{"id":670372,"date":"2018-07-04T16:01:30","date_gmt":"2018-07-04T15:01:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=670372"},"modified":"2018-07-04T16:48:35","modified_gmt":"2018-07-04T15:48:35","slug":"das-ende-des-internet-wie-wir-es-kennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2018\/07\/das-ende-des-internet-wie-wir-es-kennen\/","title":{"rendered":"Das Ende des Internet wie wir es kennen"},"content":{"rendered":"<p><em>Morgen, am 5. Juli, wird das Europ\u00e4ische Parlament \u00fcber eine Reform des Internets abstimmen. Was urspr\u00fcnglich als gutgemeinte Ma\u00dfnahme zur St\u00e4rkung des Urheberrechts gedacht war, k\u00f6nnte in seiner jetzigen Form das Ende des Internets bedeuten, wie wir es kennen.<\/em><\/p>\n<p><em>Der folgende Artikel erkl\u00e4rt, wie es dazu kam, was die CDU damit zu tun hat und warum noch m\u00f6glichst viele Menschen die Petition <a href=\"https:\/\/savetheinternet.info\/de_DE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u201eSave the Internet\u201c<\/a> unterschreiben sollten (aktueller Stand: 777.558 Unterschriften und weiter steigend). Er erschien erstmals auf VAPERS.GURU, einem professionellen Online Vaper Magazin rund um die Themen Harm Reduction und E-Zigarette. Die darin aufgef\u00fchrten Beispiele, was sich ab morgen f\u00fcr \u201eDampfer\u201c \u00e4ndern k\u00f6nnten, lassen sich problemlos auch auf viele andere Internetnutzer \u00fcbertragen und machen deutlich, worum es hier tats\u00e4chlich geht und was f\u00fcr uns alle auf dem Spiel steht.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir danken VAPERS.GURU f\u00fcr diesen \u00e4u\u00dferst informativen und gut recherchierten Artikel sowie f\u00fcr die freundliche Genehmigung, in publizieren zu d\u00fcrfen.<\/em><\/p>\n<h3>Das Ende des Internet wie wir es kennen<\/h3>\n<p><a href=\"https:\/\/www.vapers.guru\/2018\/06\/21\/das-ende-des-internet-wie-wir-es-kennen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Von Joey Hoffmann, vapers.guru, 21.06.2018<\/a><\/p>\n<p>Der Rechtsausschuss der EU hat gestern die Reform des Urheberrechts beschlossen. Mit enthalten sind die so genannten Uploadfilter und Linksteuern. Und das w\u00fcrde ohne jede \u00dcbertreibung das Ende des Internet bedeuten, so wie wir es kennen.<\/p>\n<p>Die allermeisten kennen so genannte Social Media Plattformen. Die mit Abstand gr\u00f6\u00dfte ist sicherlich Facebook. \u00dcber 50% der Menschen in Europa nutzen Facebook. Eine Datenerhebung hat vor zwei Jahren ergeben, dass \u00fcber 90% der Deutschen unter 35 Jahren Facebook nutzen. Unter 25 J\u00e4hrige sogar t\u00e4glich.<\/p>\n<p>Plattformen wie YouTube, Twitter, Instagram, Vimeo und Twitch zeichnen sich dadurch aus, dass st\u00e4ndig Daten von den Nutzern hochgeladen werden. Bilder, Videos und so genannte Memes, Bilder mit kleinen Spr\u00fcchen darauf oder sehr kurze Videos. Doch damit k\u00f6nnte nun in Europa Schluss sein.