{"id":915796,"date":"2019-09-10T15:07:37","date_gmt":"2019-09-10T14:07:37","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=915796"},"modified":"2019-09-10T15:10:38","modified_gmt":"2019-09-10T14:10:38","slug":"friedens-und-umweltbewegung-schritte-zur-zusammenarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2019\/09\/friedens-und-umweltbewegung-schritte-zur-zusammenarbeit\/","title":{"rendered":"Friedens- und Umweltbewegung: Schritte zur Zusammenarbeit"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00dcber die Notwendigkeit gemeinsamer Aktionen von Friedens- und Umweltbewegung wird vor allem seit dem Aufkommen der \u201eFridays for Future\u201c-Bewegung viel diskutiert. Doch \u00fcber welche gemeinsame Losungen, Diskurs-Ebenen und praktischen Schritte kann das gelingen?<\/strong><\/p>\n<h4><strong>Bester Kimaschutz: Kein Krieg f\u00fcr \u00d6l!<\/strong><\/h4>\n<p>Derzeit droht ein Krieg durch die USA gegen den Iran. Deshalb bestand bei einer Aktionskonferenz in Frankfurt am 17.8. auch Einigkeit dar\u00fcber, die Losung &#8222;Kein Krieg f\u00fcr \u00d6l&#8220; schwerpunktm\u00e4\u00dfig einzusetzen, um einen neuen Golfkrieg zu verhindern. Bekanntlich einte sich vor dem Irak-Krieg 1990-1991 die deutsche Friedensbewegung hinter der Losung &#8222;Kein Blut f\u00fcr \u00d6l&#8220;. Der Krieg selbst erwies sich dann auch als Umweltkatastrophe in schlimmster Auspr\u00e4gung. Zun\u00e4chst waren es die brennenden \u00d6lfelder, die von irakischen Truppen in Kuwait entz\u00fcndet und erst nach neun Monaten vollst\u00e4ndig gel\u00f6scht wurden. Sp\u00e4ter entstand der Begriff des &#8222;Golfkriegs-Syndroms&#8220; durch die seitens der USA eingesetzte Uranmunition, wie auch 1999 auf dem Balkan und in wesentlich gr\u00f6\u00dferem Ma\u00dfe 2003 wieder im Irak. Uranmunition kann als die schlimmste Langzeit-Umweltkatastrophe durch Kriegsf\u00fchrung \u00fcberhaupt bezeichnet werden. Deshalb ist Krieg die gr\u00f6\u00dfte Katastrophe f\u00fcr Umwelt und Klima.<br \/>\nDas gilt aber bereits f\u00fcr die weltweite US-Milit\u00e4rpr\u00e4senz, die vor allem in der Golf-Region konzentriert ist. Eine im Juni 2019 ver\u00f6ffentlichte Studie der US-Politologin Neta C. Crawford berechnete den katastrophalen Beitrag des US-Milit\u00e4rs zum Klimawandel, der sich vor allem ergibt, wenn man dessen CO2-Fu\u00dfabdruck auch auf die US-R\u00fcstungsindustrie erweitert. In der von der Brown-University in den USA herausgegebenen Studie wird dar\u00fcber hinaus auch auf die paradoxe Situation des Pentagons hingewiesen. W\u00f6rtlich hei\u00dft es:<\/p>\n<p>\u201eDas Pentagon betrachtet den Klimawandel als eine Bedrohung f\u00fcr milit\u00e4rische Einrichtungen und Operationen sowie f\u00fcr die Sicherheit der Bev\u00f6lkerung und besch\u00e4ftigt sich dar\u00fcber hinaus damit, ob der Klimawandel zu Massenmigration, Konflikten und Kriegen f\u00fchrt. Doch das Pentagon erkennt nicht an, dass sein eigener Treibstoffverbrauch wesentlich zu diesen Problemen beitr\u00e4gt. Das Milit\u00e4r verwendet viel fossile Brennstoffe, um den Zugang zum \u00d6l am Persischen Golf zu sch\u00fctzen. Da der aktuelle Trend darin besteht, dass die USA weniger abh\u00e4ngig vom \u00d6l werden, kann es aber sein, dass diesbez\u00fcgliche Missionen nicht mehr als essentiell angesehen wird und damit die Pr\u00e4senz am Persischen Golf reduziert werden k\u00f6nnte.