{"id":873713,"date":"2019-06-22T12:36:30","date_gmt":"2019-06-22T11:36:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=873713"},"modified":"2019-06-22T12:36:30","modified_gmt":"2019-06-22T11:36:30","slug":"jozsef-boeroecz-spaltholz-hasitott-fa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2019\/06\/jozsef-boeroecz-spaltholz-hasitott-fa\/","title":{"rendered":"J\u00f3zsef B\u00f6r\u00f6cz \u2013 Spaltholz (Has\u00edtott fa)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vor einem halben Jahr ist in Ungarn der Essayband \u201eHas\u00edtott fa\u201c <sup><a id=\"fnref-1\" href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2019\/06\/10\/jozsef-boeroecz-spaltholz-hasitott-fa\/#fn-1\">[1]<\/a><\/sup> von J\u00f3zsef B\u00f6r\u00f6cz erschienen. \u201eHas\u00edtott fa\u201c bedeutet Spaltholz und ist ein Hinweis auf das Gedicht von Attila J\u00f3zsef mit dem Titel \u201eBesinnung\u201c (Eszm\u00e9let).<\/strong><\/p>\n<blockquote><p><em>Wie Spaltholz dicht geh\u00e4uft, so liegt<br \/>\ndie Welt get\u00fcrmt \u00fcbereinander,<br \/>\nes dr\u00fcckt und dr\u00e4ngt, umfasst und zwickt<br \/>\nund w\u00fcrgt das eine Ding das andere \u2013<br \/>\njedes also determiniert.<br \/>\nNur was nicht ist, hat reiche Str\u00e4ucher.<br \/>\nNur was wird, ist an Blumen reicher.<br \/>\nGrad das zerf\u00e4llt, was existiert.<\/em> <sup><a id=\"fnref-2\" href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2019\/06\/10\/jozsef-boeroecz-spaltholz-hasitott-fa\/#fn-2\">[2]<\/a><\/sup><\/p><\/blockquote>\n<p>Auf mehr als vierhundert Seiten sind zwanzig Essays gesammelt, die zwischen 1986 und 2016 das erste Mal ver\u00f6ffentlicht wurden. Ein Teil auf Ungarisch ein anderer Teil auf Englisch, alle in renommierten Fachzeitschriften oder anspruchsvollen Sammelb\u00e4nden.<\/p>\n<p>J\u00f3zsef B\u00f6r\u00f6cz ist ein viel zitierter Wissenschaftler, historischer Soziologe, Wirtschaftssoziologe und Vertreter der Weltsystemtheorie nach <a href=\"http:\/\/www.iwallerstein.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Immanuel Wallerstein<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Was steht eigentlich in diesem Sammelband, was deutschsprachigen Lesern seit Jahrzehnten vorenthalten bleiben soll?<\/strong><\/p>\n<p>Die Analysen zeichnen ein bis jetzt unbekanntes Bild vom europ\u00e4ischen Kontinent. Pl\u00f6tzlich sehen wir, was wir schon immer ahnten, aber nicht wirklich sehen wollten. Das Bild widerspricht g\u00e4ngigen Diskursen, was gleich auch die Frage beantwortet, warum die Essays es nicht durch die Wand der deutschen Sprache schaffen. Die <a href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2017\/01\/08\/unzeitgemaesse-betrachtungen-denken-ist-luxus-und-muendigkeit-unerwuenscht\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kulturindustrie<\/a> \u00fcberwacht die Risse und den Rest erledigt eine eigenartig gut funktionierende Selbstzensur der akademischen und journalistischen Zunft.<\/p>\n<p>In den zwanzig Essays, die im Buch chronologisch geordnet sind, werden drei Themenkomplexe nacheinander behandelt. Im ersten Teil <strong>die staatssozialistischen L\u00e4nder<\/strong>, besonders Ungarn, und wie sie in doppelter Abh\u00e4ngigkeit organisiert \u00e4u\u00dferst kompliziert funktionierten. Dann die <strong>Informalit\u00e4t<\/strong> in staatssozialistischen L\u00e4ndern und die <strong>Privatisierungen<\/strong>. Zum Schluss das <strong>Wesen<\/strong>, <strong>Merkmale<\/strong> und essentielle <strong>Eigenschaften von einem \u201eReich\u201c<\/strong>\u00a0in der Theorie und in der Praxis, besonders in Europa und vor allem heute.<\/p>\n<p>Der Autor fokussiert aus politikwissenschaftlicher, soziologischer, \u00f6konomischer und globalhistorischer Sicht auf die Beziehungen zwischen Zentrum, Semiperipherie und Peripherie im Weltsystem. Die Analysen st\u00fctzen sich auf eine gro\u00dfe Zahl an statistischen Daten, die Behauptungen werden mit akribischen Berechnungen untermauert und den Anspr\u00fcchen der Leser_innen kommen verst\u00e4ndlich gestaltete Grafiken entgegen.