{"id":587059,"date":"2018-10-11T14:00:44","date_gmt":"2018-10-11T13:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pressenza.com\/?p=587059"},"modified":"2018-10-11T11:18:39","modified_gmt":"2018-10-11T10:18:39","slug":"12-oktober-eurozentristische-sichtweise-und-ueberlegenheitsgefuehl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pressenza.com\/de\/2018\/10\/12-oktober-eurozentristische-sichtweise-und-ueberlegenheitsgefuehl\/","title":{"rendered":"12. Oktober: Eurozentristische Sichtweise und \u00dcberlegenheitsgef\u00fchl"},"content":{"rendered":"<p><strong>Kaum ein anderes Datum hat so unterschiedliche Interpretationen, Deutungen und Inhaltsver\u00e4nderungen erlebt wie der 12. Oktober 1492. Auf jeden Fall versinnbildlicht es die anhaltende eurozentristische Sichtweise und damit unterschwellig das \u00dcberlegenheitsgef\u00fchl der Europ\u00e4er bzw. der \u201ewei\u00dfen Rasse\u201c.<\/strong><\/p>\n<h4><strong>Arrogante Tradition<\/strong><\/h4>\n<p>Jahrhunderte lang wurde der 12. Oktober als Tag der Entdeckung Amerikas gefeiert. Kolumbus setzte damals seinen Fu\u00df auf eine von den Eingeborenen Guanahani genannte Insel, die er in San Salvador umbenannte. Dass es sich um ein St\u00fcck eines der europ\u00e4ischen Zivilisation unbekannten Erdteils handelte, blieb Kolumbus bis zu seinem Tode verborgen. Er glaubte, an die Ostk\u00fcste Asiens gelangt zu sein. 1507 erschien eine Weltkarte des Freiburger Kartographen Martin Waldseem\u00fcller, auf der die Bezeichnung Amerika f\u00fcr den Europ\u00e4ern bis dato unbekannten Kontinent auftauchte, weil sein Kollege, der Dichter Matthias Ringmann, Amerigo Vespuccis Reiseberichte gelesen hatte und diesen f\u00e4lschlicherweise f\u00fcr den Entdecker der neuen Welt hielt. Mit dieser Benennung wurde die arrogante Tradition fortgesetzt, die von den Eingeborenen benutzten Bezeichnungen durch europ\u00e4ische Namen zu ersetzen. Die Bewohner des n\u00f6rdlichen S\u00fcdamerikas nannten ihren Kontinent Abya Yala, aber das interessierte die europ\u00e4ischen Eroberer ebenso wenig wie andere Kulturg\u00fcter, die im Zuge der als Christianisierung verbr\u00e4mten Eroberung gnadenlos als Teufelszeug vernichtet wurden. In letzter Zeit wird die Bezeichnung Abya Yala (aus der Kuna-Sprache \u00fcbersetzt bedeutet es \u201eLand in voller Reife\u201c beziehungsweise \u201eLand des lebensnotwendigen Blutes\u201c) wieder von den Lateinamerikanern benutzt, die sich von der europ\u00e4ischen Bezeichnung und Bevormundung durch die Europ\u00e4er absetzen wollen.<br \/>\nIn der alten Welt wurde der 12. Oktober zu einem Symbol f\u00fcr die \u00dcberlegenheit der wei\u00dfen Europ\u00e4er \u00fcber die minderwertigen \u201eRassen\u201c anderer Hautfarbe. Die spanischen Eroberer bestritten sogar deren Menschsein, da sie als Heiden, als Nichtchristen keine Seele h\u00e4tten.