Ecuador und der bittere Geschmack einer einseitigen Berichterstattung

06.09.2017 - Berlin - Reto Thumiger

Ecuador und der bittere Geschmack einer einseitigen Berichterstattung
(Bild von pixabay | Public Domain (CC0))

Die undifferenzierte oder einseitige Kritik wird oft als Waffe eingesetzt, um unliebsamen Regierungen Imageschaden zuzufügen oder an den öffentlichen Pranger zu stellen. Meistens handelt es sich dabei um Regierungen, die dem westlichen Neoliberalismus nicht genehm sind oder den nordatlantischen geostrategischen Interessen zuwiderhandeln.

Ecuador ist ein Land, das sich versucht von der wirtschaftlichen Abhängigkeit zu lösen und der Regierung unter Rafael Correa ist es gelungen, mit Projekt der „Bürgerrevolution“ das Land tiefgreifend zu modernisieren und demokratisieren. Dem heutigen Neoliberalismus werden Leitbilder wie soziale Verpflichtung des Eigentums, solidarische Wirtschaft, aktive Beteiligung der Bürger an Entscheidungsprozessen und das der indigenen Tradition verpflichtete „Buen Vivir“ (gutes Leben) gegenüber gestellt.

In den westlichen Medien wird in der Regel aber entweder negativ oder gar nicht über Ecuador berichtet. Darunter finden sich Unwahrheiten, Kritik an Missständen, die früheren Regierungen oder dem Imperialismus zu verdanken sind und von der Regierungspartei Alianza País bis jetzt nicht beseitigt werden konnten.

Sicher ist nicht alles perfekt und es gibt auch berechtigte Kritik. Stoßend wird es jedoch, wenn ein Land wie Ecuador herausgegriffen wird, nur dieses negative Erwähnung findet, während andere Länder mit viel größeren Missständen und die keine Fortschritte vorweisen können, praktisch unerwähnt bleiben.

Leider bieten große NGO immer wieder Hand, wenn es darum geht solche Länder und ihre Regierungen zu deskreditieren.

Um einen solchen Fall scheint es sich bei der Oxfam Studie „Süße Früchte, bittere Wahrheit“ zu handeln, die fleißig von mehreren deutschen Medien aufgegriffen wurde.

Leider können wir von Pressenza aus Mangel an Ressourcen den Bericht nicht nachrecherchieren. Wir können aber der Botschaft Ecuador die Möglichkeit geben, hier ihre Sicht darzulegen.

Gegendarstellung zu folgenden Artikeln:


Die genannten Artikel beziehen sich inhaltlich praktisch ausschließlich auf eine Quelle der Nichtregierungsorganisation Oxfam, welche 2016 die Studie „Süße Früchte, bittere Wahrheit“ herausgegeben hat. Diese Studie gibt die Wirklichkeit über die Formen und Praktiken des Bananensektors Ecuadors jedoch nicht wieder. Die Realität wird vielmehr in dem Bericht über den Bananensektor abgebildet, der kürzlich vom Außenhandelsministerium Ecuadors zusammen mit weiteren öffentlichen und privaten Institutionen erstellt wurde. In der Anlage finden Sie diesen Bericht in englischer. Hiermit steht im Sinne des journalistischen Grundsatzes der Quellenvielfalt eine zusätzliche Informationsquelle zur Verfügung.

Dieser Bericht enthält wichtige Daten über diesen produktiven Sektor und erklärt seine wirtschaftliche und soziale Bedeutung für Ecuador, außerdem gibt er Auskunft über die Einhaltung von sowohl nationalen als auch internationalen Umwelt- sowie Arbeitsschutzrichtlinien. Auch die öffentlichen und privaten Initiativen für die soziale Entwicklung innerhalb des Sektors ist hier dargelegt. So sind etwa 80% der Bananenproduzenten in Ecuador kleine Unternehmen, sodass diese Branche die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Integration von vulnerablen Gruppen in den Arbeitsmarkt ermöglicht.

Die Qualitätsgarantien, welche die ecuadorianischen Bananen bieten, haben Ecuador weltweit zu einem der Haupterzeuger- sowie Lieferländer dieser Frucht gemacht. Auf den verschiedensten Märkten werden sie gehandelt, auch auf jenen mit den höchsten Qualitätsanforderungen und den höchsten Sozial- und Umweltstandards.

Wie Sie in diesem Bericht nachlesen können, wurden im Bananensektor im Einklang mit der verfassungsrechtlichen Ordnung und den geltenden Gesetzen zahlreiche Maßnahmen für eine umweltbewusste sowie gesundheitsschonende Bananenproduktion umgesetzt.

Daher wäre ich für die ergänzende Veröffentlichung von Informationen aus dem im Anhang beigefügten Bericht dankbar. Diese diplomatische Vertretung steht Ihnen für weitere Details zu diesem Thema gern zur Verfügung.

Hochachtungsvoll

Jenny Lalama
Geschäftsträgerin a.i.
Botschaft von Ecuador in Deutschland

 

Kategorien: Kultur und Medien, Ökologie und Umwelt, Südamerika
Tags: , , , , ,

Newsletter

Bitte geben Sie Ihre Emailadresse ein, um unseren täglichen Newsletter zu abonnieren.

Der Anfang vom Ende der Atomwaffen

Dokumentarfilm ,,Das universelle Grundeinkommen, unser Recht zu leben‘‘

2. Weltmarsch fur Frieden und Gewaltfreiheit

App Pressenza

App Pressenza

Milagro Sala

Europäische Kreditinitiative

Europäische Kreditinitiative

Ich will abstimmen

Ich will abstimmen

International Campaign to Abolish Nuclear Weapons

International Campaign to Abolish Nuclear Weapons

Archive

Except where otherwise note, content on this site is licensed under a Creative Commons Attribution 4.0 International license.