Gibt’s was Neues?

31.05.2015 - Olivier Turquet

Dieser Artikel ist auch auf Spanisch, Italienisch verfügbar.

Gibt’s was Neues?
(Bild von Pressenza Archiv)

Sicherlich haben wir alle die Wahlen in Griechenland mit Enthusiasmus verfolgt. „Zu viel der traditionellen Linke“ hatte jemand widersprochen. Nun sind die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Spanien angekommen, eine große Klatsche für die bestehende Politik. „Die werden sie sich in 5 Minuten kaufen“, sagt dazu der übliche Skeptiker.

Ich persönlich bin froh, wenn Menschen mit gutem Willen gewählt werden und ihr Bestes versuchen, die Welt in der Weise zu verändern, die ihnen am zweckmäßigsten erscheint. Alle Menschen mit gutem Willen haben meine uneingeschränkte Unterstützung.

Aber deswegen bin ich kein naiver Gutmensch, sondern genügend Realist, um zu wissen, dass die Mächte, die uns regieren, glauben, jeden kaufen zu können und die, falls es notwendig sein sollte, alle erlaubten und unerlaubten Mittel anwenden werden, um genau das zu tun. Ich weiß auch sehr wohl, dass die laufenden historischen Prozesse ihre eigene Dynamik haben und dass die notwendigen Schritte, um die gefährliche Richtung zu ändern, in die die Dinge laufen, zahlreich, komplex und dringend sind.

Aber inzwischen werde ich ein wenig ungeduldig gegenüber den Besserwissern, die, mal im Namen des Purismus, mal im Namen der Skepsis oder auch einfach nur im Namen des Pessimismus jeden Versuch zur Veränderung verurteilen, den Menschen unternehmen.

Wer will die Hoffnung nehmen, die das pulsierende Herz des menschlichen Wesens ist?

Von woher sie auch kommen mögen, diejenigen, die am Rande der Hoffnung auf Veränderung, der Entwicklung arbeiten, wollen nur ihrer engstirnigen Interessen wegen die notwendige Veränderung verhindern, die bereits im Herzen der Menschheit stattfindet. Und zu den „engstirnigen Interessen“ möchte ich jenes sehr Subtile hinzufügen, das nicht Wenige meiner Generation betrifft, wenn sie sich insgeheim in einem versteckten Winkel ihres Geistes sagen: „Wenn wir es in unserer Zeit nicht geschafft haben, wird es niemand schaffen“.

Wir wissen nicht, ob das aktuelle System der Macht explodieren wird, ob es sich selbst korrigieren wird, ob wir eine schwere Krise durchleiden müssen, die uns zwingen wird, viele unserer Grundsätze zu überdenken oder ob sich am Ende die Dinge einfach zu den Idealen wandeln, die schon jetzt von einigen Minderheiten praktiziert werden. Wir wissen noch nicht einmal, ob und was wir von dieser Veränderung sehen werden.

Leider haben wir keine Kristallkugel.

Und dennoch, ja, in mir und in jedem von uns kann ich eine leuchtende Hoffnung entdecken, die uns schon immer zu besseren Realisierungen und Weiterentwicklungen geführt hat; eine Sehnsucht nach Veränderung, für mich und für all diejenigen, die die Dinge ähnlich sehen, für den blauen Planeten, der unsere Heimat ist und für alle Wesen, die mich umgeben und die in entfernten Spiralen der Galaxien auf mich warten.

Einmal sagte ein Freund zu mir: irgendwo auf dieser Welt gibt es Personen, die einfach an eine bessere Welt denken und die vielleicht auch, jeder auf seine Weise, dafür beten, dass sich diese Welt realisiert; wir brauchen auch diese Personen.

Gute Personen können, wenn sie sich zusammentun, wenn sie Diversität anerkennen und schätzen, wenn sie kollektiv denken, sich jenseits scheinbarer Grenzen bewegen und ihre Ziele durch Gewaltfreiheit erreichen, sprichwörtlich Berge versetzen; und kein Berg kann jemals zu hoch sein.

Übersetzung aus dem Italienischen von Evelyn Rottengatter.

Kategorien: Europa, Humanismus und Spiritualität, Meinungen
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