<\/p>\n<h4><strong>1. Doppelte Abh\u00e4ngigkeit und Besitzvakuum<\/strong><\/h4>\n<p>In den ersten Essays wird detailliert beschrieben, wie die staatssozialistischen L\u00e4nder nach der stalinistischen \u00c4ra immer mehr von Westeuropa, genauer von den Gr\u00fcndungsm\u00e4chten der EU (EG), in Abh\u00e4ngigkeit geraten sind. Damit ist lediglich die urspr\u00fcngliche Abh\u00e4ngigkeit vor 1945 wiederhergestellt worden.<\/p>\n<p>Die Transformation nach 1989 hatte das Ziel, die direkte Beziehung des Kapitals der Zentrumsl\u00e4nder mit der Arbeitskraft der staatssozialistischen L\u00e4nder in Form von Investitionen und Arbeitsmigration zu verbinden. Die meisten Arbeiten, die sich mit dem Systemwechsel besch\u00e4ftigen, ignorieren die jahrzehntelange wirtschaftliche Abh\u00e4ngigkeit von Westeuropa, die schon lange vor der Wende zwingende Realit\u00e4t mit all ihren Konsequenzen war.<\/p>\n<p><strong>B\u00f6r\u00f6cz erkl\u00e4rt mit dem Konzept der doppelten Abh\u00e4ngigkeit die politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Realit\u00e4t in den staatssozialistischen L\u00e4ndern, die nach der stalinistischen \u00c4ra anfing und bis zur Wende 1989 dauerte.<\/strong><\/p>\n<p>Der Begriff <em>\u201eBesitzvakuum\u201c<\/em> geht auf den rum\u00e4nischen Wissenschaftler Pavel Campeanu <sup>[3]<\/sup> zur\u00fcck. Diesen Begriff verwendet B\u00f6r\u00f6cz bei der pr\u00e4zisen Beschreibung der Besitzverh\u00e4ltnisse im Staatssozialismus.<\/p>\n<p>Campeanu argumentiert, dass es die gr\u00f6\u00dfte Verfehlung der sozialistischen Staaten war, die Institutionen nicht zu schaffen, die es allen Mitgliedern der Gesellschaft erm\u00f6glicht h\u00e4tten, die Kontrolle \u00fcber die Produktionsmittel zu erlangen. Besitzvakuum bedeutet, dass im Staatssozialismus niemand \u00fcber die Produktionsmittel verf\u00fcgte. Weder die Einzelnen noch die Gesellschaft fungierten als Eigent\u00fcmer_in und dem Staat kam eine Verwaltungsrolle zu. Daraus folgt, dass die wichtigste Aufgabe nach dem Systemwechsel gewesen w\u00e4re, das Eigentum des Volkes dem Volk zuzuf\u00fchren. Aber das stand nur kurz zur Debatte.<\/p>\n<h4><strong>2. Der Kompradorenstaat und seine Agenten, Systemwechsel und Privatisierung<\/strong><\/h4>\n<p>B\u00f6r\u00f6cz verwendet Begriffe im ungew\u00f6hnlichen Kontext und f\u00fchrt sie so anderen Diskursen zu beziehungsweise verbindet Diskurse miteinander. Er schafft auch neue Begriffe wie zum Beispiel \u201e<em>Kompradorenstaat\u201c<\/em>, dem in postsozialistischen Zeiten in Osteuropa durchaus eine wichtige Rolle zukam. Aus der dependenztheoretischen Fachliteratur \u00fcber Lateinamerika kennen wir den Begriff <em>\u201eKompradorenbourgeoisie\u201c<\/em>.<\/p>\n<p>In den staatsozialistischen L\u00e4ndern gab es keine Bourgeoisie und somit keine Kompradorenbourgeoisie, aber sehr wohl eine <em>Kompradorenelite<\/em> und einen Kompradorenstaat. Die ehemals sozialistischen L\u00e4nder waren von der Sowjetunion politisch und von Westeuropa wirtschaftlich abh\u00e4ngig und diese zweite Abh\u00e4ngigkeit nahm mit der Zeit zu.<\/p>\n<p>Das Ende der stalinistischen \u00c4ra in Ungarn nach 1956 stellte die traditionelle wirtschaftliche Abh\u00e4ngigkeit von Westeuropa teilweise wieder her. Allerdings so, wie wir das aus halbkolonialen Strukturen kennen: das Monopol der legitimen Gewalt hatte der abh\u00e4ngige Staat inne.<\/p>\n<p><strong>Die doppelte Abh\u00e4ngigkeit hat in Ungarn nach 1956 begonnen und die zwei Komponenten waren im eigenartigen Gleichgewicht. Die multinationalen Banken boten der Sowjetunion und den anderen sozialistischen L\u00e4ndern Kredite zu hohen Zinsen an. Die Verschuldung ist zur wichtigsten Quelle der Abh\u00e4ngigkeit vom Zentrum geworden.<\/strong><\/p>\n<p>Der Kompradorenstaat der K\u00e1d\u00e1r-Zeit koordinierte diese duale Abh\u00e4ngigkeit bis zum friedlichen \u00dcbergang in die Mono-Abh\u00e4ngigkeit vom Zentrum ab 1989.<\/p>\n<p>Aber vorher begann ab den 60er Jahren ein Kampf zwischen den Anh\u00e4ngern dieser zwei Abh\u00e4ngigkeiten. Dazu muss man bemerken, dass die Sowjetunion zwar politische Loyalit\u00e4t verlangte, die von ihr abh\u00e4ngigen Staaten jedoch nicht ausbeutete. In den meisten staatssozialistischen L\u00e4ndern war der Lebensstandard h\u00f6her als in der Sowjetunion selbst. 1989-91 ist dann der sogenannte Ostblock zerfallen, worauf die Bev\u00f6lkerung teils resigniert, teils mit Krieg, wie in Jugoslawien, reagierte.