MISNA: große Solidarität und ein Appell an Papst Franziskus

21.12.2015 - Rom - Redazione Italia

Dieser Artikel ist auch auf Italienisch verfügbar.

MISNA: große Solidarität und ein Appell an Papst Franziskus

Seit zwei Tagen wurden zahlreiche Unterschriften gesammelt, um die Schließung von MISNA (Missionary International Service News Agency), zu verhindern, der missionarischen Nachrichtenagentur, die seit 18 Jahren aus einer Welt erzählt, von der nicht viele berichten.

Wenige Stunden nach der Pressemitteilung des Komitees der Redaktion, die auf die Entscheidung der Eigentümer folgte, die Agentur zum Ende des Jahres zu schließen, wurde auf Change.org eine Petition lanciert. Zum jetzigen Zeitpunkt, nach zwei Tagen, ist sie bei 700 Unterschriften angelangt.

Seit wenigen Stunden werden auf allen Kanälen der Appell, die Petition zu unterzeichnen, verbreitet, ebenso wie die Verwunderung über dieses Ereignis, das absolut im Gegensatz zur „pastoralen Linie“ steht, die von Papst Franziskus beschritten wurde.

Richtungsweisend ist die Mitteilung der Vereinigung der Stampa Romana, gezeichnet von deren Sekretär Lazzaro Pappagallo: „Der Verlust der Arbeitsplätze bedeutet in diesem Fall das Ende der Kontakte in Zonen der Welt wie Afrika und Asien, in denen die Demokratie noch nicht Fuß gefasst hat, sich nicht verwurzeln kann, nur ein Trugbild ist. All dies geschieht, während das Gewissen der Welt aufgrund des Anstoßes von Papst Franziskus, in einer neuen Art und Weise zu evangelisieren, erwacht zu sein scheint.“

So entschieden die Redakteure von MISNA deshalb heute, sich mit folgendem Brief direkt an den Papst zu wenden, den wir hiermit in seiner Ganzheit wiedergeben möchten:

 

Lieber Papst Franziskus,

wir sind Journalisten der MISNA, der kleinen Presseagentur der Missionare, die seit fast zwanzig Jahren aus den „Peripherien“ Deines geliebten Afrika, aus Asien und aus Lateinamerika berichten. Wenige Tage nach Weihnachten, am 31. Dezember, wird diese „Stimme der Letzten“ verstummen. Mit einer für uns dramatischen und unverständlichen Entscheidung, mit einer Geste, die symbolisch die Heilige Tür verschließt, die Du in Bangui öffnen wolltest, haben die missionarischen Kongregationen, Eigentümer der MISNA (Missionare Kolumbiens, Missionare der Consolata, Pontifikat Institut ausländische Missionen, Saverianische Missionare) entschieden, die Veröffentlichungen einzustellen.

Es waren diese selben Kongregationen, von dem besonderen Missionar Giulio Albanese inspiriert, die im Dezember 1997 diese kleine, große Realität der missionarischen Kommunikation gegründet haben. Wenn wir jedem Missionar, in verstecktesten Winkel der Erde – vom Kongo bis zum „Fin del Mundo“ – eine Satelliten geben, hätten wir eine wahrhaft einzigartige, freie und inspirierte Berichterstattung; dies war die Idee, aus der heraus wir geboren wurden und die wir heute, mehr als je zuvor, für aktuell und äußerst wichtig halten. Mit Liebe und Engagement kämpfen wir seitdem, auf unsere Weise, für einen Wandel der Information.

Jedoch bezeichnen sich die missionarischen Institutionen der MISNA heute als „müde“, demotiviert, dermaßen durch die Kosten erdrückt und „ohne Energie“, dass sie es für unnötig halten, ihre eigene Kreation am Leben zu erhalten. Dies wäre ein schwerwiegender Fehler: Ohne MISNA werden die jungen Kirchen dafür bezahlen, die Peripherien, die zivile Gesellschaft, die soziale Justiz fordert, ohne die es keinen Frieden geben kann. Und das Idol des Geldes ließe die Stimme der Armen verstummen.

Wir haben mit allen Mitteln versucht, den Redakteur dazu zu bewegen, sich mit uns an einen Tisch zu setzen und eine Lösung zu finden. Wir haben angeboten, ohne Lohn zu arbeiten und zusammen – Weltliche Seite an Seite mit Missionaren – alles zu versuchen, um zu erreichen, dass MISNA weiter besteht! Aber wir wurden nicht erhört.

Lieber Franziskus, erhöre uns Du.

 

Nach dem traditionell stillen Wochenende müsste sich morgen die Redaktion versammeln und wir wünschen uns, dass es andere Neuigkeiten gibt, als die, die uns alle erstaunt und schockiert haben.

Von Seiten der italienischen Redaktion von Pressenza geht der Wunsch aus, diese Situation so bald wie möglich lösen zu können, unter dem Zeichen nicht nur der Kontinuität, sondern auch der Stärkung einer kleinen, aber fundamental wichtigen Realität in der Welt der Medien. MISNA ist ein Zeugnis eines professionellen, intelligenten, qualitätsvollen Journalismus, einer Stimme für jene, die keine eigene Stimme haben.

Kategorien: Europa, Kultur und Medien, Meinungen
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