{"id":830922,"date":"2019-03-28T10:13:14","date_gmt":"2019-03-28T10:13:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=830922"},"modified":"2020-06-14T13:21:59","modified_gmt":"2020-06-14T12:21:59","slug":"als-in-der-schweiz-ein-atomreaktor-explodierte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2019\/03\/als-in-der-schweiz-ein-atomreaktor-explodierte\/","title":{"rendered":"Als in der Schweiz ein Atomreaktor explodierte"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vor 50 Jahren entging die Schweiz haarscharf einer Atomkatastrophe, als es im Versuchs-Reaktor Lucens zu einer Kernschmelze kam.<\/strong><\/p>\n<p><strong><em>Michael Fischer f\u00fcr die Online-Zeitung <a href=\"https:\/\/www.infosperber.ch\/Artikel\/Umwelt\/Die-Kernschmelze-von-Lucens\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">INFOsperber<\/a><\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und den Abw\u00fcrfen der Atombomben in Hiroshima und Nagasaki strebte auch die Schweiz nach der A-Bombe. In der Waadtl\u00e4nder Gemeinde Lucens wurde hierf\u00fcr ein neuer Reaktortyp entwickelt. Trotz schwerwiegender M\u00e4ngel wurde am 21. Januar 1969 der Atomversuchsreaktor um vier Uhr morgens wieder in Betrieb genommen. Kurz nach 17.15 Uhr kam es zur Explosion und Kernschmelze. Die Schweiz schrammte knapp am Gr\u00f6ssten Anzunehmenden Unfall (GAU) vorbei.<\/p>\n<p><strong>Der Traum vom eigenen Schweizer Atomreaktor<\/strong><\/p>\n<p>1946 setzte der Bundesrat die Studienkommission f\u00fcr Atomenergie (SKA) ein, welche den Bau einer Schweizer Atombombe realisieren sollte. Die Atompolitik der Schweiz war in den ersten Jahrzehnten gepr\u00e4gt vom Kalten Krieg. Die Angst vor einem sowjetischen Atomangriff war der Ausl\u00f6ser des Schweizer Atomwaffen-Programms und beg\u00fcnstigte zudem die massive staatliche Subventionierung der Atomindustrie.<\/p>\n<p>An der Genfer Atomkonferenz 1955 stellten die USA den Forschungsreaktor \u00abSaphir\u00bb vor, der sp\u00e4ter von der Reaktor AG in W\u00fcrenlingen mit der finanziellen Unterst\u00fctzung des Bundes gekauft wurde. Trotz der \u00dcbernahme des amerikanischen Leichtwasser-Reaktors \u00abSaphir\u00bb wurde der Bau des in der Schweiz geplanten Schwerwasser-Reaktors \u00abDiorit\u00bb weiterverfolgt.<\/p>\n<p>Dieser Reaktortyp sollte mit Natururan angetrieben werden, das im Gegensatz zum hoch angereicherten Uran, auf dem die USA ein Monopol hatten, leichter gekauft werden konnte. Die Natururan-Reaktoren besassen die Eigenschaft, dass w\u00e4hrend des Betriebs Plutonium erzeugt wird, das anschliessend f\u00fcr die Herstellung von Atomwaffen genutzt werden konnte.1<\/p>\n<p>Der Bau des Forschungsreaktors \u00abDiorit\u00bb war ein Gemeinschaftswerk der Schweizer Industrie, das es in dieser Form noch nicht gegeben hatte. Die beteiligten Firmen erhofften sich von der Entwicklung einer eigenen Reaktorlinie einen neuen Absatzmarkt f\u00fcr ihre Industrieprodukte. Gleichzeitig war der Versuchsreaktor ein Prototyp f\u00fcr einen zuk\u00fcnftigen Schweizer Leistungsreaktor, der f\u00fcr die Stromproduktion verwendet werden k\u00f6nnte und damit zu einem Exportprodukt der Schweizer Industrie werden sollte. Am 15. August 1960 wurde der \u00abDiorit\u00bb im Eidg. Institut f\u00fcr Reaktorforschung (EIR) in W\u00fcrenlingen erstmals getestet und am 26. August durch Bundesrat Max Petitpierre