{"id":874266,"date":"2019-06-21T15:02:51","date_gmt":"2019-06-21T14:02:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=874266"},"modified":"2019-06-21T15:02:51","modified_gmt":"2019-06-21T14:02:51","slug":"todesstaub-durch-uran-munition","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2019\/06\/todesstaub-durch-uran-munition\/","title":{"rendered":"Todesstaub durch Uran-Munition"},"content":{"rendered":"<p><b>Greta Thunbergs &#8222;Fridays for Future&#8220; und der YouTuber Rezo sch\u00e4rften in den vergangenen Wochen das Interesse f\u00fcr den menschengemachten Klimawandel. Kaum beachtet dagegen werden die erheblichen toxischen und damit umweltsch\u00e4digenden Folgen der Kriege in den letzten 30 Jahren. Insbesondere die Verwendung von Uran-Munition wird kaum noch thematisiert.<\/b><\/p>\n<p>Ein f\u00fcr die Regierungen vieler L\u00e4nder scheinbar harmloses Problem ist nach einigen Erw\u00e4hnung in den Medien<sup>1<\/sup> wieder in der Versenkung verschwunden, wurde aber vor kurzem durch ein Buch des Regisseurs und Grimmepreistr\u00e4gers <a title=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frieder_Wagner\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Frieder_Wagner\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Frieder Wagner<\/a> wieder in Erinnerung gebracht. In diesem Buch wird auf die zerst\u00f6rerische Wirkung des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Uranmunition\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><i>Depleted Uranium<\/i><\/a> (DU) hingewiesen, aber nach Meinung des Autors sind kaum Informationen dar\u00fcber an die \u00d6ffentlichkeit geflossen.<\/p>\n<p>Depleted Uranium\u00a0ist ein Abfallprodukt, das bei der Anreicherung von Kernbrennstoff f\u00fcr Atomkraftwerke und von waffenf\u00e4higem Uran f\u00fcr Atombomben entsteht. Zwar kann dieses &#8222;abgereicherte&#8220; Uran (anders als das angereicherte) eine nukleare Kettenreaktion nicht mehr ausl\u00f6sen, stellt jedoch f\u00fcr die Atomkraftwerke ein Entsorgungsproblem dar. Findige R\u00fcstungsingenieure hatten f\u00fcr einen Teil des Problems eine L\u00f6sung parat: Sie entdeckten, dass dieses Metall als Abfallprodukt sehr billig zu haben ist und f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke zwei ausgezeichnete Eigenschaften besitzt:<\/p>\n<p class=\"rteindent1\"><b>Erstens<\/b>: Formt man dieses Metall zu einem spitzen Stab und beschleunigt ihn entsprechend, dann durchdringt er aufgrund seines enormen Gewichtes \u2013 mit fast der doppelten Masse von Blei \u2013\u00a0Stahl und Stahlbeton, wie ein hei\u00dfes Messer ein St\u00fcck Butter.<\/p>\n<p class=\"rteindent1\"><b>Zweitens<\/b>: Dabei entsteht an diesem abgereichertem Uranmetallstab ein Abrieb, der sich bei der enormen Reibungshitze von Temperaturen zwischen 3.000 bis 5.000 Grad Celsius selbst entz\u00fcndet.<\/p>\n<p>Das hei\u00dft, wenn sich ein solches Geschoss in Sekundenbruchteilen durch einen Panzer schwei\u00dft, entz\u00fcndet sich das abgereicherte Uran explosionsartig und die Soldaten in dem Panzer vergl\u00fchen.<\/p>\n<p>Weltweit, das hei\u00dft in mehr als zwanzig L\u00e4ndern, nutzen Milit\u00e4r und R\u00fcstungs\ufb01rmen Waffen mit Uranmunition, vor allem, um Panzer zu zerst\u00f6ren. Depleted Uranium wurde \u2013 soweit bekannt ist \u2013 bisher nur von den USA und Gro\u00dfbritannien im zweiten Golfkrieg 1991 eingesetzt, sp\u00e4ter dann auch in Bosnien und Serbien 1995, im Kosovo 1999 sowie im Irak-Krieg 2003 und auch gegen den IS.