<\/p>\n<p>Dagegen haben n\u00e4mlich vor allem kreativ Schaffende etwas. Dabei sollte man jedoch nicht an den Maler um die Ecke denken, oder den Video K\u00fcnstler. Sondern beispielsweise Musiker oder Fotografen, die damit ihren Lebensunterhalt verdienen. Denn die massenhafte und unkontrollierbare Verbreitung von solchen Daten, im Netzjargon auch Content (Inhalt) genannt, l\u00e4uft ihrem Versuch nat\u00fcrlich entgegen, mit der Exklusivit\u00e4t ihrer Inhalte Geld verdienen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>Konservative Interessen gegen freies Internet<\/h4>\n<p>Nun m\u00f6chten vereinzelte politische Ausrichtungen etwas dagegen tun. Ihre L\u00f6sung ist die Durchsetzung des Kopierschutzes, so wie er noch in Zeiten von VHS und Audiokassetten naheliegend erschien. Ebenso naheliegend erscheint ihnen, diese gro\u00dfen Plattformen dazu zu zwingen, die bei ihnen hochgeladenen Inhalte zu \u00fcberpr\u00fcfen. Ob der jeweils hochladende Nutzer \u00fcberhaupt die Rechte an dem Content h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Die meisten Parlamente verf\u00fcgen \u00fcber ihre Fachaussch\u00fcsse. So auch das Parlament der Europ\u00e4ischen Union. Und der Rechtsausschuss der EU hat gestern einen Vorschlag einer Richtlinie beschlossen, der genau dieses Problem angehen soll. Er soll die massenweise Verletzung des Copyrights ausschlie\u00dfen. Und dazu die gro\u00dfen Plattformen in die Pflicht nehmen. F\u00fcr Sprengstoff sorgen dabei vor allem zwei Artikel, die es tats\u00e4chlich in sich haben.<\/p>\n<h4>Artikel 13: Upload Filter<\/h4>\n<p>Zum ersten ist der Artikel 13 zu nennen. Dieser soll die Plattformen dazu zwingen, jeden hoch geladenen Content zu \u00fcberpr\u00fcfen. Die Formulierungen sind dabei jedoch so schwammig, die Definitionen so weit gefasst, dass es ann\u00e4hernd unm\u00f6glich ist zu beurteilen, wie das nun in der Praxis aussehen soll.<\/p>\n<p>Nach der neuen Richtlinie soll jede Plattform mit den jeweiligen Rechteinhabern \u201everhandeln\u201c. Was das allerdings bedeutet und ob diese Verhandlungen \u00fcberhaupt zu einem Ergebnis kommen, das steht in den Sternen. Aber nicht in der Richtlinie.<\/p>\n<p>Ebenso, wie eine Plattform mit Milliarden Anwendern \u00fcberhaupt \u201everhandeln\u201c soll. Denn \u00fcber entsprechende Generatoren und einfache, kostenlose Bild-, Video- und Musikprogramme kann jeder heutzutage mit geringen Aufwand kreativ werden und Content erschaffen. Es ist ann\u00e4hernd unm\u00f6glich nachzuweisen, dass man f\u00fcr jeden Handy Snapshot und jedes Meme tats\u00e4chlich selber die Rechte hat.<\/p>\n<p>Auch die Gr\u00f6\u00dfen werden in der Richtlinie \u00fcberhaupt nicht definiert. Nicht nur die der Rechteinhaber, auch die der Plattformen. Es kann also durchaus sein, dass dies auch kleine Foren oder beispielsweise Foto Communitys betrifft.<\/p>\n<h4>Folgen bisher kaum absehbar oder zu untersch\u00e4tzen<\/h4>\n<p>Selbst dem Laien f\u00e4llt hier bereits eine deutliche Diskrepanz zur gelebten Netz Realit\u00e4t auf. Doch es geht ja noch viel weiter. W\u00fcrde diese Richtlinie verabschiedet, w\u00fcrde sie an die Mitgliedsstaaten gesendet werden. Diese m\u00fcssten dann, \u00e4hnlich wie bei der TPD, ein nationales Gesetz daraus machen.<\/p>\n<p>Im letzten Akt des Trauerspiels k\u00f6nnte das bedeuten, dass jedes Mitglied das anders reguliert. Und die Plattformen somit f\u00fcr jedes Land andere Richtlinien und Filter umsetzen m\u00fcssten. Dadurch k\u00f6nnte es dann passieren, dass Inhalte aus den USA f\u00fcr jemanden in Deutschland auf einer Plattform gar nicht mehr angezeigt werden. In \u00d6sterreich aber schon. Nationale Gesetze f\u00fcr internationale Probleme.