{"id":845332,"date":"2019-04-25T09:04:15","date_gmt":"2019-04-25T08:04:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=845332"},"modified":"2019-04-25T09:06:29","modified_gmt":"2019-04-25T08:06:29","slug":"ostermarsch-berlin-2019-die-welt-braucht-frieden-statt-kriegsbuendnisse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2019\/04\/ostermarsch-berlin-2019-die-welt-braucht-frieden-statt-kriegsbuendnisse\/","title":{"rendered":"Ostermarsch Berlin 2019: die Welt braucht Frieden statt Kriegsb\u00fcndnisse"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jutta Kausch stellt in ihrer Ansprache am diesj\u00e4hrigen Ostermarsch in Berlin die Frage, die alle Friedensaktivst*innen aktuell bewegt. &#8222;Warum gehen die Menschen nicht auch zahlreich auf die Stra\u00dfe, um f\u00fcr eine friedliche Welt zu demonstrieren, um die Welt vom Krieg zu befreien? Ist doch der Krieg die gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr diesen Planeten und das \u00dcberleben der Menschheit. Eine klimafreundliche Welt hilft gar nichts, wenn kriegerische Handlungen sie unbewohnbar machen.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Was wann die Menschen dazu bewegt, in Massen auf die Stra\u00dfe zu gehen und den Kurs der Geschichte in die eigenen H\u00e4nde zu nehmen, ist kaum zu beantworten und Kausch bleibt ebenfalls eine Antwort schuldig.<\/p>\n<p>Aber sie beruft sich auf den Mut und die Ausdauer f\u00fcr die gerechte Sache einzustehen auch wenn es zurzeit nicht zum Mainstream geh\u00f6rt: &#8222;Reden wir uns den Mund fusselig, auch wenn es f\u00fcr uns wie Asche schmeckt, egal. Hauptsache ist, dass aus der Asche ein Feuer des Widerstands entsteht, um endlich dem Frieden zu seinem Recht zu verhelfen.&#8220;<\/p>\n<p><em>Video von Jutta Kausch Rede \u00fcbernommen von <a href=\"https:\/\/cooptv.wordpress.com\/2019\/04\/23\/ostermarsch-berlin-2019-rede-von-jutta-kausch\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">CO-OP News<\/a>:<\/em><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/xT6d_9IIkR4\" width=\"700\" height=\"400\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><span style=\"display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\" data-mce-type=\"bookmark\" class=\"mce_SELRES_start\">\ufeff<\/span><\/iframe><\/p>\n<p><em>Die Rede hier im vollen Wortlaut \u00fcbernommen von der Webseite der <a href=\"https:\/\/www.friedenskooperative.de\/ostermarsch-2019\/reden\/jutta-kausch-berlin\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Friedenskooperative:<\/a><\/em><\/p>\n<p>Liebe Freundinnen und Freunde,<\/p>\n<p>Die Menschen gehen wieder auf die Stra\u00dfe, melden sich zu Wort, wollen Ver\u00e4nderungen.<\/p>\n<p>Das ist super. Ganz hoch im Kurs stehen der Klimawandel, \u00d6kologie, Wir haben es satt. Und es sind wieder junge Leute auf den Demonstrationen. Fridays for Future, Diversity, Unteilbar, Aufstehen.<\/p>\n<p>Und die Menschen sterben weiterhin, weitestgehend unbemerkt, in den Kriegen dieser Welt, die unter den Labels Freiheit und Menschenw\u00fcrde gef\u00fchrt werden und doch nichts weiter sind als Machtk\u00e4mpfe um Ressourcen und Standorte.