<\/p>\n<h4><strong>Gegen Vereinnahmung durch die Idee der \u201eHispanit\u00e4t\u201c<\/strong><\/h4>\n<p>Anfang des 20. Jhdt. kam der ehemalige spanische Minister Faustino Rodr\u00edguez-San Pedro auf die Idee, den 12. Oktober als \u201eD\u00eda de la Raza\u201c (Tag der Rasse) im gesamten iberoamerikanischen Bereich zu begehen. Spanien als ehemalige Kolonialmacht ging voran und feierte ab 1914 den \u201eTag der Rasse\u201c. Damit waren aber mitnichten die eingeborenen V\u00f6lker gemeint, sondern das Entstehen der neuen \u201eRasse\u201c, der Mestizen, also der Nachkommen aus Verbindungen zwischen Indigenen und Spaniern. Da die lateinamerikanischen Nationalstaaten, die aus den ehemaligen spanischen Kolonien hervorgegangen waren, \u00fcberwiegend von eben diesen Mestizen regiert wurden, vers\u00e4umten sie es nicht, auch in ihren L\u00e4ndern diesen Tag als Feiertag einzuf\u00fchren:<br \/>\nIn Spanien wurde der \u201eTag der Rasse\u201c bis 1957 als nationaler Feiertag begangen. 1958 \u2013 w\u00e4hrend der Franco-Diktatur \u2013 wurde er in \u201eD\u00eda de la Hispanidad\u201c (Tag der Hispanit\u00e4t) umbenannt. Diese Konzentration auf Iberoamerika bedeutete zugleich eine gewisse Abkehr von Europa, die durch die so genannte leyenda negra (Schwarze Legende) \u00fcber die Besetzung Spaniens durch die Mauren weiter verst\u00e4rkt wurde. Die Idee von der Hispanit\u00e4t ging einher mit einer Spanien verherrlichenden Lehre von der Gr\u00f6\u00dfe und Auserw\u00e4hltheit des Landes. So beging man diesen Tag bis 1987. Heutzutage wird der 12. Oktober als spanischer Nationalfeiertag ohne jegliche Zusatzbezeichnung begangen. Er ersetzt in dieser Funktion den \u201eTag der Nationalen Erhebung\u201c, der von Franco in Erinnerung an seinen Putsch am 18. Juli 1936 zum Nationalfeiertag erkl\u00e4rt worden war und als solcher bis zum Ende der Franco-Diktatur begangen wurde.<\/p>\n<p>In Lateinamerika wurde man sich der Vereinnahmung durch Spanien mittels der Hispanit\u00e4t immer mehr bewusst. Das spiegelt sich in den einzelnen L\u00e4ndern entsprechend dem Bewusstseinsstand und dem Anteil der indigenen Bev\u00f6lkerung sehr unterschiedlich wider.<\/p>\n<ul>\n<li>In <strong>Argentinie<\/strong>n bis 2007 \u201eTag der Rasse\u201c, 2007 bis 2010 \u201eTag der kulturellen amerikanischen Diversit\u00e4t\u201c, seit 2010 \u201eTag des Respekts der kulturellen Diversit\u00e4t\u201c.<\/li>\n<li>In <strong>Bolivien<\/strong> hei\u00dft er nach einer fr\u00fcheren Umbenennung in \u201eTag der Befreiung, der Identit\u00e4t und der Interkulturalit\u00e4t\u201c seit 2011 \u201eTag der Entkolonialisierung\u201c.<\/li>\n<li>In <strong>Chile<\/strong> wird der 12. Oktober seit 2000 als \u201eTag des Treffens zweier Welten\u201c begangen.<\/li>\n<li>In <strong>Costa Rica<\/strong> ab 1968 \u201eTag der Entdeckung und der Rasse\u201c, seit 1994 \u201eTag der Kulturen\u201c.<\/li>\n<li>In der <strong>Dominikanischen Republik<\/strong> hat er zwei Bezeichnungen: \u201eTag der Identit\u00e4t und kulturellen Diversit\u00e4t\u201c und \u201eTag des Treffens zweier Welten\u201c.<\/li>\n<li>In <strong>Ecuador<\/strong> seit 2011 \u201eTag der Interkulturalit\u00e4t und der Plurinationalit\u00e4t\u201c.<\/li>\n<li>In <strong>Nicaragua<\/strong> bis 2007 \u201eTag der Hispanit\u00e4t\u201c, seit 2008 \u201eTag des indigenen Widerstandes\u201c.<\/li>\n<li>In <strong>Peru<\/strong> seit 2009 \u201eTag der origin\u00e4ren V\u00f6lker und des interkulturellen Dialogs\u201c.