{"id":901394,"date":"2019-08-18T13:40:27","date_gmt":"2019-08-18T12:40:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=901394"},"modified":"2019-08-18T13:42:32","modified_gmt":"2019-08-18T12:42:32","slug":"naturmeditation-ist-slowfood-fuer-die-seele-draussen-ganz-bei-sich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2019\/08\/naturmeditation-ist-slowfood-fuer-die-seele-draussen-ganz-bei-sich\/","title":{"rendered":"Naturmeditation ist Slowfood f\u00fcr die Seele &#8211; Drau\u00dfen ganz bei sich"},"content":{"rendered":"<header class=\"header-normal\">\n<div class=\"header-content\">\n<div class=\"article-teaser\">\n<p>Meditation und Naturerleben werden meist als getrennte Bereiche gesehen. Man meditiert im stillen K\u00e4mmerlein oder geht im Wald spazieren \u2014 dann meist in Gespr\u00e4che oder Gedanken vertieft. Wer sich jedoch darauf einl\u00e4sst in und mit der Natur zu meditieren, erschlie\u00dft sich eine unersch\u00f6pfliche Quelle der Kraft, Freude und Erholung. Naturmeditation ist auch Zwiesprache der Seele mit sich selbst, denn Au\u00dfen- und Innenwelt sind ineinander verschr\u00e4nkt.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/header>\n<div class=\"article\">\n<div class=\"article-content\">\n<blockquote><p>\u201eEinfach wieder schlendern ohne h\u00f6h\u00b4ren Drang.<br \/>\nAbsichtslos verweilen in der Stille Klang.<br \/>\nEinfach wieder schweben, wieder staunen und<br \/>\nschwerelos versinken in den Weltengrund.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>So poetisch beschreibt der Liedermacher Konstantin Wecker das achtsame Gehen in der Natur. Ich habe diese Verse oft geh\u00f6rt und beklatscht, aber nur sehr selten ausprobiert. Normalerweise lege ich bei Wanderungen einen flotten Schritt vor. Da ich mich meist zu dick finde, sehe ich das Gehen auch als Training. Wandere ich mit meiner Frau, sind wir stets in intensive Gespr\u00e4che vertieft; gehe ich allein, kreisen die Gedanken in unaufh\u00f6rlichem Selbstgespr\u00e4ch. Dieses Jahr, zum Fr\u00fchlingsanfang, entschloss ich mich, meine Gewohnheiten zu unterbrechen und es tats\u00e4chlich einmal mit dem \u201eSchlendern\u201c zu versuchen.<\/p>\n<p>Zu meinen liebsten Naturschauspielen nahe meinem Wohnort geh\u00f6rt die Leberbl\u00fcmchenbl\u00fcte in der Ammerschlucht. Ich habe das Privileg, im bayerischen Oberland fast alle wichtigen Landschaftsformen in einem Umkreis von einer halben Autostunde zu haben: W\u00e4lder, Blumenwiesen, Vorgebirge, unber\u00fchrte Moorlandschaft und Flusst\u00e4ler. Der K\u00f6nig-Ludwig-Steig an der Ammer \u00e4hnelt einem Hochgebirgspfad mit Felsen, gesicherten Wegen, steilen Auf- und Abstiegen sowie einer abwechslungsreichen Vegetation. Im M\u00e4rz sprenkeln Teppiche von Leberbl\u00fcmchen in einem wunderbaren Lilablau den Waldboden. In manchen Momenten, in denen die Sonne durch die noch nicht ergr\u00fcnten Baumkronen scheint, wirkt der Wald wie verzaubert.<\/p>\n<h4><strong>Entschleunigung tut gut<\/strong><\/h4>\n<p>Ich entschloss mich, nur mit halber Wandergeschwindigkeit zu gehen und au\u00dferdem kein \u201eGr\u00fcbelprogramm\u201c mit auf den Weg zu nehmen. Ich lie\u00df au\u00dferdem die Absicht fallen, ein bestimmtes Ziel zu erreichen oder zu \u201etrainieren\u201c. Keine andere Aufgabe stellte ich mir, als zu schauen, zu sp\u00fcren, der Natur wirklich nah zu sein. Schon bald bemerkte ich erstaunliche Effekte. Alle Ger\u00e4usche schienen lauter: der Gesang der V\u00f6gel oder das Knacksen der \u00c4ste.