Japan in Gefahr, seinen Verfassungsartikel zur Ablehnung von Krieg zu verlieren

24.05.2014 - Johanna Heuveling

Dieser Artikel ist auch auf Englisch verfügbar.

Japan in Gefahr, seinen Verfassungsartikel zur Ablehnung von Krieg zu verlieren
(Bild von Atomic bomb dome (Genbaku Dome) with plaque in Peace Park, Hiroshima, Japan. Source: wikipedia)

Nach dem Horror des zweiten Weltkriegs hat Japan den Artikel 9 in seine Verfassung aufgenommen, der Krieg generell als Mittel der Konfliktlösung ablehnt und damit den Aufbau von einer Armee verbietet. De Facto hat Japan zwar sogenannte „Selbstverteidigungsstreitkräfte“, jedoch hat dieser Artikel dafür gesorgt, dass Japan seit über 60 Jahren in keinen Krieg eingetreten ist. Politische Kräfte innerhalb des Landes, insbesondere der neu gewählte Premierminister Shinzo Abe, sind nun dabei, diesen Artikel zu kippen, um Japan die Möglichkeit zu geben, sich an Einsätzen zu beteiligen. Der japanische Zweig des Internationale Versöhnungsbundes hat daher als Protest- und Gegenmaßnahme vorgeschlagen, dem japanischen Volk den Friedensnobelpreis zu verleihen und bittet dafür um Mithilfe.

Weitergeleitet vom deutschen Zweig des Internationalen Versöhnungsbundes.

Artikel 9 der japanischen Verfassung

Es ist unser aufrichtiger Wunsch, dass alle Nationen der Welt zueinander in friedlichen Beziehungen stehen, die auf Gerechtigkeit und Ordnung gegründet sind. Um dieses Ideal zu erreichen, verzichten wir, das japanische Volk, für immer auf den Krieg als ein souveränes Recht der Nation. Als Mittel zur Lösung  internationaler Konflikte werden wir keinerlei Gewalt androhen oder ausüben.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir von jetzt an niemals wieder Land-, See- oder Luftstreitkräfte und niemals wieder Waffen benutzen, um Menschen im Krieg zu töten. Deshalb werden wir niemals wieder Organisationen mit militärischen Funktionen brauchen. Das japanische Volk erkennt die Behauptung nicht an, dass das Töten von Menschen im Krieg kein Verbrechen ist. Das Recht auf Kriegsführung werden wir dem Staat niemals zu erkennnen.

Diese Errungenschaft ist durch die neue Regierung, die eine Veränderung der Verfassung durchsetzen will und sich dazu nach Einschätzung des japanischen Versöhnungsbundes auch undemokratischer Mittel bedient, in Gefahr.

Die Idee des japanischen Zweiges ist es nun, das Nobelpreis-Komitee aufzufordern, dem japanischen Volk für diese Verfassung mit dem Artikel 9 in seiner jetzigen Fassung den Friedensnobelpreis zu geben. Dafür bitten sie um Unterstützung, einmal durch Unterschriftensammlung oder indem man sich direkt an das Nobelpreiskomittee wendet: Mr. Thorbjorn Jagland, Vorsitzender des Nobel Komitees, Norwegisches Nobel-Institut, 0255 Oslo, Norwegen, E-Mail: postmaster@nobel.no

Kategorien: Asien, Frieden und Abrüstung, Gewaltfreiheit, International, Politik, Pressemitteilungen
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