<\/p>\n<p>Nach dem Ende des Sozialismus wurde das Besitzvakuum von zwei Formen des Privateigentums abgel\u00f6st. Die neuen Besitzer rekrutierten sich aus dem inl\u00e4ndischen politischen Kapital, also der staatssozialistischen B\u00fcrokratie, und aus ausl\u00e4ndischem, meist multinationalem, Kapital.<\/p>\n<p><strong>Die Privatisierung lief unter sch\u00e4ndlichen Verh\u00e4ltnissen ab. Die Produktionsmittel wurden unter ihrem Preis verkauft. Eine Schar an \u00d6konomen arbeitete daran, die Bev\u00f6lkerung von Vorteilen der Privatisierungen zu \u00fcberzeugen, die marktfundamentalistischen Ansichten als einzig richtig und zeitgem\u00e4\u00df zu pr\u00e4sentieren.<\/strong><\/p>\n<p>Wie erfolgreich die Transformation war, kann man heute sehr gut beurteilen. Der Mustersch\u00fcler der Privatisierungen, das damals viel gelobte Ungarn, w\u00e4lzt sich zur Zeit in einer Prekarit\u00e4t, die das Land seit Generationen nicht mehr kannte.<\/p>\n<p>Die ehemals sozialistischen L\u00e4nder sind alle verarmt und die Bev\u00f6lkerung wandert zunehmend aus. Nur Tschechien und Slowenien konnten das Niveau von 1989 ann\u00e4hernd halten.<\/p>\n<h4><strong>3. Die Beziehungen der ehemals staatssozialistischen L\u00e4nder zur EU und was ist ein Reich<\/strong><\/h4>\n<p>B\u00f6r\u00f6cz weist darauf hin, dass zum Zeitpunkt der Gr\u00fcndung Mitte der F\u00fcnfzigerjahre von sechs Gr\u00fcndungsmitgliedern der EG (EU) f\u00fcnf ehemalige Kolonialherren waren: Belgien, Frankreich, Italien, Holland und die Bundesrepublik Deutschland. Die EU ist also eine <strong>metakoloniale Organisation<\/strong>. Die sogenannte Osterweiterung bedeutete f\u00fcr Westeuropa nichts anderes als wieder in die alte koloniale Rolle zu schl\u00fcpfen und Territorium, Macht und Herrschaft \u00fcber andere zu erlangen.<\/p>\n<p><strong>Es ist nicht auszuschlie\u00dfen, schreibt B\u00f6r\u00f6cz, dass die EU mit der Zeit gerechter wird. Zeichen daf\u00fcr sind allerdings noch nicht zu vernehmen.<\/strong><\/p>\n<p>Ein Imperium kann aus voneinander getrennten Territorien bestehen aber auch aus zusammenh\u00e4ngenden Gebieten. Typische Beispiele f\u00fcr den ersten Typ eines Kolonialreiches aus der Vergangenheit sind das britische Kolonialreich, die Niederlande oder Frankreich. Zum zweiten Typ geh\u00f6ren das Habsburger Reich, das Osmanische Reich oder Preu\u00dfen.<\/p>\n<p>Deutschland hat Erfahrungen mit beiden Arten von Imperium. Wegen den au\u00dfereurop\u00e4ischen Kolonien geh\u00f6rt es in die erste Gruppe, mit den Eroberungen von Nazideutschland in die Zweite. Die zusammenh\u00e4ngenden Reiche kennt man in Mittel- und Osteuropa sehr gut. Marxistische Historiker_innen nach 1945 nannten Ungarn im Habsburger Reich eine Art Halbkolonie. Mit den Reformbestrebungen der 60er Jahre ist der Begriff allerdings von milderen Ausdr\u00fccken abgel\u00f6st worden.<\/p>\n<h4><strong>4. Woran erkennt man ein Imperium?<\/strong><\/h4>\n<p>Erstens ist die Beziehung zwischen dem Zentrum des Reichs und seiner Peripherie durch <strong>ungleichen Tausch<\/strong> gekennzeichnet. Zweites Merkmal ist die <strong>Kolonialit\u00e4t<\/strong>, also ein Kategoriensystem mit degradierenden Zuschreibungen. Drittes Merkmal ist der <strong>Export der Governance<\/strong> durch kontrollierende und disziplinierende Mechanismen verschiedener Staatsorganisationen. Viertes Merkmal ist das Vorhandensein einer geopolitischen Strategie mit dem Ziel, die Macht des zentralen Staates auszudehnen.<\/p>\n<p><strong>Wenn wir uns Europa anschauen, sticht der ungleiche Tausch ins Auge. Bis zum Zeitpunkt der sogenannten Osterweiterung haben Investoren der EU im Zuge der Privatisierungen und der Markt\u00f6ffnung hohe Profite aus der Region erzielt.<\/strong><\/p>\n<p>Kolonialit\u00e4t ist ein besonders schmerzhaftes Zeichen kolonialer Verh\u00e4ltnisse und war nicht nur dort, wo wir historisch die Kolonialisierung kennen, sondern auch in zusammenh\u00e4ngenden Reichen, etwa in Nazideutschland, anzutreffen. Der diskriminierende Rassismus kann auch dort existieren, wo wir keine unterschiedlichen Rassen oder verschiedene physisch zuschreibbare Merkmale feststellen k\u00f6nnen. Das Ph\u00e4nomen Kolonialit\u00e4t kann das Reich auch \u00fcberleben.