<\/p>\n<p>Ich stelle mir immer wieder die Frage, warum ist das so? Warum gehen die Menschen nicht auch zahlreich auf die Stra\u00dfe, um f\u00fcr eine friedliche Welt zu demonstrieren, um die Welt vom Krieg zu befreien? Ist doch der Krieg die gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr diesen Planeten und das \u00dcberleben der Menschheit. Eine klimafreundliche Welt hilft gar nichts, wenn kriegerische Handlungen sie unbewohnbar machen. Das Klima wird, neben der Kohle, ebenso versaut durch Kriegsvorbereitung und Durchf\u00fchrung. Man muss nur an Atom- und Biowaffen denken und an die Ausbeutung der Welt, um diese sch\u00e4ndlichen Waffen \u00fcberhaupt produzieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Menschenw\u00fcrde wird im Krieg mit F\u00fc\u00dfen getreten, denn was ist schlimmer als get\u00f6tet, verst\u00fcmmelt, oder seiner Heimat beraubt zu werden. Der Rassismus wird gef\u00f6rdert, die Vielfalt zerst\u00f6rt, wenn gehetzt wird und die Industrienationen nach dem Motto \u201eteile und herrsche\u201c Konflikte sch\u00fcren.<\/p>\n<p>Wir gehen auf die Stra\u00dfe. Jedes Jahr zu Ostern. Seit \u00fcber 60 Jahren, seit 50 Jahren auch in Berlin. Manchmal habe ich das Gef\u00fchl, mich in einem Hamsterrad zu befinden, das sich sinnlos dreht, meine Energien verbraucht und nichts bewegt. Dann denke ich an den ollen Brecht: lasst uns das tausendmal Gesagte immer wieder sagen. Und so bin ich eben wieder hier und sage es: Abr\u00fcsten statt Aufr\u00fcsten, denn die Welt braucht Frieden statt Kriegsb\u00fcndnisse.<\/p>\n<p>Das Werben der Regierenden, um dem Volk die Zustimmung abzuringen, Gewaltanwendung und Krieg als Mittel der Politik zu genehmigen, beginnt immer mit der Vernebelung der Gehirne. Das zieht sich durch die Geschichte wie ein roter Faden. Der zweite Weltkrieg war kaum beendet, da bauten die USA das Horrorszenario auf, die Sowjetunion k\u00f6nnte den Westen \u00fcberfallen. Dabei hatte schon Anfang 1945 ihr eigenes \u201eVereinigtes Geheimdienstkomitee\u201c(ein Vorl\u00e4ufer der CIA) in einem Memorandum festgestellt, dass die F\u00fchrung der Sowjetunion durch ihre Schw\u00e4che an Produktionspotential und dem gro\u00dfen Verlust an Menschen alles daran setzen w\u00fcrde, \u201einternationale Nachkriegskonflikte\u201c zu vermeiden.<\/p>\n<p>Auf dieser L\u00fcge, dass die Sowjetunion einen \u00dcberfall auf die friedliebende westliche Wertegemeinschaft plant, wurde die NATO gegr\u00fcndet. Es folgte der Kalte Krieg. Und es wurden die gro\u00dfen \u201eL\u00fccken\u201c in der R\u00fcstung des Westens beschworen, um eine Aufr\u00fcstung, auch atomar, zu legitimieren. L\u00fccken, die es nie gab. Heute wird immer von der maroden Ausr\u00fcstung der Bundeswehr gesprochen, um Gelder locker zu machen. Wenn auch vielleicht an Unterhosen f\u00fcr die Soldat*innen gespart wird und die Kasernen marode sind, reicht das Geld dennoch f\u00fcr hocheffiziente und auch einsatzbereite Waffen allemal. Damals wie heute ist die milit\u00e4rische Schw\u00e4che des Westens eine L\u00fcge, um die Zustimmung der Bev\u00f6lkerung f\u00fcr die ehrgeizigen Pl\u00e4ne der R\u00fcstungslobbyisten und Kriegsbef\u00fcrworter*innen zu gewinnen.