Lili Elbe Erinnerung an die dänische Pionierin der Transgender-Bewegung

05.02.2016 - Berlin - Sabine Bock

Lili Elbe  Erinnerung an die dänische Pionierin der Transgender-Bewegung
Links: Lili Elbe 1926, rechts: Kinofilm „The Danish Girl" Filmposter (Bild von CC BY 4.0 via Wikimedia Commons)

Die dänische Pionierin der Transgender-Bewegung Lili Elbe wurde am 28. Dezember 1882 mit dem Geburtsnamen Einar Magnus Andreas Wegener in Vejle geboren, unter dem er zuvor ein sehr erfolgreicher Maler gewesen ist. Lili Elbe war eine der ersten intersexuellen Menschen, die sich Anfang der 30iger Jahren in Deutschland geschlechtsangleichenden Operationen unterzog. Zuerst ließ sie sich in Berlin operieren und dann noch zwei Mal in Dresden. Durch den gegenwärtigen, erfolgreichen Kinofilm „The Danish Girl“ wurde ihr Pioniergeist für die Transgender-Bewegung sowie ihr Lebensweg weltbekannt.

Als Studentinnen an der Königlichen Dänischen Kunstakadmie in Kopenhagen lernten sich Lili Elbe und ihre spätere Ehefrau Gerda Gottlieb kennen. Das Paar heiratete 1904. Lili Elbe spezialisierte sich auf Landschafts- und Architekturmalerei, während Gerda Gottlieb sich für Illustration und Modegrafik entschied. 1907 erhielt Lili Elbe den Neuhausens Preis für ihre ausgestellten Bilder in Paris. Um ihren künstlerischen Wirkungskreis zu erweitern, zogen sie 1912 nach Paris, wo zudem Gerda ihre lesbische Orientierung und Lili ihre weibliche Identität fand.

Um 1913 wurde bekannt, dass das Modell für Gerdas modische Figurinen ein phänotypischer Mann war, der sich dann Lili Elbe nannte. Nur die engsten Freunde wussten zuvor, dass Lili Elbe identisch mit Einar Wegener war. In Künstlerkreisen und der Öffentlichkeit stellte Gerda ihr Modell Lili als Schwester ihres Mannes vor. Da ihr Modell immer öfters in Frauenkleidung gemalt wurde, empfand ihr Ehemann gefallen daran. Gerda Gottlieb wurde durch ihre Porträts dieser wunderschönen Frau mit dem athemberaubenden Augen und den schicken Modekleidern sehr berühmt.

Um 1930 beschloss Lili Elbe, die körperliche Anpassung an ihr gefühltes Geschlecht durch medizinische Operationen zu vollziehen. Im Februar 1930 kam sie der Anweisung von Kurt Warnekros nach und begab sich zur ersten Operation nach Berlin. Das Institut für Sexualwissenschaften von Magnus Hirschfelder führte die geschlechtsangleichenden Operationen durch. Danach begab sich Lili Elbe in die Dresdener Frauenklinik. Am 26. Mai 1930 führte Kurt Warnekros eine zweite Operation durch. Lili Elbe erhielt ihre Papiere auf ihren neuen Namen als Frau. Die Ehe wurde aus damaligen gesetzlichen Vorschriften vom dänischen König annulliert. Einige Monate nach der vierten Operation 1931 kam es zu Komplikationen, wahrscheinlich auf Grund einer Abstoßung der Transplantate. Lili Elbe verstarb am 12. September 1931 in Dresden. Sie wurde auf dem Dresdner Trinitatisfriedhof beigesetzt. Das in den 60iger-Jahren eingeebnete Grab soll 2016 wieder hergestellt werden, wobei der neue Grabstein von der Produktionsfirma des Films „The Danish Girl“ finanziert wird.

Lili_Elbe_by_Gerda_Wegener

Lili Elbe gemalt von Gerda Gottlieb – In Ewiger Liebe und Erinnerung | CC BY 4.0 via Wikimedia Commons

Kategorien: Europa, Menschenrechte, Vielfalt
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