<\/p>\n<p>Ich sp\u00fcrte den Wind um meine Ohren wehen. Die B\u00e4ume im Vordergrund wanderten in Zeitlupe am Himmel entlang, wo zwischen bleiernen Wolken manchmal aufklarend leuchtendes Hellblau durchschien. Ich nahm mir Zeit, die Leberbl\u00fcmchen-Matten und die B\u00fcschel von M\u00e4rzenbechern, die sich zwischen Moos und Geh\u00f6lz leise im Wind bewegten, wirklich wahrzunehmen. Ich kniete inmitten der Pracht und betrachtete ausgiebig die feinen Formen der Bl\u00fcten und die Linien der Bl\u00e4tter.<\/p>\n<p>Zudem wurde die Ammerschlucht an jenem Tag von einer \u201eFroschwanderung\u201c heimgesucht. Mindestens 40 Exemplare, kleine gr\u00fcne und gro\u00dfe braune, h\u00fcpften \u00fcber den Weg, verharrten auf einem Stein oder paarten sich mit den (gr\u00f6\u00dferen) Weibchen. Man musste aufpassen, keines der Tiere zu verletzen und ging schon deshalb lieber achtsam. Nach einiger Zeit geriet ich in eine Art von sanfter Trance, wie sie sich bei der Meditation einstellen kann. Ich f\u00fchlte mich so entspannt wie selten im Alltag und empfand ein unspektakul\u00e4res, friedliches Gl\u00fcck. Wieder zuhause, merkte ich, wie dieses Gl\u00fccksgef\u00fchl nachwirkte und ich mich besser erholt hatte, als bei den \u00fcblichen erm\u00fcdenden \u201eGr\u00fcbelwanderungen\u201c.<\/p>\n<h4><strong>Innen und Au\u00dfen sind eins<\/strong><\/h4>\n<p>Kann man eine solche Erfahrung \u00fcberhaupt \u201eMeditation\u201c nennen? Tats\u00e4chlich lehren viele Meditationsschulen, die \u00e4u\u00dfere Welt v\u00f6llig auszublenden. Im Zen-Buddhismus sitzen die Sch\u00fcler etwa mit den Gesichtern zur Wand. Die Augen sind geschlossen oder auf den Boden vor den Meditierenden gerichtet. Auch die christliche Kontemplation betont eher die Introversion. Tats\u00e4chlich ist es aber unn\u00f6tig, Meditation im \u201estillen K\u00e4mmerlein\u201c und Naturmeditation gegeneinander auszuspielen.<\/p>\n<blockquote><p>Das, was der Meditierende sucht, ist hier wie dort gegenw\u00e4rtig: auf dem Grunde seiner Seele genauso wie in jedem Leberbl\u00fcmchen oder Frosch. \u201eHebe einen <em>Stein<\/em> auf, und du wirst mich finden\u201c, sagt Jesus im Thomasevangelium.<\/p><\/blockquote>\n<p>Seeleninnenraum und Au\u00dfenwelt geh\u00f6ren zusammen, spiegeln und durchdringen einander. Es ist nicht weise, einen der beiden Bereiche abzuwerten. Man kann ja unter verschiedenen Meditationstechniken aufgrund von Vorlieben und Erfahrungen w\u00e4hlen. Wichtig ist aber, zun\u00e4chst zu begreifen: Meditation ist \u00fcberall m\u00f6glich. Es gibt keine sinnvolle Spaltung unseres Erlebens in \u201espirituelle Zeiten\u201c und \u201ebanale Zeiten\u201c, in heilige (Innen-)R\u00e4ume und profane (Au\u00dfen-)R\u00e4ume. Der Unterschied ist: \u201eK\u00e4mmerlein\u201c-Meditation wird in vielen Schulen gelehrt, Naturmeditation braucht besondere PR, weil sie auch in spirituellen Kreisen meist \u201ekein Thema\u201c ist.<\/p>\n<h4><strong>Gottes unmittelbare Sprache<\/strong><\/h4>\n<p>Dabei ist der Gewinn, der daraus zu ziehen ist, offensichtlich. In gro\u00dfen Kunstwerken und Heiligen Schriften spricht Gott \u201egefiltert\u201c durch den Geist eines Menschen, gleichsam \u00fcbersetzt in einer Fremdsprache; die Natur dagegen ist direkt und unmittelbar die Sprache Gottes. Wer den Begriff \u201eGott\u201c vermeiden m\u00f6chte, kann in der Natur jedenfalls ein geistiges Wirkprinzip erkennen. Kommunikation, ja Kommunion ist m\u00f6glich, und sie ist wechselseitig. Dichter, K\u00fcnstler und Mystiker haben dies erkannt. In der sch\u00f6nen Szene \u201eKarfreitagszauber\u201c aus Richard Wagners \u201eParsifal\u201c hei\u00dft es:<\/p>\n<p><em>\u201eWie d\u00fcnkt mich doch die Aue heut so sch\u00f6n! (\u2026) doch sah ich nie so mild und zart die Halme, Bl\u00fcten und Blumen, noch duftet\u2018 all so kindisch hold und sprach so lieblich traut zu mir.