<\/li>\n<li>In <strong>Uruguay<\/strong> \u201eTag der (beiden) Amerikas\u201c.<\/li>\n<li>In <strong>Venezuela<\/strong> seit 2002 \u201eTag des indigenen Widerstandes\u201c.<\/li>\n<li><strong>Honduras<\/strong>, <strong>Kolumbien<\/strong> und <strong>Mexiko<\/strong> begehen den 12. Oktober weiterhin als \u201eTag der Rasse\u201c.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Kuba stellt einen Sonderfall dar. Der 12. Oktober wurde eigenartigerweise dort nie gefeiert. Vielleicht liegt das daran, dass Kuba erst 1898 seine Unabh\u00e4ngigkeit gegen Spanien erk\u00e4mpfte, also nur wenige Jahre vor der Einrichtung des \u201eTages der Rasse\u201c, so dass es kein Verlangen gab, einen Feiertag von der verhassten ehemaligen Kolonialmacht zu \u00fcbernehmen. Zudem war man zu sehr auf die USA als Besatzungs- und \u201eSchutz\u201cmacht orientiert. Auf Kuba wird der 12. Oktober durch das Gedenken an zwei andere Oktobertage \u00fcberlagert, durch den 10. Oktober als Tag des Beginns des Befreiungskrieges gegen die spanische Kolonialmacht 1868 und durch den 20. Oktober, der seit 1980 als \u201eTag der kubanischen Kultur\u201c in Erinnerung an das erstmalige Ert\u00f6nen der Nationalhymne 1868 begangen wird. Zwischen diesen beiden wahrhaft nationalen Tagen geht der Tag der Entdeckung\/Eroberung vollkommen unter.<\/p>\n<h4><strong>Indigener Aufschwung mit staatlicher Unterst\u00fctzung<\/strong><\/h4>\n<p>Seit Beginn des 21. Jahrhunderts ist in Lateinamerika ein verst\u00e4rktes Bestreben zu verzeichnen, sich auf die eigene Geschichte zu besinnen. Gegenw\u00e4rtig ist es noch immer in vielen lateinamerikanischen L\u00e4ndern so, dass ein Abiturient mehr \u00fcber die griechische Mythologie und das Altertum wei\u00df als \u00fcber die pr\u00e4kolumbische Geschichte und die origin\u00e4ren Traditionen. Das ist der \u00dcbernahme europ\u00e4ischer Schulsysteme und Lehrinhalte geschuldet, was auch Ausdruck der Anerkennung und Hinnahme einer \u00dcberlegenheit der europ\u00e4ischen Geisteswelt ist. Dieser Aufschwung bei der Besinnung auf eigene Werte setzte vor allem mit der Regierungs\u00fcbernahme von Mitte-Links-Regierungen in Venezuela, Argentinien, Bolivien, Ecuador und Nicaragua ein, die der politischen Unabh\u00e4ngigkeit eine wirtschaftliche Selbstst\u00e4ndigkeit hinzuf\u00fcgen und damit eine wahrhaftige Unabh\u00e4ngigkeit ihrer L\u00e4nder erreichen wollten. Damit sollen die Verdienste z.B. der Zapatisten in Mexiko, die bereits seit 1994 den Aufstand proben, und anderer Volksgruppen in verschiedenen L\u00e4ndern nicht geschm\u00e4lert werden. Aber mit den neuen Verfassungen in Venezuela, Bolivien und Ecuador, in denen die Rechte der Eingeborenen, der origin\u00e4ren V\u00f6lker, verankert wurden, erfuhren die Indigenen in den anderen L\u00e4ndern eine starke \u00f6ffentliche moralische und politische Unterst\u00fctzung bei ihrem Kampf um ihre Rechte und gegen die Zerst\u00f6rung ihrer Umwelt, die die Zerschlagung ihrer Kultur und Identit\u00e4t zur Folge hat. Da geht es um Widerstand gegen umweltzerst\u00f6rende Gro\u00dfprojekte, die ohne R\u00fccksicht auf die Lebensgewohnheiten der Indigenen mit