\u201c [1]<\/p>\n<p>Diese Aussage ist eindeutig: Milit\u00e4rische Abr\u00fcstung der USA w\u00e4re eine gute Ma\u00dfnahme gegen den Klimawandel und die nationale Sicherheit der USA zugleich.<br \/>\n&#8222;Kein Krieg f\u00fcr \u00d6l&#8220; ist deshalb auch ein guter Ansatzpunkt, um f\u00fcr Aktionen der Friedensbewegung den Aktivit\u00e4ten gegen den Klimawandel wie bei Fridays for Future auf anschauliche Weise n\u00e4her zu kommen.<\/p>\n<h4><strong>Gewaltige Ressourcen sind vorhanden: 100 Mrd. Euro<\/strong><\/h4>\n<p>Doch bei aller Zuspitzung auf die drohende Klimakatastrophe durch den andauernden Einsatz fossiler Brennstoffe geht es um wesentlich mehr.<br \/>\nEin einfaches Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Gesamtheit aller Umweltprobleme und den daraus sich ergebenden dringenden, umfassenden Handlungsbedarf erschlie\u00dft sich, wenn man das Volumen der umweltpolitisch fehlgeleiteten Ressourcen kennt. Das Umweltbundesamt hat bereits 2012 eine detaillierte Berechnung aller umweltsch\u00e4dlichen Subventionen erstellt, die f\u00fcr den Bundeshaushalt relevant sind und hierf\u00fcr einen Betrag von 57 Mrd. Euro ermittelt, woran sich bis heute wenig ge\u00e4ndert hat [2]. Die gr\u00f6\u00dften Fehlsteuerungen erfolgen beim Stra\u00dfen- und Flugverkehr sowie bei den Energiepreisen f\u00fcr Gro\u00dfunternehmen. Nach Meinung des Umweltbundesamtes sind ca. 90% dieser direkten und indirekten Subventionen klimarelevant. Hieran ankn\u00fcpfend kann man den \u201eVerteidigungshaushalt\u201c in \u00e4hnlicher Weise als politische Fehlsteuerung bezeichnen. Einen praktisch nachweisbaren Nutzen haben Bundeswehreins\u00e4tze lediglich bei (Umwelt-) Katastropheneins\u00e4tzen im Inneren, wo aber eine entsprechende Ressourcen-Aufstockung von Technischem Hilfswerk und Feuerwehren zielf\u00fchrender w\u00e4re.<br \/>\nDie Summe von umweltsch\u00e4dlichen Subventionen und unsinnigen R\u00fcstungsausgaben kann deshalb in der Gr\u00f6\u00dfenordnung von 100 Mrd. Euro pro Jahr beziffert werden, bezogen nur auf den Bundeshaushalt, wozu vor allem noch erhebliche EU-Mittel f\u00fcr ebenfalls umweltsch\u00e4dliche Agrarsubventionen kommen.<\/p>\n<p>Was zum umfassenden Handlungskatalog geh\u00f6rt, ist z.B. in einem k\u00fcrzlich ver\u00f6ffentlichten gemeinsamen 8-Seiten-Papier von Umweltverb\u00e4nden unter der \u00dcberschrift &#8222;Klimakrise &#8211; Was jetzt getan werden muss&#8220; zusammen gestellt worden [3]: Unter anderem beinhaltet dieses folgende Forderungen:<\/p>\n<ul>\n<li>schneller Kohleausstieg und Wechsel zu 100% erneuerbare Energien<\/li>\n<li>Verkehrswende zugunsten von Bahnfahrten, Verlagerung des G\u00fcterverkehrs auf die Schiene, kommunale Verkehrswende zugunsten von \u00d6PNV, Fu\u00df- und Fahrradverkehr<\/li>\n<li>Agrarwende zur Reduzierung von Massentierhaltung und Fleischkonsum<\/li>\n<li>Auf- und Umforstung der W\u00e4lder<\/li>\n<li>bezahlbarer Wohnraum mit energieeffizienten Heizungen<\/li>\n<li>Industriepolitik mit Kreislaufwirtschaft und eine intensivere bzw. geteilte Nutzung von Produkten<\/li>\n<li>Investitionsprogramm mit Abbau umweltsch\u00e4dlicher Subventionen, Umlenkung der EU-Agrarmittel und eine