Um den Vereinbarungen des Pariser Klimaabkommens zu entsprechen, hat sich der indonesische Staat vorgenommen, seine Treibhausgasemissionen bis 2030 um 31%, bzw. um 43% mit Hilfe internationaler finanzieller Unterstützung zu reduzieren. Nun sind jedoch die meisten Emissionen in Indonesien auf die Abholzung von Wäldern zurückzuführen, oft als Resultat der Freigabe von Flächen für die Gewinnung von Palmöl – zum Schaden der Wälder.

Im März hatten die beiden Palmölproduzenten PT Kartika Cipta Pratama und PT Megakarya Jaya Raya das zuständige Ministerium deswegen verklagt. Zum Glück hat das Verwaltungsgericht in Jakarta nicht nur die Forderung der beiden Unternehmen zurückgewiesen, sondern gleichzeitig den Lebensraum des indigenen Volkes der Auyu auf West-Papua anerkannt. Insgesamt handelt es sich dabei um 65.000 Hektar Urwald, das entspricht fast viermal der Größe von Mailand.

Martina Borghi, verantwortlich für die Waldkampagne bei Greenpeace Italien erklärte dazu:

„Die Entscheidung des Verwaltungsgerichts in Jakarta hat einen wichtigen Präzedenzfall geschaffen und das Recht des Volkes der Auyu auf ihren Lebensraum erklärt. Die Auyu sind ein indigenes Volk, das in den entlegenen Wäldern von West-Papua in der Nähe der Grenze zu Papua-Neuguinea lebt und das Greenpeace beim Schutz der indonesischen Wälder unterstützt. Dank dieses Urteils, dem eine langer juristischer Kampf der Auyu mit Unterstützung von Greenpeace und anderen indonesischen Organisationen und Verbänden voranging, sind die beiden Unternehmen, die bereits fast 9.000 Hektar Walt für die Palmölgewinnung zerstört hatten, nun zur Aufgabe gezwungen.“ (1)

Und sie fügt hinzu: „Der Wald, der für die Gewinnung von Palmöl zerstört wird, ist nicht nur der Lebensraum, in dem das Volk der Auyu seine Nahrung, seine Medikamente und seinen Lebensunterhalt findet, sondern er ist auch Habitat für eine einmalige, auf Papua endemische Flora und Fauna. Für die Auyu ist die Verteidigung ihrer Waldgebiete vor den Gerichten vielleicht die letzte Chance, ihre Heimat und ihre Existenz, ihre Kultur und ihre Lebensweise zu erhalten.“ (2)

Greenpeace Indonesien erklärte, dass “die juristischen Bemühungen zur Verteidigung der traditionellen Wälder von den Auyu auch vor dem Verwaltungsgericht von Jayapura vorgebracht wurden“ (3).

In seiner Presseerklärung gab Greenpeace Italien außerdem an:

“In einer Koalition mit indonesischen Organisationen und Verbänden unterstützt Greenpeace das Volk der Auyu in seinem Kampf gegen die Landnahme, bei der Bekräftigung seines Besitzrechts an seinem angestammten Gebiet und bei der Erhaltung der wertvollen indonesischen Wälder. Seit März dieses Jahres haben die Auyu an zahlreichen Anhörungen teilgenommen und dort zahlreiche Nachweise erbracht, um West-Papua vor der blindwütigen Produktion von Palmöl zu bewahren“ (4).

Das ist eine gute Nachricht, und wir hoffen, dass sie den Regierungen verschiedener Länder als Beispiel dient, das Recht der indigenen Völker auf ein Leben in den Wäldern anzuerkennen, denn anderenfalls käme es weiter zu einer gewaltsamen Abholzung zum Nutzen und für den Profit der Palmölproduzenten. Die Rettung der Wälder trägt gleichzeitig zum Kampf gegen die Klimakrise bei.

Die Übersetzung aus dem Französischen wurde von Silvia Sander vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!


Quellen und Anmerkungen:

https://www.greenme.it/ambiente/foresta-indonesiana-auyu/

[1] https://www.greenpeace.org/italy/comunicato-stampa/18742/greenpeace-sentenza-del-tribunale-di-giacarta-salva-65-000-ettari-di-foresta-indonesiana-dalle-piantagioni-di-palma-da-olio-e-il-diritto-alla-terra-del-popolo-auyu/
[2] Ibidem
[3] https://www.lindipendente.online/2023/09/08/indonesia-gli-indigeni-auyu-sconfiggono-i-colossi-dellolio-di-palma-in-tribunale/
[4] https://www.greenpeace.org/italy/comunicato-stampa/18742/greenpeace-sentenza-del-tribunale-di-giacarta-salva-65-000-ettari-di-foresta-indonesiana-dalle-piantagioni-di-palma-da-olio-e-il-diritto-alla-terra-del-popolo-auyu/