{"id":658888,"date":"2018-06-17T11:05:17","date_gmt":"2018-06-17T10:05:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=658888"},"modified":"2018-06-17T11:13:10","modified_gmt":"2018-06-17T10:13:10","slug":"geschichte-einer-medienkampagne-die-genfer-affaere-um-die-syrischen-weisshelme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2018\/06\/geschichte-einer-medienkampagne-die-genfer-affaere-um-die-syrischen-weisshelme\/","title":{"rendered":"Geschichte einer Medienkampagne: Die Genfer Aff\u00e4re um die syrischen Weisshelme"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>von Guy Mettan*, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Schweizer Presseclubs in Genf und Pr\u00e4sident der Internationalen Vereinigung der Presseclubs und ver\u00f6ffentlicht auf <a href=\"https:\/\/www.zeit-fragen.ch\/de\/ausgaben\/2018\/nr-13-5-juni-2018\/geschichte-einer-medienkampagne-die-genfer-affaere-um-die-syrischen-weisshelme.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zeit-Fragen<\/a>.<\/em><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>Die j\u00fcngsten blutigen Konflikte \u00fcberall auf der Welt, vom Donbass bis Syrien, von Afghanistan bis Libyen, haben den Begriff \u00abHybrid-Krieg\u00bb bekannt gemacht. In unserer heutigen Zeit beschr\u00e4nken sich die Kriege nicht mehr einfach auf eine \u00abbanale\u00bb milit\u00e4rische Auseinandersetzung, sondern sie finden auf allen Ebenen statt, auf der milit\u00e4rischen, zivilen, medialen, wirtschaftlichen, sozialen und religi\u00f6sen. Der klassische Krieg mit seinen Helikoptern, ferngesteuerten Drohnen und Kalaschnikows wird immer begleitet von einem Informationskrieg, in welchem es um die Information der \u00d6ffentlichkeit in den L\u00e4ndern geht, welche die Konflikte aus der sicheren Distanz steuern, weit weg von der Front, und dies vor allem in unseren westlichen Demokratien.<\/p>\n<p>Der Krieg in Syrien, welcher nun schon sieben Jahre andauert, findet auf allen Ebenen des Hybrid-Krieges statt, er kann deshalb als dessen Modell dienen. Letzten Dezember hat dieser Krieg pl\u00f6tzlich auch die Schweiz heimgesucht, anl\u00e4sslich eines zun\u00e4chst banal scheinenden Vorfalls, einer Pressekonferenz \u00fcber die Organisation der sogenannten \u00abWeisshelme\u00bb in Syrien. Dabei handelt es sich um eine NGO (Nichtregierungsorganisation), die 2013 von einem ehemaligen britischen Offizier gegr\u00fcndet wurde und gemeinhin als Hilfsorganisation galt, die Verwundeten und Opfern von Bombardierungen in den Rebellengebieten Erste Hilfe bot, Kandidatin f\u00fcr den Friedensnobelpreis war, in Hollywood mit einem Oscar ausgezeichnet wurde und in den westlichen Medien als Modell humanit\u00e4rer Tugend pr\u00e4sentiert wird.<\/p>\n<p>Die Organisation hat ihren Sitz in London und verf\u00fcgt \u00fcber finanzielle Mittel in H\u00f6he von mehreren Dutzend Millionen Dollar pro Jahr, die in ihrer Mehrheit von der amerikanischen und englischen Regierung sowie von weiteren Nato-Mitgliedern stammen. Dank der Mitarbeit professioneller Kommunika\u00adtionsberater verf\u00fcgt sie \u00fcber eine starke Medienpr\u00e4senz im Westen sowie auf dem Fernsehkanal al-Jazira mit Sitz in Katar.<\/p>\n<p>Es ist ganz klar, dass die Rebellen, Islamisten oder nicht, das Recht und sogar die Pflicht haben, Verwundeten und Opfern der Kampfhandlungen unter der Zivilbev\u00f6lkerung beizustehen, und dass schon daher eine Organisation wie die \u00abWeisshelme\u00bb ihre Berechtigung hat. In diesem Fall wird jedoch ihre Neutralit\u00e4t stark in Zweifel gezogen, von Beobachtern vor Ort, von Analytikern des Syrien-Konflikts in den USA und nat\u00fcrlich auch von den offiziellen syrischen und russischen Medien, die ihr vorwerfen, ihre Hilfe einzig den Rebellen-Organisationen zukommen zu lassen und als Propaganda\u00adinstrument zur F\u00f6rderung der Rebellenanliegen in den westlichen L\u00e4ndern zu wirken. Dazu sollen sie auch als Deckmantel f\u00fcr bewaffnete Gruppen dienen, die keinerlei Hemmung haben, ihre Kalaschnikows und Granaten gegen ihre weissen Helme auszutauschen, wann immer dies n\u00fctzlich ist und die Kameras auf sie gerichtet sind.