<\/p>\n<h4><strong>Die Folgen f\u00fcr die Umwelt<\/strong><\/h4>\n<p>Die Umweltfolgen von abgereichertem Uran h\u00e4ngen von der Art seiner Anwendung sowie von den physikalischen, chemischen und geologischen Gegebenheiten der betroffenen Region ab.<\/p>\n<p>Von Flugzeugen abgefeuerte Munition hat eine Treffergenauigkeit von h\u00f6chstens 10 Prozent, von Panzern abgefeuerte Geschosse haben eine h\u00f6here Treffergenauigkeit. DU-Projektile, die ihr Ziel verfehlen oder ungepanzerte Ziele treffen, dringen je nach Bodenbeschaffenheit einige Meter in den Boden ein. Bei einem Treffer werden 10 bis 70 Prozent des DU-Geschosses zu Aerosol. Dieses wird je nach Wind- und Wetterlage weitr\u00e4umig verteilt und zum Beispiel auch durch Pfl\u00fcgen wieder aufgewirbelt.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen hat dieses Uran 238 eine Halbwertzeit von <strong>4,5 Milliarden Jahren<\/strong>.<\/p>\n<h4><strong>Die Folgen f\u00fcr die Gesundheit<\/strong><\/h4>\n<p>Gesundheitssch\u00e4den entstehen insbesondere durch das <a title=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Inkorporation_(Medizin)\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Inkorporation_(Medizin)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">inkorporierte<\/a> DU (Einatmen, Essen, Trinken und Eindringen in den K\u00f6rper \u00fcber offene Wunden), der <a title=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Radiotoxizit%C3%A4t\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Radiotoxizit%C3%A4t\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">radiotoxischen<\/a> Wirkung sowie der chemotoxischen Feinstteilchen. Wissenschaftler erkennen hier auch eine synergistische gegenseitige Verst\u00e4rkung, sozusagen einen Cocktaileffekt beider Gifte. Die Bezeichnungen &#8222;<a title=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Golfkriegssyndrom\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Golfkriegssyndrom\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Golfkriegssyndrom<\/a>&#8220; bzw. &#8222;Balkan-Syndrom&#8220; sind allgemein bekannt und bezeichnen ein Krankheitsbild, das verst\u00e4rkt bei R\u00fcckkehrern aus der Golfregion auftauchten. Es k\u00f6nnen unter anderem\u00a0beobachtet werden: Missbildungen von Neugeborenen, Fertilit\u00e4tsst\u00f6rungen, Lipidoxydation (spezielle Zellsch\u00e4digungen), Krebs (inbesondere Leuk\u00e4mie), Nieren- und Lebersch\u00e4digungen.<\/p>\n<h4><strong>Meinungen \u00fcber die Sch\u00e4dlichkeit<\/strong><\/h4>\n<p>Das Grundproblem besteht darin, die m\u00f6glichen Sch\u00e4den festzustellen,\u00a0bzw. nachzuweisen, die kausal auf die verschossene Munition zur\u00fcckzuf\u00fchren sind.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;\u00dcber die Bewertung der Sch\u00e4dlichkeit der relativ schwachen ionisierenden Strahlung herrscht Uneinigkeit. Da nur wenige Erkenntnisse zu auftretenden Sch\u00e4den durch geringe Strahlungsdosen vorliegen, werden diese aus den bekannten Daten \u00fcber Sch\u00e4den von hohen Dosisleistungen abgeleitet Diese Vorgehensweise ist jedoch umstritten, manche Studien zeigen weit geringere Sch\u00e4den durch niedrige Strahlungsdosen als diese Extrapolation vermuten lie\u00dfe, andere Forscher vermuten im Gegenteil gr\u00f6\u00dfere Risiken als bisher angenommen.