eingeweiht.1<\/p>\n<p><strong>\u00abLucens\u00bb als Versuchsreaktor f\u00fcr den Bau von Atomwaffen<\/strong><\/p>\n<p>Seit der Genfer Atomkonferenz 1955 wurde die Zukunft der Energieversorgung auch in der Schweiz in der Atomenergie gesehen. Zwischen 1956 und 1959 entstanden drei Projektgruppen, die jeweils alle den Bau eines AKWs in der Schweiz planten. Der Bund hatte jedoch nicht genug Geld, um gleichzeitig alle drei Projekte zu unterst\u00fctzen. Darum einigte man sich darauf, nur ein Projekt zu f\u00f6rdern. In Lucens, am Standort der Westschweizer Enusa, sollte der Reaktor des Deutschschweizer Konsortiums gebaut werden. Das Versuchsatomkraftwerk in Lucens wurde nicht f\u00fcr die Produktion elektrischer Energie gebaut, sondern diente der Entwicklung eines neuen Reaktortyps, der auch f\u00fcr den Bau von Atomwaffen h\u00e4tte genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Das Versuchsatomkraftwerk in Lucens wurde in eine unterirdische Kaverne gebaut.2 Wie die Bunker in den Alpen, sollte die unterirdische Kaverne den Reaktor im Kriegsfall sch\u00fctzen. Ein 100 Meter langer Stollen f\u00fchrte in Lucens zu den drei unterirdischen Kavernen f\u00fcr den Reaktor, den Maschinenraum mit den Turbinen und Generatoren sowie zum Lager mit den Brennst\u00e4ben.<\/p>\n<p>Der Bau der unterirdischen Kaverne erwies sich als viel schwieriger als erwartet. 1963 kam es nach Sprengungen zu Rissbildungen im Fels. In der Folge liefen die Kosten immer mehr aus dem Ruder. Die Kostenexplosion wurde dadurch beg\u00fcnstigt, dass auf die Festlegung eines Kostendachs verzichtet wurde. 1962 waren 64,5 Millionen Franken veranschlagt, letztlich kostete Lucens bis 1969 112,3 Millionen Franken.<\/p>\n<p><strong>NOK, BKW und Co. setzen auf US-Atomreaktoren<\/strong><\/p>\n<p>Anfang 1964 verk\u00fcndete die NOK, dass sie einen amerikanischen Atomreaktor importieren werde. Ihr Ziel war es, ein AKW in Beznau bereits 1969 in Betrieb zu nehmen. Aus diesem Grund wollte sie die Entwicklung eines Schweizer Atomreaktors nicht mehr abwarten. Der Import amerikanischer Reaktoren durch die Elektrizit\u00e4tsunternehmen war f\u00fcr die Schweizer Reaktorentwicklung ein schwerer Schlag. Im gleichen Jahr folgten die BKW mit der Ank\u00fcndigung des Baus von M\u00fchleberg, die Elektro-Watt mit Leibstadt und die Motor-Columbus mit Kaiseraugst. Die Hoffnung auf ein lukratives Gesch\u00e4ft durch die Entwicklung eines eigenen Schweizer Atomreaktors und dessen weltweiten Export hatte sich in Luft aufgel\u00f6st. Georg Sulzer verk\u00fcndete schliesslich 1967 ebenfalls den Austritt seiner Firma aus der Schweizer Reaktorentwicklung und versetzte damit dem Lucens-Projekt endg\u00fcltig den Todesstoss.<\/p>\n<p><strong>Betriebsbewilligung trotz schwerwiegender M\u00e4ngel<\/strong><\/p>\n<p>Mit dem Ausstieg von Sulzer war das Ende der Schweizer Reaktorentwicklung besiegelt, trotzdem wurde in Lucens weitergebaut. Das Versuchsatomkraftwerk war l\u00e4ngst zum nationalen Symbol f\u00fcr den atomaren Traum geworden. Die Firma Energie de l\u2019Ouest Suisse (EOS) bot an, w\u00e4hrend zwei Jahren das AKW zu betreiben, bis die erste Lieferung des Uran-Brennstoffs aufgebraucht sei, danach sollte der Reaktor stillgelegt werden. Am 29. Januar 1968 wurde in Lucens der erste Atomstrom der Schweiz produziert. Am 10. Mai 1968 wurde das AKW der EOS offiziell zum Betrieb \u00fcbergeben. Nach einer dreimonatigen Betriebsphase wurde der Reaktor Ende Oktober 1968 f\u00fcr Revisionsarbeiten abgestellt.