<\/p>\n<p>An dieser Stelle beschreibt B\u00f6r\u00f6cz Ph\u00e4nomene, die wir gew\u00f6hnlich nicht beim Namen nennen. Osteuropa als Topos ist eindeutig ein negativer Stereotyp. Die Erweiterung der Union war in der offiziellen Rhetorik als Bedrohung oder als Problem zu vernehmen. Die rassistischen Stereotype kann man auch importieren. So hat man in Osteuropa nach dem Systemwechsel, wo die Elite immer schon Anh\u00e4ngerin der Aufkl\u00e4rung war und neben dem \u201eLicht\u201c stets alles aus Westeuropa zu \u00fcbernehmen bereit war, die Vorurteile auch gleich adoptiert.<\/p>\n<p><strong>Es verbreitete sich die Ideologie der Kolonialit\u00e4t.<\/strong> Rassistische Stereotypen, Spr\u00fcche und Beschimpfungen, wie <em>\u201eIn zivilisierten L\u00e4nder macht man das so\u201c<\/em>, oder die Verunglimpfungen mit <em>\u201eBalkan\u201c<\/em> oder <em>\u201eOsteuropa\u201c<\/em> sind angekommen und bekamen einen kultischen Platz.<\/p>\n<p>Die <em>\u201eOsterweiterung\u201c<\/em> als bizarre Wende der Politik bot der EU die M\u00f6glichkeit, sich aus moralischer \u00dcberlegenheit als ein zwar m\u00fcder, aber entschlossener Schulmeister zu verhalten. Die Fantasie \u00fcber einen Kindergarten ist ein bekannter Topos der Kolonialit\u00e4t. Die Osterweiterung wird von den Akteuren der EU Politik oft als disziplinierendes und zivilisierendes Man\u00f6ver betrachtet, obwohl sich die Kandidatenl\u00e4nder die Mechanismen der Diskriminierung, wegen deren sie besonders ger\u00fcgt werden, von den westeurop\u00e4ischen Mitgliedsl\u00e4ndern abschauten.<\/p>\n<p><strong>Ein gutes Beispiel f\u00fcr diese Attit\u00fcde ist die permanente Gleichsetzung der EU mit dem Kontinent Europa. Die Aufnahme in die EU bedeute demnach eine Best\u00e4tigung, doch Europ\u00e4er_innen zu sein, letztendlich also \u201ewei\u00df\u201c zu sein.<\/strong><\/p>\n<p>B\u00f6r\u00f6cz spricht hier \u00fcber <strong>eingebetteten Orientalismus<\/strong> und durch den Begriff <em>\u201eeurop\u00e4isch sein\u201c<\/em> auch \u00fcber <strong>nebelhaften Rasseninhalt<\/strong>.<\/p>\n<p>Vor dem Beitritt der ost-mittel-europ\u00e4ischen Kandidaten war oft die Rede \u00fcber Unterentwicklung. Aus wirtschaftssoziologischer Sicht trifft das tats\u00e4chlich zu. Der Grund daf\u00fcr ist allerdings die fehlende koloniale Erfahrung, die Marx kurz <em>\u201eurspr\u00fcngliche Kapitalakkumulation\u201c<\/em> nennt. Die L\u00e4nder, die Objekte der sogenannten Osterweiterung, genossen nie das Hereinstr\u00f6men von Reichtum aus den kolonialisierten L\u00e4ndern. Sie haben keine anderen beraubt und sich nicht durch ungleichen Tausch bereichert.<\/p>\n<p>Gegen kognitive Vorurteile gibt es keine kulturellen Bremsen in Westeuropa. Diese kognitiven Muster kolonialer Art k\u00f6nnen paradoxerweise gerade wegen des Ausbleibens von Erfahrungen, die die getrennten Reiche mit Dekolonialisierung gemacht haben, ungest\u00f6rt weiterleben. Lediglich dem Nazismus folgte eine Nabelschau. Wegen der Einzigartigkeit der Verbrechen des Nationalsozialismus wurde dies aber als Kapitel des <em>\u201eSonderweges\u201c<\/em> gehandelt und nicht im Zusammenhang mit Imperium und Kolonialit\u00e4t.<\/p>\n<p>Die Entnazifizierung strapazierte die Verantwortung im Zusammenhang mit Reich nicht. Im Fokus standen <em>\u201erassistische\u201c<\/em> Elemente von roher Gewalt. Moralische und politische Aspekte der geopolitischen Ausdehnung des Reiches wurden gewisserma\u00dfen in den Hintergrund gedr\u00e4ngt.<\/p>\n<p><strong>Die Union nannte die Forderung, dass die zuk\u00fcnftigen Mitglieder schon vor der tats\u00e4chlichen Mitgliedschaft das EU-Recht \u00fcbernehmen, Rechtsharmonisierung. Wobei diese Forderung nur Verpflichtungen und keine Rechte bedeutet. So sind wir schon beim dritten Merkmal, beim Governance.<\/strong><\/p>\n<p>Was das Vertrags- und Regelsystem der EU betrifft, ist die Mitgliedschaft der wichtigste Vertrag. Dieser Vertrag hat einen Subunternehmenscharakter, weil der Vollzug bei den Mitgliedsl\u00e4ndern liegt. Ein System der Subunternehmen ist verantwortlich f\u00fcr den Vollzug der Gesetze und so f\u00fcr die Vertretung der Interessen der EU.