Intellektuelle und Künstler aus aller Welt in Sorge wegen Macris Machtmissbrauch

12.04.2017 - ALBA TV

Dieser Artikel ist auch auf Spanisch, Italienisch verfügbar.

Intellektuelle und Künstler aus aller Welt in Sorge wegen Macris Machtmissbrauch

 

Über einhundert Intellektuelle, Künstler, Journalisten, um Menschenrechte Besorgte sowie Persönlichkeiten aus Politik und von verschiedenen Vereinigungen aus aller Welt haben gemeinsam ein Kommuniqué unterzeichnet, in dem sie ihre „vollste Unterstützung und Solidarität mit dem argentinischen Volk erklären, das sich der neoliberalen Politik von Mauricio Macri ausgesetzt sieht“.

Unter den ersten Unterzeichnern waren der amerikanische Philosoph Noam Chomsky, die kolumbianische Politikerin und Menschenrechtsaktivistin Piedad Córdoba, der amerikanische Schauspieler Danny Glover, der brasilianische Journalist Emir Safer, der italienische Philosoph Domenico Losurdo und, unter vielen weiteren, der eminente Professor der Universität von Sussex, István Mészáros.

In dem Kommuniqué betonen die Unterzeichner, dass „Argentinien wegen verschiedenen Korruptionsfällen in die Schlagzeilen der internationalen Presse geraten ist, bei denen der Präsident und die, die ihn impliziert haben, beschuldigt werden: Panama Papers, Odenbrecht, Avianca und Correo Argentino“. Zudem protestieren sie gegen die Inhaftierung von Milagro Sala und heben den Standpunkt der Vereinten Nationen, des Parlasur, der Organisation der Amerikanischen Staaten (OAS) und von Amnesty International angesichts der „willkürlichen“ Inhaftierung hervor.

„Seit dem Beginn des Mandats von Macri hat sich die Zahl der in Armut lebenden Argentinier auf eineinhalb Millionen erhöht, was den Ernst der Situation verdeutlicht“ sagen sie und erklären ihre Solidarität auch mit der ehemaligen Präsidentin Cristina Fernández Kirchner, die sich „einer juristischen und medialen Aggression gegenübersieht, die von mal zu mal heftiger ausfällt und die ein Bild des schwersten Angriffs auf die Demokratie zeichnet“.

Die Unterzeichner kommen aus zwanzig Länder: Vereinigte Staaten, Kanada, Italien, Schweiz, Frankreich, Vereinigtes Königreich, Portugal, Mexiko, Kolumbien, Peru, Venezuela, Kuba, Bolivien, Puerto Rico, Paraguay, Nicaragua, Dominikanische Republik, Uruguay, Deutschland und Brasilien. Am Ende der Erklärung bekräftigen sie: „Angesichts des Machtmissbrauchs seitens der Regierung Macri sagen wir: die Welt steht an der Seite Argentiniens.“

KOMPLETTES KOMMUNIQUÉ:

DIE WELT STEHT AN DER SEITE ARGENTINIENS GEGEN DEN MACHTMISSBRAUCH VON MACRI

Die Unterzeichner und Unterzeichnerinnen, die folgen, Intellektuelle, Künstler, Journalisten, um Menschenrechte Besorgte sowie Persönlichkeiten aus Politik und von verschiedenen Vereinigungen aus aller Welt, möchten hiermit dem argentinischen Volk, das sich der neoliberalen Politik der Regierung von Mauricio Macri ausgesetzt sieht, ihre vollste Unterstützung und Solidarität bekunden.

Innerhalb der letzten fünfzehn Monate hat Macri tausende Personen sowohl im öffentlichen Bereich als auch in der Privatwirtschaft entlassen, er hat die Währung abgewertet, er hat Arbeiterrechte mit dem neuen Gesetzt ART eliminiert, er hat Rentnern das Recht auf kostenlose Gesundheitsversorgung genommen und versucht, Lohnforderungen abzuschmettern angesichts einer Inflation, die nicht mehr aufhört. Die Wirtschaft befindet sich im freien Fall, im Besonderen im industriellen Bereich, und spiegelt eine schwerwiegende soziale Verarmung wieder: in Argentinien gibt es eineinhalb Millionen neue in Armut Lebende Menschen, was den Ernst der Lage verdeutlicht.

In diesen Monaten ist Argentinien wegen verschiedenen Korruptionsfällen in die Schlagzeilen der internationalen Presse geraten, bei denen der Präsident und die, die ihn impliziert haben, beschuldigt werden: Panama Papers, Odenbrecht, Avianca und Correo Argentino. Dazu kommt die ungerechte Inhaftierung der sozialen Leiterin Milagro Sala in der Provinz Jujuy, einer Tatsache, die verschiedene internationale Organisationen (u.a. UNO, Parlasur, OAS und Amnesty International) dazu bewegt hat, die Haft als „willkürlich“ zu bezeichnen und die sofortige Freilassung der Abgeordneten des Parlasur zu fordern.

Zugleich bekunden wir unsere vollste Unterstützung und Solidarität mit der ehemaligen Präsidentin Cristina Fernández Kirchner, die sich einer juristischen und medialen Aggression ausgesetzt sieht, die von Mal zu Mal heftiger ausfällt und die ein Bild des schwersten Angriffs auf die Demokratie zeichnet.

Angesichts des Machtmissbrauchs seitens der Regierung Macris sagen wir: die Welt steht an der Seite Argentiniens.