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Ist es wahr? K\u00f6nnen Blumen, B\u00e4ume und Felsen sprechen? Sie k\u00f6nnen! Aber um ihre Sprache zu erlernen, braucht es Ein\u00fcbung in Achtsamkeit, Geduld und eine Verlangsamung unseres Lebens- und Wahrnehmungsrhythmus. Natur ist Slowfood f\u00fcr die Seele.<\/p>\n<p>Der Schweizer Naturlehrer und K\u00fcnstler Kari Joller schreibt in seinem lesenswerten Buch \u201eNaturerfahrung mit allen Sinnen\u201c:<\/p>\n<p><em>\u201eWir m\u00fcssen in uns wieder die Freude entdecken, uns auf die Natur einzulassen, achtsam unterwegs zu sein, immer wieder innezuhalten. Dazu braucht es die F\u00e4higkeit zur Hingabe, zum Eintauchen in die Erfahrungswelt unserer Sinne. Nicht zuletzt ist dies eine Frage der Beziehungsf\u00e4higkeit \u00fcberhaupt. Sind wir f\u00e4hig, wach und aufmerksam durch die Welt zu gehen, uns von etwas beeindrucken und ergreifen zu lassen?\u201c<\/em><\/p>\n<p>Naturerleben verbindet Menschen \u00fcber Nationalit\u00e4ten, Altersstufen und andere Grenzen hinweg, w\u00e4hrend Technik oft trennt. Oma telefoniert, Mama schreibt Mails, der Enkel simst, skypt und whatsappt. Die Erfahrung, einem B\u00fcschel Lichtnelken oder einem Eichh\u00f6rnchen am Wegesrand zu begegnen, hat dagegen etwas Zeitloses. Schon unsere Vorfahren k\u00f6nnten das \u00e4hnlich erlebt haben.<\/p>\n<h4><strong>Gehmeditation: Die Erde heilt<\/strong><\/h4>\n<p>Zu den wenigen spirituellen Meistern, die eine Br\u00fccke zwischen introvertierter und Naturmeditation schlagen, geh\u00f6rt der vietnamesische Zen-M\u00f6nch Thich Nh\u1ea5t H\u1ea1nh, der ein lesenswertes B\u00fcchlein \u00fcber die Gehmeditation geschrieben hat.<\/p>\n<blockquote><p>Gehmeditation verk\u00f6rpert Weltzugewandheit statt Weltflucht, sanfte Aktivit\u00e4t statt k\u00f6rperlicher Starre, waches Sein im Augenblick statt esoterischer Spekulation.<\/p><\/blockquote>\n<p>Sie ist deshalb das gelebte Musterbeispiel f\u00fcr Thich Nh\u1ea5t H\u1ea1nh Philosophie des \u201eInter-Seins\u201c \u2014 der wechselseitigen Verbundenheit allen Lebens und ideal geeignet f\u00fcr alle, die sich mit der Sitzmeditation schwertun, aber auch f\u00fcr jene, die ihr bew\u00e4hrtes spirituelles \u00dcbungsprogramm um eine dynamische Methode erweitern wollen. Mit jedem wirklich achtsam gegangenen Schritt, sagt der Zen-Meister, pflanzen wir eine Saat des Friedens und des Gl\u00fccks in den Boden, den wir betreten. Wir beginnen damit, die Erde, unsere Mutter, zu heilen und uns zugleich von ihr heilen zu lassen.<\/p>\n<p>Thich Nh\u1ea5t H\u1ea1nh beschreibt, wie man geht und dabei l\u00e4chelt und wie man jeden Schritt \u2014 ganz im Geist des Bodhisattva-Gel\u00fcbdes \u2014 dem Frieden auf der Erde und dem Wohl der Wesen widmet. Das Gehen, oft als Mittel zum Rennen und Hetzen missbraucht, erh\u00e4lt so seine urspr\u00fcngliche Bedeutung zur\u00fcck. Es geht nicht darum, irgendwo anzukommen, sondern um das Gehen selbst als Erf\u00fcllung und Genuss dieses Augenblicks. Gehmeditation ist somit auch geeignet, psychische Unausgeglichenheit, wie Unrast, \u00c4ngste und \u00c4rger, zu kompensieren. Dies gilt nat\u00fcrlich f\u00fcr meditatives Gehen in der Natur erst recht. Sie ist neben dem Gehen im Meditationsraum, in G\u00e4rten und sogar in Menschenmengen eine der Spielarten, die Thich Nhat H\u1ea1nh beschreibt. In der Natur jedoch verst\u00e4rkt sich der heilsame Effekt des achtsam-liebevollen Gehens durch einen zweiten, der mit dem Naturerleben selbst zu tun hat.<\/p>\n<h4><strong>Naturbilder machen gl\u00fccklich<\/strong><\/h4>\n<p>Es ist ja wirklich keine \u00dcberraschung, aber jetzt haben wir es schwarz auf wei\u00df: Joe Barton und Jules Pretty von der Universit\u00e4t Essex fanden heraus, dass Aktivit\u00e4ten im Freien die Stimmung verbessern. Die englischen Forscher analysierten zehn Studien mit insgesamt 1252 Personen unterschiedlichen Alters und Geschlechts.