<\/p>\n<p>Viertes Merkmal eines Imperiums ist das Vorhandensein einer geopolitischen Strategie, wof\u00fcr der Konflikt in der Ukraine ein gutes Beispiel ist. Das Land wurde von der Union wirtschaftlich und politisch abh\u00e4ngig gemacht, die Bev\u00f6lkerung aber diskriminiert, was Visum, Arbeit und so weiter betrifft. Dem Frieden ist man auch nicht n\u00e4her gekommen. Hier k\u00f6nnen wir alle Merkmale eines imperialen Verhaltens ausfindig machen, wobei sich die EU nach au\u00dfen als eine Art Klub der Guten verh\u00e4lt.<\/p>\n<h4><strong>5. Was w\u00e4re, wenn \u2026?<\/strong><\/h4>\n<p>Ein Essay tr\u00e4gt den Titel <em>\u201eZum Andenken an Karl Pol\u00e1nyi\u201c<\/em>. Die UNO rief 1997 das <em>\u201eJahrzehnt gegen die Armut\u201c<\/em> ins Leben. Als Ursache der immer gr\u00f6\u00dfer werdenden weltweiten Armut nennt sie die Ungleichheiten im globalen System. B\u00f6r\u00f6cz will bewusst provozieren, in dem er uns auffordert, uns vorzustellen, wie ein globales System mit weniger Ungleichheiten aussehen w\u00fcrde. Nachdem sich zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert der Schwerpunkt des kapitalistischen Marktes von der nationalen Wirtschaft auf die Weltwirtschaft verlagerte, k\u00f6nnte die nationale Umverteilung von einer globalen Umverteilung abgel\u00f6st werden.<\/p>\n<p><strong>Die globalen Ungleichheiten sind heute gr\u00f6\u00dfer als zur Bl\u00fctezeit des Kolonialismus. Die wohlhabendsten L\u00e4nder sind heute 400 Mal reicher als die \u00e4rmsten.<\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir vorh\u00e4tten, die Ungleichheiten zu halbieren, sollten die reichsten L\u00e4nder sehr viel Geld in den gemeinsamen Topf einzahlen und die \u00e4rmsten h\u00e4tten pl\u00f6tzlich ein 25-mal gr\u00f6\u00dferes GDP (gross domestic product; BIP) als jetzt.<\/p>\n<p>Luxemburg w\u00fcrde auf das Niveau von <a href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2017\/06\/13\/demokratie-am-abgrund-emmanuel-macron-als-letzter-trick-des-kapitals\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Frankreich<\/a> sinken. Aber Lebensqualit\u00e4t und Einkommen h\u00e4ngen nicht ganz linear zusammen und so w\u00e4ren die Vorteile \u00fcberall zu genie\u00dfen. So w\u00fcrde zum Beispiel die Lebenserwartung in den reichsten L\u00e4ndern nicht sinken aber die in den \u00e4rmsten steigen. Die gr\u00f6\u00dften Subventionen w\u00fcrden dann in die Peripherie flie\u00dfen, wo sich die \u00e4rmsten L\u00e4nder Sierra Leone, Tansania und Burundi befinden.<\/p>\n<p><strong>Von den zehn L\u00e4ndern, die die gr\u00f6\u00dften Summen einzahlten, w\u00e4ren acht Nato-Mitglieder. So k\u00f6nnen wir sicher sein, dass das Geld, das man fr\u00fcher f\u00fcr die Milit\u00e4rausgaben verwendete, jetzt aus Solidarit\u00e4t mit den \u00c4rmsten ausgegeben w\u00fcrde.<\/strong><\/p>\n<p>Wenn wir nun zum Schluss kritisch betrachten, was die g\u00e4ngige Fachliteratur \u00fcber EU, Staatssozialismus und Systemwechsel von sich gibt, dann k\u00f6nnen wir selbst die Frage beantworten, warum sich die \u00dcbersetzung und Herausgabe dieses Buches verz\u00f6gert. Es stellen sich aber noch weitere Fragen, besonders \u00fcber akademische Freiheit im deutschsprachigen Raum. Und auch dar\u00fcber, ob man dem weltweit beobachtbaren Rechtsruck auf dem Boden der \u00fcblichen Unwahrheiten \u00fcber Sozialismus, EU und Europa begegnen kann.<\/p>\n<div id=\"attachment_873725\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-873725\" class=\"wp-image-873725 \" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Jozsef_Borocz.jpg\" alt=\"J\u00f3zsef B\u00f6r\u00f6cz \u2013 Spaltholz (Has\u00edtott fa)\" width=\"375\" height=\"375\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Jozsef_Borocz.jpg 512w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Jozsef_Borocz-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2019\/06\/Jozsef_Borocz-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 375px) 100vw, 375px\" \/><p id=\"caption-attachment-873725\" class=\"wp-caption-text\"><em>J\u00f3zsef B\u00f6r\u00f6cz<\/em><\/p><\/div>\n<figure id=\"attachment_90837\" class=\"wp-caption alignright\" aria-describedby=\"caption-attachment-90837\"><figcaption id=\"caption-attachment-90837\" class=\"wp-caption-text\"><\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>J\u00f3zsef B\u00f6r\u00f6cz<\/strong> wurde 1956 in Budapest geboren. Nach der Matura (Abitur) im S\u00e1ndor Pet\u0151fi Gymnasium studierte er Literaturwissenschaft, Sprachwissenschaft, Kulturwissenschaft und Polnisch. Von 1983 bis 1985 studierte er <strong>Soziologie<\/strong> an der staatlichen Universit\u00e4t in Louisiana, in Baton Rouge. Er kehrte nach Ungarn zur\u00fcck, wo er als Soziologe arbeitete. 