<\/p>\n<p>Und da machen sogar die scheinbar so kritischen Sendungen wie Heute Show und Extra 3 mit. Denn auch da macht man sich lustig \u00fcber die trottelige Bundeswehr, statt hinter die Fassade der angeblichen Bed\u00fcrftigkeit zu schauen.<\/p>\n<p>Mit zurechtgebogenen Geschichten wird bei den Menschen um Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Aufr\u00fcstung und Angriffe auf fremde L\u00e4nder geworben, dabei stirbt die Wahrheit Zeile f\u00fcr Zeile. Beim Vietnamkrieg war es der angebliche Beschuss US-amerikanischer Kriegsschiffe von nordvietnamesischen Schnellbooten, bei den Irakkriegen die grausamen Bilder von aus Brutk\u00e4sten gerissenen S\u00e4uglingen oder die angeblichen Massenvernichtungswaffen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Zustimmung der deutschen Bev\u00f6lkerung zur Bombardierung von Belgrad vor 20 Jahren wurden vom damaligen sozialdemokratischen Verteidigungsminister unbewiesene Behauptungen kaltschn\u00e4uzig in die Presse gesetzt, vom damaligen gr\u00fcnen Au\u00dfenminister sogar Ausschwitz missbraucht.<\/p>\n<p>All die L\u00fcgen wurden zwar sp\u00e4ter entlarvt, aber da waren die L\u00e4nder schon zerst\u00f6rt, Regierungen ausgetauscht, Machtverh\u00e4ltnisse ver\u00e4ndert und das Ganze nur noch eine Randnotiz in den Medien.<\/p>\n<p>Die NATO war es nie und ist es bis heute nicht: ein Verteidigungsb\u00fcndnis. Zwar wird heute manchmal sogar in sogenannten Leitmedien etwas differenzierter nachgefragt, welche Funktion denn die NATO heute noch hat, aber ihre angebliche Verteidigungsdoktrin bei ihrer Gr\u00fcndung wird nach wie vor heruntergebetet, wird dadurch aber nicht wahrer.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Lagers h\u00e4tte sich die NATO aufl\u00f6sen m\u00fcssen \u2013 ihrem eigenen Selbstverst\u00e4ndnis nach. Sie hatte ja erreicht, weshalb sie angetreten war. Sie hatte die Sowjetunion im kalten Krieg totger\u00fcstet.<\/p>\n<p>Aber da macht sie, welch \u00dcberraschung, neue Feinde der westlichen Wertegemeinschaft aus: und die sind in Nahost, Afrika, Asien.<\/p>\n<p>Wenn ein Land andere Vorstellungen hat, seine Ressourcen selbst verwalten will, der westlichen Wertegemeinschaft den Zugriff auf seine Reicht\u00fcmer verweigert, dann wird die Freiheit und die Menschenw\u00fcrde mit Sanktionen, notfalls auch mit Waffengewalt von NATOVerb\u00fcndeten oder Koalitionen der Willigen eingefordert: Ja, die \u201eFreiheit\u201c, den ungehinderten Zugang zu den Reicht\u00fcmern der Welt zu gew\u00e4hrleisten und die \u201eMenschenw\u00fcrde\u201c der Konzerninhaber und Nutznie\u00dfer der Auspl\u00fcnderung der L\u00e4nder zu verteidigen. Die Freiheit und Menschenw\u00fcrde der Bev\u00f6lkerung, die bombardiert oder mit Sanktionen zu Hunger und Krankheit und dem Verlust von Freiheit verdammt wird, sind damit nicht gemeint.<\/p>\n<p>Diktaturen und Gewaltregime, die mit der westlichen Wertegemeinschaft einvernehmliche Gesch\u00e4fte machen, m\u00fcssen sich \u00fcbrigens nicht sorgen, zumindest bisher nicht wie z.B. Brunei. Da liefern wir weiterhin Waffen hin. Das verst\u00f6\u00dft zwar gegen geltende Gesetze, weil in sogenannte Drittl\u00e4nder, d.h. Nicht EU- und NATO-L\u00e4nder, in denen die Menschenrechte verletzt werden, keine Waffen geliefert werden d\u00fcrfen. Aber wenn die Gesch\u00e4fte leiden, vor allem die der R\u00fcstungskonzerne, schaut man schon mal nicht so genau hin.