&#8220; (Zitiert nach <a title=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Golfkriegssyndrom#Uranmunition\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Golfkriegssyndrom#Uranmunition\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikipedia<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p>Kritiker der offiziellen Studien, insbesondere die <i><a title=\"https:\/\/www.ippnw.org\/\" href=\"https:\/\/www.ippnw.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">International Physicians for the Prevention of Nuclear War<\/a><\/i> (IPPNW) und der <i><a title=\"http:\/\/www.bandepleteduranium.org\/ \" href=\"http:\/\/www.bandepleteduranium.org\/%20\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">International Coalition to Ban Uranium Weapons<\/a><\/i> (ICBUW) werfen den &#8222;offiziellen&#8220; Studien fehlende Unabh\u00e4ngigkeit und veraltete Forschungsmethoden vor. Sie kritisieren, dass die Messmethoden zum Teil nur auf Erfahrungen der Atombombenabw\u00fcrfe von Hiroshima und Nagasaki beruhen und ihnen keine neueren Forschungen zugrunde liegen.<\/p>\n<h4><strong>Die intellektuelle Redlichkeit<\/strong><\/h4>\n<p>Vor allem m\u00fcsste glaubhaft erkl\u00e4rt werden, dass bei allen Untersuchungen einzelner L\u00e4nder (zum Beispiel auch der Bundesrepublik im Jahr 2001 durch das &#8222;Helmholtz Zentrum M\u00fcnchen \u2013\u00a0Forschungszentrum f\u00fcr Umwelt und Gesundheit&#8220; (fr\u00fcher GSF) auf keinen Fall wirtschaftliche oder politische Interessen eine Rolle spielten. Diese Ansicht vertritt auch Frieder Wagner in seinem Buch &#8222;Todesstaub&#8220; (S. 146).<sup>2<\/sup><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_874290\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-874290\" class=\"wp-image-874290\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/todesstaub-720x1021.jpg\" alt=\"Todesstaub durch Uran-Munition\" width=\"376\" height=\"534\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/todesstaub-720x1021.jpg 720w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/todesstaub-212x300.jpg 212w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/todesstaub-768x1089.jpg 768w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/todesstaub.jpg 1444w\" sizes=\"auto, (max-width: 376px) 100vw, 376px\" \/><p id=\"caption-attachment-874290\" class=\"wp-caption-text\"><em>Frieder Wagner, Todesstaub \u2013 Made in USA, Promedia 2019. 232 S. brosch. ISBN: 978-3-85371-452-2, 22,00 Euro (mit DVD)<\/em><\/p><\/div>\n<figure class=\"left-aligned\"><\/figure>\n<p>Denn es ist doch so, dass Uranmunition f\u00fcr die Atomwirtschaft eine billige Entsorgungsm\u00f6glichkeit bietet und f\u00fcr die R\u00fcstungsunternehmen ein preiswerter Rohstoff ist (zumindest preiswerter als das technisch vergleichbare Wolfram) und dass DU f\u00fcr das Milit\u00e4r in seiner oben genannten doppelten Zerst\u00f6rungskraft extrem effizient ist.