31.03.2026 Gestern wurde das Rettungsschiff Sea-Watch 5 von italienischen Behörden für 20 Tage festgesetzt, nachdem die Crew sich geweigert hatte, mit der libyschen Rettungsleitstelle zu kommunizieren, welche die sogenannte libysche Küstenwache koordiniert. Zuvor hatte die Crew 93 Menschen aus Seenot im zentralen Mittelmeer gerettet.
Die Festsetzung der Sea-Watch 5 stellt die vierte Festsetzung eines Schiffes der Allianz Justice Fleet seit Dezember 2025 dar. Die seitdem von italienischen Behörden verhängten Festsetzungen gegen Schiffe der Allianz summieren sich auf insgesamt 115 Tage und führen zu einer erheblichen Einschränkung der Rettungskapazitäten im zentralen Mittelmeer.
Die sogenannte libysche Küstenwache besteht aus verschiedenen Milizgruppen und wurde wiederholt mit schweren Menschenrechtsverletzungen gegenüber Schutzsuchenden in Verbindung gebracht – sowohl auf See als auch in Inhaftierungs- und Folterlagern in Libyen, wie vom Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen dokumentiert. Darüber hinaus hat die sogenannte libysche Küstenwache wiederholt humanitäre Schiffe auf See bedroht oder angegriffen.
Vor diesem Hintergrund erkennt die Allianz Justice Fleet die libyschen Seebehörden nicht als legitime Akteure der Seenotrettung an und fordert ein sofortiges Ende der europäischen Zusammenarbeit mit ihnen.
Bestraft für die Einhaltung internationalen Rechts
Nach der Rettung wiesen italienische Behörden der Sea-Watch 5 einen weit entfernten Hafen in über 1.100 Kilometern Entfernung in Marina di Carrara zu. Als dem Schiff die Einfahrt in den nahegelegenen Hafen von Trapani verweigert wurde, erklärte die Crew am 15. März einen Notstand, um eine dringende medizinische Versorgung der Geretteten sicherzustellen.
Die Entscheidung in den Hafen Trapani anzulaufen, sei ein Akt des Ungehorsams gegenüber illegitimen, lebensgefährdenden Anordnungen Italiens gewesen, so Sea-Watch, sowie ein notwendiger Schritt zur Wahrung der grundlegenden Rechte der Überlebenden nach internationalem Recht, einschließlich des Rechts auf Leben und des Schutzes vor unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung gemäß Artikel 2 der Europäischen Menschenrechtskonvention.
„Rettungsschiffe festzusetzen, weil sie sich weigern, mit Akteuren zusammenzuarbeiten, die für schwere Menschenrechtsverletzungen verantwortlich sind, ist keine Durchsetzung von Recht – es ist politisch motivierte Behinderung“, sagt Wasil Schauseil, Sprecher der Justice Fleet. „Durch die Zuweisung weit entfernter Häfen und die Verzögerung des Zugangs zu Sicherheit untergraben italienische Behörden gezielt den Schutz des Lebens auf See. Für uns als Justice Fleet ist die Verteidigung der Menschenrechte auf See keine Option – sie ist eine rechtliche und moralische Verpflichtung. Wir werden weiterhin dementsprechend handeln.“
Justice Flee Allianz für Einhaltung internationalen Rechts
Trotz zunehmenden Drucks bleibt die Allianz Justice Fleet entschlossen, Menschenrechte und internationales Seerecht zu verteidigen. Jüngste Gerichtsurteile in Italien haben wiederholt bestätigt, dass die Festsetzungen von NGO-Schiffen rechtswidrig sind und eine Koordination mit libyschen Akteuren angesichts der durch sie begangenen Menschenrechtsverletzungen nicht verlangt werden kann. Die Organisationen kündigen an, diese Maßnahmen weiterhin gerichtlich anzufechten.
Zusätzliche Informationen
Mehr Informationen zur Justice Fleet finden Sie hier.
Eine Liste extremer Gewalttaten durch libysche Milizen finden Sie hier.
Foto- und Videomaterial der Sea-Watch 5 Rettung finden Sie hier.
Weitere Informationen über die Festsetzung der Sea-Watch 5 finden Sie auf der Sea-Watch Website unter Aktuelles.