Verm\u00f6gensabgabe<\/li>\n<li>CO2-Bepreisung aufkommensneutral und sozialvertr\u00e4glich<\/li>\n<\/ul>\n<h4><strong>Sozial-\u00f6kologische Transformation<\/strong><\/h4>\n<p>Was zu tun ist, kann am besten mit den in mehreren Varianten erfolgenden Umschreibungen \u201esozial-\u00f6kologisch\u201c als \u201eWende\u201c, (gesellschaftlicher) \u201eUmbau\u201c oder \u201eTransformation\u201c thematisiert. Inwieweit hierbei auch eine Schwammigkeit besteht, kann an dieser Stelle nicht weiter diskutiert werden, da viele Begriffe auch fortlaufend einen Bedeutungswandel erleben. Konsequent w\u00e4re jedenfalls die Forderung nach einer sozial-\u00f6kologischen Revolution. Innerhalb der Gewerkschaft IG Metall ist diese Forderung angekommen, wie die Gro\u00dfdemo am 29. Juni in Berlin und eine im Nachgang erstellte gemeinsame Erkl\u00e4rung mit Umweltverb\u00e4nden aufgezeigt hat. Allerdings wird die Politik der IG Metall dadurch beeinflusst, dass etwa ein Drittel der beruflich aktiven Mitglieder in der Automobilindustrie arbeiten und deshalb eher der Umbau auf \u201egr\u00fcne\u201c Technologien mittels Elektroautos damit gemeint ist, um auf diesem Wege die Rolle Deutschlands als Export-Weltmeister aufrecht zu erhalten. Das hei\u00dft: Der Ausbau von Arbeitspl\u00e4tzen in der Windenergie-Branche, die ebenfalls in der IG Metall organisiert sind, ger\u00e4t dem gegen\u00fcber ins Hintertreffen. \u201eSozial-\u00f6kologisch\u201c ist aber auch verkn\u00fcpfbar mit Konversionskonzepten f\u00fcr die R\u00fcstungsindustrie, auch wenn diese Aufgabe quantitativ und qualitativ nicht mit der Autoindustrie vergleichbar ist.<br \/>\nMittlerweile erkl\u00e4ren immer mehr Kommunen den Klimanotstand, eine zun\u00e4chst symbolische Aktion und damit zun\u00e4chst mal \u00e4hnlich gelagert wie der Anfang d.J. von ICAN gestartete St\u00e4dteappell #ICANSave meine Stadt [4]. Es gibt allerdings einen gravierenden Unterschied: Der kommunale Klimanotstand wird in der Regel \u00fcber die blo\u00dfe Symbolik hinaus zum Dach f\u00fcr eine Reihe von umweltpolitischen Ma\u00dfnahmen der Kommune, wie z.B. die Reduzierung des Pkw-Verkehrs zugunsten von Fahrradwegen und \u00d6PNV. Umweltbewegte k\u00f6nnen im Unterschied zu Friedensbewegten meistens auf reale (Teil-)Erfolge verweisen.<\/p>\n<h4><strong>Der gemeinsame Gegner: Das Gro\u00dfkapital<\/strong><\/h4>\n<p>Ein Beispiel f\u00fcr die erfolgreiche Verkn\u00fcpfung v\u00f6llig verschiedener Themen gibt es von Winfried Wolf, der in Innsbruck bei Fridays for Future-Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern ein \u201estreikendes Klassenzimmer\u201c mit einer Unterrichtseinheit \u00fcber Kapital und Klima die Themen Fleischkonsum, EU-Aufr\u00fcstung und Autoverkehr verkn\u00fcpfte. (EU-Aufr\u00fcstung und PESCO sind ja innerhalb der Friedensbewegung eigentlich ein eher sperriges Thema). Sein Fazit der \u201eUnterrichtsstunde\u201c lautete: Niemand wurde \u00fcberfordert. Alle gingen mit [5].