Bei den Epstein-Akten handelt es sich nicht um eine einfache Sammlung von gerichtlichen Schriftstücken zu sexuellem Missbrauch und Menschenhandel mit Minderjährigen. Sie sind ein Archiv, das ein komplexes Beziehungsgeflecht zwischen Finanzen, Politik und Geheimdiensten durchdringt. Millionen von Dokumenten zeichnen das Profil von Jeffrey Epstein nicht als isolierte Figur, sondern als Vermittler und Verbindungsknoten eines Systems globaler Macht. Seit über dreißig Jahren funktioniert dieses Netzwerk dank gerichtlichem Schutz, nachlässigen Ermittlungen und institutionellem Schweigen. Die Enthüllungen von 2025 und vor allem die Veröffentlichung vom 30. Januar 2026 hatten konkrete Auswirkungen: Sie richteten Persönlichkeiten zugrunde, die als unantastbar galten, und zeigen, wie das System manche Spielfiguren opfert, um seine eigene Struktur zu bewahren. Über das aufgetauchte Material wurde viel gesagt, geschrieben und spekuliert: Im Folgenden sind die zehn wichtigsten überprüften Nachrichten aufgeführt, die aus dem Dokumentationskorpus hervorgehen und in den Epstein Files ausführlich analysiert werden. Überprüfte Dokument, die die westlichen Eliten erzittern lassen.
1. Gewalttätige Inhalte

Der emiratische Unternehmer Sultan Ahmed bin Sulayem
Am 30. Januar 2026 gestand das US-Justizministerium offiziell ein, Bilder und Videos, die Tod, Gewalt, sexuellen Kindesmissbrauch und Pornografie zeigen, aus veröffentlichten Dokumenten ausgeschlossen zu haben. Bei der gleichen Gelegenheit gab es an, dass noch über zwei Millionen Dateien „in Prüfung“ seien. Das bedeutet, dass Material existiert, welches in viel stärkerem Maße kompromittierend ist als das, was veröffentlicht wurde. Zu letzterem gehören E-Mails, die den Austausch von Foltervideos zwischen Epstein und dem emiratischen Geschäftsmann Sultan Ahmed bin Sulayem belegen, der nach der Kontroverse aus dem Top-Management von DP World zurückgetreten ist. Die teilweise Veröffentlichung erscheint daher äußerst selektiv.
2. In den FBI-Dokumenten wird die Hypothese von Verbindungen zum israelischen Geheimdienst zitiert

Der ehemalige israelische Premier Ehud Barak
Ein FBI-Memorandum (FD-1023) enthält Aussagen einer vertraulichen Quelle, wonach Epstein für den israelischen Geheimdienst Mossad tätig war. Das ist kein gerichtlicher Beweis, aber die Informationen sind aktenkundig. Die Akten zeigen auch enge und langjährige Beziehungen zum ehemaligen israelischen Premierminister Ehud Barak und zu Yehoshua „Yoni“ Koren, einem hochrangigen israelischen Militärgeheimdienstoffizier (AMAN) und seinem direkten Mitarbeiter, der sich zwischen 2013 und Ende 2015 mindestens dreimal für mehrere Wochen in Epsteins Wohnung in Manhattan aufhielt.
3. Spenden und Finanzflüsse an zentrale Knotenpunkte des israelischen institutionellen Systems
Die in den Epstein-Akten enthaltenen Steuerdokumente belegen Spenden und wirtschaftliche Transfers an Stiftungen und Einrichtungen, die mit dem israelischen institutionellen Ökosystem verbunden sind. Epstein finanzierte angeblich sowohl die Gruppe Friends of Israel Defence Forces (FIDF) als auch den Jewish National Fund (JNF) – involviert in die Landbewirtschaftung und den Bau von Siedlungen, auch im Westjordanland.
4. Die Verbindungen zur globalen Hochfinanz
Die Epstein-Akten rekonstruieren ein Netzwerk von Beziehungen zur Welt der internationalen Hochfinanz. Zu den Kontakten zählen Mitglieder historischer Familien und Spitzenmanager wichtiger Bankinstitute, insbesondere der Rothschild-Gruppe. In einer E-Mail vom 28. Februar 2026 prahlte Epstein gegenüber Peter Thiel damit, der Mittelsmann der Familie Rothschild zu sein: „Wie du wahrscheinlich weißt, vertrete ich die Rothschilds.“ Aus einem Dokument vom 5. Oktober 2015 geht hervor, dass sein Offshore-Unternehmen, die Southern Trust Company Inc., einen Vertrag über 25 Millionen Dollar mit der Rothschild-Gruppe für Risikoanalysen und Finanzalgorithmen unterzeichnet hatte. Bezeichnend ist auch der Fall von Kathy Ruemmler, Rechtsdirektorin von Goldman Sachs und ehemalige Beraterin des Weißen Hauses. Ruemmler trat zurück, nachdem E-Mails eine enge Beziehung zwischen ihr und Epstein zutage gebracht hatten, den sie als persönliche Bezugsperson bezeichnete.
5. Die Verbindungen zum Weltwirtschaftsforum

Der ehemalige norwegische Außenminister Børge Brende
Epsteins Beziehungen zu Persönlichkeiten, die mit dem Weltwirtschaftsforum in Verbindung stehen, sind dokumentiert; darunter der CEO Børge Brende und der Vermittler Olivier Colom, von denen verstörende E-Mails vorliegen, in denen Frauen mit „Garnelen“ verglichen werden. Aus den Dokumenten geht hervor, dass Brende zwischen 2018 und 2019 an mindestens drei Geschäftsessen mit Epstein teilgenommen hat und dass zwischen den beiden zahlreiche E-Mails, Fotos und SMS-Nachrichten ausgetauscht wurden. In einer E-Mail vom 16. September 2018 machte Epstein Vorschläge zur Zukunft des Weltwirtschaftsforums (WEF): „Davos kann die UN wirklich ersetzen.“
6. Die gemeinsamen Pläne mit Steve Bannon zur Finanzierung der europäischen nationalistischen Rechten

