Hungernde Kinder im Imperium

16.12.2020 - Countercurrents

Dieser Artikel ist auch auf Englisch verfügbar.

Hungernde Kinder im Imperium

Viele der Nachrichten aus dem Imperium interessieren viele Leser, da das Imperium selbst interessant ist. Es ist interessant auf Grund seiner Wirtschaft, Politik und Diplomatie, einem Teil seiner geostrategischen und geotaktischen Spiele, und wegen seiner Kühnheit und Arroganz, und wegen seines verhassten Charakters, und wegen seines verendeten Herzstücks, welches in seiner Heimat, in seiner Wirtschaft liegt.

Die Meldung der internationalen Nachrichtenagentur AFP „Die Pandemie lässt den Hunger in Amerika steigen, und Kinder tragen die Hauptlast“, ist nicht nur interessant, es ist auch erschreckend.

Der Bericht vom 6. Dezember 2020 erwähnte:

„Immer mehr Kinder hungern in den Vereinigten Staaten, während sie den schlimmsten Coronavirus-Ausbruch der Welt überstehen, der rund 280.000 Menschen getötet und eine einmalige Wirtschaftskrise verursacht hat.    

Fast 12 Prozent der Erwachsenen gaben an, dass sie im letzten Monat in einem Haushalt lebten, in dem es ‚manchmal‘ oder ‚oft‘ nicht genug zu essen gab, so das Handelsministerium.

Zehn Prozent aller Mütter gaben an, dass ihre Kinder unter fünf Jahren im Oktober und November in gewissem Maße hungern mussten, wie eine Umfrage der Brookings Institution ergab.

Die Non-Profit-Organisation Feeding America schätzt, dass in diesem Jahr mehr als 50 Millionen Menschen als nahrungsunsicher gelten werden, darunter etwa jedes vierte Kind. Damit werden die Fortschritte der letzten Jahre, die den Hunger bei Kindern auf den niedrigsten Stand seit mindestens zwei Jahrzehnten gebracht hatten, rückgängig gemacht.           

„Wir können mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass die Ernährungsunsicherheit im Moment die höchste in der modernen Ära ist“, sagte Lauren Bauer, eine Stipendiatin für Wirtschaftsstudien bei Brookings gegenüber AFP.“

Ist diese Geschichte anders als in der Dritten und Vierten Welt (TFW)? Vergleichsweise ist in einigen Ländern der TFW, im „segensreichen“ Globalen Süden, die Situation nicht so viel schlechter.

Die Nachrichtenagentur sagt die schwefelige Wahrheit:
„Die [oben genannten] Zahlen sind erschreckend für ein Land, das die größte Volkswirtschaft der Welt hat und ein wichtiger Geber von Nahrungsmittelhilfe weltweit ist.“

Ein paar andere Fakten wurden in der Meldung nicht genannt, weil sie vielleicht nicht relevant klingen. Das Land ist ein Hauptproduzent von Waffen und Munition, von Krieg, von Zerstörungen, von Elend, von Leid in einigen Ländern, und ein Produzent von Predigten über Freiheit, Demokratie und Wirtschaftsplanung, und von wirtschaftlichen und politischen Manipulationen. Aber, ach! Die reiche Wirtschaft schafft es nicht, ihre Bürger, ihre Kinder zu ernähren! Es ist eine Dynamik der Wirtschaft, und eine Dialektik – ja und nein. Ja für die Wenigen, und Nein für die Vielen. Die Wenigen sind mächtig, ressourcenreich, während die Vielen schwach, ressourcenarm, hungrig oder fast vorm Hungern sind.

Die Meldung führt ein weiteres Bild auf breiter Front hinzu:

„Schulen […] schlossen [infolge der anhaltenden Pandemie], was es für ärmere Kinder kompliziert machte, die dort angebotenen kostenlosen Mahlzeiten zu bekommen, und […] ein Ansturm auf Lebensmittelgeschäfte führte zu einem Mangel an grundlegenden Waren, der Eltern mit niedrigem Einkommen weiter zurückwarf.“

Ist diese Geschichte anders als die Geschichten aus der von Armut geprägten Baracken, von den armen Kindern in der armen Welt? Dies ist jedoch eine andere Geschichte, denn diese Armutsgeschichte stammt aus „der größten Volkswirtschaft der Welt“ und „einem der größten Geber von Nahrungsmittelhilfe weltweit“, die „den schlimmsten Coronavirus-Ausbruch der Welt“ übersteht, bei dem laut einer Umfrage „zehn Prozent der Mütter angaben, dass ihre Kinder unter fünf Jahren um Oktober und November in gewissem Maße hungerten […]“.

Es gibt ein „Sicherheitsnetz“ in den Schulen, für die Kinder, die die Schulen besuchen. Dennoch, so der Bericht, „gibt es […] eine Lücke für Eltern mit Kindern, die zu jung sind, um zur Schule zu gehen – das Alter, in dem schlechte Ernährung lebenslange Folgen haben kann.“ Es gibt „lebenslange Konsequenzen“ für die Kinder, die hungern, die nicht genug zu essen haben.

Es gibt das Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP), ein Lebensmittelhilfe-Programm, die Lebensmittelmarke, im eigentlichen Sinne langar khana, die Haferschleim-Küche in diesem Subkontinent Bangladesch-Indien-Pakistan, im Imperium. Jedoch, so der Bericht, „zahlt [das SNAP] nicht genug, um davon zu leben […]“. Daher bieten Non-Profit-Organisationen „Wochenend-Lebensmittel […] für Familien, deren Kinder auf Schulessen angewiesen sind.“ Laut dem Bericht hat das Baltimore Hunger Project, eine gemeinnützige Organisation, „eine Verdreifachung der Nachfrage auf mehr als 2.000 Familien erkennen können, seit die Pandemie zuschlug.“ Das ist eine Geschichte aus einer Stadt. Es gibt Hunderte von Städten und Gemeinden und Tausende von hungrigen Kindern und ihren Eltern.