<\/p>\n<p>Die Plattformen m\u00fcssten also so genannte Upload Filter einrichten, die die Inhalte \u00fcberpr\u00fcfen. Diese gibt es bereits. Beispielsweise unterh\u00e4lt Google einen solchen Filter. Aber auch Facebook filtert den Upload von Videos, vor allem wenn im Hintergrund gesch\u00fctzte Musik von gro\u00dfen Unternehmen wie Sony oder Warner zu h\u00f6ren ist.<\/p>\n<p>Doch diese Praxis w\u00fcrde zwangsl\u00e4ufig weit ausufern. Denn logischerweise w\u00fcrden die Social Media Plattformen diese Filter hart anziehen. Um auf Nummer Sicher zu gehen. Die Blockierung von Screenshots aus Filmen, Memes, Produktfotos und vieles mehr w\u00e4re die Folge.<\/p>\n<h4>Artikel 11: Linksteuer<\/h4>\n<p>Der zweite Punkt, der f\u00fcr Sprengstoff sorgt, ist der Artikel 11 der Richtlinie. Dieser soll Verlage sch\u00fctzen. Also beispielsweise Nachrichtenplattformen oder Online Zeitungen. Denn diese m\u00f6chten in aller Regel Geld f\u00fcr ihre Inhalte haben. \u00dcblicherweise \u00fcber Abonnements, so genannte Pay Walls. Verlinkt man einen solchen Artikel aber, so erscheinen zumindest die \u00dcberschrift und h\u00e4ufig die ersten wenigen Worte des Artikels in den so genannten Snippets. Oder ein Bild aus dem Artikel als Thumbnail.<\/p>\n<p>Nun meint der Rechtsausschuss aber, auch daf\u00fcr m\u00fcssten diese Verlage bereits entlohnt werden. Denn es sei ja schlie\u00dflich auch erstellter Content, auf den die Betreiber ein Urheberrecht h\u00e4tten. Dies wurde in Deutschland bereits versucht. Durch das so genannte Leistungsschutzrecht. Die gro\u00dfen Plattformen wie Google und Facebook haben den Verlagen aber einfach ihr Monopol auf die Brust Gesetzt.<\/p>\n<p>Man bietet standardm\u00e4\u00dfig an nur, wie gesetzlich erzwungen, die reinen Links zu teilen. Dann w\u00fcrden aber weniger Leute auf eben diese Links klicken, die entsprechenden Rechteinhaber h\u00e4tten weniger Leser. Oder die Verlage verzichten darauf und erlauben den Plattformen nach wie vor die so genannten Snippet. Dadurch ist das Leistungsschutzrecht sicherlich eines der sinnlosesten Gesetze, das an den tats\u00e4chlichen Realit\u00e4ten vorbei entschlossen wurde.<\/p>\n<h4>Harte Auswirkungen f\u00fcr das Dampfen<\/h4>\n<p>Gerade eine Grassroot Bewegung wie das Dampfen k\u00f6nnte von einer solchen Regelung stark getroffen und eingeschr\u00e4nkt werden. Denn nicht nur Informationen \u00fcber die neusten Produkte, Wickelanleitungen oder Tipps zum Umstieg wurden und werden \u00fcber das Netz geteilt. Viele der umgesetzten Technologien sind \u00fcberhaupt erst durch den Austausch im Netz entstanden. Diese so wichtige peer-to-peer Kommunikation einer \u00fcber 95% risiko\u00e4rmeren M\u00f6glichkeit (Public Health England) die Tabaksucht zu \u00fcberwinden w\u00fcrde enorm eingeschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>Um ein Bewusstsein zu schaffen, einige Stichpunkte, was im Bereich der E-Zigarette passieren k\u00f6nnte:<\/p>\n<ul>\n<li>Fotos von Produkten werden blockiert, da nicht klar ist, ob die Rechte daran dem jeweiligen Uploader oder einer Handels- oder Produktionsfirma geh\u00f6ren.