<\/p>\n<p>Man sollte davon ausgehen, dass die Verursacher der Gesundheits- und Umweltsch\u00e4den Milliarden Schadensersatzleistungen f\u00fcr Soldaten und Zivilisten zahlen. Es sind allerdings nur wenige Schadenersatzf\u00e4lle bekannt, da zum Beispiel in den USA aufgrund der sogenannten <a title=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Feres_v._United_States\" href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Feres_v._United_States\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Feres-Doktrin<\/a> Milit\u00e4rangeh\u00f6rige grunds\u00e4tzlich keine Entsch\u00e4digung f\u00fcr im Dienst erlittene Sch\u00e4digungen erhalten.<\/p>\n<p>Bekannt ist allerdings auch der <a title=\"http:\/\/www.ag-friedensforschung.de\/themen\/DU-Geschosse\/schott.html\" href=\"http:\/\/www.ag-friedensforschung.de\/themen\/DU-Geschosse\/schott.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Fall Kenneth Duncan<\/a>, dem vom schottischen Pension Appeal Tribunal in Edinburgh eine Entsch\u00e4digung zugestanden wurde, weil er als Golfkriegsveteran (1991) als Folge einer DU-Vergiftung Chromosomenbr\u00fcche erlitt. Auch einige italienische Gerichte haben \u00e4hnliche Entscheidungen gef\u00e4llt.<\/p>\n<h4><strong>Internationale Regeln<\/strong><\/h4>\n<p>Hier sind stets zwei Fragen zu pr\u00fcfen. Wer hat zugestimmt\u00a0bzw. protokollarisch unterzeichnet und wer h\u00e4lt sie ein? Im Zusatzprotokoll zu den <a title=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Genfer_Konventionen\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Genfer_Konventionen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Genfer Abkommen<\/a> vom 12. August 1949 \u00fcber den Schutz der Opfer internationaler bewaffneter Konflikte hei\u00dft es:<\/p>\n<ol>\n<li>Bei der Kriegf\u00fchrung ist darauf zu achten, dass die nat\u00fcrliche Umwelt vor ausgedehnten, lang anhaltenden und schweren Sch\u00e4den gesch\u00fctzt wird. Dieser Schutz schlie\u00dft das Verbot der Anwendung von Methoden oder Mitteln der Kriegf\u00fchrung ein, die dazu bestimmt sind oder von denen erwartet werden kann, dass sie derartige Sch\u00e4den der nat\u00fcrlichen Umwelt verursachen und dadurch Gesundheit oder \u00dcberleben der Bev\u00f6lkerung gef\u00e4hrden.<\/li>\n<li>Angriffe gegen die nat\u00fcrliche Umwelt als Repressalie sind verboten.<\/li>\n<\/ol>\n<p>In der <a title=\"https:\/\/www.un.org\/Depts\/german\/conf\/agenda21\/rio.pdf\" href=\"https:\/\/www.un.org\/Depts\/german\/conf\/agenda21\/rio.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rio-Erkl\u00e4rung \u00fcber Umwelt und Entwicklung<\/a>\u00a0(Rio Declaration on Environment and Development) hei\u00dft es im Grundsatz 24:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Kriegshandlungen haben ihrer Natur nach zerst\u00f6rerische Auswirkungen auf die nachhaltige Entwicklung. Aus diesem Grund haben die Staaten die v\u00f6lkerrechtlichen Bestimmungen \u00fcber den Schutz der Umwelt in Zeiten bewaffneter Auseinandersetzungen zu achten und soweit erforderlich zusammen weiterzuentwickeln.&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Leider werden diese sowie weitere Grunds\u00e4tze des humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrechts und insbesondere des Umweltrechts kaum beachtet:<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Angesichts der Gefahr irreversibler Umweltsch\u00e4den soll ein Mangel an vollst\u00e4ndiger wissenschaftlicher Gewissheit nicht als Entschuldigung daf\u00fcr dienen, Ma\u00dfnahmen hinauszuz\u00f6gern, die in sich selbst gerechtfertigt sind. Bei Ma\u00dfnahmen, die sich auf komplexe Systeme beziehen, die noch nicht voll verstanden worden sind und bei denen die Folgewirkungen von St\u00f6rungen noch nicht vorausgesagt werden k\u00f6nnen, k\u00f6nnte der Vorsorgeansatz als Ausgangsbasis dienen.