Julian Assange ohne Netz

19.10.2016 - Sabine Bock

Julian Assange ohne Netz
Der Wikileaks-Gründer sitzt seit über vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London fest, jetzt ohne Internet und Telefonverbindung.

Die Internetverbindung des Mitbegründers von Wikileaks, Julian Assange, wurde abgeschaltet. In seinem Botschaftsexil ist er nun isoliert. Das Internet ist für ihn eine der wenigen Möglichkeiten, mit der Außenwelt zu kommunizieren.

Die Abschaltung erfolgte seitens einer britischen Behörde, die die Internetseite und das gesamte Netz von WikiLeaks am 17. Oktober 2016 blockiert habe.  Am Tag zuvor sendete WikiLeaks drei Tweets über die #PodestaEmails.

„Die Regierung von Ecuador räumt ein, die Assange-Kommunikation wegen der US-Wahlen beschränkt zu haben.“ – hiess es vor 14 Stunden aus Ecuador.
„Wir haben die entsprechenden Notfallpläne aktiviert.“, hiess es seitens WikiLeaks über Twitter mit 45.000 Klicks.

Die Nachricht, dass seine Internetverbindung abgestellt oder behindert wurde, kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem WikiLeaks kompromittierende Dokumente veröffentlicht, wie kürzlich die Tausende von gehackten E-Mails von Hillary Clintons Kampagnenmanager John Podesta.

Bizarre Gerüchte, die online verbreitet wurden, dass Julian Assange gestorben sei, stellten sich als unrichtig heraus: „Julian Assange ist am Leben, aber isoliert ohne Netz.“

Er sitzt weiterhin, wie seit vier Jahren schon, in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Die angekündigte Anhörung durch die schwedische Staatsanwaltschaft, die wegen angeblicher sexueller Übergriffe gegen ihn ermittelt, wurde auf 14. November verschoben. Assange befürchtet, im Fall einer Verhaftung an die USA ausgeliefert zu werden.

Zu Anfang dieses Monats hatte WikiLeaks auf ihrem 10jährigen Jubiläum angekündigt, dass sie wöchentlich im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen am 8. November Dokumente auf ihrer Internetplattform veröffentlichen werde.

Unter den Hunderten von veröffentlichten E-Mails befinden sich Diskussionen über Clintons Beliebtheit bei schwarzen Wählern, ihre E-Mail Entschuldigungen und Chelsea Clinton, welche darin von einem langjährigen Gefährten ihres Vaters als Verräterin bezeichnet wird.

Die neuen Mails kommen auch inmitten der Enthüllungen über Hillary Clintons enge Beziehung mit den Mainstreammedien und wie sie mit diesen zusammenarbeitete, um die Medienlandschaft zu kontrollieren und sie in einem für sie günstigen Licht dastehen zu lassen.

Hillary Clintons Wahlkampfteam behauptet nun, dass WikiLeaks mit der russischen Regierung zusammenarbeite, um bei Donald Trumps Wahlkampf gegen die Demokratin zu helfen.

Zu Beginn dieses Monats wurde veröffentlicht, dass Clinton als sie noch Außenministerin war menschenrechtsverletzende Ideen äußerte, wie man Assange loswerden könne. Laut True Pundit sahen Hillary Clinton und das Außenministerium sich unter Druck, den Whistleblower zum Schweigen zu bringen, notfalls sogar per Drohnenangriff. Dies geschah bevor WikiLeaks 250.000 diplomatische Dokumente aus den Jahren 1966 bis 2010 veröffentlichte, die auch als Cable-Gate bekannt sind. Unbenannten Quellen aus dem Außenministerium zufolge fragte Hillary Clinton: „Können wir diesen Typen nicht einfach (weg) drohnen?“

Kategorien: Europa, Menschenrechte
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