<\/p>\n<p>Das Ergebnis: Schon f\u00fcnf Minuten k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t im Gr\u00fcnen verbessern Stimmung und Selbstwertgef\u00fchl, besonders bei j\u00fcngeren Menschen und solchen mit psychischen Problemen. Die Gl\u00fccksfaktoren steigen in den ersten Minuten rasant an, um dann auf hohem Niveau zu bleiben. Gew\u00e4sser, wie B\u00e4che oder Seen, verst\u00e4rken die Wirkung des Gr\u00fcns. Schon das Betrachten der Bilder von Wiesen, W\u00e4ldern oder Wasser synchronisiert bestimmte Gehirnbereiche und bewirkt einen angenehmen Entspannungszustand. Ein Blumenposter, das Betrachten eines Wildnis-Bildbands oder einer Land-Zeitschrift hebt die Stimmung. Voraussetzung: Man l\u00e4sst sich auf die Bilder wirklich ein und bl\u00e4ttert nicht hektisch weiter.<\/p>\n<p>Nach meiner Erfahrung umfasst Naturmeditation f\u00fcnf Stufen, die aufeinander aufbauen. Man kann sie jedoch teilweise auch gleichzeitig oder abwechselnd praktizieren.<\/p>\n<h4><strong>1. Schlendern<\/strong><\/h4>\n<p>Hier geht es zun\u00e4chst um den Entschluss, der Natur in unserem Leben mehr Raum zu geben und einfach die Existenz der Landschaftsformen, Pflanzen, Tiere und Elemente zur Kenntnis zu nehmen. Schlendern ist absichts- und zielloses Gehen in der Natur, unterbrochen vom Innehalten, wobei Anregungen aus der Natur aufgegriffen werden. Dazu geh\u00f6ren die Verlangsamung des Schritttempos und die Reduktion des inneren Monologs. Wie ich am Beispiel meines Ammerschlucht-Spaziergangs er\u00f6rtert habe, sollte das Wort bildende Denken verebben, sollten alle Sinne ge\u00f6ffnet werden.<\/p>\n<p>Es geht beim Schlendern auch um die schlichte Wahrnehmung von Sch\u00f6nheit. Sehr geeignet sind hier auch Botanische G\u00e4rten, weil sie auf beschr\u00e4nktem Raum sehr viel Betrachtenswertes bieten und nicht dazu verf\u00fchren, schnell \u201evon Punkt A nach Punkt B\u201c zu rasen. Der Weg \u2014 das Betrachten der Pflanzen \u2014 ist hier buchst\u00e4blich das Ziel des Besuchs. Beim Durchschreiten eines von feuchtwarmer Atmosph\u00e4re dampfenden Orchideenhauses dachte ich: Es w\u00e4re schwer, zuhause mit Farbstiften auch nur eine Blume zu entwerfen, die so sch\u00f6n und dabei einzigartig ist. Mein Eindruck von Pflanzen ist: Es sind Kunstwerke, die zugleich in jedem ihrer Einzelteile \u201efunktionst\u00fcchtig\u201c sind. Von Jesus ist \u00fcber Blumen das Wort \u00fcberliefert, \u201edass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist wie derselben eins.\u201c<\/p>\n<h4><strong>2. Informieren<\/strong><\/h4>\n<p>Wissen \u00fcber die Funktionsweisen von \u00d6kosystemen, \u00fcber das Verhalten der Tiere und die \u00dcberlebensstrategien der Pflanzen ist f\u00fcr die weiteren Schritte der Naturmeditation hilfreich. Als ich begann, mich mit dem Thema zu besch\u00e4ftigen, ging ich mit einem Bestimmungsbuch durch die Landschaft und lernte viele Namen von Blumen, B\u00e4umen und B\u00fcschen auswendig. Ich schaute mehr als 30 Natur- und Tierfilme an, die wundersch\u00f6ne Nahaufnahmen mit kundigen Erkl\u00e4rungen verbanden, vor allem solche des legend\u00e4ren Tierfilmers David Attenborough. Ich lieh mir eine Reihe von sch\u00f6nen Bildb\u00e4nden aus und besuchte jede Gartenausstellung in meiner N\u00e4he.<\/p>\n<p>Eine \u201ewissenschaftliche\u201c Vorgehensweise scheint einem meditativen oder gar mystischen Zugang zu widersprechen. Meine Erfahrung ist allerdings eine andere. Wenn ich lerne, Blumen voneinander zu unterscheiden, muss ich sie genau betrachten. Mit der Betrachtung kommt oft die Bewunderung, mit der Bewunderung die Liebe. Bekannte Pflanzen, wie das Buschwindr\u00f6schen, betrachte ich wie Freunde: Ich freue mich, sie wiederzusehen. Der Offenheit f\u00fcr noch unbekannte Pflanzen tut dies keinen Abbruch.