<\/p>\n<p>Weitere Argumente wie das Fehlen jeglicher Frauen in ihren Truppen und die praktische Unm\u00f6glichkeit f\u00fcr anerkannte Hilfsorganisationen, wie etwa \u00c4rzte ohne Grenzen und dem IKRK, in ihren Einsatzgebieten zu intervenieren, n\u00e4hren ebenfalls Zweifel an ihrer Unparteilichkeit, Neutralit\u00e4t und Unabh\u00e4ngigkeit, Qualit\u00e4ten, die im Westen von allen humanit\u00e4r t\u00e4tigen NGO verlangt werden.<\/p>\n<p><strong>Pressegespr\u00e4ch mit Kritikern der syrischen Weisshelm-Organisation<\/strong><\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund hat sich Ende November 2017 eine Polemik entwickelt, die den \u00abSchweizer Presseclub\u00bb, den ich in Genf leite, in arge Bedr\u00e4ngnis gebracht hat und die es verdient, im Rahmen dieses Beitrags dargestellt zu werden. Denn trotz ihres anek\u00addotischen Charakters und ihrer begrenzten Bedeutung ist diese Aff\u00e4re doch symptomatisch f\u00fcr das Funktionieren der Medien, vor allem dann, wenn sie sich auf der Trennlinie zwischen unterschiedlichen m\u00e4chtigen, internationalen Kr\u00e4ften platzieren.<\/p>\n<p>Mitte November 2017 nimmt die st\u00e4ndige Vertretung Russlands in Genf mit dem \u00abSchweizer Presseclub\u00bb Kontakt auf, da sie eine Pressekonferenz mit drei kritischen Rednern zur Frage der wirklichen Rolle der \u00abWeisshelme\u00bb im syrischen Konflikt organisieren will. Nachdem dies besprochen war, ist man \u00fcbereingekommen, dieses Pressetreffen am Dienstagnachmittag, 28.\u00a0November, durchzuf\u00fchren. Dies war der Tag der Wiederaufnahme der Uno-Verhandlungen \u00fcber Syrien. Zu Wort kommen sollten dabei drei Personen: Richard Lab\u00e9vi\u00e8re, ehemaliger SRG-Journalist, ehemaliger Chefredaktor des franz\u00f6sischen Radiosenders RFI [Radio France Internationale] und arabischsprechender anerkannter Nahost-Spezialist; \u00adVanessa Beeley, englische Recherchier-Journalistin, Tochter eines ehemaligen englischen Botschafters im Nahen Osten und Syrien-Berichterstatterin f\u00fcr das russische Fernsehen Russia Today (RT); sowie der Pr\u00e4sident einer kleinen schwedischen Nichtregierungsorganisation von \u00c4rzten f\u00fcr humanit\u00e4re Ethik.<\/p>\n<blockquote><p><em>\u00abEs ist wichtig zu wissen, dass die Medien wie bei einer Treibjagd im Rudel jagen, wobei jeder versucht, als erster das t\u00f6dliche Ende herbeizuf\u00fchren. Dieser Nachahmungseffekt ist charakteristisch f\u00fcr die Funktionsweise der Medien, jedes Medium kopiert das andere, aus Angst, zu posi\u00adtiv \u00fcber das Zielobjekt zu berichten und daf\u00fcr selber angegriffen zu werden oder weil sonst ein Konkurrent sich der Troph\u00e4e bem\u00e4chtigt.\u00bb<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Einsch\u00fcchterungskampagne durch die Dachorganisation der Weisshelme<\/strong><\/p>\n<p>Bereits am 21.\u00a0November, noch bevor die \u00f6ffentliche Medien-Einladung zur Konferenz erfolgt war, fordert mich ein Tweet der Syria Civil Defence (SCD oder Syrian Campaign), die Dachorganisation der Weisshelme mit Sitz in London, dazu auf, mich \u00fcber diese Veranstaltung zu erkl\u00e4ren und anzugeben, wer sie organisiere und mit welchem Ziel. Nach dem Austausch verschiedener Mails, der Ablehnung unsererseits, auf diese Forderungen einzugehen (wir haben keinen Grund, uns zu rechtfertigen, da unsere Plattform f\u00fcr alle offen ist, auch f\u00fcr die Weisshelme, falls sie dies w\u00fcnschen), und dem Vorschlag, nach Genf zu kommen und ihre Sichtweise hier zu vertreten, weitet der SCD seine Einsch\u00fcchterungskampagne auf alle Vorstandsmitglieder des Schweizer Presseclubs aus. W\u00e4hrend mehrerer Tage werden die Twitter-Konten der Vorstandsmitglieder von Mitgliedern des SCD und ihnen nahestehender Kreise mit Dutzenden von Tweets bedient, mit der Forderung, die Konferenz zu annullieren. Woher die Syrian Campaign von der Durchf\u00fchrung dieser Konferenz zu einem Zeitpunkt erfahren hat, als noch keinerlei \u00f6ffentliche Information dar\u00fcber verbreitet worden war, bleibt ihr Geheimnis.<\/p>\n<p><strong>Druck durch \u00abReporter ohne Grenzen\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>Schliesslich, als der Druck weiter steigt, verbreitet der Presseclub seine Einladung am Donnerstag, 23.