&#8220; (Zitiert nach <a title=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vorsorgeprinzip\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Vorsorgeprinzip\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikipedia<\/a>)<\/p><\/blockquote>\n<p>Das Vorsorgeprinzip zielt darauf ab, trotz fehlender Gewissheit bez\u00fcglich Art, Ausma\u00df oder Eintrittswahrscheinlichkeit von m\u00f6glichen Schadensf\u00e4llen vorbeugend zu handeln, um diese Sch\u00e4den von vornherein zu vermeiden.<\/p>\n<p>Dazu meint Prof. Manfred Mohr vom ICBUW: &#8222;Das entscheidende, auch rechtliche Argument im Hinblick auf den Einsatz von Uranwaffen und dessen Folgen findet sich im <i>precautionary principle\/approach<\/i> (Vorsorge- oder Vorsichtsansatz), auf den sich auch UNEP bezieht. Er ist sowohl im Humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrecht wie im Umweltrecht verankert und untersagt den Einsatz von riskanten Stoffen und Techniken, ohne dass dar\u00fcber endg\u00fcltige wissenschaftliche Klarheit herrscht.&#8220;<\/p>\n<h4><strong>&#8222;Paralyse durch Analyse&#8220;<\/strong><\/h4>\n<p>Letztlich geht es &#8222;um die Frage, wie viele Informationen (z. B. um Beispiel\u00a0\u00fcber die Auswirkungen eines bestimmten Schadstoffs) vorliegen m\u00fcssen, damit Ma\u00dfnahmen zur Verringerung potenzieller Gefahren (z. B. Verbot der betreffenden Substanz) erforderlich werden. Es gibt viele Beispiele aus der Geschichte, in denen mangelnder politischer Wille oder die Lobbyarbeit m\u00e4chtiger Interessengruppen rechtzeitige Schritte zum Schutz der Bev\u00f6lkerung verhindert haben.&#8220; Dabei wird das Nichtstun in der Regel mit der Behauptung gerechtfertigt, die Zusammenh\u00e4nge seien noch nicht eindeutig, weitere Forschungen seien n\u00f6tig und deren Ergebnisse m\u00fcssten abgewartet werden. &#8222;Das Wortspiel &#8218;Paralyse durch Analyse&#8216; bringt diese Situation auf den Punkt: Die wegen angeblich noch bestehender L\u00fccken in der Beweiskette immer wieder erhobene Forderung nach weiteren Studien l\u00e4hmt die Entscheidungstr\u00e4ger, so dass sie ihre Aufgaben zum Schutz der Bev\u00f6lkerung vernachl\u00e4ssigen.&#8220; (Zitiert aus <i>ippnw report<\/i>, Dezember 2012, S. 43)<\/p>\n<p><strong>Aus dem bisher Gesagten ergeben sich folgende Forderungen:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Nicht zuletzt aus Umweltschutzgr\u00fcnden sind alle Kriegshandlungen, bei der DU-Munition verwendet wird, von der UNO durch verbindliche Konventionen, die \u00fcber einen appellierenden Charakter hinausreichen, zu \u00e4chten<\/li>\n<li>Die Verursacher wissen am besten, wo sie was verschossen haben und m\u00fcssten endlich mit der Dekontamination beginnen.<br \/>\nDazu allerdings Prof. Manfred Mohr: &#8222;Dekontamination in Verbindung mit den Einsatzfolgen ist ein kompliziertes, komplexes Thema. Selbst wenn nur auf &#8218;hot spots&#8216;\u00a0begrenzt, ist sie \u00e4u\u00dferst kostspielig und letztlich kaum effektiv. Insbesondere betroffene Regionen haben in der Regel daf\u00fcr nicht die erforderlichen Ressourcen. Es bleibt nur, auf den Einsatz dieser teuflischen Waffe zu verzichten, will man Schaden f\u00fcr Mensch und Umwelt auch (lange) nach dem Kriegsgeschehen vermeiden.