<\/p>\n<h4><strong>3. Kontemplieren<\/strong><\/h4>\n<p>Hier betritt man eine \u201etransrationale\u201c Stufe jenseits von Worten und Namen. Das rationale Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Naturvorg\u00e4nge wird integriert, zugleich gehen wir aber dar\u00fcber hinaus. Beim Kontemplieren betrachtet man einen Naturgegenstand l\u00e4ngere Zeit und versucht sich in die Betrachtung hinein zu entspannen. Das reine Schauen sollte ohne Wertung und ohne Eigeninteresse erfolgen. Wir versuchen, nicht zu denken: \u201eEs ist sch\u00f6n.\u201c oder \u201eEs w\u00fcrde gut schmecken.\u201c (zum Beispiel beim Anblick eines Hasen), sondern: \u201eEs ist.\u201c.<\/p>\n<p>Der Franziskaner Richard Rohr definiert Kontemplation so: \u201eEs bedeutet, ungesch\u00fctzt vor dem jeweiligen Augenblick, einem Ereignis oder einer Person zu verweilen \u2014 ohne zu spalten und zu versuchen, die Dinge zu beherrschen und zu kontrollieren.\u201c \u201eUngesch\u00fctzt\u201c meint hier wohl: Man verschlie\u00dfe seine Sinne und sein Herz nicht, um Eindr\u00fccke auszuklammern, die das eigene Selbstbild gef\u00e4hrden. \u201eSpalten\u201c meint die Unterscheidung zwischen angenehm und unangenehm. \u201eKontrollieren\u201c w\u00fcrde man, indem man beispielsweise versucht, ein Tier l\u00e4nger festzuhalten, als es w\u00fcnscht.<\/p>\n<p><em>Rohr f\u00e4hrt fort: \u201eKontemplation ist Ein\u00fcbung darin, die R\u00e4ume des Herzens und des Verstandes lang genug offen zu halten, damit der Verstand neues, bisher verborgenes Material sehen kann.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Bezogen auf die Naturmeditation kann dieses \u201eneue Material\u201c darin bestehen, dass wir etwas von der geistigen Innenseite der k\u00f6rperlichen Welt der Pflanzen, Tiere, Gesteine und Elemente wahrnehmen.<\/p>\n<p>Zum Kontemplieren geh\u00f6rt es, die Naturwesen als Subjekte und sich selbst als Objekt zu erleben. Der Betrachter beeinflusst stets das, was er betrachtet. Bei einer gef\u00fchrten Naturexkursion machte unser Leiter Thomas darauf aufmerksam, dass wir beim Betreten eines Waldes die Rufe der V\u00f6gel durchaus auf uns beziehen k\u00f6nnen. Es sind oft Warnrufe, die unsere Ankunft als m\u00f6gliche Gefahr ank\u00fcndigen. Kommunikation mit der Natur bedeutet nicht nur zu sehen, sondern auch gesehen zu werden; nicht nur zu h\u00f6ren, sondern auch geh\u00f6rt zu werden; nicht nur zu sp\u00fcren, sondern auch gesp\u00fcrt zu werden. Bei Tieren ist dies offensichtlich; aber auch die Sensibilit\u00e4t von Pflanzen wurde in eindrucksvollen Experimenten deutlich. Ein Versuch mit Parmaveilchen hat gezeigt, dass Pflanzen, die gelobt werden, besser gedeihen, als solche, die beschimpft werden. Ein Bauer steigerte seinen Ertrag an Tomaten um 22 Prozent, indem er sie t\u00e4glich mit \u201eGuten Morgen, liebe Tomaten!\u201c begr\u00fc\u00dfte.<\/p>\n<p>Cleve Backster aus Kalifornien war eigentlich kein Botaniker, sondern Experte f\u00fcr L\u00fcgendetektoren. Eines Tages schloss er die Elektroden zuhause an seinen Drachenbaum an. Er wollte pr\u00fcfen, wie lange es dauerte, bis das Wasser nach dem Gie\u00dfen vom Wurzelbereich in den Bl\u00e4ttern angekommen war. Zu seinem Erstaunen zeigte sein Schreiber eine Kurve, wie sie auftritt, wenn sich ein menschlicher Proband \u201efreut\u201c. Backster wollte nun pr\u00fcfen, ob sein Baum auch auf negative Reize reagierte. Schon als er daran dachte, ein Blatt mit dem Streichholz zu versengen, zeichnete der L\u00fcgendetektor jedoch eine dramatische Kurve auf.