<\/p>\n<p>Die Abdichtungen des K\u00fchlgebl\u00e4ses, welches das Kohlendioxid im Prim\u00e4rkreislauf zirkulieren liess, funktionierten nicht zuverl\u00e4ssig. Sperrwasser war in den Prim\u00e4rkreislauf eingedrungen. Trotzdem erteilte der Bund Ende Dezember 1968 die definitive Betriebsbewilligung. Das Wasser verursachte bei den Umh\u00fcllungsrohren der Uran-Brennst\u00e4be Korrosion. Bei der erneuten Inbetriebnahme behinderte der Rost den freien Umlauf des Kohlendioxids und damit die K\u00fchlung des Reaktors.<\/p>\n<p><strong>Eine Explosion f\u00fchrt zur Kernschmelze in Lucens<\/strong><\/p>\n<p>Am 21. Januar 1969 wurde der Reaktor in Lucens um vier Uhr morgens wieder in Betrieb genommen. Um 17.15 Uhr gingen die Sirenen los, die Betriebsequipe wurde von einer automatischen Schnellabschaltung des Reaktors \u00fcberrascht. Kurze Zeit sp\u00e4ter h\u00f6rten sie im Kontrollraum eine Explosion im Berginnern. Die Katastrophe im AKW Lucens nahm ihren Lauf. Es kam zur Kernschmelze. Im Innern des Reaktors begann der \u00fcberhitzte Uran-Brennstab Nr. 59 zu schmelzen, dann zu brennen. Der Schmelzvorgang erfasste auch die benachbarten Brennst\u00e4be.<\/p>\n<p>Schliesslich explodierte der Reaktor und das radioaktive Material, rund 1100 Kilogramm schweres Wasser, Uran-Magnesium-Schmelze und radioaktiv kontaminiertes K\u00fchlgas wurden durch die Reaktorkaverne geschleudert. Die 60 Zentimeter dicke Wand aus Aluminium, Asphalt und Beton des Sicherheitsbeh\u00e4lters wurde durch den Druck der Explosion weggesprengt. Durch undichte Stellen in der Kaverne entwichen radioaktive Gase. Der Direktor Jean-Paul Buclin erinnerte sich sp\u00e4ter: \u00abDie Radioaktivit\u00e4t aus der Reaktorkaverne hat sich unvorhergesehen in anderen Lokalit\u00e4ten verbreitet, sogar bis in den Kontrollraum.3<\/p>\n<p><strong>Knapp am GAU vorbei<\/strong><\/p>\n<p>Der Anstieg der Radioaktivit\u00e4t liess die schlimmsten Bef\u00fcrchtungen aufkommen. Der Alarmausschuss der Eidg. Kommission f\u00fcr die \u00dcberwachung der Radioaktivit\u00e4t wurde benachrichtigt. Zwei Strahlenschutzbeauftragte fuhren w\u00e4hrend der ganzen Nacht durch die umliegenden D\u00f6rfer und massen die Radioaktivit\u00e4t. Sie konnten nur einen geringen Anstieg der Radioaktivit\u00e4t feststellen. Die Reaktorkaverne war radioaktiv verstrahlt, aber die Sicherheitsschleusen funktionierten. Es drang nur wenig Radioaktivit\u00e4t nach draussen. Die Bev\u00f6lkerung wurde nicht radioaktiv verstrahlt.<\/p>\n<p>Bei der Gr\u00fcndungsfeier des Eidgen\u00f6ssischen Nuklearsicherheitsinspektorats (ENSI) im April 2009 sagte der damalige SP-Bundesrat und Energieminister Moritz Leuenberger: \u00ab1969 schrammte die Schweiz knapp an einer Katastrophe vorbei. (&#8230;) Die damalige amtliche Verlautbarung sprach lediglich von einem \u2039Zwischenfall\u203a. Heute finden wir Lucens auf der Liste der 20 schwersten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_von_Unf%C3%A4llen_in_kerntechnischen_Anlagen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Reaktor-Pannen der Welt<\/a>. Das wahre Ausmass der Panne wurde also damals vertuscht und abgewiegelt.