Ostermarsch-Proteste vor der deutschen Urananreicherungsanlage in Gronau

19.04.2017 - Onno Oncken

Ostermarsch-Proteste vor der deutschen Urananreicherungsanlage in Gronau

Am Bahnhof in Gronau gab es ein herzliches antinukleares Willkommen, als sich dort rund 250 Menschen zum Ostermarsch versammelten. Die Grünen, die Linke, IPPNW und weiter Organisationen beteiligten sich am Marsch.

„Wer nicht ernsthaft für Frieden ist, der wird nicht gewählt…“, saget ein Sprecher des DGB in Hinblick auf die kommenden Wahlen, bevor alle in Richtung Urananreicherungsanlage losmarschierten. Aus Belgien stellte jemand am Mikrofon klar: „Urenco behindert nicht nur Deutschlands Atomausstieg, sondern auch, dass Reaktoren in Belgien (Doel und Tihange) vom Netz genommen werden, die sich in einem kritischen Zustand befinden…“

Der Weg führte durch die Innenstadt ins Gewerbegebiet bis zur Urananreicherungsanlage Gronau, wo einige der Mitarbeiter des UAA-Betreibers Urenco ungläubig durch die Fensterscheiben herunterblickten. Ein großes Aufgebot an Polizei verhinderte ein weiteres Vorwärtskommen an den Zäunen. „Die Atomwaffentechnologie von Urenco wollen wir nicht“, lautete eine weitere Aussage der Demonstranten.

Die faule Ausrede der Bundesregierung (CDU/SPD), die Abrüstung von Atomwaffen den hochgerüsteten Akteuren mit der Bombe zu überlassen, fasste eine Sprecherin klug in einer Analogie zusammen: „Das ist, als würde man die Schaffung eines Nichtraucherzimmers den Rauchern überlassen…“

Die Friedensbewegung zählte in Gronau zwar nicht tausende Teilnehmende wie direkt nach der Katastrophe von Fukushima, aber die Länge des Zuges war doch beachtlich und schaffte es sogar in eine Nachrichtensendung des WDRs.

Wiederholt wurde auch auf weitere Aktionen aufmerksam gemacht, zum Beispiel auf die Protestaktion am 9. September in Lingen oder auch auf die tri-nationale-Menschenkette Tihange-Lüttich-Maastricht-Aachen am 25. Juni 2017. Ein Solidaritätsaufruf galt einer jungen Frau, die angeklagt wurde, weil sie einem angeketteten Demonstranten mit Essen versorgt hatte. Der Prozess findet am 25.04. im Amtsgericht Hamburg-Harburg statt.

Das Rahmenprogramm soll nicht unerwähnt bleiben: die Volksküche Aahaus versorgte von Anfang bis Ende alle Beteiligten mit Brot, Kuchen und Getränken sowie Lieder wie „Wir geben keine Ruh“, wurden von der Gruppe Cupatea beigesteuert.

Fazit: Ein vollständiger Atomausstieg bedeutet, dass Gronau und Lingen geschlossen werden muss!

Kategorien: Frieden und Abrüstung, International, Ökologie und Umwelt

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