Vom 24. bis 26. April findet in Jena das diesjährige Jahrestreffen der Friedens- und Gesundheitsorganisation IPPNW statt. Geplant sind öffentliche Vorträge, Workshops, eine Podiumsdiskussion sowie eine öffentliche Abschlussveranstaltung unter dem Motto „Jena singt für den Frieden“ am Sonntag.
Besonders weisen wir auf die folgenden öffentlichen Veranstaltungen hin:

Vortrag „Nach der ‚Zeitenwende‘: Rüstung erzeugt Krieg“ von Prof. Dr. Klaus Dörre (Prof. em. für Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena)
Anstatt einer Rüstungskonversion erleben wir derzeit eine Konversion zur Rüstungsindustrie. Die Bundesregierung investiert Hunderte Milliarden, um Deutschland „kriegstauglich“ zu machen – von der Infrastruktur bis zu Krankenhäusern. Der sozial-ökologische Umbau bleibt dabei auf der Strecke. Die Folgen sind verheerend: Abgesehen von Tod und Leid in Konflikten ist die Aufrüstung selbst ökologisch katastrophal. Der deutsche Militärsektor verursacht jährlich 4,5 Millionen Tonnen CO₂ – so viel wie eine Million Autos. Wer die Rüstungsproduktion langfristig steigert, erhöht auch die Chancen für deren Einsatz.
Freitag, 24. April 2026, 19 Uhr
Ort: Unicampus Jena, Carl-Zeiß-Str. 3, Hörsaal 3

Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Johannes Varwick referiert im Workshop „Entspannungspolitik 2.0“ über Konsequenzen, die sich aus der historischen Entspannungspolitik für eine tatsächliche „Zeitenwende“ in der heutigen Zeit ergeben.
Samstag, 25. April 2026, 11-12.30 Uhr
Ort: Akademiehotel Jena, Am Stadion 1, 07749 Jena

Podiumsdiskussion: „Auf dem Weg in eine Abschiebegesellschaft?
Die Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystem GEAS 2024 wurde als weitere Aushöhlung des Asylrechts und als Angriff auf Menschenrechte und Rechtsstaat kritisiert. Das Gesetz beinhaltet stärkere Freiheitsbeschränkungen, mehr Leistungskürzungen für Geflüchtete und mehr Verfahren mit dem primären Ziel schneller Abschiebungen All dies wird massive Auswirkungen auf die Gesundheit und den Zugang zur Gesundheitsversorgung von schutzsuchenden Menschen haben.
Referentinnen: Claire Deery, Migrationsrechtsexpertin und Rechtsanwältin; Ulrike Schneck, Vorstandsvorsitzende Bundesweite Arbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer e. V. (BAfF e. V.)/IPPNW, Désirée Gapé (Black Action Jena) und K (ROSA e.V.).
Sonntag, 26. April 2026, 10 Uhr
Ort: Akademiehotel Jena

Jena singt für den Frieden
Die IPPNW lädt zu einem öffentlichen Friedenssingen in die Innenstadt von Jena ein. Die Veranstalter erwarten zahlreiche Chöre, Musikgruppen und Solist*innen zu einer starken gemeinsamen Kundgebung. Musik als Weltsprache verbindet Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kulturen und Glaubensrichtungen. Gerade in kriegerischen und beunruhigenden Zeiten sind alle herzlich willkommen, mit ihrer Stimme ein Zeichen zu setzen – gegen Krieg und Gewalt und für Menschlichkeit und Zusammenhalt.
Sonntag, 26. April 2026, 13.30 Uhr
Ort: Kirchplatz Jena, 07743 Jena

Der Originalartikel kann hier besucht werden