\u00a0November, nachmittags. Zwei Stunden sp\u00e4ter ver\u00f6ffentlicht die Organisation Reporters sans Fronti\u00e8res Suisse (RSF) [Reporter ohne Grenzen]\u00a0 ein Communiqu\u00e9, in dem sie ihre Distanzierung von dieser Veranstaltung erkl\u00e4rt (RSF ist Mitglied des Schweizer Presseclubs), da sie diese f\u00fcr unangemessen halte, und verlangt ganz einfach deren Annullierung. Dieses Schreiben richtete RSF an s\u00e4mtliche Vorstandsmitglieder des Presseclubs und an die lokale Presse.<\/p>\n<p>Am fr\u00fchen Abend erscheint die Mitteilung auf der Homepage der Tageszeitung \u00abTribune de Gen\u00e8ve\u00bb und wird in einigen weiteren Medien verbreitet. Im Verlaufe des Abends sende ich eine Antwort, in der ich meinem Erstaunen Ausdruck gebe \u00fcber dieses Vorgehen einer Journalisten-Vereinigung, welche sich daf\u00fcr einsetze, dass die Menschen \u00ab\u00fcberall auf der Welt das Recht haben, freien Zugang zu Informationen zu haben und diese weitergeben zu k\u00f6nnen\u00bb. Ich weise auch darauf hin, dass \u00fcblicherweise solche Forderungen von diktatorischen Regierungen ausgehen und nicht von Organisationen, die sich f\u00fcr die Meinungsfreiheit einsetzen, und dass die Annullierung dieses Treffens eine Zensur bedeute, die mit unserer Mission, internationalen Akteuren eine neutrale und offene Plattform zu bieten, nicht vereinbar sei.<\/p>\n<p><strong>Internationale Unterst\u00fctzungskampagne f\u00fcr freie Meinungs\u00e4usserung<\/strong><\/p>\n<p>Die \u00abTribune de Gen\u00e8ve\u00bb ver\u00f6ffentlicht diese Antwort. Damit wird die Kontroverse \u00f6ffentlich und nimmt an Intensit\u00e4t zu. Es entwickeln sich Initiativen zur Brandbek\u00e4mpfung in Form einer internationalen Unterst\u00fctzungskampagne f\u00fcr die Durchf\u00fchrung der Konferenz. Solidarische Mails und Tweets h\u00e4ufen sich beim Schweizer Presseclub mit der Ermahnung, dem Druck nicht nachzugeben und das Treffen aufrechtzuerhalten. Sie stammen von Universit\u00e4tsprofessoren, von Forschern und Verteidigern der freien Meinungs\u00e4usserung aus den Vereinigten Staaten, Schweden, Grossbritannien, Kanada, sogar aus Australien und Neuseeland und nat\u00fcrlich auch aus der Schweiz. Sogar ein prominentes Mitglied des F\u00f6rderkomitees von Reporter ohne Grenzen Schweiz schickt mir eine Solidarit\u00e4tsbotschaft, um den Druckversuch seiner eigenen Vereinigung zu verurteilen!<\/p>\n<p><strong>Pressekonferenz findet im geplanten Rahmen statt<\/strong><\/p>\n<p>Am 28.\u00a0November findet die Pressekonferenz im geplanten Rahmen statt und vereinigt etwa 60 Personen. Nach der Verlesung einer Erkl\u00e4rung als Antwort auf die Zensurversuche und die Unterst\u00fctzungskampagne pr\u00e4sentieren die drei Referenten ihre Argumente und antworten auf die Fragen der anwesenden Journalisten, die haupts\u00e4chlich die Glaubw\u00fcrdigkeit und Legitimit\u00e4t der Vortragenden betreffen.<\/p>\n<p><strong>Gewisse Medien starten neue Angriffe auf den Presseclub und seinen Direktor<\/strong><\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag berichtet das Radio der franz\u00f6sischsprachigen Schweiz \u00fcber die Aff\u00e4re mit dem Titel: \u00abGuy Mettan sieht sich erneut mit dem Vorwurf konfrontiert, als Unterst\u00fctzer der russischen Propaganda zu dienen.\u00bb Und \u00abLe Temps\u00bb \u00fcberschreibt ihren f\u00fcnfspaltigen Bericht mit dem Titel: \u00abDer Schweizer Presseclub im syrischen Hexenkessel. Sein Direktor wird zunehmend wegen mangelnder Transparenz kritisiert.\u00bb Die Weisshelme werden nur marginal oder gar nicht erw\u00e4hnt. Die Genfer Beh\u00f6rden werden aufgefordert, ihre Unterst\u00fctzung des Presseclubs zu begr\u00fcnden, da sein Direktor ein \u00abdoppeltes Spiel\u00bb betreibe, indem er \u00ab\u00e4usserst fragw\u00fcrdigen\u00bb Sprechern eine Plattform verschaffe, ohne die Auftraggeber seiner Pressekonferenzen bekanntzugeben. Immerhin kann vermerkt werden, dass die Genfer Medien: die \u00abTribune de Gen\u00e8ve\u00bb, der \u00abCourier\u00bb und \u00abL\u00e9man bleu\u00bb, sich an die Fakten halten und darauf verzichten, Stellung zu nehmen.