&#8220;<\/li>\n<li>Die Menschen m\u00fcssen endlich begreifen, dass moderne Kriege toxisch f\u00fcr viele Generationen nachwirken k\u00f6nnen. Eine globale Umweltorganisation w\u00e4re hierzu w\u00fcnschenswert (ein Ansatz dazu ist das schon bestehende aber nicht gerade sehr aktive <a title=\"https:\/\/www.unenvironment.org\/\" href=\"https:\/\/www.unenvironment.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Umweltprogramm der Vereinten Nationen<\/a>, UNEP).<\/li>\n<\/ol>\n<p><em><strong>Veranstaltungshinweis:<br \/>\n<\/strong><\/em>Film, Information &amp; Diskussion am 24.06.2019 um 19 Uhr im Zeiss-Gro\u00dfplanetarium Berlin: &#8222;<a href=\"http:\/\/www.uranmunition.org\/einladung-zu-film-information-diskussion-am-24-06-2019-im-zeiss-grossplanetarium-berlin\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Die Bombardierung Ex-Jugoslawiens mit Uranmunition \u2013\u00a020 Jahre danach<\/a>&#8222;.<\/p>\n<p><strong><em>Quellen:<br \/>\n<\/em><\/strong>[1] So in der Zeitung &#8222;Die Welt&#8220; vom 5. Februar 2018 : &#8222;Nur wenige Minuten gen\u00fcgten den amerikanischen Schlachtflugzeugen im November 2015, um zwei gro\u00dfe Tanklaster-Konvois des Islamischen Staates vollst\u00e4ndig aufzureiben. Die Angriffe am 16. und noch einmal am 22. November in der N\u00e4he der irakisch-syrischen Grenze sollten die \u00d6l-Aktivit\u00e4ten der Terrororganisation schw\u00e4chen \u2013 mehr als 350 Fahrzeuge wurden bei den beiden Eins\u00e4tzen zerst\u00f6rt. Aber erst vor Kurzem gaben die US-Streitkr\u00e4fte zu, dass dabei zum gr\u00f6\u00dften Teil panzerbrechende Uranmunition verschossen wurde. Es war der erste von US-Seite best\u00e4tigte Einsatz dieser sogenannten DU-Munition seit dem dritten Irak-Krieg, der 2003 zum Sturz Saddam Husseins f\u00fchrte.&#8220;<br \/>\n[2] Hier verweist Wagner auf nahe Kontakte des GSF zum Bundesministerium f\u00fcr Verteidigung.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em><strong>Personen und Kontakte:<\/strong><\/em><\/p>\n<ul>\n<li><a title=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Siegwart-Horst_G%C3%BCnther\" href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Siegwart-Horst_G%C3%BCnther\">Prof. Siegwart-Horst G\u00fcnther<\/a>, Arzt, (verstorben 2015) hielt sich 1991 in Basra auf und bemerkte in den Krankenh\u00e4usern eine Vielzahl missgebildeter Neugeborener. Er wies vermutlich als Erster darauf hin, dass\u00a0das m\u00f6glicherweise durch den Einsatz der abgeschossenen DU-Munition verursacht wurde.<\/li>\n<li>Prof. Albrecht Schott (verstorben 2011) erbrachte den Nachweis, dass DU urs\u00e4chlich f\u00fcr Chromosomen-Aberrationen ist (siehe oben: Fall Kenneth Duncan).<\/li>\n<li>IPPNW, Kontakt Dr. Jens-Peter Steffen, Berlin<\/li>\n<li>ICBUW, Kontakt Prof. Manfred Mohr<\/li>\n<li>Coop Antiwar-Cafe Berlin, Heiner B\u00fccker<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Greta Thunbergs &#8222;Fridays for Future&#8220; und der YouTuber Rezo sch\u00e4rften in den vergangenen Wochen das Interesse f\u00fcr den menschengemachten Klimawandel. Kaum beachtet dagegen werden die erheblichen toxischen und damit umweltsch\u00e4digenden Folgen der Kriege in den letzten 30 Jahren. 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