06.06.2020 - Barcelona - Sasha Volkoff

Dieser Artikel ist auch auf Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Katalanisch verfügbar.

Bedingungsloses Grundeinkommen: Ähnlichkeit zu unserem Gesundheits-, Bildungs- und Rentensystem
(Bild von pixabay, Bearbeitung und Grafik: ze.tt und Pressenza)

Dieser Artikel ist Teil einer Reihe von Texten, die versuchen, verschiedene Aspekte des Vorschlags eines Bedingungslosen Grundeinkommens (BGE) zu erläutern. Um alle bereits veröffentlichten Texte zu diesem Thema zu lesen, klicken sie bitte hier.

In einigen Ländern sind wir glücklicherweise daran gewöhnt, offenen Zugang zu Gesundheitsleistungen, Bildung, Rente und anderen staatlich finanzierten Sozialleistungen zu haben. Vor einem Jahrhundert begannen sich diese Privilegien gerade erst in den Staaten zu etablieren. Zu dieser Zeit gab es sicherlich viel Gegenwind, der ungefähr so zum Ausdruck kam: „Wenn man eine gute Ausbildung haben möchte, muss man auch arbeiten, um sie finanzieren zu können“ oder „Warum sollte man jemanden dafür bezahlen, dass er zu Hause bleibt, nur weil er ein bestimmtes Alter erreicht hat? Wenn er gesund ist, soll er arbeiten gehen und wenn nicht, soll sich seine Familie um ihn kümmern“- womit Bezug auf die Rente genommen wurde. Heutzutage werden ähnliche Argumente gegen das Bedingungslose Grundeinkommen angeführt. Viele Menschen verstehen nicht, warum man jemanden für die bloße Tatsache der Existenz bezahlen sollte und vergessen, dass wir jedoch genau dadurch – durch die bloße Existenz – das Recht auf einen Zugang zu Gesundheitsleistungen und Bildung haben und dass wir für das bloße Erreichen eines bestimmten Alters das Recht auf die Auszahlung einer Rente haben (die im Prinzip wie das BGE nur eben für Menschen ab einem gewissen Alter funktioniert).

Heute erscheint es uns logisch, dass wir alle das Recht auf einen Zugang zu bestimmten Gesundheitsleistungen haben und dass alle Kinder das Recht auf Bildung haben. Die meisten von uns verstehen, dass Gesundheit und Bildung notwendige Voraussetzungen für die Entwicklung eines jeden Einzelnen sind, ohne der große Ungleichheit zwischen den Menschen herrschen und die ausschließlich vom Geburtsort abhängen würde (ein reiches Kind würde gesund aufwachsen und könnte studieren, was es wollte, während ein armes Kind jeglichen Krankheiten ausgesetzt würde und nur die einfachsten Berufe ergreifen könnte, ohne jemals eine eigene Berufung entwickeln zu können). Außerdem ist allgemein anerkannt, dass wir alle ab einem bestimmten Alter das Recht auf eine Rente haben, die von der Gesellschaft finanziert wird, welche wir selbst jahrelang unterstützt haben.

Bestimmte Ideen müssen einfach umgesetzt werden, damit die Gesellschaft ihre Vorteile erkennt und damit auffällt, dass sie keinen Schaden anrichten. Zum Beispiel wurden gleichgeschlechtliche Ehen oder errungene Frauenrechte von manchen Menschen einst als „Gefahren für unseren Sozialstaat“ bezeichnet. Nach kurzer Zeit ist jedoch klargeworden, dass das nicht der Wahrheit sondern dem genauen Gegenteil entspricht. Auch mit dem BGE – wenn es erst einmal eingeführt wird – wird dasselbe geschehen. Jetzt haben einige Leute noch Angst davor und stellen sich vor, dass dann innerhalb der Gesellschaft ein Chaos ausbrechen würde, da niemand mehr arbeiten gehen würde. Aber wenn das BGE dann eine Weile lang ausgezahlt wurde und alle merken, dass kein Chaos ausbricht, sondern ganz im Gegenteil, die Gesellschaft besser als je zuvor funktioniert, dann werden all jene Ängste verblassen, die zuvor existierten.

Jetzt schlägt die Stunde des Bedingungslosen Grundeinkommens.

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Luna Jakob vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige! 


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Kategorien: Meinungen, Wirtschaft
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