Die aufgeschlossenen Menschen Lateinamerikas

26.04.2015 - Buenos Aires - Mariano Quiroga

Dieser Artikel ist auch auf Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch verfügbar.

Die aufgeschlossenen Menschen Lateinamerikas
(Bild von Mariela Marchi Moyano)

Die aufgeschlossenen Menschen Lateinamerikas danken dir für die Zärtlichkeit, die Wiegenlieder, die Stille und die Pausen. Sie danken dir für den Kompass, den du für ihre Träume gewesen bist, dafür, dass du den Tagen einen Namen und den Gesichtslosen ein Gesicht gegeben hast.

All die aufgeschlossenen Menschen danken dir für das Lied, für das Hinwegfegen des Nebels, dafür dass du den zum Schweigen gebrachten, den Missachteten und der Gerechtigkeit für alle eine Stimme gegeben hast.

Wir sind Galeano, wir sind Eduardo, das 21. Jahrhundert hätte nicht so viel Feuer gehabt, wenn der Uruguayer nicht mit so viel Sorgfalt immer wieder in die Glut geblasen hätte, wenn er nicht die Flammen in der Hand gehalten hätte.

Die universelle Geschichte war der Ton, der von seinen Händen geformt und mit seinem Geschick zurecht gerückt wurde, und somit einer, im vernichtenden Wahnsinn kollabierenden, Welt einen Sinn verliehen hat.

Ich übertrug deine Hellsichtigkeit auf meine Blätter, ich habe deine Farben benutzt um Leidenschaften zu malen, um Banner zu erheben, um nicht angesichts dieser tausenden Farben aufzugeben.

Wir schulden uns eine Umarmung, so etwas wie einen neapolitanischen Kaffee, einen Kaffee, den man immer nochmal trinken wollte. Ich hinterlasse es schriftlich, ich entlasse es in die Luft, in wacher Erwartung.

Ich hatte Freunde, die deine Hand geschüttelt haben, die Tränen an deiner Schulter geweint haben, die zitterten, wenn sie dir zuhörten, die bewegt waren von ihrem Bild in deinen klaren Augen.

Du bist nah, du bist nicht am fernen Horizont, du bist nah, wie eine Utopie, die unsere Herzen zum Brennen bringt und uns auf die Suche nach einer Zukunft schickt, nach diesem einzigen Augenblick in dem man das Gestern und das Heute erkennt.

Du wusstest, dass man in den Anderen weiter lebt, in der Erinnerung und den Handlungen. Du wusstest wie jeder Poet weiß, dass das Morgen besser ist, das Morgen ist immer besser.

Also deshalb bis Morgen, Eduardo, morgen wird es uns besser gehen.

Du bist noch nicht mal ein Stückchen weg gegangen.

Übersetzung aus dem Spanischen von Marita Simon.

Kategorien: Kultur und Medien, Meinungen, Südamerika
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