{"id":810430,"date":"2019-02-20T18:50:42","date_gmt":"2019-02-20T18:50:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=810430"},"modified":"2019-02-20T18:50:42","modified_gmt":"2019-02-20T18:50:42","slug":"warum-die-zeit-fuer-das-bedingungslose-grundeinkommen-reif-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2019\/02\/warum-die-zeit-fuer-das-bedingungslose-grundeinkommen-reif-ist\/","title":{"rendered":"Warum die Zeit f\u00fcr das bedingungslose Grundeinkommen reif ist"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><em>Von\u00a0Deborah Ryszka<\/em><\/h4>\n<p>Gegner des bedingungslosen Grundeinkommens bef\u00fcrworten repressive Ma\u00dfnahmen, da ihrer Meinung nach der Mensch von Grund auf faul sei. Das sind zurechtgestutzte Interpretationen. System- und individuumbedingte Notwendigkeiten werden zugunsten der eigenen Perspektive ausgeblendet.<\/p>\n<h3>Die Angst vor dem bedingungslosen Grundeinkommen<\/h3>\n<p>Das Experiment zum bedingungslosen Grundeinkommen (kurz BGE) in Finnland gilt vorerst als gescheitert. Das ist kein Wunder. Politischen und wirtschaftlichen Interessen, die ma\u00dfgeblich die Richtung vorschrieben, ging es nicht um wissenschaftliche Erkenntnis, sondern vielmehr um die Durchsetzung eigener Ideologien.<\/p>\n<p>Wie aber k\u00f6nnte etwas gelingen, was von Anfang an zum Scheitern verdammt sein soll? Dennoch verdeutlicht das Beispiel Finnland, was viele aus dem Juste Milieu sich nicht auszusprechen trauen: Die Angst vor der Einf\u00fchrung eines BGEs.<\/p>\n<p>Eine materielle bedingungslose Sicherung, die den Freiheitsraum jedes einzelnen Menschen erweitert, w\u00e4re gleichbedeutend mit einer Aberkennung gesellschaftlicher Macht. Es w\u00fcrde eine Begegnung zwischen Machthabern und Machtdienern auf Augenh\u00f6he hervorrufen, und das Machtgef\u00e4lle sowie das tragende Signum selbst, also die Macht an sich, als identit\u00e4tsstiftendes Momentum zerschlagen. F\u00fcr all jene, die nichts au\u00dfer ihrer Macht besitzen, w\u00e4re dies ihr Untergang.<\/p>\n<p>Sie w\u00fcrden sich in einer Welt der Gleichberechtigung, der gegenseitigen Anerkennung als Mensch, fernab von materiellen oder ideologischen Grundlagen, vermutlich nicht zurecht finden und auch nicht mehr durchsetzen k\u00f6nnen. Womit auch? Die \u00f6konomische Knute w\u00e4re ihnen aus der Hand genommen. Und weil sie um ihr eigenes Schicksal wissen, zetern sie choral in gemeinsamen Takt gegen das BGE und gleichzeitig f\u00fcr ihre Lebensgrundlage.<\/p>\n<h3>Die Verhaltens\u00f6konomie bietet Argumente f\u00fcr das bedingungslose Grundeinkommen<\/h3>\n<p>Experimente aus der Verhaltens\u00f6konomie, konkret das sogenannte Ultimatum- und Diktatorspiel (Bolton, Katok &amp; Zwick, 1998; G\u00fcth, Schmittberger &amp; Schwarze, 1982) \u2013 verstanden als praktische Anwendungen der Spieltheorie \u2013, erm\u00f6glichen durch die Verkn\u00fcpfung \u00f6konomischer und psychologischer Annahmen ein realit\u00e4tsn\u00e4heres Abbild menschlichen Verhaltens als die Vorstellung vom Homo oeconomicus [1], und konkretisieren das Machtdilemma der BGE-Gegner.