Kampagne auf 19 Plakatwände in 13 Städten und Puerto Rico ausgeweitet

Eine landesweite Veteranenorganisation weitet ihre Plakatkampagne auf 13 Städte aus und ruft aktive Soldat:innen sowie Mitglieder der Nationalgarde dazu auf, „dem Gesetz und ihrem Gewissen zu folgen“ und illegale Befehle zu verweigern. Damit verdoppelt Veterans For Peace  die Zahl der Plakatwände seit dem Start der Kampagne Ende Januar.

Mike Prysner, Irakkriegsveteran und heute Direktor des Center on Conscience and War, erklärte: „Der wichtigste Grund, den unsere Anrufer:innen als ihren Wendepunkt nannten, war der US-Bombenangriff auf die Minab-Mädchen-Grundschule; das war der Moment, in dem ihnen klar wurde: ‚Ich werde mich nicht an der Tötung von Kindern beteiligen.‘“

Er fügte hinzu: „Als die USA und Israel den Krieg gegen den Iran begannen, kam es zu einer Wende. Früher erhielten wir eine Handvoll Anrufe pro Woche; jetzt sind es drei oder vier pro Tag … Menschen mit wirklich erfolgreichen Karrieren, in sehr exklusiven Berufen wie bei den Special Forces, ‚Top Gun‘-Kampfflieger:innen, Ärzte:innen, Chirurg:innen. … Unser derzeit ranghöchster CO-Kunde ist ein Major beim Militär.“

Der pensionierte Oberst der US-Armee, Lawrence Wilkerson, erklärte zur Unterstützung der VFP-Kampagne: Kein Offizier, Feldwebel, Unteroffizier oder Soldat – ob Mann oder Frau – sollte einen Befehl ausführen, von dem er weiß, dass er rechtswidrig ist. Stattdessen sollten sie ihren Einspruch an die nächsthöhere Instanz in der Befehlskette weitergeben – und dies so lange fortsetzen, bis sie eine Person in dieser Kette finden, welche sie unterstützt – selbst wenn sie bis zur Oberbefehlshaber:in gehen müssen.“

VFP-Präsidentin Susan Schnall erläuterte: „Viele Soldat:innen haben in Vietnam, im Irak, in Afghanistan und zuletzt aus Protest gegen die Unterstützung der USA für Israels Völkermord in Gaza Befehle verweigert“, so die ehemalige Krankenschwester der Marine, die in der Dokumentation „Sir, No Sir!“ wegen Befehlsverweigerung und Protest gegen den Vietnamkrieg porträtiert wurde. „Wir wissen, dass das Mut erfordert. Wir wissen aber auch, dass wir noch lange nach dem Militärdienst mit uns selbst und unserem Gewissen leben müssen.“

Steve Woolford, Koordinator der GI Rights Hotline, sagte: „Unsere Telefonleitungen sind ausgelasteter denn je, wobei der größte Anstieg an Anrufen von Militärangehörigen kommt, die gegen die Art und Weise sind, wie das US-Militär derzeit eingesetzt wird.“

In einem inzwischen berühmten Video erklärten Senator Mark Kelly und fünf weitere Kongressmitglieder, allesamt Militärveteran:innen, gegenüber aktiven Soldat:innen und Mitgliedern der Nationalgarde, dass sie das Recht und die Pflicht hätten, illegale Befehle zu verweigern. „Niemand ist verpflichtet, Befehle auszuführen, die gegen das Gesetz oder unsere Verfassung verstoßen“, betonten sie. Veterans For Peace (VFP) unterstützte diese Erklärung öffentlich.

 

Unter diesem Link finden Sie Fotos und eine Dokumentation aller Plakatwände, die bereits geschaltet wurden bzw. derzeit geschaltet sind – und das in den folgenden Städten:

  • New Orleans;
  • Tucson; Naval Base
  • Great Lakes bei Chicago
  • Norfolk (Virginia), außerhalb der Naval Station Norfolk
  • drei Standorte in Watertown (New York) nahe Fort Drum, Heimat der 10. Gebirgsdivision der Armee
  • Fort Benning (Georgia)
  • Aguadilla (Puerto Rico) nahe einer US-Drohnenbasis
  • San Diego (Kalifornien)
  • zwei Standorte in Fairfield (Kalifornien) nahe der Travis Air Force Base;
  • zwei in Portland (Oregon)
  • Fort Campbell (Kentucky);
  • Palm Springs (Kalifornien) nahe der Marinebasis Twentynine Palms
  • drei Standorte nahe Dayton (Ohio) bei der Wright-Patterson Air Force Base

VFP verfügt über 100 Ortsgruppen in den USA und im Ausland. Seit 1985 verfolgt die Organisation das Ziel, „den Krieg als Instrument nationaler Politik abzuschaffen“.

 

Die Übersetzung aus dem Englischen wurde vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!