1986 zog er wieder in die USA, wo er an der <strong>Department of Sociology<\/strong> der Johns Hopkins University am Phd Programm teilnahm. Von 1992 bis 1995 unterrichtete er an der <strong>University of California<\/strong> Soziologie und wechselte 1995 zur Rutgers University, wo er heute eine Professur an der Fakult\u00e4t f\u00fcr Soziologie innehat. Vor einigen Jahren gr\u00fcndete er das Institut \u201e<em>Hungarian Studies\u201c<\/em>\u00a0und etablierte die Fachrichtungen <strong>Political and Economic Sociology<\/strong> und <strong>Global Structures<\/strong> an der Rutgers University. Er ist zudem Gr\u00fcnder des Karl Pol\u00e1nyi Research Centers in Budapest.<\/p>\n<p><em><strong>Redaktioneller Hinweis:<\/strong> Die Rezension von Eva Horvath-Bentz erschien in leicht modifizierter Form bei <a href=\"https:\/\/www.unsere-zeitung.at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Unsere Zeitung \u2013 Die Demokratische<\/a> und wurde von unserem Medienpartner <a href=\"https:\/\/neue-debatte.com\/2019\/06\/10\/jozsef-boeroecz-spaltholz-hasitott-fa\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Neue-Debatte<\/a> \u00fcbernommen. <strong><br \/>\n<\/strong><\/em><\/p>\n<p><strong><em>Quellen und Anmerkungen<br \/>\n<\/em><\/strong><em>[1] B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef 2017 Has\u00edtott fa. Budapest: L`Harmattan Kiad\u00f3.<\/em><br \/>\n<em>[2] Attila J\u00f3zsef, Besinnung (Eszm\u00e9let 1934) in Ein wilder Apfelbaum will ich werden, 2005 Z\u00fcrich Ammann Verlag.<\/em><br \/>\n<em>[3] B\u00f6r\u00f6cz (1) f\u00fchrt Campeanu an, der unter Pseudonym geschrieben hat. S. 46. \/ Casals, Felipe Garcia (Pavel Campeanu) 1980. The Syncietic Society. Translated from the French by Guy Daniels. New York: M.E. Sharpe (White Plains).<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Bibliografie<\/strong><\/p>\n<p><strong>Aus dem Sammelband sind 16 Essays auf Englisch erschienen (vier Essays sind auf Englisch noch nicht erschienen: 1, 5, 10, 11).<br \/>\n<\/strong>1. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef (1986): <em>Vil\u00e1grendszer \u00e9s v\u00e1llalkoz\u00f3i szocializmus; elm\u00e9leti \u00e9s k\u00eds\u00e9rleti koncepci\u00f3.<\/em> (World-System and Entrepreneurial Socialism: Theoretical versus Experimental Approaches) Val\u00f3s\u00e1g XXIX (5): 95-105.<br \/>\n2. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef (1992): <a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/3802325\/Dual_Dependency_and_Property_Vacuum_Social_Change_on_the_State_Socialist_Semiperiphery\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>\u201eDual Dependency and Property Vacuum: Social Change on the State Socialist Semiperiphery.\u201c<\/em><\/a> Theory &amp; Society, 21: 77-104.<br \/>\n3. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef (1992): <a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/3978614\/Dual_dependency_and_the_informalization_of_external_linkages_the_case_of_Hungary\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>\u201eDual Dependency and the Informalization of External Linkages: The Case of Hungary.\u201c<\/em><\/a> Research in Social Movements, Conflicts and Change, 14: 189-209.<br \/>\nRe-published in English 1997 as: <em>\u201eDual Dependency and the Informalization of External Linkages: The Case of Hungary.\u201c<\/em> Pp. 93-116. In Tam\u00e1s Krausz (ed.) Consciousness. Budapest: Eszm\u00e9let Publishers and London: Labor Focus on Eastern Europe Publishers.<br \/>\n4. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef (1999): <a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/3978635\/From_comprador_state_to_auctioneer_state_Property_Change_Realignment_and_Peripheralization_in_Post-State-Socialist_Central_and_Eastern_Euro\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>From Comprador State to Auctioneer State: Property Change, Realignment and Peripherialization in Post-State-Socialist Central Europe.