<\/p>\n<p>Dies f\u00fchrte zu einem weiteren, noch erstaunlicheren Experiment: Backster stellte zwei Pflanzen nebeneinander. Die eine wurde von einer Versuchsperson, einem Studenten, \u201eermordet\u201c, also ausgerissen und zertrampelt. Der Forscher lie\u00df nun nacheinander f\u00fcnf Studenten den Raum betreten. Bei vier von ihnen reagierte die zweite Pflanze nicht. Als der \u201eM\u00f6rder\u201c hereinkam, zeichnete der Detektor jedoch heftige Ausschl\u00e4ge auf: \u201eAngst\u201c. Man kann daraus verschiedene Schlussfolgerungen ziehen. Meine ist: Wenn ich mich Blumen mit einer liebevollen Einstellung n\u00e4here, kann ich nicht ausschlie\u00dfen, dass sie das sp\u00fcren und sich \u201efreuen\u201c.<\/p>\n<h4><strong>4. Lieben<\/strong><\/h4>\n<p>Die Liebe zur Natur kommt meist von allein. Man kann sie jedoch auch als Ergebnis und Steigerung der bisher gegangenen Schritte (bewusstes Wahrnehmen, Informieren, Kontemplieren) verstehen. Wir betrachten eine Schwertlilie in einer Sumpflandschaft, nehmen die Details ihres Aufbaus in uns auf, die Farben, die Formen. Wir lassen sie eine Weile auf uns wirken und stellen uns vor, dass auch sie uns wahrnimmt. Es kann sich nun ein warmes Gef\u00fchl von Liebe einstellen. Man kann dies nicht erzwingen, wohl aber beg\u00fcnstigen, indem man gewisse Vorlieben pflegt.<\/p>\n<p>Empfehlenswert ist es, einen \u201eKult\u201c um Lieblingspflanzen, -tiere und -pl\u00e4tze zu machen. Ich habe mittlerweile zum Beispiel viele Informationen und Bilder rund umEichh\u00f6rnchen gesammelt, merke mir Pl\u00e4tze, wo sie h\u00e4ufig auftreten. Zu meiner Freude sehe sie nun wesentlich h\u00e4ufiger als fr\u00fcher. Es ist, als ob sie speziell zu mir k\u00e4men. Denselben Effekt erlebte ich vor rund zehn Jahren mit Igeln. Ist man auf ein Tier fokussiert, sieht es man es \u201e\u00fcberall\u201c \u2014 sofern es einheimisch und nicht zu selten ist.<\/p>\n<p>Es ist aber gut, seine Vorliebe auszuweiten, indem man weitere Objekte zu sch\u00e4tzen lernt. Ziel ist es ja auch, die Spaltung zwischen \u201eerw\u00fcnschten\u201c und \u201eunerw\u00fcnschten\u201c Naturph\u00e4nomenen zu \u00fcberwinden. Der Regen ist f\u00fcr das Wohl des Ganzen ebenso wichtig wie der Sonnenschein. \u201eH\u00e4ssliche\u201c Regenw\u00fcrmer sind f\u00fcr die Bodenbeschaffenheit genauso wichtig wie \u201eniedliche\u201c Eichh\u00f6rnchen f\u00fcr die Verteilung von Baumsamen im Wald. Wer sehr vieles, idealerweise alles liebt, f\u00fchlt sich stets aufgehoben in einer freundlichen, ja befreundeten Umgebung. Fjodor Dostojewski beschreibt die wachsende Liebe zur Natur in \u201eDie Br\u00fcder Karamasow\u201c als Weg zum Gottesbewusstsein:<\/p>\n<p><em>\u201eLiebet die Tiere, liebt die Gew\u00e4chse, liebet jegliches Ding. Erst wenn du jedes Ding lieben wirst, wird sich dir das Geheimnis Gottes in den Dingen offenbaren. (\u2026) Und zu guter Ltzt wirst du die ganze Welt schon mit ungeteilter, allumfassender Liebe lieben.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Um Pflanzen lieben zu lernen, empfiehlt es sich nat\u00fcrlich auch, sich um einige von ihnen besonders zu k\u00fcmmern. Man kauft und pflanzt sie, pflegt sie und erlebt den ganzen Zyklus vom Werden, Bl\u00fchen und Vergehen hautnah mit. Es ist wie mit der Rose in Antoine de Saint-Exup\u00e9rys Buch \u201eDer Kleine Prinz\u201c: Sie ist nicht perfekt, und f\u00fcr Au\u00dfenstehende unterscheidet sie sich nicht sehr von anderen Rosen. Aber der Prinz liebt sie, \u201eda es meine Rose ist.\u201c.