»Geld regiert die Welt«, wer hätte das nicht auch schon selbst so empfunden und gedacht, und doch ist das allenfalls die halbe Wahrheit. Denn so mächtig die Plutokratie auch erscheint, auf so tönernen Füßen steht sie, da unser Geldsystem auf Akkumulation (Anhäufung in den Händen weniger) ausgerichtet ist.

Einer, der frühzeitig die Volatilität (Verletzbarkeit) unseres Geldes erkannt hat, ist der einstmals überaus erfolgreiche Fondsmanager Bernard Lietaer. Wie er sinngemäß sagt, war er selbst einer der Gierhälse, die über Leichen gehen, doch eine gesundheitliche Krise ließ ihn die Sinnfrage stellen, und seither hat sich sein Blick auf Geld und Geldsystem grundlegend erweitert. Er sieht im Geld den Fluss, die Verbindungen, die es schafft, und vergleicht es mit anderen natürlichen Fließsystemen, die über einen Austausch ein dynamisches Gleichgewicht herstellen und erhalten.

Sein Credo ist: Nur wo Effizienz und Resilienz in Balance sind, ist Nachhaltigkeit gewährleistet; das gilt für natürliche Systeme und das Ökosystem als Ganzes ebenso wie für einzelne Unternehmen und für unsere Wirtschaft ganz allgemein und überall. Dieses Gleichgewicht von Yin und Yang sah Bernard Lietaer in unserem Geld- und Wirtschaftssystem vollständig aus dem Lot geraten: Überall wurde einseitig allein auf Effizienz geschaut, und deshalb stehen unser Ökosystem und folglich auch unser Wirtschaftssystem vor dem Zusammenbruch.

Dabei wollte Lietaer das bestehende, äußerst effiziente Geld- und Währungssystem nicht abschaffen oder durch ein anderes ersetzen, aber er hielt es für notwendig, ein komplementäres regionales Geld einzuführen, das den Faktor Resilienz beinhaltet. Das war weltweit sein Bemühen, wobei er sich in der Finanzwelt und in Wirtschaftskreisen bewegte. Die hatte für seine tieferliegenden ganzheitlichen Ansichten allerdings kein Verständnis, weswegen er diese Seite seines Erkenntnisweges verbarg. Erst auf seinem Sterbebett hinterließ er engen Vertrauten sein Vermächtnis, das diese getreulich aufzeichneten und in dem Buch »SHIFT – Drei Paradigmenwechsel, die wir vollziehen müssen, um zukunftsfähig zu werden« veröffentlichten.

Diese drei Paradigmenwechsel sind:

  • Übergang vom linearen Ursache-Wirkung-Denken zu einem Denken in wechselseitigen vielschichtigen Zusammenhängen.
  • Übergang zu einem besseren Gleichgewicht zwischen matrifokal (Fürsorge, Resilienz) und patrifokal (Leistung, Effizienz).
  • Übergang zu mehr persönlichem Eigentum an Informationen, also drastische Einschränkung der Datensammelwut im Netz.

Dieser schmale Band kann ein echter Augenöffner sein, der vieles auf den Punkt bringt. Und: Jeder kann diese Erkenntnisse umsetzen und den Paradigmenwechsel für sich und in seinem Wirkungskreis vollziehen.

Buchinfo:

Neue Erde Verlag, 2023
ISBN 978-3-89060-830-3
Klappenbroschur, 128 Seiten, 14,6 x 20,8 cm
16,00 € (D)/16,50 (A)
ISBN E-Book: 978-3-89060-387-2

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