<\/li>\n<li>Live Streams werden unterbunden, da die Plattformen wie YouTube und Twitch nicht ausschlie\u00dfen k\u00f6nnen, dass in der Live Sendung Verletzungen des Urheberrechts begangen werden.<\/li>\n<li>Videos mit Hintergrundmusik werden blockiert, bis der Uploader nachweisen konnte, dass die Musik frei zur Verwendung ist.<\/li>\n<li>Dampfer Foren m\u00fcssten mit Abmahnungen rechnen, wenn sie nicht mit den Uploader in \u201eVerhandlungen\u201c treten und sicherstellen, dass nur Daten hochgeladen werden, deren Rechte der jeweiligen Uploader h\u00e4lt. Und ebenfalls solche Upload Filter einsetzen.<\/li>\n<li>Verlinkungen von Artikeln wie vapers.guru, eGarage oder Dampfermagazin k\u00f6nnten unterbunden werden oder nur noch als reine Internetadresse (URL) erscheinen.<\/li>\n<li>Instagram w\u00e4re de facto tot.<\/li>\n<li>Vape News aus Gro\u00dfbritannien oder USA w\u00e4ren auf Social Media Plattformen in EU Mitgliedsstaaten nicht mehr aufrufbar.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Es ist also sicher keine \u00dcbertreibung zu sagen, es geht um nichts weniger als das Internet wie wir es heute kennen.<\/p>\n<h4>Drei bemerkenswerte Umst\u00e4nde<\/h4>\n<p>Drei Umst\u00e4nde machen diese Vorg\u00e4nge sehr makaber.\u00a0Zum ersten wurde der Entwurf eingereicht von dem EU Abgeordneten der CDU Axel Voss. Das alleine ist bereits bemerkenswert. Denn der Koalitionsvertrag der CDU mit der SPD lehnt so genannte Upload Filter als \u201eunverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig\u201c ab. Auch Gr\u00fcne und FDP haben sich dagegen ausgesprochen. Es scheint also so, dass hier \u00fcber die EU Ebene nun etwas durchgedr\u00fcckt werden soll, was auf Bundesebene keine Mehrheit gefunden hat.<\/p>\n<p>Das zweite ist, dass der einbringende Axel Voss eigentlich gar nichts mit dem Internet zu tun hat. Er sitzt zwar im Rechtsausschuss der EU, die f\u00fcr solche Fragen eigentlich einen extra geschaffenen Kommissar f\u00fcr Digitalisierung unterh\u00e4lt. Voss selber ist aber Jurist, vor allem f\u00fcr Europa- und V\u00f6lkerrecht. Man muss also davon ausgehen, dass hier ausschlie\u00dflich die Rechteinhaber gro\u00dfer Unternehmen gesch\u00fctzt werden sollen. Wie die oben erw\u00e4hnten Verlage, aber auch gro\u00dfe Musik- und Filmunternehmen. Und daf\u00fcr an den Machbarkeiten und den Realit\u00e4ten des Internets vorbei etwas durchgedr\u00fcckt werden soll.<\/p>\n<p>\u00dcberfl\u00fcssig zu erw\u00e4hnen, dass offenbar \u00fcberhaupt nicht \u00fcber den Sinn und Zweck des Urheberrechts nachgedacht wurde. Denn wie bereits erl\u00e4utert sind es nicht mehr nur gro\u00dfe Firmen oder professionelle Kreative, die Content schaffen. Sondern Millionen von Nutzern produzieren t\u00e4glich Neues. Diese eigentliche Umw\u00e4lzung des digitalen Zeitalters hat offenbar im konservativen Weltbild keinen Platz.