<\/p>\n<p><strong>Versuchte Annullierung der staatlichen Subvention f\u00fcr den Presseclub<\/strong><\/p>\n<p>Am sp\u00e4teren Nachmittag bezieht sich ein Mitglied der Finanzkommission des Kantonsrats auf diese Polemik und fordert bei der Verabschiedung des kantonalen Budgets 2018 eine \u00c4nderung, um die Subventionen des Schweizer Presseclubs (100\u2009000 Franken) zu annullieren. Sein Antrag wird mit knappem Mehr angenommen.<\/p>\n<p>Tags darauf wird die Polemik im Westschweizer Radio und in \u00abLe Temps\u00bb weiter angeheizt, indem sie die Annullierung der kantonalen Subventionen aufgreifen, um die Kritik am Direktor des Presseclubs und dessen Entscheid, die Pressekonferenz \u00fcber die Weisshelme durchzuf\u00fchren, zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Der Druck auf den Vorstand und gegen meine Person nimmt weiter zu, aber die Mehrheit bleibt standfest. Die internationale Unterst\u00fctzungskampagne sowie die Diffamierungskampagne schlagen weiterhin hohe Wellen, denn die neuen Entwicklungen werden sofort in allen sozialen Netzen verbreitet und auf Englisch \u00fcbersetzt.<br \/>\nAuf Grund der Aufhebung der Subventionen wird die Situation heikel. Ein befreundeter Spezialist in Fragen des Krisenmanagements bei medialen Diffamierungskampagnen r\u00e4t mir, die amerikanische Strategie des \u00abstay behind\u00bb zu verfolgen und mich nicht mehr weiter an vorderster Front zu bewegen, da ich sonst Gefahr liefe, isoliert zu werden und als Zielscheibe zu dienen. Von nun an beantworten der Pr\u00e4sident und die Vizepr\u00e4sidentin des Vorstandes die Journalistenfragen. \u00abLe Temps\u00bb weigert sich, meine Stellungnahme zu ver\u00f6ffentlichen unter dem Vorwand, es sei ja alles schon gesagt \u2026<\/p>\n<p>In der darauffolgenden Woche schreibt der Vorstand dem Pr\u00e4sidenten des Genfer Regierungsrats Fran\u00e7ois Longchamp mit der Bitte, dass er in der Kantonsratssitzung einen R\u00fcckkommensantrag zur Annullierung der Subventionen stellt. Nachdem sich der Pr\u00e4sident vergewissert hat, dass der Pressclub seine Aufgaben gem\u00e4ss dem Leistungsauftrag mit dem Kanton Genf erf\u00fcllt hat, ohne diesen zu unterlaufen, willigte er ein, einen Ab\u00e4nderungsantrag zum Budget einzureichen.<\/p>\n<p><strong>Gemeinsame Gespr\u00e4che zwischen Medienvertretern und Presseclub<\/strong><\/p>\n<p>Zwei Tage sp\u00e4ter findet ein Treffen mit den Vertretern von \u00abLe Temps\u00bb und dem Verlag Ringier statt, damit sich alle in Ruhe und nicht \u00fcber die Medien \u00e4ussern k\u00f6nnen. Das Gespr\u00e4ch hilft, Spannungen abzubauen und die gegenseitigen Absichten und \u00dcberzeugungen besser zu verstehen. Es erm\u00f6glicht auch, den Kontakt wiederherzustellen, da \u00abLe Temps\u00bb einige Tage sp\u00e4ter, nach intensiven Diskussionen mit den anderen Vorstandsmitgliedern, entscheidet, Mitglied des Presseclubs zu bleiben und an den strategischen \u00dcberlegungen \u00fcber dessen Zukunft, die im Jahr 2018 stattfinden werden, teilzunehmen. Dies ist eine wichtige Entscheidung, denn trotz der Unterschiede und der Sch\u00e4rfe der Kontroverse ist es wichtig, einen aktiven Pluralismus und das offene Gespr\u00e4ch unter den Mitgliedern des Schweizer Presseclub aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p><strong>Annullierung der staatlichen Subvention wird r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht<\/strong><\/p>\n<p>Am Freitag, dem 15.\u00a0Dezember, nach intensiven Verhandlungen und der unvermeidlichen Reihe unbegr\u00fcndeter Angriffe wegen angeblicher mangelnder Transparenz, Vetternwirtschaft(?) und \u00abPutinophilie\u00bb des Direktors usw. stimmte der Kantonsrat schliesslich mit 49 zu 17 Stimmen bei etwa 30 Enthaltungen f\u00fcr die Gew\u00e4hrung der bisherigen Subventionen. Eine sehr klare Mehrheit, die es erm\u00f6glicht, etwas Ruhe ins Geschehen zur\u00fcckzubringen. Die Medien informieren dar\u00fcber, \u00abLe Temps\u00bb jedoch nutzt die Gelegenheit, die an den Club und seinen Direktor gerichteten Vorw\u00fcrfe erneut aufzulisten.<\/p>\n<p><strong>Austritt von \u00abReporter ohne Grenzen\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>Die n\u00e4chste Etappe war Mittwoch, der 20.