<\/p>\n<p>Und damit die Bev\u00f6lkerung das mitmacht, beginnen die Kriegshandlungen, die Waffenlieferungen, die Sanktionen mit der notwendigen geistigen Mobilmachung, indem Ger\u00fcchte verbreitet, Stimmung gemacht, L\u00fcgen produziert, Unruhe gestiftet wird, denken wir an Afghanistan, Libyen und unl\u00e4ngst an Venezuela.<\/p>\n<p>Momentan macht die NATO Eins\u00e4tze in Afghanistan, im Kosovo, am Horn von Afrika, im Mittelmeer, in Somalia, im Irak, sie bombardierte Libyen. In Syrien hungern und sterben die Menschen wegen der Sanktionen, die auch von der deutschen Regierung mitgetragen werden. Sanktionen sind Krieg gegen das Volk!<\/p>\n<p>Seit 2014 \u00fcberwacht die NATO den Luftraum des Baltikums. Was hat die NATO im Baltikum zu suchen? Hat sie doch 1990 bei Aufl\u00f6sung des Warschauer Vertrages versprochen, sich nicht nach Osten auszudehnen, was sie aber schon drei Jahre sp\u00e4ter wiederrief und seitdem rund um Russland ihr Territorium erweitert hat, in Polen, Tschechien, Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rum\u00e4nien, Slowakei, Slowenien, Kroatien, Albanien, Montenegro und bald auch Nordmazedonien.<\/p>\n<p>Seit Somalia 1993 und Jugoslawien 1999 darf auch die Bundeswehr mitmachen und steht heute wieder vor Russlands Grenzen. Ja, die trottelige Bundeswehr wird, wenn das angestrebte 2 Prozent-Ziel Aufr\u00fcstung erreicht ist, zur st\u00e4rksten Armee in Europa. Und sie wird dann 85 Milliarden Dollar verschlingen, die dringend gebraucht werden f\u00fcr Bildung, Gesundheit, \u00f6kologische und soziale Aufgaben. Die Bundeswehr ist keine Verteidigungsarmee, sondern soll vitale deutsche Interessen durchsetzen.<\/p>\n<p>Die von der Bundeskanzlerin betitelte \u201eErneuerung der Ausr\u00fcstung\u201c der Bundeswehr ist eine massive Aufr\u00fcstung. Wof\u00fcr? Um uns zu sch\u00fctzen. Vor wem? Da sind wir schon wieder bei einer L\u00fcge. Denn es wird behauptet, wir brauchen diese immensen Ausgaben und die Erneuerung und Verbesserung der Waffen, weil wir uns vor einem m\u00f6glichen Angriff der Russen sch\u00fctzen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Dabei sprechen die Fakten eine ganz andere Sprache:<\/p>\n<p>Russland gibt nur einen Bruchteil des Geldes f\u00fcr sein Milit\u00e4r aus als es die NATO-Staaten und die EU tun. Zum Vergleich: 2017 waren es 66,3 Milliarden Dollar, in den NATO Staaten aber insgesamt 900 Milliarden Dollar, in China \u201enur\u201c 228 Milliarden. Selbst Saudi-Arabien gab mit 69,4 Milliarden mehr aus als Russland.<\/p>\n<p>Russische Truppen haben um die USA keine St\u00fctzpunkte besetzt.<\/p>\n<p>Russland hat den INF-Vertrag nicht als erster aufgek\u00fcndigt, sondern bis zuletzt Inspektionen ihrer angeblich vertragsbr\u00fcchigen Raketen angeboten.<\/p>\n<p>Obwohl auch die j\u00fcngsten Umfragen bekr\u00e4ftigen, dass sich die Menschen hier nicht vor Russland f\u00fcrchten, wird das alte Schreckgespenst immer wieder bem\u00fcht. Zuletzt in unglaublich infamer Weise von Claus Kleber, dem Chef des Heute-Journals, das ein ganz seri\u00f6ses Medienportal sein will. Vielleicht bleibt ja was h\u00e4ngen, wenn man es nur oft genug sagt.