<\/p>\n<p>Worum geht es beim Ultimatum- und Diktatorspiel? In beiden Spielversuchen steht die Aufteilung einer bestimmten Geldsumme zwischen zwei Spielern im Fokus. Beim Diktatorspiel muss der eine Spieler das Angebot seines Gegen\u00fcbers, egal wie ungerecht dieses sein sollte, stets annehmen. Der Diktator bestimmt einseitig die Summe, die ihm und seinem Mitspieler zukommt. Diese Zwangsakzeptanz entf\u00e4llt beim Ultimatumspiel. Zwar offeriert auch hier eine Person einen bestimmten Geldbetrag, jedoch obliegt es dem Gegen\u00fcber dieses Angebot auszuschlagen, mit der Konsequenz, dass beide Personen leer ausgehen k\u00f6nnen, was \u00fcblicherweise bei relativ niedrigen Geldbetr\u00e4gen der Fall ist (Hoffman, McCabe, Schachat, &amp; Smith, 1994).<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund werden die \u00c4ngste der BGE-Gegner ersichtlicher. In ihrer gegenw\u00e4rtigen \u2013 dem Diktator vergleichbaren \u2013 Position des Privilegierten, die ihnen aufgrund der materiellen Abh\u00e4ngigkeit der vielen anderen zukommt, setzen sie allein die Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt fest. Durch die bestehende Bildungsinflation und dem einhergehenden \u00dcberangebot an Fachkr\u00e4ften dr\u00fcckten sie nicht nur die L\u00f6hne, sondern vernachl\u00e4ssigten zudem die Arbeitsbedingungen.<\/p>\n<p><strong>Die (von Erwerbsarbeit) Abh\u00e4ngigen akzeptierten diese Entwicklung. Nicht weil ihnen keine Wahl blieb, sondern aus Angst vor dem sozialen Abstieg, dem damit einhergehenden materiellen Verlust sowie der sozialen \u00c4chtung.<\/strong><\/p>\n<p>Und dies, obwohl die Verf\u00fchrungskraft der materiellen Anreize wegen ihrer Niedrigschwelligkeit zunehmend schwindet, hingegen soziale Aspekte, wie ein angenehmes Arbeitsklima oder angemessene Arbeits- und Freizeiten, an Bedeutungskraft gewinnen.<\/p>\n<p>Doch die sozialen Aspekte allein verm\u00f6gen es nicht zunehmende Mietpreise, steigende Lebensunterhaltungskosten und dergleichen zu kompensieren. Hierzu bedarf es einer materiellen Grundlage, sollten die Arbeitsbedingungen, mit Wohlf\u00fchlkantine und sportlichem Check-up, auch noch so paradiesisch sein.<\/p>\n<h3>Das bedingungslose Grundeinkommen erm\u00f6glicht ein neues Verst\u00e4ndnis von Humanismus<\/h3>\n<p>Hingegen w\u00e4re das Beziehungsgef\u00fcge durch die Einf\u00fchrung des BGEs dem Ultimatumspiel, mit einem idealen Lehrer-Sch\u00fcler-Verh\u00e4ltnis, zu vergleichen. Beide Parteien besetzen gleichberechtigte Einflussr\u00e4ume und es liegt im Interesse des Lehrers, seinen Sch\u00fctzling nach bestem Gewissen zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Dieses Gef\u00fcge w\u00e4re weit vom gegenw\u00e4rtigen Beziehungssystem, dem zwischen Herrn und Knecht, entfernt, bei dem die Versklavung des einen den Vorteil des anderen bedeutet.<\/p>\n<p>\u00dcbertragen auf die Arbeitswelt w\u00fcrde solch ein durch das BGE erm\u00f6glichtes Klima massive, aus humanistischer Perspektive jedoch notwendige Ver\u00e4nderungen seitens der Arbeitgeber erfordern. Arbeitspl\u00e4tze m\u00fcssten aufgrund des Fehlens eines prim\u00e4r finanziellen Anreizes \u2013 und denn damit verbundenen Abstiegs\u00e4ngsten \u2013 entsprechend entlohnt werden. Fehlt die monetaristische Honorierung der geleisteten Arbeit, k\u00f6nnten sich die Erwerbsabh\u00e4ngigen nach besseren Alternativen umsehen, was ihren Marktwert steigerte.