\u00a0Dezember, als nach einem Treffen, das von G\u00e9rard Tschopp, Pr\u00e4sident von Reporter ohne Grenzen und ehemaligem Direktor des Westschweizer Radios, veranlasst wurde, dieser dem Presseclub ein Schreiben \u00fcberbringt, in dem der R\u00fccktritt der RSF aus dem Schweizer Presseclub mit sofortiger Wirkung erkl\u00e4rt wird mit Kopie an alle Vorstandsmitglieder und an die Medien. Am Abend wird die Sendung \u00abForum\u00bb des Westschweizer Radios dem Thema RSF-CSP gewidmet, und am n\u00e4chsten Morgen titelt \u00abLe Temps\u00bb \u00abErste R\u00fccktritte aus dem Schweizer Presseclub\u00bb, andeutend, dass noch weitere folgen werden \u2026 Dieselbe Zeitung weigert sich bis heute, meine Richtigstellung zu ver\u00f6ffentlichen.<\/p>\n<p>Die anderen Medien ignorieren diese Nachricht. Sie wird einzig auf der Webseite der Journalistenzeitung Edito ver\u00f6ffentlicht, auf eine weitgehend faire Art und Weise. Die Homepage der Weisshelme ihrerseits ver\u00f6ffentlicht einen 46seitigen Bericht, um die Journalisten anzuprangern, die sie anprangern, wobei sie mich selbstverst\u00e4ndlich nicht auslassen.<\/p>\n<p>Soviel zum Verlauf der Geschichte, die man noch anhand der ver\u00f6ffentlichten Artikel und Sendungen zu diesem Thema vertiefen kann.<\/p>\n<div id=\"c10368\" class=\"csc-frame csc-frame-frame1\">\n<blockquote><p><em>\u00abEines der Hauptprobleme der Journalisten, die \u00fcber die internationale Politik berichten, ist der Mangel an Vielfalt, der Mangel an Mitteln, die fehlende Pr\u00e4senz vor Ort und vor allem die Tatsache, dass sie moralisierende Haltungen einnehmen, anstatt sich darum zu bem\u00fchen, die Informationen zu \u00fcberpr\u00fcfen und Fakten und Meinungen gegen\u00fcberzustellen. Die Kultur des Zweifels ist der Kultur der Gewissheit gewichen, gest\u00fctzt auf die Einteilung der Welt in ein Lager des Guten und ein Lager des B\u00f6sen.\u00bb<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Drei Lehren, die es sich zu merken gilt<\/strong><\/p>\n<p>In diesem Stadium stellen sich zwei Fragen: Warum ist diese Kontroverse ausgebrochen, obwohl unz\u00e4hlige andere kontroverse Themen mit viel fragw\u00fcrdigeren Rednern im Schweizer Presseclub diskutiert wurden, ohne die geringste Reaktion von Reporter ohne Grenzen oder der Medien hervorzurufen? Und was ist mit den Vorw\u00fcrfen an den Presseclub? Sind sie begr\u00fcndet? War es richtig, die Pressekonferenz durchzuf\u00fchren? Welche Lehren k\u00f6nnen aus dieser Erfahrung gezogen werden? Ich denke, man kann drei Lehren daraus ziehen.<\/p>\n<ol>\n<li>Zu keiner Zeit haben sich die Medien f\u00fcr das eigentliche Thema der Pressekonferenz interessiert, n\u00e4mlich die Rolle der Weiss\u00adhelme und das Video sowie die Fakten und Argumente, welche die Redner gegen sie vorbrachten. Das Westschweizer Radio zum Beispiel hat kein Wort \u00fcber die Weiss\u00adhelme ge\u00e4ussert: Bei diesem Medium ging es ausschliesslich um meine Person und meine Legitimit\u00e4t als mutmasslicher \u00abpro-russischer\u00bb Direktor des Presseclubs sowie um die Legitimit\u00e4t und Glaubw\u00fcrdigkeit der Redner, die sich zu diesem Thema ge\u00ad\u00e4ussert haben. Anstatt auf das von den Rednern mit konkreten Beispielen aufgezeigte m\u00f6gliche Fehlverhalten der Weisshelme einzugehen, konzentrierte sich die Aufmerksamkeit der Medien ausschliesslich auf das vermutete \u00abFehlverhalten\u00bb des Presseclubs. Einzig die \u00abTribune de Gen\u00e8ve\u00bb fasste zusammen, was auf der Pressekonferenz gesagt worden war (unter Beibehaltung einer gewissen Zur\u00fcckhaltung, was nicht st\u00f6rend ist). Da sie die Tatsachen und Argumente nicht angreifen konnten, richteten sich die Angriffe gegen Einzelpersonen, um ihre Glaubw\u00fcrdigkeit in der \u00d6ffentlichkeit zu untergraben und damit ihre m\u00f6gliche Wirkung zu annullieren.