&#8220;4<\/p>\n<p><strong>Lucens als Atomkatastrophe der Stufe 5 (von 7)<\/strong><\/p>\n<p>Heute wird die Kernschmelze von Lucens auf der Internationalen Bewertungsskala f\u00fcr nukleare Ereignisse (INES) auf Stufe 5 (von insgesamt 7 Stufen) eingeordnet und damit als \u00abschwerer Unfall\u00bb taxiert, vergleichbar mit dem Reaktorunfall im AKW <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reaktorunfall_im_Kernkraftwerk_Three_Mile_Island\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Three Mile Island in Harrisburg<\/a> in den USA 1979.<\/p>\n<p><em>TV-Doku zum Reaktor-Unfall in Lucens:<\/em><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Endt3lkaZhw\" width=\"700\" height=\"394\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><span style=\"display: inline-block; width: 0px; overflow: hidden; line-height: 0;\" data-mce-type=\"bookmark\" class=\"mce_SELRES_start\">\ufeff<\/span><\/iframe><\/p>\n<p>Obwohl die Kernschmelze in Lucens 1969 einer der weltweit schwersten Atomunf\u00e4lle war, warf der \u00abSt\u00f6rfall\u00bb damals in der \u00d6ffentlichkeit keine grossen Wellen. Die Atomtechnologie wurde damals noch nicht grunds\u00e4tzlich hinterfragt. Noch immer herrschte der Fortschrittsglaube. Der Widerstand gegen die AKW erwachte erst in den 1970er-Jahren. F\u00fcr die Anti-AKW-Bewegung kam der Atomunfall in Lucens um einige Jahre zu fr\u00fch. Heute ist der Atomunfall von Lucens l\u00e4ngst aus dem kollektiven Ged\u00e4chtnis verschwunden. Einer der schwersten Atomunf\u00e4lle weltweit ist damit nahezu in Vergessenheit geraten. Atom-Euphorie, Plutonium und AKW-Sicherheit &#8211; das Atomwaffen-Programm der Schweiz war dem Zeitgeist des Kalten Kriegs geschuldet. Die Forschungen im Bereich der Atomphysik wurden damals zivil getarnt, verfolgten aber haupts\u00e4chlich einen milit\u00e4rischen Zweck. Der geplante Schwerwasserreaktor in Lucens sollte auch f\u00fcr die Produktion von Plutonium und damit f\u00fcr die Herstellung von Atomwaffen genutzt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die Atomindustrie l\u00f6ste sich erst allm\u00e4hlich aus der Abh\u00e4ngigkeit der urspr\u00fcnglich milit\u00e4rischen Interessen. In der Euphorie des Atomzeitalters gab es bez\u00fcglich der Sicherheit der AKW noch fast keine Bedenken. Bei der Kernschmelze in Lucens vom 21. Januar 1969 ist die Schweiz nur knapp einem GAU entgangen. In der Folge hat man versucht, den \u00abZwischenfall\u00bb zu vertuschen und zu verharmlosen (siehe unten). Die enge Verflechtung von Staat, Wissenschaft und Industrie blieb weiter bestehen und wirkt teilweise bis heute nach.<\/p>\n<div>\n<p><strong>Die Kernschmelze von Lucens als harmloser \u00abZwischenfall\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>\u00abEs war eine grosse Pleite, ein totales Fiasko\u00bb, sagte der ehemalige Direktor der Reaktor AG und der BBC Rudolf Sontheim.3 Der Traum vom Schweizer Reaktor war geplatzt. Die Dekontamination der Reaktorkaverne und die Zerlegung des zerst\u00f6rten Reaktors dauerten \u00fcber drei Jahre bis im Mai 1973. Der radioaktive Abfall wurde in rund 250 F\u00e4ssern von je 200 Litern gef\u00fcllt. Die unbesch\u00e4digten Brennelemente wurden in die Wiederaufbereitungsanlage der Eurochemic im belgischen Mol gebracht. Die hoch radioaktiven 60 Kilogramm Uran des geschmolzenen Brennelements Nr. 59 wurden zerlegt und in sechs Stahlbeh\u00e4lter verpackt und luftdicht eingeschweisst. Die Anlage wurde von 1991 bis 1992 definitiv stillgelegt, die Reaktorkaverne mit Beton gef\u00fcllt. Die sechs kontaminierten Stahlbeh\u00e4lter lagerten weiterhin in der Anlage, bis sie schliesslich 2003 ins Zwischenlager (Zwilag) nach W\u00fcrenlingen gebracht wurden.