Das Theater als Ort der Inklusion

19.08.2016 - Milena Rampoldi

Dieser Artikel ist auch auf Italienisch verfügbar.

Das Theater als Ort der Inklusion
Jubiläumsproduktion "Homescape", Premiere am 31.08.16 (Bild von P. Brutschin)

Mit Nicole Hummel der Theateriniziative Thikwa in Berlin sprechen wir über Inklusion und ihre Initiative.  Was mich von Anfang an an Thikwa fasziniert hat, ist die Arbeit im Theater im Sinne des Prinzips der Inklusion. Hier arbeiten nämlich Künstler mit und ohne Behinderung zusammen. ProMosaik vertritt das Konzept der Inklusion von Menschen mit Behinderung und arbeitet in diesem Sinne auch mit Artemisia zusammen. Inklusion überbrückt jegliche Form von Diskriminierung gegenüber Menschen, die aus welchen körperlichen und geistigen Gründen auch immer “anders” sind.

Milena Rampoldi: Wie wichtig ist das Theater für die Förderung von Kreativität, Offenheit und Toleranz?

Nicole Hummel: Das Theater ist enorm wichtig für die Förderung dieser Bereiche. Durch die Begegnung und Vernetzung mit externen Künstler*innen der freien Szene entstehen regelmäßig neue kreative Kooperationen und enorm spannende künstlerische Synthesen.

Wie kann das Theater dazu beitragen, sozio-politische Ansätze anzubieten und zu verarbeiten?

Durch unseren inklusiven Ansatz arbeiten wir per se kontinuierlich politisch. Zudem behandeln wir regelmäßig politische Themen wie Identität und Gegenwart, Behinderung und Selbstbestimmung, Behinderung und Sexualität, Heimat, Flucht, etc. Diese Themen sind in vielen unserer Produktionen zu finden.

Wie wichtig ist die Förderung Inklusion von Menschen mit Behinderung durch das Theater?

Neben der Wichtigkeit von Inklusion im allgemeinen bietet das Theater die Möglichkeit, sich einer breiten Öffentlichkeit gegenüber mit bestimmten Themen zu präsentieren und diese zur Diskussion zu stellen. Man erfährt Aufmerksamkeit und Erfolg durch die Bühnenarbeit und nimmt teil am allgemeinen Kulturbetrieb. Zum Teil war es bisher möglich, unsere Darsteller*innen an andere Theater, wie das DT zu vermieten – womit sie automatisch auf dem ersten Arbeitsmarkt beschäftigt waren.

Was können wir von den Menschen mit Behinderung lernen?

Das Selbe, wie von allen Begegnungen mit anderen Menschen.

Unbenannt

Nicole Hummel, Theater Thikwa (Screenshot)

Wie wichtig sind bei Thikwa die Schnittstellen zwischen Theater und anderen Künsten und warum?

Sehr wichtig. Wir arbeiten in der Vermittlung von neuen Produktionsinhalten mit Transfers. Das bedeutet, dass sich häufig auch die bildnerische Arbeit in den Ateliers der Werkstatt mit den Inhalten einer Produktion beschäftigt. Ebenso die Tanz- und Bewegungstrainings. So vermitteln sich Inhalte auf diversen Wegen, nicht nur auf der rein kognitiven Ebene.

Wie sehen Sie die sozio-politische Rolle des Theaters in Deutschland? Welche sind die positiven Seiten, welche die Hindernisse, die es noch zu überbrücken gilt?

Im Theater hat man die Möglichkeit, mit diversen politischen Themen auf künstlerische Weise mit anderen Menschen in einen Diskurs zu treten. Wir tun das ebenso, vor allem zu den Themen: Inklusion, Identität, Ausgrenzung und Teilhabe, Sexualität, Partnerschaft, etc.. Berührungsängste beim Publikum gegenüber Darstellern mit einer sogenannten Behinderung gibt es nach wie vor. Und hier gibt es noch viel zu tun.

Kategorien: Interviews, Kultur und Medien, Menschenrechte, Vielfalt
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