Glaskugel könnte Solarenergie-Gewinnung revolutionieren

22.05.2014 - Reto Thumiger

Glaskugel könnte Solarenergie-Gewinnung revolutionieren
(Bild von Bildrechte: Rawlemon )

Mehr als 200.000 US-Dollar kann das Unternehmen Rawlemon auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo einsammeln und damit an den Start gehen. Neben einem solarbetriebenen Gadget als stylische Ladestation für iPhone & Co. wird das Unternehmen zunächst Solarkugeln bis zu 1,80 Meter Durchmesser produzieren. Die Solarkollektoren in Kugelform sind bis zu 70% effizienter als herkömmliche Solarmodule.

Als Andre Brößel, deutscher Architekt und der Erfinder von Solarkugeln, die dank zum Patent angemeldetem Micro-Tracking-System bis zu 70% effizienter sind als alles, was man in Sachen Solar-Energie bei der Gebäudeintegration bislang kennt, seine Crowdfunding-Kampagne beginnt, hofft er auf 120.000 US-Dollar Starthilfe durch die Netz-Community. Die Summe soll sein Basiskapital werden, um eine erste Produktionsstufe realisieren zu können. Aber: Beta.ray und Beta.ey – so die Namen der ersten Rawlemon-Produkte – werden schnell zum Hit in der Community und bei den Medien. Auf der Crowdfunding-Uhr stehen schließlich 217.000 US-Dollar – genug, um mit dem Bau einer 1,80-Meter-Solarkugel zu zeigen, was die Rawlemon-Technologie alles möglich machen kann. “Wir sind mehr als zufrieden mit dieser Startsumme”, kommentiert Brößel das Ergebnis. “Jetzt können wir loslegen.” Im Herbst, so die Planung, sollen die Kugeln bereits einsetzfähig, Beta.ey ausgeliefert sein. Denn anders als bei den meisten anderen Crowdfunding-Kampagnen erhalten die Unterstützer hier für ihr Geld einen echten Gegenwert – entweder die solarbetriebene Ladestation, Beta.ey, den Beta.ray oder die Distributionsrechte an den Rawlemon Produkten.

Bei seinem Solarkugel-Prinzip nutzt Brößel den Brennglaseffekt. Er entwickelt futuristisch anmutende Glaskugeln, die teils mit Wasser gefüllt, Lichtstrahlen wie große Linsen bündeln und mittels Photovoltaik-Zellen und wärmebetriebenen Mini-Generatoren zu Strom und Hitze wandeln. Der Linseneffekt der Kugeln, die je nach Durchmesser Lichtstrahlen bis auf ihr 20.000-faches verstärken können, kann dabei aufgrund des Konzentrator-Effekts jegliche Lichtquelle, neben der Sonne auch den Mond und diffuse Lichtverhältnisse, nutzen. Durch eine eigens entwickelte Schwenktechnik, die die Kollektoren immer in die Richtung des optimalen Lichteinfalls drehen, geht außerdem kein Lichtstrahl verloren. Beta.ray – so nennt Brößel seine Solar-Revolution – ist damit bei der Stromproduktion um ein Vielfaches erfolgreicher als herkömmliche Systeme, deren größtes Problem in ihrer geringen Effizienz liegt. Solarzellen, wie wir sie bislang kennen, verlieren nämlich bis zu 70 Prozent des Sonnenlichts bei der Umwandlung. Bei bewölktem Himmel geht so gut wie gar nichts mehr – hier geht der Energieoutput steil nach unten.

Die Solarkugeln liefern dagegen – bedingt durch ihre Besonderheiten – effizienter und konstanter Strom. Die Prototypen, die Brößel in Spanien ausgiebig hat testen lassen, erzeugen auf einem viertel Quadratmeter beschienener Fläche schon jetzt mehr Strom als die bekannten Anlagen auf einem Quadratmeter. Aber nicht nur das Effizienzverhalten von Beta.ray machen die Erfindung des Architekten attraktiv: Hinzu kommt die einfache Produktion und ein Hingucker-Design, das höchsten ästhetischen Ansprüchen genügt. “Moderne Energiegewinnung”, sagt Brößel, “sollte nachhaltig, aber auch optisch überzeugend sein.” Mittelfristig soll das Prinzip auch für große Fensterfronten etwa bei Bürogebäuden eingesetzt werden. Ein so ausgestattetes Haus würde das gebündelte Licht – in welcher Form auch immer es auf die Gebäudehaut trifft – mit einem Wirkungsgrad von über 50 Prozent als Hybrid in elektrische und thermische Energie wandeln können. “Ein solches Gebäude”, weiß Brößel, “erzeugt damit mehr Energie, als es selbst verbraucht.” Da die Rawlemon-Fronten die einfallenden Sonnenstrahlen zu 65% abfangen, ist eine natürliche Kühlung des Gebäudes im Sommer ein Nebeneffekt, der Klimaanlagen überflüssig machen könnte. In vier bis fünf Jahren sollen auch diese Bauelemente in Serie gehen.

Der jetzt möglich gewordene Produktionsstart soll die Technologie schon bald zur Serienreife führen.

Kategorien: Europa, Ökologie und Umwelt, Pressemitteilungen, Wissenschaft und Technologie
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