Bestechung, Terror und Mord durchgeboxt werden, trotz der von vielen lateinamerikanischen L\u00e4ndern ratifizierten Konvention 169 der Internationalen Arbeitsorganisation der UNO (ILO), der zufolge die betroffenen Eingeborenen befragt werden m\u00fcssen. (Die BRD hat diese Konvention nicht ratifiziert, weil die Regierung bef\u00fcrchtet, die Sorben k\u00f6nnten als nationale Minderheit eingestuft werden und sich dann auf diese Konvention bei ihrem Kampf gegen Tagebauerweiterungen in der Lausitz berufen.) Diese Gro\u00dfprojekte \u2013 in ihrer Mehrzahl Staud\u00e4mme und Megatagebaue \u2013 kommen nicht den betroffenen Anwohnern zugute, sondern dienen den Interessen internationaler Konzerne und der mit ihnen verbandelten herrschenden Oligarchien.<\/p>\n<h4><strong>Das Kapital<\/strong><\/h4>\n<p>Schon Karl Marx f\u00fchrte im 23. und 24. Kapitel des \u201eKapital\u201c die Eroberung und Auspl\u00fcnderung Amerikas als krasses Beispiel f\u00fcr die urspr\u00fcngliche Akkumulation an. \u201eDer au\u00dferhalb Europas direkt durch Pl\u00fcnderung, Versklavung und Raubmord erbeutete Schatz floss ins Mutterland zur\u00fcck und verwandelte sich hier in Kapital.\u201c <em>\u201eDie Entdeckung der Gold- und Silberl\u00e4nder in Amerika, die Ausrottung, Versklavung und Vergrabung der eingeborenen Bev\u00f6lkerung in die Bergwerke, die beginnende Eroberung und Auspl\u00fcnderung von Ostindien, die Verwandlung von Afrika in ein Geheg zur Handelsjagd auf Schwarzh\u00e4ute, bezeichnen die Morgenr\u00f6te der kapitalistischen Produktions\u00e4ra. Diese idyllischen Prozesse sind Hauptmomente der urspr\u00fcnglichen Akkumulation.\u201c<\/em> (Karl Marx \u2013 Friedrich Engels \u2013 Werke, Band 23, \u201eDas Kapital\u201c, Bd. I, Siebenter Abschnitt, S. 741 \u2013 791; Dietz Verlag, Berlin\/DDR 1968)<\/p>\n<p>Ohne diese urspr\u00fcngliche Akkumulation durch Auspl\u00fcnderung anderer Nationen w\u00e4re die kapitalistische Entwicklung zum heutigen industrialisierten Europa nicht m\u00f6glich gewesen und auch nicht die der USA, die \u2013 aus einer britischen Kolonie hervorgegangen \u2013 gegen\u00fcber Lateinamerika und den Ureinwohnern des nordamerikanischen Kontinents genau dasselbe Verhalten an den Tag legten und legen, wie es die europ\u00e4ischen M\u00e4chte bei der Eroberung Amerikas taten.<\/p>\n<div id=\"attachment_587082\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-587082\" class=\"wp-image-587082 size-large\" src=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Kolumbus-720x465.jpg\" alt=\"\" width=\"720\" height=\"465\" srcset=\"https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Kolumbus-720x465.jpg 720w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Kolumbus-300x194.jpg 300w, https:\/\/www.pressenza.