<\/p>\n<p>Zudem w\u00fcrden arbeitnehmerfreundliche Arbeitsbedingungen zum Standard, wie etwa verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig-notwendige \u00dcberstunden sowie deren gerechte Bezahlung, aber auch eine h\u00f6here Entlohnung flexibler Arbeitskr\u00e4fte, die jederzeit einsatzbereit sein m\u00fcssen sowie von Schichtarbeitern, die gesundheitlichen Folgesch\u00e4den in Kauf nehmen.<\/p>\n<p>Es ist ein menschliches Unding, dass gerade diese Berufsgruppen, insbesondere im Niedriglohnsektor und dem Care-Bereich, um ihre Existenz buhlen m\u00fcssen. Welch ein Chaos w\u00fcrde wohl ausbrechen, legten die Stra\u00dfenreinigung und M\u00fcllabfuhr f\u00fcr eine Woche ihre Arbeit nieder. Kaum zu denken an den Gestank, der sich in den Stra\u00dfen entfalten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich sehe es im Care-Bereich aus. Eine Woche ohne Pflegepersonal und Abertausende Patienten w\u00fcrden sterben.<\/p>\n<h3>Archaische Strukturen und digitale Errungenschaften<\/h3>\n<p>Gesellschaftliche Kulturtransformationen, wie etwa der Digitalisierungsprozess, erfordern neue, an die Gegebenheiten angepasste, L\u00f6sungsans\u00e4tze. Es ist wie bei einem Kind das aufgrund seines Wachstums mehrfach neue und passende Schuhe ben\u00f6tigt, um nicht in seiner Entwicklung gehemmt zu werden.<\/p>\n<p>Gleiches gilt f\u00fcr die Gesellschaft und dem herrschenden Verst\u00e4ndnis von Arbeit und der Arbeitswelt, die archaische Strukturen aus dem Industriezeitalter mit digitalen Errungenschaften ausr\u00fcsten m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Maschinen und Computerprogramme \u00fcbernehmen schon heute viele Aufgaben, die fr\u00fcher durch Menschenhand ausgef\u00fchrt werden mussten. Das Ziel der Vollbesch\u00e4ftigung ist ein politisch irreales Ziel, weil nicht umsetzbar im Angesicht st\u00e4ndiger Rationalisierung und Automatisierung, und in sich ohnehin v\u00f6llig unlogisch, weil ein Arbeitsmarkt ohne Arbeitslose nicht funktioniert. Es muss st\u00e4ndig ein Pool von Arbeitssuchenden verf\u00fcgbar sein, um kurzfristig Stellen besetzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die SPD und ihr Verst\u00e4ndnis als Arbeiterpartei steht per exemplum f\u00fcr diese Diskrepanz zwischen digitalem Anspruch und archaischem Denken. Schlie\u00dflich gibt es den typischen Arbeiter schon lange nicht mehr. Anstatt sich dieser Realit\u00e4t durch ein notwendig neues Selbstverst\u00e4ndnis anzupassen und etwa zur Partei der (gef\u00fchlt) Abgeh\u00e4ngten zu werden, reitet die sozialdemokratische Partei auf ihrem digitalen Wellentrip dem eigenen Untergang entgegen. \u00dcberall t\u00f6nt es Digitalisierung, aber gelebt und gedacht wird wie zu Zeiten der Industrialisierung.<\/p>\n<p><strong>Diese nicht zeitgem\u00e4\u00dfe Denkweise spiegelt sich in der Bef\u00fcrwortung von Strafen wider. Sie werden nicht nur im Hartz-IV-System als bessere Anreize gegen\u00fcber Belohnungen verstanden.