<\/p>\n<h4>Verantwortung wird abgew\u00e4lzt<\/h4>\n<p>Das eigentlich Erschreckende ist jedoch, dass die Regierung mit diesem Gesetz einen gef\u00e4hrlichen Weg weiter geht. Denn eigentlich obliegt es dem Staat, das Recht jedes einzelnen B\u00fcrgers zu sch\u00fctzen. Und somit auch daf\u00fcr zu sorgen, dass dieser sein Recht schnell, problemlos und ohne Kostenaufwand einfordern kann. Das w\u00fcrde also bedeuten, dass auch jeder kleine Fotograf eine Urheberrechtsverletzung sehr schnell unterbinden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Dies findet so aber nicht statt. Denn die juristische Vorstellung ist im alten Weltbild stehen geblieben. Der kleine Fotograf m\u00fcsste dazu Klage erheben, was ohne Anwalt kaum zu bewerkstelligen ist. Er m\u00fcsste sich in Deutschland einige Jahre Zeit nehmen, einige tausend Euro investieren und k\u00f6nnte nicht einmal sicher sein, dass er am Ende zwar Recht bekommt, daf\u00fcr aber dann nicht dennoch draufzahlt.<\/p>\n<p>Statt das aber neu zu \u00fcberdenken und in das digitale Zeitalter zu \u00fcbersetzen, sind die Regierungen bem\u00fcht, diese Verantwortung einfach auf private Unternehmen abzuw\u00e4lzen. Dass damit dem deutschen Abmahnwahnsinn T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet wird, scheint weniger zu interessieren. Und dass damit eine Technologiebremse eingelegt wird, scheint bei den Konservativen kaum jemand zu verstehen.<\/p>\n<h4>Solange der Ball rollt<\/h4>\n<p>Bemerkenswert ist auch, dass zwar schon mindestens seit zwei Jahren an dieser Richtlinie gearbeitet wird. Sie aber nun in Windeseile durchgedr\u00fcckt werden soll. Dass dies w\u00e4hrend der Fu\u00dfball Weltmeisterschaft geschieht, legt die Vermutung nahe, dass die geringere \u00f6ffentliche und mediale Aufmerksamkeit durch anderes gebunden ist. Es hat ein G\u2019schm\u00e4ckle.<\/p>\n<p>Der Entwurf wurde erst am 12 Juni, also am vergangenen Dienstag, vorgelegt. Gestern ging er durch den so wichtigen Rechtsausschuss. Das war so ungew\u00f6hnlich schnell, das bis heute nicht einmal die \u00fcblichen \u00dcbersetzungen des Textes der Richtlinie vorliegen. Dem Parlament soll die Richtlinie bereits zum Beginn des kommenden Monats, voraussichtlich am 3. oder 4. Juli, zum Entscheid vorgelegt werden.<\/p>\n<p>Nach der Verabschiedung durch das EU Parlament m\u00fcsste diese Richtlinie offiziell an die Mitgliedsstaaten gehen. Die h\u00e4tten dann bis zu einer gewissen Frist Zeit, diese in einem nationalen Gesetz umzusetzen. Auch f\u00fcr eine solche Frist war im Entwurf offenbar keine Zeit mehr.<\/p>\n<h4>Es ist zwei Minuten vor zw\u00f6lf<\/h4>\n<p>In der Bundesrepublik m\u00fcsste dann ein Gesetzesentwurf ausgearbeitet und dem Parlament vorgelegt werden. Nach einer so genannten ersten Lesung w\u00fcrde das dann an die zust\u00e4ndigen Aussch\u00fcsse \u00fcberwiesen werden. Also mindestens dem deutschen Rechtsausschuss, eventuell auch dem Wirtschaftsausschuss.<\/p>\n<p>Anschlie\u00dfend k\u00e4me es erneut vor das Parlament und k\u00f6nnte dort in einer zweiten Lesung bereits beschlossen werden. Danach m\u00fcsste es dem Bundesrat, der so genannten L\u00e4nderkammer, vorgelegt werden. Doch selbst wenn in Deutschland dann viele dagegen sein sollten, w\u00e4re eine Ablehnung an diesem Punkt eher unwahrscheinlich. Denn die Abw\u00e4gung w\u00e4re dann nicht mehr nur, ob das Gesetz so Sinn macht. Sondern ob man sich wegen dem Gesetz gegen die Europapolitik stellen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Der beste Zeitpunkt, dieses haneb\u00fcchene Possenspiel noch abwenden zu k\u00f6nnen, ist also jetzt. Vor der Umsetzung im EU Parlament. Noch dazu, wo demn\u00e4chst wieder Wahlen sein werden. Deshalb unterst\u00fctzt\u00a0vapers.guru, bei aller sonstigen Skepsis gegen Petitionen, die Petition die von savetheinternet.info auf change.org gestartet wurde.