<\/p>\n<h4><strong>5. Eins werden<\/strong><\/h4>\n<p>Seltener berichten Menschen von dem Gef\u00fchl, mit ihrer Umgebung zu verschmelzen. Die B\u00e4ume, die Wiese, das Wasser und der Himmel erschienen ihnen dann wie ihr erweiterter eigener K\u00f6rper. Gerade im indianischen Kulturkreis wird oft erz\u00e4hlt, jemand habe sich mit dem Geist eines Wolfes vereinigt, sei mit dem Adler durch die L\u00fcfte geflogen und so weiter. Er habe durch die Augen des Tieres gesehen und gef\u00fchlt, was das Tier f\u00fchlte.<\/p>\n<blockquote><p>Auf einer noch tieferen Stufe nimmt der Mystiker Gottes Gegenwart in allem wahr. Der griechische Philosoph Plotin beschreibt, \u201ewie die Seele von allen Seiten in die ruhende Welt einstr\u00f6mt, sich in sie ergie\u00dft, sie durchdringt und in sie hineinleuchtet.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit \u201eSeele\u201c ist dabei eine \u00fcberpers\u00f6nliche Weltseele gemeint. Sicher sind mystische Gipfelerlebnisse \u2014 wie auch bei der Sitzmeditation \u2014 nicht planbar. Manche erleben dergleichen nie und bezweifeln daher die Existenz au\u00dfergew\u00f6hnlicher Naturerfahrungen. Aber probieren Sie es einfach aus.<\/p>\n<p>Auf der letzten Stufe sind Einheitserfahrungen immer ein Geschenk, eine \u201eGnade\u201c. Ich glaube aber, dass sie durch die von mir beschriebenen Schritte eins bis vier vorbereitet werden k\u00f6nnen. Noch mehr als in anderen spirituellen Schulen ist bei der Naturmeditation der Weg das Ziel. Selbst wenn wir nie \u201eankommen\u201c, empfinden wir auf dem Weg doch viel Freude. Wir verbessern unsere Chancen, damit K\u00f6rper und Seele gesunden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3><strong>Einige Naturmeditationen \u2014 konkret<\/strong><\/h3>\n<h4><strong>Einen Lieblingsplatz kultivieren<\/strong><\/h4>\n<p>Am besten einen Ort, der viele reizvolle Landschaftselemente bietet: Wasser, B\u00e4ume, Blumen, vielleicht auch eine gewisse Wahrscheinlichkeit, dass Tiere auftauchen. Suchen Sie diesen Platz im Laufe der Monate und Jahre immer wieder auf, und nehmen Sie die Ver\u00e4nderungen aufmerksam wahr. Die Freude \u00fcber den Reichtum der Natur vermischt sich hier mit einer Kontemplation \u00fcber Verg\u00e4nglichkeit. Manches bleibt fast unver\u00e4ndert: Steine, Tannen \u2026 Vieles verbl\u00fcht fast schmerzlich schnell. Aber es kommt auch wieder \u2014 nicht in identischer Gestalt, aber in unz\u00e4hligen Varianten. Ziehen Sie Parallelen zum menschlichen Leben.<\/p>\n<h4><strong>Wolken beobachten<\/strong><\/h4>\n<p>Sich auf den R\u00fccken legen und in den Ozean \u00fcber unseren K\u00f6pfen blicken, die Ver\u00e4nderung der Wolkenformationen wahrnehmen und vielleicht \u201eBilder\u201c in ihnen sehen. Diese \u00dcbung bewirkt automatisch eine Verlangsamung unseres Geistes, ein Zur-Ruhe-kommen. Wir k\u00f6nnen die Gedanken schweifen lassen, ohne sie festzuhalten oder zu verdr\u00e4ngen. Wir lassen uns vom Anblick dieser Weite anstecken, und mit der Zeit wird auch unsere Seele weiter.<\/p>\n<h4><strong>Einen Fluss oder Bach beobachten<\/strong><\/h4>\n<p>Jedes Wassermolek\u00fcl flie\u00dft unaufh\u00f6rlich weiter, die Wirbel, Str\u00f6mungsmuster und Spiegelungen ver\u00e4ndern sich. Der Fluss ist in keinem Augenblick derselbe und bleibt doch in seiner Form konstant. Man kann dar\u00fcber philosophieren, wie alles von der Quelle her flie\u00dft und im Meer m\u00fcndet. Oder \u201enirgendwohin denken\u201c \u2014 und den Fluss oder den Bach einfach auf sich wirken lassen. Schon sein Rauschen ist auf eine unaufdringliche Art sch\u00f6n, die uns zur Ruhe kommen l\u00e4sst.