<\/li>\n<li>Das gruppierte Schiessen des Medienimperiums erzielt eine gef\u00e4hrliche Zerst\u00f6rungskraft, wenn es koordiniert durchgef\u00fchrt wird. In diesem Fall mobilisierte die Einsch\u00fcchterungskampagne die Zivilgesellschaft (Syrian Campaign und Reporter ohne Grenzen); soziale Netzwerke, ges\u00e4ttigt durch Tweets und Mails; die Presse, vertreten durch die Tageszeitung \u00abLe Temps\u00bb, Meinungsf\u00fchrer in der Westschweiz; das Westschweizer Radio, eine \u00f6ffentlich-rechtliche Einrichtung mit einer grossen Zuh\u00f6rerschaft am Morgen. Dieser konzertierte Angriff beinhaltete eine grosse Destabilisierungsgefahr f\u00fcr den Presseclub \u2013 eine bescheidene Plattform ohne direkten Zugang zur \u00d6ffentlichkeit \u2013 und f\u00fcr meine Position als Direktor dieser Institution.Es ist wichtig zu wissen, dass die Medien wie bei einer Treibjagd im Rudel jagen, wobei jeder versucht, als erster das t\u00f6dliche Ende herbeizuf\u00fchren. Dieser Nachahmungseffekt ist charakteristisch f\u00fcr die Funktionsweise der Medien, jedes Medium kopiert das andere, aus Angst, zu posi\u00adtiv \u00fcber das Zielobjekt zu berichten und daf\u00fcr selber angegriffen zu werden oder weil sonst ein Konkurrent sich der Troph\u00e4e bem\u00e4chtigt. Im vorliegenden Fall war die Gefahr des Kontrollverlusts betr\u00e4chtlich, wie man es gleichzeitig im Fall des \u00abEntr\u00fcstungssturms\u00bb \u00fcber Nationalrat Yannick Buttet beobachten konnte, der ihn wegfegte, weil er im Verdacht stand, Kolleginnen bel\u00e4stigt zu haben. Ist der Hype erst einmal entstanden, ist es praktisch unm\u00f6glich, ihn zu stoppen.<\/li>\n<li>In unserem Fall haben gewisse Medien mehrfach versucht, den Docht anzuz\u00fcnden und das Feuer zu sch\u00fcren. Aber der Brand hat sich aus drei Gr\u00fcnden nicht ausgebreitet:<br \/>\n\u2022\u00a0 Das Anliegen war begr\u00fcndet, denn der Presseclub \u00fcbte seine ihm zugeschriebene Rolle aus, indem er die Zensur bek\u00e4mpfte und die Meinungsfreiheit gegen\u00fcber denjenigen verteidigte, die diese eigentlich verteidigen sollten. Auf Grund der Feststellung, dass die Weisshelme sowohl eine staatliche wie auch eine sehr breite mediale Unterst\u00fctzung genossen, h\u00e4tte sich Reporter ohne Grenzen im Prinzip auf die Seite der kritischen Stimmen stellen und das Recht der Minderheiten auf Meinungs\u00ad\u00e4usserung verteidigen m\u00fcssen, so wie sie es tun, wenn sie Journalisten verteidigen, die von autorit\u00e4ren Regimen bedroht werden. Durch ihre Forderung, eine Pressekonferenz abzusagen, die Journalisten vorbehalten ist, die ihre Informationsarbeit leisten sollten, haben sie sich in Widerspruch zu ihren eigenen Werten gesetzt und damit die Wirkung ihrer Argumente abgeschw\u00e4cht.<br \/>\n\u2022\u00a0 Das Ausmass der externen (internationale Unterst\u00fctzungskampagne) und internen Unterst\u00fctzung (Mehrheit des Komitees, lokale Genfer Medien, Unterst\u00fctzung durch den Regierungsrat und Neutralit\u00e4t des EDA [Eidgen\u00f6ssisches Departement f\u00fcr ausw\u00e4rtige Angelegenheiten], weil der Presseclub sein Mandat eingehalten hat, im Dienste der Akteure des internationalen Genfs zu stehen) sowie die psychologisch sehr wichtige Unterst\u00fctzung meiner Freunde und meiner Familie. Isoliert zu sein angesichts einer Mobbingkampagne durch die Medien f\u00fchrt garantiert dazu, gelyncht zu werden.<br \/>\n\u2022\u00a0 Mit der Durchf\u00fchrung dieser Pressekonferenz hat der Schweizerische Presseclub seinen Auftrag wahrgenommen, der insbesondere darin besteht, den Akteuren des internationalen Genf \u2013 Botschaften, NGO, internationalen Organisationen \u2013 zur Verf\u00fcgung zu stehen, die sich vor den Medien ohne Unterscheidung von Rasse, Religion, sozialer Stellung, Nationalit\u00e4t oder politischer Partei \u00e4ussern wollen. Er war daher unter diesem Gesichtspunkt unangreifbar, unabh\u00e4ngig davon, welche Meinung man zu dem diskutierten Thema oder zu den m\u00f6glichen Rednern haben mochte.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>Wie funktioniert die Desinformation?<\/strong><\/p>\n<p>Das Schema der staatlichen L\u00fcge oder Desinformation folgt genauen Regeln und funktioniert immer gleich. Gest\u00fctzt auf die Grundprinzipien der Propaganda, die die belgische, linke Forscherin Anne Morelli definiert hat, lassen sie sich in sieben Punkten wie folgt zusammenfassen:<\/p>\n<ol>\n<li>Wir haben den Krieg nicht gewollt, und wir haben ihn auch nicht begonnen: Allein unser Gegner\/Feind ist f\u00fcr den Konflikt verantwortlich. Das nenne ich die Anklagephase.<\/li>\n<li>Die F\u00fchrer oder Anh\u00e4nger des Feindes sind unmenschlich und haben das Gesicht des Teufels, das heisst die Verleumdungs-\/Verteufelungsphase. Siehe Serbien 1999, Saddam Hussein 2003, Syrien und Libyen 2011, Venezuela seit 2013.