Erste Unterzeichner:

Noam Chomsky (Philosoph, USA); István Mészáros (Philosoph, Universität von Sussex, Vereinigtes Königreich); Danny Glover (Schauspieler, USA); Roberto Fernández Retamar (Präsident Casa de las Américas, Kuba); Domenico Losurdo (Philosoph, Italien); Atilio Boron (REDH Argentina); Piedad Córdoba (Poder Ciudadano, Kolumbien); Emir Sader (Journalist, Brasilien); Miguel d’Escoto Brockmann (ehem. Regierungschef von Nicaragua); Paulo Pimenta (Abgeordneter PT, Brasilen); Roy Chaderton Matos (Diplomat, Venezuela); Carmen Bohórquez (REDH Venezuela); Ángel Guerra (REDH Mexiko); Fernando Buen Abad (Philosoph, Mexiko); Gilberto López y Rivas (La Jornada, Mexiko); Stella Calloni (Journalistin, Argentinen); Luis Britto García (Schriftsteller, Venezuela); Alfredo Serrano Mancilla (Direktor CELAG); Juliana Marino (ehemal. Botschafterin von Argentinien in Kuba); Telma Luzzani (Journalistin, Argentinien); Fernando Rendón (Dichter, Kolumbien); Katu Arkonada (REDH Bolivia); Alicia Castro (ehem. Botschafterin von Argentinien im Vereinigten Königreich); Vilma Soto Bermúdez (MINH Puerto Rico); Omar González (REDH Kuba); Gayle McLaughlin (Richmond, Kalifornien, USA); Hugo Urquijo (Psychater, Argentina); Rosario Cardenas (Koreograph, Kuba); Horacio López (CCC, Argentinien); Aurelio Alonso (Casa de las Américas, Kuba); Juan Manuel Karg (REDH Argentinien); Paula Klachko (Undav, Argentinien); Wilma Jung (Journalistin, Schweiz); Luis Cuello (Otra Prensa, Chile); Winston Orrillo (Premio Nacional de Cultura, Peru); Ammar Jabour (Venezuela); Volker Hermsdorf (Jopurnalist, Deutschland); Alicia Jrapko (REDH USA); Ricardo Canese (Abgeordneter des Parlasur, Paraguay); José Steinsleger (Journalist, Mexiko); Homero Saltalamacchia (UNTREF, Argentinien); Márgara Millán (UNAM Mexiko); Saúl Ibargoyen (Dichter, Uruguay); Francisco José Lacayo (REDH Nicaragua); Liliana Duering (Malerin, Mexiko); Pablo Vilas (Sekretär Política Internacional La Cámpora, Argentinien); Bruce Franklin (Schriftsteller, USA); Cristina Steffen (UAM, Mexiko); Marta de Cea (Kulturförderin, Mexiko); Luigino Bracci Roa (Journalist, Venezuela); Pablo Imen (CCC, Argentinien); Modesto López (Dokumentarist, Mexiko); Antonio Eduardo Soarez (Portugal); Rino Muscato (Italien); Pedro Véliz Martínez (Präsident Sociedad Cubana de Medicina, Kuba); Sofia M. Clark d’Escoto (Politologin, Nicaragua); Jane Franklin (Historikerin, USA); Judith Valencia (Ökonomin, Venezuela); Joan Brown Campbell (ehem. Sekretärin General de Consejo Nacional de Iglesias, USA); Graylan Hagler (Priester Congregación de Iglesias Unidas de Cristo, Washington, USA); Luis Suárez Salazar (Instituto Superior de Relaciones Internacionales, Kuba); Gonzalo Gosalvez Sologuren (Ökonom, Bolivien); Arturo Corcuera (Premio Poesia Casa de las Américas, Peru); Hildebrando Pérez Grande (Premio Poesia Casa de las Américas, Peru); Iván Padilla Bravo (Journalist, Venezuela); Diana Conti (Abgeordnete, Argentinien); Jorge Barrón (Direktor Videoteca Barbarroja, Bolivien); Julio Escalona (Schriftsteller, Venezuela); Chiqui Vicioso (Schriftstellerin, Dominikanische Republik); Ariana López (REDH Kuba); Hernando Calvo Ospina (Schriftsteller, Frankreich); Farruco Sesto (Professor, Venezuela); Jorge Ángel Hernandez (Kuba); Pedro Calzadilla (ehem. Bildungsminister, Venezuela); Vicente Otta (Soziologe, Peru); Bruno Portuguez (Maler, Peru); Juan Cristobal (Premio Nacional de Poesía, Peru); Alirio Contreras (Schriftsteller, Venezuela); Carlos Aznarez (Journalist, Argentinien); María do Socorro Gomes Coelho (Präsidentin Consejo Mundial de la Paz); Jorge Drkos (ehem. Senator Argentinien, FPV); Néstor Francia (Journalist, Venezuela); Verónica González (Beraterin Río Grande, Tierra del Fuego, Argentinien); Roger Landa (REDH, Venezuela); Alejandro Dausá (Theologe, Bolivien); Liliana Franco (Designerin, Uruguay); Reynaldo Naranjo (Dichter, Peru); Ana María Intili (Dichterin, Peru); Rosina Valcárcel (Dichterin, Peru); Fanny Palacios Izquierdo (Dichterin, Peru); Jorge Luis Roncal (Herausgeber, Peru); Julio Dagnino (Erzieher, Peru); Feliciano Atoche (Architekt, Peru).

Kategorien: International, Menschenrechte, Politik, Pressemitteilungen, Südamerika
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