<\/strong><\/p>\n<p>In der Tat replizieren neurowissenschaftliche Befunde etwa eine st\u00e4rkere Gehirnaktivit\u00e4t und bessere Leistung junger Erwachsener zwischen 18 und 25 Jahren bei negativen und nicht positiven R\u00fcckmeldungen; hingegen bei Kindern im Alter von 8 bis 9 und 11 bis 12 Jahren den umgekehrten Befund (Van Duijvenvoorde, Zanolie, Rombouts, Raijmakers &amp; Crone, 2008).<\/p>\n<p>Hierbei wird jedoch vergessen, dass Kinder in dieser Altersgruppe weniger den sozialen Einfl\u00fcssen des repressiven Systems durch Schulnoten oder Leistungsbewertung ausgesetzt sind und das spielerische Lernen im Vordergrund steht, wohingegen junge Erwachsene sich an das soziale System durch Internalisierung ihrer Leitwerte, wie dem der Bestrafung, bereits angepasst haben.<\/p>\n<p>Folglich k\u00f6nnen die Ergebnisse der jungen Alterskohorte \u2013 im Gegensatz zu der \u00e4lteren Gruppe \u2013 als der menschlichen Natur gerechter betrachtet werden, da soziale Einfl\u00fcsse weniger das gezeigte Verhalten \u201everzerren\u201c. Belohnung motiviert sehr wohl, sofern die Umst\u00e4nde es erm\u00f6glichen.<\/p>\n<h3>Ein bedingungsloses Grundeinkommens kann das repressive System in ein honorierendes transformieren<\/h3>\n<p>Mit der Einf\u00fchrung eines BGEs w\u00fcrde man den Verh\u00e4ltnissen nicht nur aus systemischer Sicht gerechter, n\u00e4mlich einer Passung vom digitalen Anspruch und gesellschaftlicher Wirklichkeit, welches das System vor dem drohenden Aufplatzen bewahrte, sondern auch dem Entwicklungspotential der menschlichen Psyche.<\/p>\n<p>Denn statt den Regeln eines repressiven w\u00fcrden diejenigen eines honorierenden Systems gelten, in dem nicht Angst sondern Freude der treibende soziale Kitt w\u00e4re. Statt eines \u201ehinter-sich-bringen\u201c dominierte ein \u201evor-sich-haben\u201c, statt Abstiegs\u00e4ngsten gebe es erbl\u00fchende Aufstiegshoffnungen und statt Misstrauen herrschte zwischenmenschliches Vertrauen.<\/p>\n<p><strong>Obwohl schwer vorzustellen, ginge dies auch mit wirtschaftlichen Entlastungen einher, zum Beispiel durch eine Abnahme der Ausgaben im Gesundheitssektor, dessen Kosten im Bereich psychischer Erkrankungen eine ma\u00dfgebliche Konsequenz systembedingter Repressalien sind.<\/strong><\/p>\n<p>So sind etwa psychische Erkrankungen nicht nur die zweith\u00e4ufigste Ursache f\u00fcr Fehltage am Arbeitsplatz, sondern sie wirken sich grunds\u00e4tzlich auf die Arbeitsf\u00e4higkeit und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben aus. Doch zu viele Profiteure, von Psychotherapeuten, \u00c4rzten bis zu Beratern und Trainern, saugen an dieser nie versiegenden Geldquelle, als dass sie aus Vernunftgr\u00fcnden freiwillig ihre systembedingte Nichtigkeit akzeptierten.<\/p>\n<p>Um das einzelne menschliche Leben geht es schon lange nicht mehr. Zu abh\u00e4ngig und \u201ekrankgemacht\u201c sind die einzelnen Akteure von dem repressiven System, in dessen \u00f6konomischen Teufelskreis sie sich bewegen. Lange kann diese Kombination aus dysfunktionalem System und kranken Menschen ohne folgenschwere Konsequenzen nicht mehr aufrecht gehalten werden.