<br \/>\nUm mit Jugendlichen, die sich \u00fcber Fridays for Future politisieren, bildungsm\u00e4\u00dfig die Relevanz von Friedensthemen zu vermitteln, gibt es nat\u00fcrlich eine Vielzahl von Themen, die hier nur stichwortartig aufgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen:<\/p>\n<ul>\n<li>Kapitalismus: Treiber f\u00fcr Ressourcenverschwendung und Krieg<\/li>\n<li>Atomenergie: sowohl sowohl zivil wie auch milit\u00e4risch das gr\u00f6\u00dfte Sicherheitsrisiko f\u00fcr die Menschheit<\/li>\n<li>UN-Nachhaltigkeitsziele: als sozial-\u00f6kologische Transformation nur mit weltweiter Abr\u00fcstung erreichbar<\/li>\n<li>Milit\u00e4r als Klimakiller \u2013 auch ohne Krieg<\/li>\n<li>Umweltkriege des 20. und 21. Jahrhunderts als Langzeit-Hypothek f\u00fcr Natur und Menschheit<\/li>\n<li>Milit\u00e4rische Altlasten in Grundwasser und auf Meeresboden als toxische Zeitbomben<\/li>\n<li>Bundeshaushalt als Spiegel des umfassenden Handlungsbedarf f\u00fcr Umweltaufgaben und Abr\u00fcstung<\/li>\n<li>regionale Umweltbelastungen durch Milit\u00e4r: nicht nur rund um die Air Base Ramstein<\/li>\n<\/ul>\n<p>Zum Verst\u00e4ndnis des gemeinsamen Gegners geh\u00f6rt aber auch das Wissen um die Vorgehensweisen von einflussreichen Lobbygruppen des Gro\u00dfkapitals, die aktuell das Thema Klimaschutz in ihrem Sinne umdeuten, um politische Aktivit\u00e4ten auszubremsen. In rechtskonservativen Medien erfolgt dieses beispielsweise mit Stichw\u00f6rtern wie \u201eKlimahysterie\u201c, \u201eAugenma\u00df\u201c beim Klimaschutz und \u201eMythen der Klimaj\u00fcnger\u201c.<br \/>\nZu diesem gezielt und sehr geschickt inszenierten Lobbyismus kommt, dass sich Industrieunternehmen als beste Klimasch\u00fctzer darstellen, was f\u00fcr Umweltbewegte seit langem unter dem Begriff \u201eGreenwashing\u201c bekannt ist. Ein Beispiel daf\u00fcr ist aktuell der VW-Konzern, der ungeachtet seiner kriminellen Machenschaften beim Dieselskandal sich jetzt mit Elektroautos als Vorreiter im Klimaschutz pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<h4><strong>Organisations-intern Themenfelder b\u00fcndeln<\/strong><\/h4>\n<p>Viele zivilgesellschaftliche Organisationen besetzen sowohl umwelt- wie auch friedenspolitische Themen. Programmatische und aktionsorientierte Verzahnung sind jedoch praktisch \u00fcberall ausbauf\u00e4hig.<br \/>\nDie Naturfreunde Deutschlands haben bereits 2017 auf ihrem Bundeskongress ein sozial-\u00f6kologisches Manifest auf den Weg gebracht, das auch auf die notwendige Verkn\u00fcpfung von Umwelt- und Friedensbewegung verweist.<br \/>\nF\u00fcr die \u00c4rzteorganisation IPPNW spielte schon immer der enge Zusammenhang von ziviler und milit\u00e4rischer Nutzung der Atomenergie eine zentrale Rolle. Dazu geh\u00f6rt auch der Einsatz von Uranmunition, als eine der gravierendsten Umweltbelastungen durch Kriegsf\u00fchrung.<br \/>\nSo hei\u00dft es z.B. in einer aktuellen Pressemitteilung der IPPNW vom 23.8. \u00fcber den Klimawandel als gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr die globale Gesundheit:<\/p>\n<p>&#8222;Auch die Atomenergie, die Bef\u00fcrworter zunehmend wieder als L\u00f6sung der Energieprobleme des 21. Jahrhunderts propagieren, ist keine Option f\u00fcr eine klimafreundliche Energieversorgung. Sie ist teuer, gef\u00e4hrlich und eine wichtige Triebkraft f\u00fcr die Proliferation bzw. Verbreitung von Atomwaffen und radioaktivem Material.&#8220;<\/p>\n<p>Die seit 1988 aktiven \u201eNaturwissenschaftlerInnen in der Initiative Verantwortung f\u00fcr Frieden und Zukunftsf\u00e4higkeit\u201c (NatWiss) k\u00f6nnen auch mit anders gelagerten, aktuellen Schwerpunkten, wie den Kampf f\u00fcr Zivilklauseln an Hochschulen die Verbindung zu den Umweltthemen herstellen.