Und dann kommt die Politik.

In dem Bericht hieß es:

„Der Anstieg der hungernden Amerikaner kommt inmitten einer Kontroverse darüber, wen Biden als Landwirtschaftsminister auswählen wird, eine Position, die SNAP und andere Ernährungsprogramme überwachen würde.

„Heidi Heitkamp, eine ehemalige Senatorin aus North Dakota, wird als Favoritin für die Position gesehen, aber progressive Gruppen und Gewerkschaften sagen, sie stehe den großen Öl- und Landwirtschaftsunternehmen zu nahe.

„Sie haben darauf gedrängt, dass Biden die Repräsentantin des Repräsentantenhauses, Marcia Fudge, ernennt, die sich für die Ausweitung von SNAP eingesetzt hat.“

In kapitalistischen Volkswirtschaften bewegt sich die Politik um Lebensmittel, um die Armen und um den Profit. Die Mainstream-Politik, die Wissenschaft und die Medien versuchen immer, diese Tatsache der Lebensmittel-Arm-Profit-Politik zu verbergen. Interessanterweise vergisst eine Gruppe Progressiver regelmäßig, das Problem anzusprechen, da sie die Tatsache vergessen, dass es nicht das Imperium ist, das die Wirtschaft lehren, die Armut bekämpfen und für die Demokratie kämpfen sollte. Sie vergessen, dass die Demokratie, die das Imperium propagiert, sich grundlegend von der Demokratie unterscheidet, die die Armen brauchen, nämlich die Demokratie der Ausgebeuteten.

Das hat Ayo Akinremi, ein Immigrant aus Nigeria, in dem AFP-Bericht erzählt: „Es bricht mir das Herz.“ Ayo Akinremi war dabei, Lebensmittel für seine Frau und seine Kinder zu besorgen, nachdem er seinen Job verloren hatte. Er sagte: „Es war ein Kulturschock für mich, in die USA zu kommen und so viel Lebensmittelunsicherheit vorzufinden.“

Die Hunger-Geschichte ist noch nicht zu Ende erzählt. Ein Beitrag der National Review („Give to Charity over Political Campaigns“, 6. Dezember 2020) von Naomi Schaefer Riley Naomi, Resident Fellow am American Enterprise Institute und Senior Fellow am Independent Women’s Forum, James Piereson, Senior Fellow am Manhattan Institute, hinterfragt:

„Was ist der bessere Weg für Amerikaner, um ihren Mitbürgern in Not in dieser Weihnachtszeit zu helfen: systemische politische Veränderungen zu bewirken oder direkte Spenden für wohltätige Zwecke zu tätigen?“

Der Artikel sagt:

„Es ist kaum eine Überraschung, dass Liberale direktes politisches Engagement gegenüber privaten Wohltätigkeitsspenden als Mittel zur Bewältigung sozialer Probleme bevorzugen. Doch inmitten einer tödlichen Pandemie, die Hunderttausende von Amerikanern getötet und die amerikanische Wirtschaft aus dem Gleichgewicht gebracht hat, scheint die Regierung keine besonders gute Arbeit zu leisten, um den Betroffenen zu helfen. Es liegt nicht am Mangel an Ausgaben. Billionen von Dollar wurden aus Washington geschickt, aber auf eine so willkürliche Art und Weise, dass sich viele Familien immer noch Sorgen machen, woher ihre nächste Mahlzeit kommen wird.“

Hunger und Politik gehen Hand in Hand. Es gibt keine Möglichkeit, der Politik zu entkommen, während man dem Hunger ins Auge schaut. Der Beitrag erkennt die Tatsache:

„Die Regierung leitet ihre Großzügigkeit ohnehin nur an private Wohltätigkeitsorganisationen weiter und politisiert dabei die gemeinnützige Welt in einem noch nie dagewesenen Ausmaß.“

Non-Profit-Organisationen sind nicht frei von Politik, und das auch im Imperium. Non-Profit-Organisationen sind nirgendwo ohne Politik – entweder mit Parteipolitik im engeren Sinne, oder mit Klassenpolitik im weiteren Sinne.

Lässt man die Frage der Gemeinnützigkeit einmal beiseite, so drängt sich diese Gegebenheit auf: Das Imperium hat die Hungerfrage nicht gelöst, obwohl es überall auf der Welt von Hunger und Armut, sowie von Freiheit predigt, wobei die Freiheit von den Qualen des Hungers eine Grundfrage ist, um die die Menschheit seit Generationen ringt. Die seltsamere Gegebenheit: Trotz alledem halten Personengruppen, Politiker und Non-Profit-Organisationen ihr Vertrauen und ihre Treue zu der Wirtschaft und den Mechanismen aufrecht, die das Imperium benutzt, um seine Seele am Leben zu erhalten und andere zu beherrschen, obwohl das Imperium bei der Bekämpfung des Hungers, bei der Unterwerfung der Armut versagt.

Farooque Chowdhury schreibt aus Dhaka, Bangladesch.
Übersetzung aus dem Englischen wurde von Maria Kaschner vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!

Kategorien: Jugend, Meinungen, Menschenrechte, Nordamerika
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