Es gibt recht viele Filme, die den Atomkrieg und seine Folgen zeigen. Einer davon basiert auf Nevil Shutes Buch „On the Beach“ – einem Buch, das Helen Caldicotts Besorgnis über Atomwaffen geweckt hat.
Der Film „The Day After“ soll Präsident Ronald Reagan dazu gebracht haben, seinen Rüstungswettlauf mit der Sowjetunion zu entschärfen.
Man könnte sich fragen: „Was würde ein Film bewirken, der die Abschaffung von Atomwaffen zeigt? Es könnte ein Film gedreht werden, der einen Plan zur vollständigen Abschaffung von Atomwaffen zeigt und die Leute dazu ermutigt, sich aktiv daran zu beteiligen. Lasst uns mal darüber phantasieren, was so ein Film zeigen könnte …“
1. „Normale Leute” davon überzeugen, dass das Wettrüsten mit Atomwaffen total schwachsinnig ist
Eine der besten Methoden, um Leute zu überzeugen: Preise in Supermärkten, Mieten, Wartezeiten in Notaufnahmen…
Untersuchungen haben gezeigt, dass schon die Beteiligung von mindestens 3,5 % der Bevölkerung Veränderungen bewirken kann. Die Bevölkerung der USA beträgt fast 343 Millionen Menschen. 3,5 % von 343 Millionen sind etwa 12 Millionen. In den USA sollten also 12 Millionen Menschen an einer Protestaktion teilnehmen. Die größte eintägige Protestaktion in den USA aller Zeiten, die am 22. April 1970 zum Thema Umweltschutz stattfand, zog schätzungsweise 20 Millionen Menschen an. Es ist also durchaus möglich, in den USA 12 Millionen Menschen zu mobilisieren.
In Kanada, mit seinen 42 Millionen Einwohnern, wären etwa 1,5 Millionen Demonstranten nötig. Über eine Million Arbeiter haben am Generalstreik am 14. Oktober 1976 teilgenommen. Also sollte es auch hier möglich sein, 3,5 % der Bevölkerung zu versammeln.
Eines der Probleme, wenn man Menschen davon überzeugen will, dass Atomwaffen abgeschafft werden müssen, ist die Überzeugung, dass Abschreckung uns Sicherheit gibt. Abgesehen von den Problemen durch Unfälle oder den missbräuchlichen Einsatz durch unbefugte Personen oder unzurechnungsfähige Führer, und unter der Annahme, dass Abschreckung „funktioniert“, was können wir von einer Fortsetzung des nuklearen Wettrüstens erwarten? Der Anteil der Ressourcen, die für Rüstung, einschließlich Atomwaffen, aufgewendet werden, wird steigen. Was passiert, wenn 50 % der Gelder, die wir unserem Staat geben, für Aufrüstung ausgegeben werden?
2. Aktivisten vorbereiten
Um die Zivilgesellschaft auf Aktivismus vorzubereiten, können Kurse wie die von Marina Serina beschriebenen angeboten werden: Vorbereitung auf öffentliche Reden und Übungen zur Recherche, wie sie New Yorker Aktivisten in einem „bezaubernden Café” durchgeführt haben – vergiss dabei die „leckeren Backwaren” nicht!
Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um junge Leute einzubeziehen, denn 2019 fanden 73 % der Millennials in den USA den Einsatz von Atomwaffen in Kriegen oder bewaffneten Konflikten inakzeptabel.
In ihrem Artikel vom 12. Februar 2026 sagt die Arms Control Association, dass „immer mehr Nichtregierungsorganisationen und Führungskräfte sich zusammentun und den US-Präsidenten, den Kongress und die Chefs der anderen Atomstaaten zum Handeln auffordern, um das Wettrüsten zu stoppen und umzukehren“.
3. Ein Vertrag aufsetzen, der einen Plan für die vollständige Abschaffung von Atomwaffen vorlegt.
Die Leute, die den Vertrag über das Verbot von Atomwaffen (TPNW) und den Vertrag über die Nichtverbreitung von Atomwaffen (NPT) ausgearbeitet haben, haben großartige Arbeit geleistet, aber diese Arbeit ist noch nicht abgeschlossen.
Wie in „TPNW: Die Richtigstellung“ gesagt wird: „Um eine Welt ohne Atomwaffen zu schaffen und zu erhalten, braucht es wahrscheinlich mehrere diplomatische Initiativen und Abkommen.“
Im Jahr 2009 schlug Ban Ki-moon, ehemaliger Generalsekretär der Vereinten Nationen, einen „Fünf-Punkte-Plan zur Befreiung der Welt von Atomwaffen“ vor. In diesem Plan betont er die Bedeutung von zuverlässiger Überprüfung, Abrüstungsverpflichtungen, rechtlichen Auflagen, Rechenschaftspflicht und Transparenz sowie die Beseitigung anderer Massenvernichtungswaffen und die Begrenzung von „Raketen, Weltraumwaffen und konventionellen Waffen“.
Vor kurzem hat „Back from the Brink (2017-2026)“ einen Plan vorgeschlagen, wie die USA „eine globale Initiative zur Verhinderung eines Atomkriegs anführen“ und unter anderem „die weltweite Abschaffung von Atomwaffen durch ein überprüfbares Abkommen zwischen den Atommächten zur Vernichtung ihrer Atomarsenale vorantreiben“ sollen.