<br \/>\nAttac ist an zahlreichen zivilgesellschaftlichen B\u00fcndnissen beteiligt, bei denen Umweltfragen eine gro\u00dfe Rolle spielen, wie z.B. bei \u201eEnde Gel\u00e4nde\u201c gegen den Braunkohleabbau am Hambacher Forst und der Lausitz. Die seit 2001 bestehende bundesweite AG Globalisierung und Krieg wurde in den letzten Jahren leider durch l\u00e4hmende Abgrenzungsdebatten einzelner Akteure innerhalb der Gesamtorganisation in Mitleidenschaft gezogen und war bisher relativ wenig aktionsorientiert pr\u00e4sent.<br \/>\nKirchliche Organisationen sind in ihrem politischen Engagement vor allem gegen R\u00fcstungsexporte sowie f\u00fcr einen gerechten Welthandel mit einer kritischen Sicht auf die sogenannte Entwicklungshilfe f\u00fcr die dritte Welt aktiv. Hier sind die von der UNO beschlossenen und von 2016 bis 2030 umzusetzenden Nachhaltigkeitsziele bzw. Social Development Goals die Basis f\u00fcr eine integrierte Herangehensweise.<br \/>\nIm Bundestag ist die Partei Die LINKE eine relativ gro\u00dfe St\u00fctze f\u00fcr die Friedensbewegung. Sowohl innerhalb der Partei wie demgem\u00e4\u00df auch nach au\u00dfen hin spielte \u00f6kologische Kompetenz bisher hingegen keine Rolle. Allerdings gibt es bereits seit 1994 (\u00fcber die Vorg\u00e4ngerpartei PDS) die \u00d6kologische Plattform, von der seit 2005 zahlreiche qualifizierte Schriften zur Umweltpolitik aufgelegt wurden, die \u00fcber die letzten Jahren hinweg wenig an Aktualit\u00e4t eingeb\u00fc\u00dft haben. Zu verdanken ist dieses \u00fcberwiegend der naturwissenschaftlichen und marxistischen Expertise von Prof. Dr. G\u00f6tz Brandt, der eine DDR-Sozialisation vorzuweisen hat. So erschien z.B. bereits 2011 eine sehr umfangreiche Brosch\u00fcre unter dem Titel \u201eIm Krieg und im Frieden \u2013 Milit\u00e4r vernichtet Umwelt\u201c [6].<br \/>\nLeider wurden \u00f6kologische Themen innerhalb der Parteif\u00fchrung bisher sehr geringsch\u00e4tzig behandelt, was vor allem dessen Verkettung mit dem sozialpolitischen Anspruch der Partei betrifft. F\u00fcr die Wahrnehmung durch Fridays for Future gilt hingegen, dass aktuell Die LINKE in der Regierungskoalition in Brandenburg den Braunkohleabbau mit unterst\u00fctzt und dadurch ein Glaubw\u00fcrdigkeitsproblem hat.<\/p>\n<h4><strong>Umweltverb\u00e4nde werden allgemeinpolitischer<\/strong><\/h4>\n<p>Nicht zu untersch\u00e4tzen sind auch die R\u00fcckwirkungen der Debatte auf die Umweltbewegung selbst. Der Vorsitzende des BUND Hubert Weiger war von Anfang an ein wichtiger, pers\u00f6nlicher Unterst\u00fctzer der Initiative \u201eAbr\u00fcsten statt Aufr\u00fcsten\u201c. In der bereits genannten Erkl\u00e4rung der beiden mitgliederst\u00e4rksten Naturschutz- und Umweltverb\u00e4nde BUND und NABU mit der IG Metall (\u201eGemeinsame Eckpunkte\u201c) hei\u00dft es [7]:<\/p>\n<p>\u201eEnergiewende, Mobilit\u00e4tswende, W\u00e4rmewende \u2013 all diese Herausforderungen werden unsere Gesellschaft, unsere Gewohnheiten und nicht zuletzt unsere Wirtschaft und Industrie stark ver\u00e4ndern.<br \/>\nSie treffen auf eine Gesellschaft, die sozial tief gespalten ist. Dies ist nicht naturgegeben, sondern das Ergebnis einer neoliberalen Regierungspolitik und gef\u00e4hrdet inzwischen auch die Reformf\u00e4higkeit unseres Landes.