Im Rahmen einer Kommunikationsveranstaltung in Quito hat die internationale Nachrichtenagentur Pressenza zentrale Fragen zur nuklearen Bedrohung und den Perspektiven globaler Abrüstung in den Fokus gerückt. Unter dem Titel „Atomwaffen, existenzielle Bedrohungen und zukunftsorientierter Journalismus“ versammelten sich über 300 Vertreter:innen alternativer Kommunikationsnetzwerke aus ganz Lateinamerika, um über die drängendsten Herausforderungen unserer Zeit zu diskutieren.

Atomwaffen gelten weiterhin als die zerstörerischste Erfindung der Menschheit. Ihre wachsende Vernichtungskraft sowie steigende Investitionen in die Rüstungsindustrie stellen laut den Teilnehmenden eine der größten existenziellen Gefahren für die Menschheit dar. Vor diesem Hintergrund stand die zentrale Frage im Raum: Ist nukleare Abrüstung überhaupt noch möglich?

Während der zweitägigen Foren, die im Rahmen des Dritten Festivals der Juntanza stattfanden, teilten drei internationale Experten ihre Analysen und Einschätzungen. Der deutsche Journalist und Dokumentarfilmer Norbert Suchanek erklärte: „Wir erleben die komplexeste nukleare Krise der Geschichte.“ Gleichzeitig kritisierte er das Versagen von Politik und etablierten Medien im Umgang mit dieser Bedrohung.

David Andersson, Pressenza-Herausgeber und Humanist mit Sitz in New York, lenkte den Blick auf eine tiefere Dimension der Krise: „Die wahre Krise des Atomzeitalters ist die Zerstörung des menschlichen Geistes. Man nimmt uns die Zukunft.“ Seine Worte fanden insbesondere beim zweiten Forum im Internationalen Zentrum für höhere Kommunikationsstudien (CIESPAL) großen Widerhall.

Ein zentraler Aspekt der Diskussion war die Rolle des Journalismus bei der Gestaltung einer friedlicheren Zukunft. Der Pressenza-Dokumentarfilm „Der Anfang vom Ende der Atomwaffen“ wurde als Beispiel für eine alternative Erzählweise hervorgehoben. Der Film beleuchtet internationale Bemühungen zur Verankerung eines Atomwaffenverbotsvertrags im Völkerrecht sowie die Arbeit der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN).

Besonders engagiert beteiligten sich junge Kommunikator:innen aus dem Globalen Süden. Sie stellten Fragen nach ihrem Einfluss und ihrer Verantwortung in einer Zeit globaler Krisen. Trotz der ernsten Lage wurde auch eine hoffnungsvolle Perspektive formuliert: Die Teilnehmenden sehen sich nicht nur als Zeugen einer möglichen Krise der Zivilisation, sondern auch als aktive Mitgestalter einer neuen, humaneren Zukunft.

Die Veranstaltung machte deutlich, dass nukleare Abrüstung nicht nur eine politische, sondern auch eine kommunikative und gesellschaftliche Herausforderung ist – und dass vielfältige Stimmen notwendig sind, um eine nachhaltige und friedliche Weltordnung zu gestalten.

Die Übersetzung aus dem Spanischen wurde von Kornelia Henrichmann vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!