<\/p>\n<p>Thomas Nehls, jahrzehntelang Chefkorrespondent f\u00fcr WDR und ARD, fragte am 5. M\u00e4rz in einer Veranstaltung des deutsch-russischen Forums in Berlin:<\/p>\n<p>\u201eWie kriegt man hin, dass dieses Zweierlei Ma\u00df aufh\u00f6rt, dass wir auf Russland eindreschen wegen der Annexion der Krim, aber die USA, die einen auf L\u00fcgen aufgebauten Krieg im Irak ausgel\u00f6st haben, oder Israel, das jeden Tag v\u00f6lkerrechtswidrig auf die Pal\u00e4stinenser eindrischt, davonkommen? Wir haben vielleicht keine \u201aL\u00fcgenpresse\u2018, aber eine \u201aL\u00fcckenpresse\u2018 in Deutschland. Wie kriegt man dieses Zweierlei Ma\u00df bereinigt?\u201c Auf der Homepage des BUND Regionalverband s\u00fcdlicher Oberrhein habe ich gestern gelesen: \u201eAuch das Weglassen ist eine Form der L\u00fcge und Manipulation.\u201c Wie wahr!<\/p>\n<p>Es ist wirklich anstrengend und m\u00fchselig, sich diesem Trommelfeuer (um mal diesen milit\u00e4rischen Begriff zu gebrauchen) aus Falschmeldungen, Mutma\u00dfungen und unbewiesenen Behauptungen immer wieder entgegenzustellen, selbst zu denken, zu hinterfragen, sich klug zu machen, Fakten zu sammeln und diese dann in die \u00d6ffentlichkeit zu tragen, um den galoppierenden Wahnsinn zu stoppen, der sonst ungehindert weiter weitergeht.<\/p>\n<p>Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen, sagte Willi Brandt und das war lange Zeit Konsens. Jetzt geht er aber wieder von hier aus.<\/p>\n<p>Zum Beispiel: Ramstein, Drehscheibe f\u00fcr Fracht- und Truppentransporte der US-Armee zu den Kriegsschaupl\u00e4tzen ihrer Wahl und Ort der Planung und Steuerung ihrer Kampfdrohneneins\u00e4tze all over the world, wie in Jemen, Afghanistan, Pakistan.<\/p>\n<p>B\u00fcchel: Ein Fliegerhorst in der Eifel, auf dem immer noch 20 Atomwaffen der USA mit einer jeweiligen Sprengkraft von bis zu 170 Kilotonnen lagern (die in Hiroshima hatte 13 Kilotonnen) und bei dem die Bundeswehr eine atomare Teilhabe hat, was soviel hei\u00dft wie, sie d\u00fcrfen die Bomber fliegen, was wiederum gegen V\u00f6lkerrecht verst\u00f6\u00dft.<\/p>\n<p>In Stuttgart sitzt die Kommandozentrale der US-Armee f\u00fcr all ihre Aktivit\u00e4ten in Afrika und den Raum zwischen Wladiwostok und Lissabon.<\/p>\n<p>In Geltow\/Potsdam sitzt das Einsatzf\u00fchrungskommando der Bundeswehr und schickt die Bundeswehr in die Welt, weil wir jetzt ja auch unsere Heimat am Hindukusch oder in Mali verteidigen oder eben an der russischen Grenze.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung h\u00e4tte die M\u00f6glichkeit, ja sogar die Pflicht, diese gef\u00e4hrliche Entwicklung zu stoppen. Gegen die Drohnenangriffe via Ramstein gibt es seit einem Monat ein Gerichtsurteil des Oberverwaltungsgerichts in M\u00fcnster, das die Regierung verpflichtet, sich \u201edurch geeignete Ma\u00dfnahmen\u201c zu vergewissern, dass die USA bei ihren Drohneneins\u00e4tzen im Jemen das V\u00f6lkerrecht wahrten. Was passiert? Bisher nichts.