<\/li>\n<li>Wir verteidigen eine edle Sache, w\u00e4hrend der Gegner nur seine eigenen Interessen oder, noch schlimmer, seine nationalen Interessen verteidigt. Die Sache des Gegners ist abscheulich, unw\u00fcrdig, egoistisch, w\u00e4hrend wir ein Ideal verteidigen, Menschenrechte, Demokratie, Freiheit, freies Unternehmertum. Wir verk\u00f6rpern das Gute, sie verk\u00f6rpern das B\u00f6se. Das ist die Moralisierungsphase.<\/li>\n<li>Der Feind hat uns gezielt provoziert. Wenn wir Fehler oder Irrt\u00fcmer begehen, ist es unfreiwillig und weil der Feind uns t\u00e4uscht oder provoziert. In seinem Kampf ist der Feind zu allem bereit, einschliess\u00adlich des Einsatzes nicht autorisierter Waffen (Gasangriffe oder Angriff auf ein ziviles Flugzeug im Falle der MH\u200617 in der Ukraine). Er ist auch der einzige, der gef\u00e4lschte Nachrichten (\u00abfake news\u00bb), Troll-Angriffe und Wahl-Hacking benutzt und missbraucht, w\u00e4hrend wir das Kriegsrecht, die Genfer Konventionen, die Journalisten-Ethik und das Bem\u00fchen um Unparteilichkeit respektieren. Wir w\u00e4ren nie f\u00e4hig, uns an einem Informationskrieg oder an Propaganda zu beteiligen: Das ist die Phase der Gehirnw\u00e4sche oder der Konditionierung der \u00f6ffentlichen Meinung.<\/li>\n<li>Wir erleiden keine oder nur sehr wenige Verluste, die Verluste des Gegners sind jedoch sehr hoch (Minimierungsphase).<\/li>\n<li>K\u00fcnstler, Wissenschaftler, Akademiker, Experten, Intellektuelle und Philosophen, NGO und die Zivilgesellschaft unterst\u00fctzen uns, w\u00e4hrend der Feind in seinem Elfenbeinturm isoliert und von der Gesellschaft abgeschnitten ist (Ausweitungs-phase der Dom\u00e4ne des sanften Krieges).<\/li>\n<li>Unsere Sache ist heilig, und diejenigen, die sie in Frage stellen, sind vom Feind gekauft (Sakralisierungsphase).<\/li>\n<\/ol>\n<p>So entsteht schliesslich eine totalit\u00e4re Vorstellung der Welt, die jede abweichende Sicht verbietet als Verrat an der edlen und heiligen Aufgabe, die man sich selbst gegeben hat: psychiatrische Anstalt, soziale \u00c4chtung und Arbeitsverbot sind nicht mehr weit entfernt \u2026 Wenn sie nicht mehr pluralistisch ist, ist die Demokratie nicht weniger freiheits\u00adt\u00f6tend als die Autokratie: Schliesslich waren es Athener \u00abDemokraten\u00bb, die Sokrates zum Tode verurteilt haben, weil er die Jugend mit seiner philosophischen \u00abPropaganda\u00bb korrumpiert habe \u2026<\/p>\n<p><em>\u00dcbersetzung und mit freundlicher Genehmigung zur Ver\u00f6ffentlichung von <a href=\"https:\/\/www.zeit-fragen.ch\/de\/ausgaben\/2018\/nr-13-5-juni-2018\/geschichte-einer-medienkampagne-die-genfer-affaere-um-die-syrischen-weisshelme.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Zeit-Fragen.<\/a><\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><em>jpv. Anfang 2013 wurde diese sogenannte private Zivilschutzorganisation von einem ehemaligen britischen Offizier und privaten Sicherheitsberater gegr\u00fcndet. Sie ist bemerkenswerterweise nur in den von Dschihadisten besetzten Teilen Syriens t\u00e4tig. Nach diversen Quellen sind die Weiss\u00adhelme eine Kreation westlicher Regierungen. Eine PR-Agentur baute sie zu \u00abHelden\u00bb auf. Sie treten f\u00fcr eine milit\u00e4rische Intervention der USA und f\u00fcr einen Regimewechsel in Syrien ein. Gr\u00f6sste Geldgeber sind die amerikanische USAID, die britische Regierung sowie Japan und diverse europ\u00e4ische Staaten, die seit 2013 etwa 50\u201380 Millionen US-Dollar spendeten.<\/em><\/p>\n<h4><strong>Schweizer Presseclub<\/strong><\/h4>\n<p><em>jpv. Der von Guy Mettan geleitete Schweizer Presseclub geniesst einen ausgezeichneten Ruf: Seit 1997 hat er \u00fcber 2000 Anl\u00e4sse mit Rednern von Fidel Castro bis Henry Kissinger und von Jean Ziegler bis Klaus Schwab organisiert. F\u00fcr November 2017 war ein Vortrag geplant, der sich kritisch mit den in westlichen Medien popul\u00e4ren Syrischen Weiss\u00adhelmen befassen sollte. Danach begann eine politische Hexenjagd.