<br \/>\nDeshalb verwahren wir uns davor, wenn ausgerechnet die Urheber der sozialen Spaltung nun den Klimaschutz hiermit ausbremsen wollen.<br \/>\nWir treten sowohl f\u00fcr eine effektive Klimaschutzpolitik als auch f\u00fcr eine aktive Politik zur Verringerung der sozialen Spaltungen ein.\u201c<\/p>\n<p>1. \u00a0Studie von Neta C. Crawford \u00fcber US-Milit\u00e4r und Klimawandel <a href=\"https:\/\/watson.brown.edu\/costsofwar\/papers\/ClimateChangeandCostofWar\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/watson.brown.edu\/costsofwar\/papers\/ClimateChangeandCostofWar<\/a><br \/>\nteilweise deutsche \u00dcbersetzung: <a href=\"file:\/\/\/C:\/Users\/Kalle\/Desktop\/temp_Ausgang\/2019-08_Friedens-und-Umweltbewegung.docx\">http:\/\/umwelt-milit\u00e4r.info\/?Extraseiten\/2019-08_Uebersetzung_Costs-of-War<\/a><br \/>\n2. \u00a0Umweltsch\u00e4dliche Subventionen, Link zur PDF-Fassung der Ausgabe von 2016: <a href=\"https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/479\/publikationen\/uba_fachbroschuere_umweltschaedliche-subventionen_bf.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.umweltbundesamt.de\/sites\/default\/files\/medien\/479\/publikationen\/uba_fachbroschuere_umweltschaedliche-subventionen_bf.pdf<\/a><br \/>\n3. \u00a08-Seiten-Papier von Umweltverb\u00e4nden: &#8222;Klimakrise &#8211; Was jetzt getan werden muss&#8220; <a href=\"https:\/\/www.bund.net\/fileadmin\/user_upload_bund\/publikationen\/klimawandel\/klimawandel_klimakrise.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.bund.net\/fileadmin\/user_upload_bund\/publikationen\/klimawandel\/klimawandel_klimakrise.pdf<\/a><br \/>\n4. \u00a0ICAN-St\u00e4dteappell <a href=\"https:\/\/www.icanw.de\/ican-staedteappell\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.icanw.de\/ican-staedteappell\/<\/a><br \/>\n5. \u00a0Winfried Wolf: Eine leicht gek\u00fcrzte Fassung erschien in Lunapark21, Heft 46, S. 52-55. Eine stark gek\u00fcrzte Fassung ist enthalten im Friedensjournal Nr. 572019, Online abrufbar unter: <a href=\"http:\/\/www.frieden-und-zukunft.de\/pdf\/fj\/FJ_2019-5.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.frieden-und-zukunft.de\/pdf\/fj\/FJ_2019-5.pdf<\/a><br \/>\n6. \u00a0Die Brosch\u00fcren der \u00d6kologischen Plattform sind abrufbar unter: <a href=\"https:\/\/www.oekologische-plattform.de\/publikationen\/broschurenreihe-beitrage-zur-umweltpolitik\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.oekologische-plattform.de\/publikationen\/broschurenreihe-beitrage-zur-umweltpolitik\/<\/a><br \/>\n7. \u00a0Gemeinsame Eckpunkte der IG Metall mit NABU und BUND als PDF: <a href=\"https:\/\/www.igmetall.de\/download\/20190710_Erkl_rung_BUND_NABU_IGM_1bf343a30d004a12002efd0332050b319657e168.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/www.igmetall.de\/download\/20190710_Erkl_rung_BUND_NABU_IGM_1bf343a30d004a12002efd0332050b319657e168.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber die Notwendigkeit gemeinsamer Aktionen von Friedens- und Umweltbewegung wird vor allem seit dem Aufkommen der \u201eFridays for Future\u201c-Bewegung viel diskutiert. 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