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung kann die Truppenstationierungsvertr\u00e4ge k\u00fcndigen. Sie kann verlangen, dass die Atomraketen abgezogen werden. Und sie kann auch ihre Spezial-Einsatz-Sonderund sonstigen Truppen aufl\u00f6sen. Sie kann sich an den sch\u00e4ndlichen Sanktionen gegen Syrien NICHT beteiligen. Sie muss auch keine Infrastrukturausbauten veranlassen, damit die Panzer wieder schnell nach Osten rollen k\u00f6nnen und sie kann das Schienennetz daf\u00fcr renovieren, damit die Personenz\u00fcge p\u00fcnktlich ankommen und nicht, damit die Milit\u00e4rtransporte Vorfahrt haben. Ein Hoch der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft Rheinlandpfalz f\u00fcr ihren Initiativantrag gegen Militarisierung und Kriegsvorbereitung bei der Deutschen Bahn.<\/p>\n<p>All das kann sie, all das muss sie, tut sie aber nicht. Nein, es besteht sogar die Gefahr, dass sie die Stationierung neuer Mittelstreckenraketen zul\u00e4sst. Dabei steigt die M\u00f6glichkeit eines Krieges auf deutschem Boden extrem! Wobei Heiko Maas, unser smarter Au\u00dfenminister schon voraussieht, dass es Schwierigkeiten bei der Zustimmung durch die Bev\u00f6lkerung geben k\u00f6nnte. M\u00f6ge er in diesem Fall Recht behalten!<\/p>\n<p>Dazu k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir beitragen. Wenn nicht wir, wer dann? Und wenn nicht jetzt, wann dann?<\/p>\n<p>Also lasst uns weitermachen: sammeln wir Unterschriften, gehen wir dorthin, wo die Menschen besorgt sind, suchen wir die Verbindung zu den Klimasch\u00fctzer*innen. Wenn sie nicht zu den Friedensdemos gehen, gehen wir zu ihnen! Blockieren wir B\u00fcchel, machen wir Aktionen, wo immer es Not tut, auch in Kalkar, Jagel oder Ramstein, auf dem Pariser Platz und:<\/p>\n<p>Reden wir uns den Mund fusselig, auch wenn es f\u00fcr uns wie Asche schmeckt, egal, Hauptsache ist, dass aus der Asche ein Feuer des Widerstands entsteht, um endlich dem Frieden zu seinem Recht zu verhelfen.<\/p>\n<p>Wir brauchen Frieden, keine Kriegsb\u00fcndnisse! Abr\u00fcsten statt aufr\u00fcsten!<\/p>\n<p><em>Jutta Kausch ist Schauspielerin, Lebenskundelehrerin in Berlin und seit Jahren als Friedensaktivistin in Berlin engagiert.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jutta Kausch stellt in ihrer Ansprache am diesj\u00e4hrigen Ostermarsch in Berlin die Frage, die alle Friedensaktivst*innen aktuell bewegt. &#8222;Warum gehen die Menschen nicht auch zahlreich auf die Stra\u00dfe, um f\u00fcr eine friedliche Welt zu demonstrieren, um die Welt vom Krieg&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1095,"featured_media":846025,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9167,11387],"tags":[44546,58054,58055,36653,58005],"class_list":["post-845332","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-frieden-und-abruestung","category-originalinhalt","tag-abruesten-statt-aufruesten","tag-jutta-kausch","tag-netzwerk-friedenskooperative","tag-ostermarsch","tag-ostermarsch-2019"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.1.1 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Ostermarsch Berlin 2019: die Welt braucht Frieden statt Kriegsb\u00fcndnisse<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Den Mut und die Ausdauer f\u00fcr die gerechte Sache einzustehen auch wenn es zurzeit nicht zum Mainstream geh\u00f6rt: \u201eReden wir uns den Mund fusselig, auch wenn es f\u00fcr uns wie Asche schmeckt, egal. 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