Die Dokumente offenbaren Epsteins Versuch, gemeinsam mit Steve Bannon die Bewegungen und Parteien der europäischen nationalistischen Rechten finanziell zu unterstützen.
Die Dokumente offenbaren Epsteins Versuch, gemeinsam mit Steve Bannon die Bewegungen und Parteien der europäischen nationalistischen Rechten finanziell zu unterstützen, vor allem zwischen 2018 und 2019, in der Zeit, in der der ehemalige Stratege von Donald Trump nach Ressourcen, Kontakten und Unterstützung für politische Initiativen in Europa suchte. Die Akten zeigen Diskussionen, Arbeitshypothesen und länderübergreifende Finanzierungskanäle, auch wenn viele Projekte letztlich nicht zustande kamen. Bannon bat 2018 um Hilfe bei der Kontaktsuche in Europa: „Kennst du jemanden in Europa, der das Europäische Parlament und damit die EU kontrollieren will?“ Dagegen schrieb er am 5. März 2019, dass er sich „darauf konzentriere, Gelder für Le Pen und Salvini zu sammeln, damit sie vollständige Listen vorlegen können“.
7. Epstein als Vermittler multilateraler diplomatischer Beziehungen

Die norwegische Botschafterin Mona Juul
Die Epstein-Akten zeichnen ein Bild von internationalen Beziehungen und Vermittlungen, an denen Persönlichkeiten wie die norwegische Botschafterin Mona Juul und der ehemalige Premierminister Thorbjørn Jagland beteiligt sind. Epstein änderte sein Testament zwei Tage vor seinem Tod, indem er die beiden Kinder von Mona Juul mit 10 Millionen Dollar begünstigte. Hinzu kommen undurchsichtige finanzielle Verbindungen, insbesondere über ihren Ehemann Terje Rød-Larsen (ehemaliger hochrangiger UN-Beamter, der 2020 aufgrund von Verbindungen zu Epstein zurücktrat), der in der Vergangenheit Kredite und Spenden von Epstein an sein International Peace Institute zugab.
8. Die dokumentierten, aber gescheiterten Versuche, Putin zu treffen
Epsteins private E-Mails, insbesondere zwischen 2010 und 2018, dokumentieren wiederholte gescheiterte Versuche, sich dem Kreml anzunähern. Der Finanzier scheint von der Idee besessen zu sein, Wladimir Putin zu treffen, der als strategischer Gesprächspartner für globale Investitionen, Wirtschaft und Macht wahrgenommen wird. Eine zentrale Rolle bei diesen Versuchen wird dem ehemaligen norwegischen Ministerpräsidenten Thorbjørn Jagland zugeschrieben, einer damals einflussreichen Persönlichkeit in europäischen Diplomatenkreisen. Die Versuche blieben erfolglos, aber sie sind ein Hinweis auf die geopolitischen Ambitionen des Netzwerks, in dem sich Epstein bewegte.
9. Kontakte mit Gates und JP Morgan zu Pandemie-„Prognose“-Projekten
Zwischen 2015 und 2017, den Jahren vor dem Ausbruch der Covid-19-Krise, kommt es zu E-Mail-Wechseln, an denen Bill Gates sowie Kreise um Epstein und JPMorgan Chase beteiligt sind. Es geht dabei um „Pandemievorbereitung“, Simulationen von Erregerstämmen und den Aufbau von Infrastrukturen – auch finanzieller und technologischer Art – zur Bewältigung von Gesundheitsnotfällen. Die Dokumente zeigen, wie ein Teil der Wirtschaftselite schon lange vor 2020 über Pandemieszenarien auch als „Möglichkeiten“ für Intervention, Investitionen und Governance nachdachte.
10. Die Finanzierung von Projekten zum Klonen von Menschen und zur Genom-Editierung

Die Ranch von Epstein in New Mexico
Abschließend dokumentieren die Epstein-Akten Epsteins finanzielle Unterstützung fortgeschrittener Forschungsprojekte im Bereich des Klonens von Menschen und der Genom-Editierung. Ab Beginn der 2000er Jahre vertraute der Finanzier aus Brooklyn Wissenschaftlern und Geschäftsleuten mehrfach seine Ambitionen an, seine Zorro Ranch in New Mexico als Labor zu nutzen, in dem ausgewählte Frauen mit seinem Sperma befruchtet würden und „seine“ Kinder zur Welt bringen sollten. Aus veröffentlichten Dokumenten geht hervor, dass Epstein ein Projekt von Bryan Bishop finanzierte, mit dem Ziel der „Geburt eines maßgeschneiderten menschlichen Babys und möglicherweise eines menschlichen Klons innerhalb von fünf Jahren“. Epstein scheint persönlich an Versuchen zu Techniken der Genom-Editierung beteiligt gewesen zu sein, und zwar über das sogenannte „Venus-Projekt“ von Dr. Joseph Thakuria, damals Arzt und Forscher des Massachusetts General Hospital (MGH) und Mitarbeiter des Personal Genome Project der Harvard Medical School.
Die Übersetzung aus dem Italienischen wurde von Alexandra Twardy vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!