<\/em><br \/>\n<em>Die britische Organisation The Syria Campaign forderte umgehend die Absage der Veranstaltung. Es folgten Interventionen der Direktorin des Washingtoner Syria Institute, eines bekannten Senior Fellow des Atlantic Council, der Syrien-Beauftragten der deutschen Heinrich-B\u00f6ll-Stiftung, eines britischen\u00a0Nahost-Diplomaten und anderer Akteuren beidseits des Atlantiks.<\/em><br \/>\n<em>Schliesslich wurde die Schweizer Sektion von Reporter ohne Grenzen aktiviert. Als Mitglied des Presseclubs distanzierte sie sich vom geplanten Anlass und forderte dessen Absage, insbesondere, da einige der Referenten des Presseclubs auch in russischen Staatsmedien aufgetreten seien und damit \u00abWerkzeuge der russischen Propaganda\u00bb w\u00e4ren.<\/em><br \/>\n<em>Guy Mettan hielt als Direktor des \u00abClub Suisse de la Presse\u00bb am Anlass fest \u2013 zumal der Presseclub auch schon prominente Kreml-Kritiker eingeladen habe.<\/em><br \/>\n<em>Die Tatsache, dass ausgerechnet Reporter ohne Grenzen die Absage einer journalistischen Veranstaltung forderte, hat bei vielen Erstaunen hervorgerufen. Doch Reporter ohne Grenzen wird via National Endowment f\u00fcr Democracy (NED) von der US-Regierung mitfinanziert und nutzte seinen vermeintlichen Einfluss bereits in der Vergangenheit, um geopolitische Gegner und Abweichler in entscheidenden Momenten zu attackieren.<\/em><br \/>\n<em>Vor allem aber zeigt dieser Vorfall einmal mehr, welch enge Grenzen Journalisten in Nato-L\u00e4ndern und selbst in der neutralen Schweiz bei geopolitischen Themen gesteckt sind. In den Jahresberichten von Reporter ohne Grenzen erf\u00e4hrt man davon indessen kaum etwas.<\/em><br \/>\n<em>Die Standhaftigkeit von Guy Mettan und das Eintreten f\u00fcr verfassungsm\u00e4ssig gesch\u00fctzte Rechte wie die Versammlungsfreiheit und die Pressefreiheit im aktuellen zeitgeschichtlichen Umfeld sind Grund genug, diesem welschen Mit-Eidgenossen und Zeitgenossen zu danken.<\/em><br \/>\n<em>Der Text ist die \u00fcberarbeitete Version eines Vortrages, den Guy Mettan auf Einladung der Genossenschaft Zeit-Fragen gehalten hatte.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<div id=\"c10369\" class=\"csc-frame csc-frame-frame1\">\n<div class=\"csc-textpic csc-textpic-intext-left\">\n<div class=\"csc-textpic-imagewrap\">\n<div class=\"csc-textpic-imagerow\">\n<div class=\"csc-textpic-imagecolumn csc-textpic-firstcol csc-textpic-lastcol\">\n<div class=\"csc-textpic-image csc-textpic-last\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zeit-fragen.ch\/fileadmin\/user_upload\/Auffuellrand_2.jpg\" alt=\"\" width=\"136\" height=\"7\" border=\"0\" \/><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<div class=\"csc-textpic-imagerow csc-textpic-imagerow-last\">\n<div class=\"csc-textpic-imagecolumn csc-textpic-firstcol csc-textpic-lastcol\">\n<div class=\"csc-textpic-image csc-textpic-last\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.zeit-fragen.ch\/fileadmin\/_processed_\/c\/a\/csm_ZF_20180605_13_Guy_Mettan_bec14951b8.jpg\" alt=\"\" width=\"173\" height=\"248\" border=\"0\" \/><\/div>\n<p>*\u00a0\u00a0 \u00a0Guy Mettan, geb. 1956, lebt in Genf und ist schweizerisch-russischer Doppelb\u00fcrger. Nach einem Poli\u00adtologiestudium ist er Journalist bei den Westschweizer Zeitungen Temps strat\u00e9gique, Bilan und \u00abNouveau Quotidien\u00bb. Als Chefredaktor leitete er die \u00abTribune de Gen\u00e8ve\u00bb von 1993\u20131998. 2001 wird er f\u00fcr die CVP in den Genfer Kantonsrat gew\u00e4hlt und pr\u00e4sidiert diesen 2009\/2010. Sp\u00e4ter wird er zum Pr\u00e4sident der Handelskammer Westschweiz\u2013Russ\u00adland und zum Vizepr\u00e4sident der Handelskammer Schweiz-Westafrika ernannt. Seit 2006 pr\u00e4sidiert er das Rote Kreuz Genf. Er ist seit 1998 Direktor des \u00abClub Suisse de la Presse\u00bb in Genf (dt.: Schweizer Presseclub). 2015 erscheint von Guy Mettan auf Franz\u00f6sisch das Buch \u00abRussland und der Westen, ein tausendj\u00e4hriger Krieg: Russophobie von Karl dem Grossen bis<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>von Guy Mettan*, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Schweizer Presseclubs in Genf und Pr\u00e4sident der Internationalen Vereinigung der Presseclubs und ver\u00f6ffentlicht auf Zeit-Fragen. 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