\u00a0 Das ist sicherlich nicht optimal, denn man h\u00e4tte eine solche Petition\u00a0auch auf dem entsprechenden Portal der EU direkt starten k\u00f6nnen. Aber seit gestern haben auf change.org bereits \u00fcber 300.000 Menschen unterzeichnet.<\/p>\n<p>Die Petition findet Ihr unter <a href=\"https:\/\/www.change.org\/p\/stoppt-die-zensurmaschine-rettet-das-internet-uploadfilter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Stoppt die Zensurmaschine \u2013 Rettet das Internet!<\/a>\u00a0. Weitere wichtige Links und Informationen findet Ihr unter diesem Artikel.<\/p>\n<h4>Jeder wird betroffen sein<\/h4>\n<p>Auch wenn sicherlich einige nicht verstehen, was dort genau geschieht und was das f\u00fcr Auswirkungen haben k\u00f6nnte. Die allermeisten nutzen das Internet t\u00e4glich. Und nutzen die Social Media Plattformen. Auch sie w\u00e4ren dadurch betroffen. Denn es betrifft jeden Nutzer. Welche Folgen das f\u00fcr das Dampfen haben k\u00f6nnte, ist noch gar nicht absehbar.<\/p>\n<p>Deshalb auch an dieser Stelle der dringende Aufruf: Informiert Euch. Macht mit. Sprecht mit Eurem EU Abgeordneten. Unterzeichnet die Petition. Teilt diesen Artikel. So lange es noch geht.<\/p>\n<p>*\u00a0 \u00a0*\u00a0 \u00a0*<\/p>\n<p>Petition auf change.org:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.change.org\/p\/stoppt-die-zensurmaschine-rettet-das-internet-uploadfilter\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.change.org\/p\/stoppt-die-zensurmaschine-rettet-das-internet-uploadfilter<\/a><br \/>\nsavetheinternet.org (mit Video):\u00a0<a href=\"https:\/\/savetheinternet.info\/de_DE\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/savetheinternet.info\/de_DE<\/a><br \/>\nBericht der Tagesschau (mit RA Solmeke im Video):\u00a0<a href=\"http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/faq-urheberrechtsreform-101.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/www.tagesschau.de\/inland\/faq-urheberrechtsreform-101.html<\/a><br \/>\nArtikel auf heise.de:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/EU-Copyright-Reform-Abgeordnete-stimmen-fuer-Upload-Filter-und-Leistungsschutzrecht-4087028.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.heise.de\/newsticker\/meldung\/EU-Copyright-Reform-Abgeordnete-stimmen-fuer-Upload-Filter-und-Leistungsschutzrecht-4087028.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Joey Hoffmann ist Begr\u00fcnder und inhaltlich Verantwortlicher\u00a0bei\u00a0vapers.guru. Vollzeit-Guru, zuvor angestellter und selbstst\u00e4ndiger Marketingberater und Mediengestalter, Fachbereich Facebook und WordPress. Mitglied des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Morgen, am 5. Juli, wird das Europ\u00e4ische Parlament \u00fcber eine Reform des Internets abstimmen. Was urspr\u00fcnglich als gutgemeinte Ma\u00dfnahme zur St\u00e4rkung des Urheberrechts gedacht war, k\u00f6nnte in seiner jetzigen Form das Ende des Internets bedeuten, wie wir es kennen. 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