Es ist klar, dass ein neuer Vertrag gebraucht wird. Der TPNW braucht einen Bruder!
Dieser neue Vertrag – nennen wir ihn den Vertrag über die vollständige Abschaffung von Atomwaffen oder „TTENW“ – sollte vorbereitet werden. An dieser Vorbereitung sollten Experten aus verschiedenen Bereichen beteiligt sein, aber auch Organisationen wie die Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN), Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Back from the Brink – Zurück vom Abgrund (BftB) und die Kampagne für nukleare Abrüstung (CND). Auch die UNO sollte einbezogen werden. Inspiration können wir uns von der Vorbereitung des TPNW durch die ICAN holen.
4. Die Staats- und Regierungschefs davon überzeugen, den „TTENW“ zu unterschreiben
Unsere Staats- und Regierungschefs und Regierungen davon zu überzeugen, den „TTENW“ zu unterschreiben, ist zweifellos der schwierigste Teil. Um die Aufgabe zu erleichtern, sollten wir uns zunächst vor Augen führen, dass es seit Januar 2024 74 Vertragsstaaten des TPNW gibt und weitere 25 Staaten, die ihn unterzeichnet haben.
Um unseren Politikern zu zeigen, wie gefährlich Atomwaffen sind, sollten wir ihnen die relevanten Teile des Vortrags von Tony Robinson am World Humanist Forum – Asia vom 3. April 2022 und den dazugehörigen Artikel zur Verfügung stellen.
Eine der Aufgaben wird es sein, die Staatschefs dazu zu bringen, einander zu vertrauen und miteinander zu reden, um sie an ihre gemeinsame Menschlichkeit zu erinnern.
Der Briefwechsel zwischen Kennedy und Chruschtschow hat uns wahrscheinlich vor einem Atomkrieg bewahrt.
Nach dem Scheitern des „Wiener Gipfels” vom 4. Juni 1961, nachdem die beiden Staatschefs „lange und ziemlich heftig gestritten” hatten, schrieb Chruschtschow einen langen Brief an Kennedy, in welchem er ihm „ganz informell und persönlich” seine Ideen mitteilte. Er verglich die Erde mit der Arche Noah, auf der sowohl „reine” als auch „unreine” Tiere die Reise fortsetzen wollen. „Wir sollten in Frieden und Zusammenarbeit leben, damit die Arche schwimmfähig bleibt, sonst sinkt sie“, schloss Chruschtschow.
Die Idee der informellen Korrespondenz und die Analogie mit der Arche fanden bei Kennedy großen Anklang.
Auch Präsident Obama versuchte es mit Diplomatie. Sein Nahost-Beauftragter George Mitchell sagte: „Es gibt keinen Konflikt, der nicht beendet werden kann … Konflikte werden von Menschen verursacht, geführt und aufrechterhalten. Sie können auch von Menschen beendet werden.“
Laut Nicholas Wheeler wurde die Versöhnung zwischen Frankreich und Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg durch die Freundschaft zwischen dem deutschen Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Präsidenten Charles de Gaulle gefördert.
Kürzlich, am 3. Februar 2026, hat sich Kolumbiens Präsident Petro mit Präsident Trump getroffen, „um die seit Monaten bestehenden Spannungen abzubauen“. Sie sind vielleicht nicht die besten Kumpels geworden, aber Petro kam mit einer roten MAGA-Kappe aus dem Weißen Haus. Allerdings hat er ein „s“ an „America“ angehängt!
Um Gespräche und Freundschaften zu fördern, sollte man Politikern die Chance geben, sich in einer entspannten und angenehmen Atmosphäre zu treffen und zu unterhalten. Warum lädt man sie nicht zu Opern, Ballettaufführungen, Konzerten, Modelleisenbahnausstellungen ein, bei denen sie auch mit den Modellen spielen können, und zu riesigen LEGO-Konstruktionen, an denen sie auch mitbauen können?
Es könnte auch „Wiener Stunden“ geben, bei denen heiße Schokolade mit viel Schlagsahne und Gebäck angeboten wird.
- Das Ziel erreichen: Den neuen Vertrag sowie den TPNW studieren, verbessern und unterschreiben
Sobald sie sich miteinander wohlfühlen, sollten die Staats- und Regierungschefs und Politiker den „TTENW“ studieren und Änderungen vorschlagen, bis sie alle bereit sind, ihn zu unterschreiben und den Prozess zu starten, wozu auch der Beitritt zum TPNW gehört.
Das ist unser Traum!
Jetzt lasst uns das Ganze in ein Kunstwerk verwandeln; wie Paul K. Chappell sagt: „Um das alte Paradigma des Krieges durch ein neues Paradigma des Friedens zu ersetzen, (…) müssen wir Künstler:innen sein, die die Welt zu unserem Meisterwerk machen.”
Die Übersetzung aus dem Englischen wurde von Domenica Ott vom ehrenamtlichen Pressenza-Übersetzungsteam erstellt. Wir suchen Freiwillige!