<\/em><\/a> Chapter 10 (pp. 193-209.) in David A. Smith, Dorothy Solinger, and Steven Topik (eds.) States and Sovereignty in the Global Economy. London: Routledge.<br \/>\n5. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef (1999): <em><a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/4255934\/A_t%C3%BAl_j%C3%B3_l%C3%A9tt%C5%91l_a_nyers_realit%C3%A1sig\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">A t\u00fal j\u00f3 l\u00e9tt\u00f6l a nyers realit\u00e1sig.<\/a><\/em> Demogr\u00e1fia.XLII, 3-4, 210-219.<br \/>\n(Invited contribution linking Hungary\u2019s declining life-expectancy-at-birth to the country\u2019s peripheralization and the collapse of state socialist redistributive institutions.)<br \/>\n6. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef (2005): <a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/172778\/Redistributing_Global_Inequality_A_Thought_Experiment\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>\u201eRedistributing Global Inequality: A Thought Experiment.\u201c<\/em><\/a> Economic and Political Weekly (Mumbai, India), 26 February: 886-92. Re-published in English: 2008. \u201cRedistributing Global Inequality: A Thought Experiment.\u201d Pp. 217-38. in Ethics in an Era of Globalization. Ed. by M. S. Ronald Commers, Wim Vandekerckhove and An Verlinden. London: Ashgate.<br \/>\n7. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef (2009):<a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/315932\/The_Rise_of_China_and_the_Changing_Global_Income_Distribution\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em> \u201eThe \u2018Rise of China\u2019 and the Changing World Income Distribution.\u201c<\/em><\/a> Chapter 5 (pp. 86-108) in Hung, Ho-fung (ed.) China and the Transformation of Global Capitalism. The Johns Hopkins University Press, Baltimore. Volume selected by Choice as a key reading on the rise of China as a superpower in 2011.<br \/>\n8. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef (2012): <a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/1890642\/Notes_on_the_Geopolitical_Economy_of_Post-State-Socialism\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eNotes on the Geopolitical Economy of Post-State-Socialism.\u201c<\/a> Chapter 5 (pp. 103-124) in Dorothy J. Solinger and Nina Bandelj (eds.). Socialism Vanquished \/ Socialism Challenged (1989-2011), New York: Oxford University Press.<br \/>\n9. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef (2012): <a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/1619264\/Hungary_in_the_European_Union_Catching_Up_Forever\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>\u201eHungary in the EU: \u2019Catching-Up\u2019, Forever.\u201c<\/em><\/a> Economic and Political Weekly (Mumbai, India), XLVII, 23: 22-25.<br \/>\n10. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef (2014): <em>\u201eHat\u00e1rok, India \u00e9s a glob\u00e1lis k\u00f6z\u00e9poszt\u00e1ly\u201c.<\/em> Pannonhalmi Szemle, I: 79-83.<br \/>\n11. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef (1990): <a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/4255989\/A_k\u00e1d\u00e1rizmust\u00f3l_a_parlagi_kapitalizmusig_A_fejlett_informalizmus_\u00e9p\u00edt\u00e9s\u00e9nek_id\u0151szer\u0171_k\u00e9rd\u00e9sei\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>\u201eA k\u00e1d\u00e1rizmust\u00f3l a parlagi kapitalizmusig: a fejlett informalizmus \u00e9p\u00edt\u00e9s\u00e9nek id\u0151szer\u0171 k\u00e9rd\u00e9sei.\u201c<\/em><\/a> (From K\u00e1d\u00e1rism to Cruel Capitalism: Current Questions of the Construction of Advanced Informalism). Invited paper in Mozg\u00f3 Vil\u00e1g, Special Issue on the Post-State-Socialist Transition in Hungary. 8: 61-7.<br \/>\n12. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef (1993): <a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/3839187\/Simulating_the_Great_Transformation\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>\u201eSimulating the Great Transformation: Property change under prolonged informality in Hungary.\u201c<\/em><\/a> European Journal of Sociology. XXXIV. (1993) 81-107.<br \/>\n13. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef (1997): <em><a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/4224567\/Stand_Reconstructed_Contingent_Closure_and_Institutional_Change\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eStand Reconstructed: Contingent Closure and Institutional Change.\u201c<\/a><\/em> Sociological Theory. 15, 3: 215-48.<br \/>\n14. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef (1999): <a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/3978422\/Reaction_As_Progress_Economists_As_Intellectuals\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>\u201eReaction as Progress: Economists as Intellectuals.\u201c<\/em><\/a> Pp. 245-62. in Andr\u00e1s Boz\u00f3ki (ed.) Intellectuals and Politics in Central Europe. Budapest: Central European University Press.<br \/>\n15. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef (2000): <a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/172783\/Informality_Rules\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>\u201eInformality Rules.\u201c<\/em><\/a> East European Politics and Societies. 14, 2 (Spring): 348-80.<br \/>\n16. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef (2001): <em>\u201eIntroduction: Empire and Coloniality in the \u2018Eastern Enlargement\u2019 of the European Union.\u201c<\/em> Pp. 4-50. in J\u00f3zsef B\u00f6r\u00f6cz and Melinda Kov\u00e1cs (eds.). 2001. <a href=\"http:\/\/aei.pitt.edu\/144\/1\/Empire.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>Empire\u2019s New Clothes: Unveiling EU-Enlargement.<\/em><\/a> E-Book, a Central Europe Review imprint.<br \/>\n17. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef and Mahua, Sarkar (2012): <a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/1485352\/Colonialism\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>\u201eColonialism.\u201c<\/em><\/a> Encyclopedia of Global Studies. Ed. Helmut K. Anheier, Mark Juergensmeyer, and Victor Faessel. Thousand Oaks, CA: SAGE, 2012. 229-34.<br \/>\n18. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef and Mahua Sarkar (2012): <em><a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/1485354\/Empires\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eEmpires.\u201c<\/a><\/em> Encyclopedia of Global Studies. Ed. Helmut K. Anheier, Mark Juergensmeyer, and Victor Faessel. Thousand Oaks, CA: SAGE, 2012. 476-80.<br \/>\n19. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef (2015): <a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/13749252\/European_Union_Imperial_Geopolitics_and_Enforcement_Chains\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>\u201eEuropean Union: Imperial Geopolitics and Enforcement Chains.\u201c<\/em><\/a> Chapter 4, pp. 59-74 in Revisiting the European Union as an Empire, edited by Hartmut Behr and Yannis A. Stivachtis. Routledge Series in Critical European Studies. Oxford, UK: Routledge.<br \/>\n20. B\u00f6r\u00f6cz, J\u00f3zsef (2014; 2016): <a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/21140331\/Regimes_of_Remittance_Dependency_Global_Structures_and_Trajectories_of_the_Former_Soviet_Bloc\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><em>\u201eRegimes of Remittance Dependency: Global Structures and Trajectories of the Former Soviet \u2018Bloc\u2019.\u201c<\/em> <\/a>Demogr\u00e1fia. English Edition. 57, 5: 5-37.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em><strong>Eva Horvath-Bentz<\/strong> (Jahrgang 1965) stammt aus Ungarn. Nach der Matura (Abitur) war sie an einer Budapester Sprachschule besch\u00e4ftigt und unterrichtete Deutsch. 1989 ging sie nach Wien und studierte Politikwissenschaft und Germanistik. Gleichzeitig arbeitete sie in einem Hort als Erzieherin und leitete Ungarischkurse an der Volkshochschule Hietzing. 2008 schloss sie das Studium ab und ist seitdem freiberuflich t\u00e4tig.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einem halben Jahr ist in Ungarn der Essayband \u201eHas\u00edtott fa\u201c [1] von J\u00f3zsef B\u00f6r\u00f6cz erschienen. \u201eHas\u00edtott fa\u201c bedeutet Spaltholz und ist ein Hinweis auf das Gedicht von Attila J\u00f3zsef mit dem Titel \u201eBesinnung\u201c (Eszm\u00e9let). 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