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Kolumbus.jpg 750w\" sizes=\"auto, (max-width: 720px) 100vw, 720px\" \/><p id=\"caption-attachment-587082\" class=\"wp-caption-text\"><em>Die Ankunft von Christoph Kolumbus in Amerika, Kupferstich von 1893 | gemeinfrei<\/em><\/p><\/div>\n<p>Aus heutiger Sicht kann der 12. Oktober 1492 durchaus auch als Beginn der Globalisierung angesehen werden. Die Globalisierung ist genau genommen eine Fortsetzung des Kolonialismus mit den Mitteln des technischen Fortschritts und neuer Handelsformen wie den sogenannten Freihandelsvertr\u00e4gen, die das Ziel haben, die L\u00e4nder der sogenannten Dritten Welt in \u00f6konomischer Abh\u00e4ngigkeit als Rohstofflieferanten zu halten und damit politisch erpressbar zu machen. Papst Franziskus urteilte im Juli 2015 bei seinem Bolivienbesuch \u00fcber die \u201eneuen Formen, den Kolonialismus auszu\u00fcben\u201c mit den Worten, dass der Neokolonialismus \u201eunterschiedliche Fassaden anwendet; manchmal ist es die anonyme Macht des Idols Geld: Kapitalgesellschaften, Pfandleiher, einige so genannte \u201eFreihandels\u201cvertr\u00e4ge und die Auferlegung von Austerit\u00e4tsma\u00dfnahmen, in deren Folge immer die Werkt\u00e4tigen und die Armen den G\u00fcrtel enger schnallen m\u00fcssen\u201c.<\/p>\n<h4><strong>Den Kampf gegen Ausbeutung auch global f\u00fchren!<\/strong><\/h4>\n<p>Zwar kommt es im Rahmen der Globalisierung auch zu einem gewissen kulturellen Austausch, jedoch \u00fcberwiegt bei weitem die massive Verbreitung &#8222;westlicher&#8220; Werte \u00fcber die von gro\u00dfen Monopolen beherrschten Medien. Hugo Ch\u00e1vez dr\u00fcckte das wie folgt aus: \u201e<em>Die Globalisierung hat nicht die angebliche gegenseitige Abh\u00e4ngigkeit gebracht, sondern eine Versch\u00e4rfung der Abh\u00e4ngigkeit. Weit davon entfernt, den Reichtum zu globalisieren, hat sich die Armut weiter ausgebreitet. Die Entwicklung wurde weder verallgemeinert, noch wurde sie geteilt. Ganz im Gegenteil, die Kluft zwischen dem Norden und dem S\u00fcden ist so gigantisch geworden, dass die Unhaltbarkeit der gegenw\u00e4rtigen Wirtschaftsordnung und der Blindheit derjenigen offensichtlich ist, die danach trachten, sie zu rechtfertigen, um weiterhin in \u00dcberfluss und Verschwendung zu schwelgen.\u201c<\/em> (teleSUR 12.10.2016)<\/p>\n<p>Und genau gegen diese Globalisierung westlicher Art wehren sich die \u201eentdeckten\u201c V\u00f6lker in Lateinamerika immer h\u00f6r- und sichtbarer. In zunehmendem Ma\u00dfe besinnen sie sich auf ihre Traditionen, bekennen sich zu ihrer Geschichte, reklamieren ihre Rechte. In diesem Prozess ist mit einem Male von V\u00f6lkerschaften die Rede, die vor einigen Jahren in der ver\u00f6ffentlichten Meinung kaum eine Rolle spielten, z.B. die Mapuche im S\u00fcden des s\u00fcdamerikanischen Kontinents, zu beiden Seiten der Grenze zwischen Argentinien und Chile.<br \/>\nZu Chile ist anzumerken, dass die dort im S\u00fcden ans\u00e4ssigen Mapuche-Eingeborenen den spanischen Eroberern einen so heftigen Widerstand entgegensetzten, dass diese 1647 in einem Friedensvertrag den Fluss Bio Bio als Grenze akzeptierten, s\u00fcdlich derer die Mapuche mehr oder weniger unbehelligt von der Kolonialmacht blieben. Erst nach Erringung der Unabh\u00e4ngigkeit 1814 marschierte die Armee der neu gegr\u00fcndeten Republik in das Gebiet ein und unterwarf die Mapuche. Jetzt k\u00e4mpfen auf beiden Seiten der Grenze die Mapuche um die R\u00fcckgabe ihres Landes und gegen Gro\u00dfprojekte.