Interview mit Steve Amsel des Portals Desert Peace.

Steve ist Jude und setzt sich für den Frieden ein, indem er sich dem israelischen Militarismus und Kolonialismus widersetzt. Wie für uns von ProMosaik bedeutet die antizionistische Haltung auch für Steve auf keinen Fall eine antisemitische Anschauung. Antizionismus heißt, sich einer kolonialistischen Mentalität zu widersetzen, nach der Juden ein Vorrecht genießen. Für Steve ist der Friede ein Muss, denn es gibt keine andere Möglichkeit als einen langfristigen Frieden für die gesamte Nahostregion.

Steve, du sagst, dass der Friede in Palästina möglich ist. Welche sind die Haupthindernisse und welche die Chancen?

Steve Amsel: Die Hindernisse sind offensichtlich, vor allem die Besatzung von Palästina und die stetige Ausdehnung der illegalen Siedlungen auf gestohlenem Land. Dies führt zu Terror auf beiden Seiten, was wiederum jegliche Chance auf einen wahren und gerechten Frieden in der nahen Zukunft unmöglich macht. Der Terror muss eingestellt werden, damit der Frieden wahr werden kann.

Was ist die Grundidee von Desert Peace?

Steve Amsel: Ich habe den Blog DesertPeace vor 11 Jahren gestartet. Die Grundidee bestand darin, der Welt zu zeigen, dass Frieden möglich ist. In meiner Einführung zum Blog heißt es: Wie man auch anhand der Partner dieses Blogs feststellen kann, verfolge ich die Absicht, Stimmen von Palästinensern und anderen Menschen, die sich für diese ehrenvolle Bemühung für die Gerechtigkeit einsetzen, eine Plattform zu bieten. Seit es den Blog gibt, hatte er schon mehr als 10 Millionen Besucher. Dies bedeutet, dass diese Botschaft rumkommt.

Was bedeuten Zionismus und Antizionismus für dich?

Steve Amsel: Der Zionismus kommt jeglicher Form von Nationalismus gleich. Er ist Ausdruck von Überlegenheit und ist schlussendlich nur ein Weg, um das jüdische Volk vom Rest der Menschheit abzutrennen. Der Antizionismus darf nie als Antisemitismus gesehen werden… denn er ist NICHT antisemitisch. Er ist einfach nur Ausdruck dessen, dass die Juden nicht besser sind als jegliche andere!

Ich bin der Überzeugung, dass der Konflikt zwischen Palästinensern und Israelis nichts mit Religion und ethnischen Aspekten zu tun hat, sondern ein kolonialistischer Krieg Israels für das Land ist. Was denkst du darüber?

Steve Amsel: Was die Religion angeht, sind Palästinenser und Israelis über ihre gemeinsamen Urväter miteinander verbunden. Wir sind eine Familie im wahren Sinne des Wortes. Wie du sagst, geht es bei diesem Konflikt um einen kolonialistischen Kampf ums Land.

Wie können wir die israelische Gesellschaft von Innen und Außen verändern?

Steve Amsel: Auf beiden Seiten ist es wichtig, die BDS-Bewegung zu unterstützen. Wenn wir Israel isolieren und dessen Wirtschaft treffen, wird es uns am Ende auch gelingen, Israel zu zwingen, seine Politik zu ändern.

Wie würdest du den derzeitigen zionistischen Staat Israel definieren und beschreiben?

Steve Amsel: Israel ist ein Staat, der durch das Böse errichtet wurde und von ein und demselben Bösen finanziert wird. Diese Unterstützung, im Besonderen durch die USA, muss ein Ende nehmen. Sobald dies geschieht, wird auch der Zionismus selbst langsam zu Ende gehen.

Wie haben sich deine Gedanken über das israelische Regime im Laufe der Zeit entwickelt?

Steve Amsel: Als ich in den USA lebte, war ich jahrelang in die Friedens- und Bürgerrechtsbewegungen involviert. Meine Überlegungen über das israelische Regime waren die natürliche Entwicklung meiner Ideen gegen Unrecht und Krieg. Der Friede ist möglich und WIRD auch Realität werden. Denn es gibt keine Alternative zum Frieden!

Der Originalartikel kann hier besucht werden