<\/p>\n<h3>Jetzt ist der Zeitpunkt f\u00fcr ein bedingungsloses Grundeinkommen<\/h3>\n<p>Der einzelne Mensch ist nicht mehr ausschlie\u00dflich konsumorientiert, wie etliche Sharing-Konzepte und Eigenproduktionen auf YouTube und anderen Plattformen verdeutlichen, sondern produktiv-t\u00e4tig unterwegs, was einen Wandel der psychischen Struktur impliziert.<\/p>\n<p>Andererseits entgleiten wirtschaftliche, gesellschaftliche und b\u00fcrokratische Prozesse mehr und mehr menschlicher Kontrolle. Die bereits unumkehrbar eingeleitete Kulturtransformation, angetrieben durch die Digitalisierung, erfordert neue L\u00f6sungen. Daher ist jetzt der richtige Zeitpunkt f\u00fcr die Einf\u00fchrung eines existenzsichernden BGEs.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Quellen und Anmerkungen<\/strong><br \/>\n[1] Der Homo oeconomicus (Wirtschaftsmensch), der auch als rationaler Agent bezeichnet wird, ist in der Wirtschaftswissenschaft und Spieltheorie das theoretische Modell eines Nutzenmaximierers. Analysen der klassischen und neoklassischen Wirtschaftstheorie gehen vom Modell eines ausschlie\u00dflich wirtschaftlich denken Menschen aus. \u21a9<\/p>\n<p><strong>Weiterf\u00fchrende Literatur<\/strong><br \/>\nBolton, G., Katok, E., &amp; Zwick, R. (1998). Dictator Game Giving: Rules of Fairness Versus Acts of Kindness. International Journal of Game Theory, 27(2), 269-299.<\/p>\n<p>Van Duijvenvoorde, A., Zanolie, K., Rombouts, S. A. R. B., Raijmakers, M., &amp; Crone, E. A. (2008). Evaluating the negative or valuing the positive? Neural mechanisms supporting feedback-based learning across development. Journal of Neuroscience, 28, 9495-9503.<\/p>\n<p>G\u00fcth, W., Schmittbegrer, R. &amp; Schwarze, B. (1982). An Experimental Analysis of Ultimatum Bargaining, Journal of Economic Behavior and Organization, 3(4), 367-388.<\/p>\n<p>Hoffman, E., McCabe, K., Schachat, K., &amp; Smith, V. (1994). Preferences, Property Rights, and Anonimity in Bagaining Games. Games and Economic Behavior, 7(3), 346-380.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em><strong>Deborah Ryszka<\/strong> (Jahrgang 1989), M. Sc. Psychologie. Nach universit\u00e4r-berufspsychologischen Irrwegen in den Neurowissenschaften und Erziehungswissenschaften nun mit aktuellem Lager in der universit\u00e4ren Philosophie. Sie versucht sich so weit wie m\u00f6glich der gesellschaftlichen Direktive einer hemmungslosen \u00f6ffentlichen Selbstdarstellung bis hin zur Selbstaufgabe zu entziehen. Mit Epikur ausgedr\u00fcckt: \u201eLebe im Verborgenen. Entziehe dich den Vergewaltigungen durch die Gesellschaft \u2013 ihrer Bewunderung, wie ihrer Verurteilung. Lass ihre Irrt\u00fcmer und Dummheiten und gemeinen L\u00fcgen nicht einmal in der Form von B\u00fcchern zu dir dringen.\u201c<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Von\u00a0Deborah Ryszka Gegner des bedingungslosen Grundeinkommens bef\u00fcrworten repressive Ma\u00dfnahmen, da ihrer Meinung nach der Mensch von Grund auf faul sei. Das sind zurechtgestutzte Interpretationen. System- und individuumbedingte Notwendigkeiten werden zugunsten der eigenen Perspektive ausgeblendet. 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