Berliner Schulbauoffensive startet mit einem teuren Etikettenschwindel

27.08.2018 - Gemeingut in BürgerInnenhand - Pressenza Berlin

Berliner Schulbauoffensive startet mit einem teuren Etikettenschwindel
(Bild von Pixapopz | pixabay CC0)

In Mahlsdorf findet heute die Grundsteinlegung für Schulneubau statt. Der Senat bezeichnet diesen Vorgang als „1. Neubauvorhaben der Berliner Schulbauoffensive“. Gemeingut in BürgerInnenhand (GiB) kritisiert diese Vereinnahmung des Erfolgs einer Elterninitiative. Gleichzeitig weist der Verein auf die hohen Kosten und Unstimmigkeiten hin.

Dazu Peter Walerowski vom Berliner Schultisch:

„Das Beispiel in Mahlsdorf zeigt: In Berlin geht es dann voran, wenn Eltern Druck machen und dann der Bezirk handelt. Übrigens haben die Eltern diesen Neubau bereits unter Rot-Schwarz durchgesetzt, jetzt wird er vom neuen Senat vereinnahmt. Wenn bei den anderen Neubauvorhaben der Schulbauoffensive zentralisierte Strukturen greifen und die Howoge ausführen soll, werden wir erhebliche Verzögerungen erleben.“

Jahrelang haben Eltern für diese Schule hart gekämpft. Sie konnten mit Mario Czaja (CDU) einen örtlichen Abgeordneten für ihr Vorhaben gewinnen und erreichten, dass das sogenannte Schnellbauverfahren eingerichtet wurde.

Carl Waßmuth, Sprecher von GiB und eine der fünf Vertrauenspersonen der Volksinitiative „Unsere Schule“ hat sich die Details des Schulbaus angesehen. Er nimmt dazu wie folgt Stellung:

„Für diese Schule hat Berlin weder neues Personal eingestellt noch Planungsleistungen erbracht. Man hat einfach ein fertiges Konzept aus Frankfurt am Main gekauft und kopiert. Nur dadurch ging es so schnell los. Das lässt sich aber nicht wiederholen: Es gibt so ein freies 25.000-Quadratmeter-Grundstück nicht noch einmal in Berlin. Die Schule erfüllt auch nicht die neu erarbeiteten Standards der AG Schulraumqualität. Und auch finanziell lässt sich das nicht noch einmal machen – der Schulbau wird in Mahlsdorf doppelt so teuer wie erforderlich: 34,8 Millionen Euro für 550 Schulplätze (12 Quadratmeter pro SchülerIn), das sind Baukosten von ca. 5.250 Euro pro Quadratmeter! Zum Vergleich: Die Baukosten in Hamburg betragen nach dortigen Angaben etwa 2.800 Euro pro Quadratmeter. Statt wie hier den ganzen Schulbau an einen Totalübernehmer zu geben, sollten die Bezirke selbst planen und bauen. Dafür muss dringend Personal eingestellt werden. Dass man mit guten Leuten sehr schnell planen und bauen kann, sieht man ja.“

Kategorien: Politik, Pressemitteilungen
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