<\/p>\n<p>CVP-Bundesrat Roger Bonvin, der damalige Vorsteher des Eidg. Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartements (EVED), ernannte am 5. Februar 1969 eine Untersuchungskommission, welche die Ursache des Unfalls analysieren sollte. Es dauerte \u00fcber zehn Jahre bis diese im Juni 1979 ihren Schlussbericht ver\u00f6ffentlichte. Der \u00abZwischenfall\u00bb bedeutete zu keinem Zeitpunkt irgendeine Gefahr f\u00fcr die Betriebsequippe oder f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung, lautete das Fazit.5 Roland Naegelin, der sp\u00e4tere Direktor der Hauptabteilung f\u00fcr die Sicherheit der Kernanlage (HSK), stellte 2007 in seinem historischen R\u00fcckblick mit Genugtuung fest, Lucens habe den Beweis erbracht, dass die Sicherheitsvorkehrungen einwandfrei funktioniert haben. \u00abDie radiologischen Auswirkungen des Unfalls auf Personal und Umgebung waren vernachl\u00e4ssigbar.\u00bb6<\/p>\n<\/div>\n<p>1 Tobias Wildi: Der Traum vom eigenen Reaktor. Die schweizerische Atomtechnologieentwicklung 1945 \u20131969, Z\u00fcrich, Chronos, 2003. S. 72. + S. 75.<br \/>\n2 Otto L\u00fcscher: Die Schweizer Reaktorlinie, in: Schweizerische Gesellschaft der Kernfachleute (Hrsg.): Geschichte der Kerntechnik in der Schweiz. Die ersten 30 Jahre 1939 \u20131969, Oberb\u00f6zberg: Olynthus, 1992. S. 124 ff.<br \/>\n3 Alexander Mazzara: Der atomare Traum. Explosive Pl\u00e4ne der Schweizer Industrie, Dokumentarfilm, Schweizer Fernsehen, 2003. 29:13 + 1:46 \u20131:49<br \/>\n4 Moritz Leuenberger: <a href=\"http:\/\/www.ensi.ch\/de\/2012\/06\/07\/serie-lucens-kritik-an-der-sicherheitsbehoerde\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Rede anl\u00e4sslich der Gr\u00fcndungsfeier des Eidgen\u00f6ssischen Nuklearsicherheitsinspektorats (ENSI) im April 2009<\/a>.<br \/>\n5 Kommission f\u00fcr die sicherheitstechnische Untersuchung des Zwischenfalles im Versuchs-Atomkraftwerk Lucens (Hrsg.): Schlussbericht \u00fcber den Zwischenfall im Versuchs-Atomkraftwerk Lucens, 1979. S. 10-2.<br \/>\n6 Roland Naegelin: Geschichte der Sicherheitsaufsicht \u00fcber die schweizerischen Kernanlagen, 1960 \u2013 2003. Villigen: Hauptabteilung f\u00fcr die Sicherheit der Kernanlagen (HSK), 2007. S. 101.<\/p>\n<hr \/>\n<p><em><strong>Red. Michael Fischer<\/strong> ist Historiker. Er arbeitete als Kulturjournalist und ist heute wissenschaftlicher Mitarbeiter am Centre D\u00fcrrenmatt in Neuch\u00e2tel. Im M\u00e4rz 2019 erscheint sein Buch \u00abAtomfieber\u00bb zur Geschichte der Atomenergie in der Schweiz im Verlag \u00ab<a href=\"https:\/\/www.hierundjetzt.ch\/de\/catalogue\/atomfieber_18000039\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier + jetzt<\/a>\u00bb. Der Beitrag zur Kernschmelze in Lucencs erschien zuerst im Magazin \u00ab<a href=\"https:\/\/www.energiestiftung.ch\/magazin-energie-und-umwelt.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Energie &amp; Umwelt<\/a>\u00bb der Schweizerischen Energie-Stiftung.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 50 Jahren entging die Schweiz haarscharf einer Atomkatastrophe, als es im Versuchs-Reaktor Lucens zu einer Kernschmelze kam. 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