<\/p>\n<h4><strong>Sich an einen Baum lehnen<\/strong><\/h4>\n<p>Man wird hier nach einiger Zeit eine Kraft sp\u00fcren, die den R\u00fccken und den ganzen K\u00f6rper durchdringt. Vor allem im Fr\u00fchjahr, wenn die Wachstumskr\u00e4fte auf dem H\u00f6hepunkt sind, ist die Energie sehr stark. Man hat das Gef\u00fchl, der Baum lebt, ist uns wohlgesonnen und st\u00e4rkt uns sogar psychisch. Auch der Wind in den Bl\u00e4ttern, die Baumbl\u00fcte (etwa bei Linden oder Kastanien), das Betrachten der unz\u00e4hligen Verzweigungen, die den Himmel in kleine Abschnitte teilen \u2014 all das ist in h\u00f6chstem Ma\u00dfe erfreulich. Und denken Sie an das Experiment mit dem Drachenbaum: Der Baum nimmt uns wahr.<\/p>\n<h4><strong>Blumen betrachten<\/strong><\/h4>\n<p>Man geht einmal nicht einfach vorbei, sondern bleibt stehen und sieht genauer hin. Man kauert sich zum Beispiel in eine Wiese voller Schl\u00fcsselblumen oder Wiesenschaumkraut; setzt sich auf einen Stein am Bach, nahe einem B\u00fcschel Sumpfdotterblumen. Wir beginnen nun, die Blume zu \u201escannen\u201c, jedes Detail wahrzunehmen, die Zahl der Bl\u00fctenbl\u00e4tter, die Anordnung der Bl\u00e4tter, die Verbindung zum Boden und zu anderen Pflanzen. Wir versuchen die Sch\u00f6nheit der Blume ganz in uns aufzunehmen und, wenn m\u00f6glich, etwas von ihrem \u201eGeist\u201c, ihrer \u201ePers\u00f6nlichkeit\u201c zu sp\u00fcren. Nach einer Weile kehrt tiefe Ruhe ein, und wir f\u00fchlen uns durch den Kontakt mit der Blume \u201egen\u00e4hrt\u201c.<\/p>\n<h4><strong>Tiere beobachten<\/strong><\/h4>\n<p>Wir k\u00f6nnen Tiere aufsuchen, die sich zuverl\u00e4ssig an einem bestimmten Ort befinden, etwa eine Schafherde in einem Gatter oder Enten, die im Fr\u00fchling mit einem \u201eKindergarten\u201c voller K\u00fcken im Gefolge \u00fcber einen Teich gleiten. Manche Tierbegegnungen kann man nicht vorhersehen oder erzwingen, wie zum Beispiel das pl\u00f6tzliche Auftauchen eines Eichh\u00f6rnchens auf einem Baumstamm. Hier hei\u00dft es, wachsam zu sein und ein paar Grundregeln zu beachten: Die Tiere nicht \u201everfolgen\u201c, nicht nach ihnen greifen, nicht laut sein, still dasitzen, schauen und im Geist mit ihnen Verbindung aufnehmen. Das Tier entscheidet selbst, wann es wieder aus unserem Blickfeld verschwindet.<\/p>\n<p>Gelingt eine l\u00e4ngere Tierbeobachtung, so kann sich ein Gef\u00fchl der Vertrautheit, der Zuneigung und des inneren Friedens einstellen. Was immer das Eichh\u00f6rnchen, das Reh oder die Blaumeise tut: Staunenswert ist ihre blo\u00dfe Existenz, ihre K\u00f6rperform und ihr Geschick, mit dem sie sich bewegen. Jetzt die Tiere nicht vergleichen und bewerten. Jedes ist gut so wie es ist.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<p><em>Dieser Beitrag von Roland Rottenfu\u00dfer erschien erstmalig bei <a href=\"https:\/\/www.rubikon.news\/artikel\/draussen-ganz-bei-sich\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rubikon \u2013 Magazin f\u00fcr die kritische Masse<\/a> unter CC BY 4.0.<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><em><strong>Roland Rottenfu\u00dfer<\/strong>, Jahrgang 1963, war nach dem Germanistikstudium als Buchlektor und Journalist f\u00fcr verschiedene Verlage t\u00e4tig. Von 2001 bis 2005 Redakteur beim spirituellen Magazin connection, sp\u00e4ter f\u00fcr den \u201eZeitpunkt\u201c. Aktuell arbeitet er als Lektor, Buch-Werbetexter und Autorenscout f\u00fcr den Goldmann Verlag. Seit 2006 ist er Chefredakteur von <a href=\"http:\/\/hinter-den-schlagzeilen.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Hinter den Schlagzeilen<\/a>.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meditation und Naturerleben werden meist als getrennte Bereiche gesehen. Man meditiert im stillen K\u00e4mmerlein oder geht im Wald spazieren \u2014 dann meist in Gespr\u00e4che oder Gedanken vertieft. 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