<\/p>\n<p>Um die Vormachtstellung der internationalen Konzerne abzusichern, scheut man nicht vor Terror, Einsch\u00fcchterung, der Ermordung und dem Verschwindenlassen von Aktivisten zur\u00fcck (als Beispiele von vielen: Berta C\u00e1ceres in Honduras, Santiago Maldonado in Argentinien) \u2013 immer im Namen des sozialen und wirtschaftlichen Fortschritts westlicher Pr\u00e4gung. Aber viele der eingeborenen V\u00f6lker wollen diese westliche Zivilisation nicht, sie m\u00f6chten gem\u00e4\u00df ihren Traditionen im Einklang mit der Natur und der Umwelt leben, diese nicht f\u00fcr den Wohlstand saturierter Bewohner der so genannten Ersten Welt opfern. Das bezieht sich nicht nur auf die Indigenen in Lateinamerika. Auch der Kampf der Sioux-Pr\u00e4rieindianer gegen den Bau einer Erd\u00f6lleitung durch ihr Stammesgebiet in North Dakota ist in diesem Sinne einzuordnen.<\/p>\n<p>In diesem Bewusstsein haben diese V\u00f6lker begonnen, auch ihren Kampf zu \u201eglobalisieren\u201c. \u00dcber bilaterale und lateinamerikanische Zusammenarbeit hinaus gab es bereits internationale Treffen wie das Welttreffen 2013 in Cochabamba\/Bolivien, wo es nicht nur um Souver\u00e4nit\u00e4t und ein w\u00fcrdiges Leben der V\u00f6lker, um eine demokratischere und solidarische Gesellschaft im Einklang mit der Natur ging, sondern ganz gezielt die Ursachen angegangen wurden, die im kapitalistischen Ausbeutersystem verortet werden, und die Herrschaftsinstrumente wie NATO und Freihandelszonen angeprangert wurden.<\/p>\n<p>Die Notwendigkeit \u00fcbergreifender lateinamerikanischer Zusammenarbeit der indigenen V\u00f6lker ergibt sich schon allein aus der Tatsache, dass viele origin\u00e4re Ethnien durch willk\u00fcrliche, den spanischen Kolonialinteressen geschuldete Grenzziehungen auseinandergerissen wurden (z.B. verteilen sich Quechua-Angeh\u00f6rige auf Ecuador, Bolivien, Peru, Chile; Guaran\u00ed leben in Bolivien, Paraguay und Argentinien). 2014 gab es in Lima einen alternativen Klimagipfel, auf dem 3.000 Vertreter von gesellschaftlichen Organisationen und indigenen V\u00f6lkern in ihrem Abschlussdokument eine gr\u00f6\u00dfere Verantwortung der Industrienationen gegen\u00fcber den L\u00e4ndern des globalen S\u00fcdens einforderten.<\/p>\n<p>Im September 2015 konnte der bolivianische Pr\u00e4sident Evo Morales stolz den einstimmigen Beschluss der UNO-Vollversammlung verk\u00fcnden, die uralten Prinzipien der indigenen V\u00f6lker aus dem Hochland der Anden \u201eAma Sua\u201c (sei kein Dieb), \u201eAma Llulla\u201c (sei kein L\u00fcgner) und \u201eAma Quella\u201c (sei kein Faulpelz) zu weltweiten Normen f\u00fcr eine effizientere \u00f6ffentliche Amtsf\u00fchrung zu erkl\u00e4ren.<\/p>\n<h4><strong>\u201eNach 500 Jahren sind wir pr\u00e4sent!\u201c<\/strong><\/h4>\n<p>Von den indigenen V\u00f6lkern werden das kapitalistische Ausbeutungssystem und die jetzigen Regierungsformen in Frage gestellt. Nachdem die Zapatisten urspr\u00fcnglich erkl\u00e4rt hatten, nicht die Regierungs\u00fcbernahme in Mexiko anzustreben, unterst\u00fctzen sie derweil den von Indigenen aus allen mexikanischen Bundesstaaten gebildeten Nationalen Indigenen Regierungsrat (CIG).\u00a0Als dessen Kandidatin trat die 53-j\u00e4hrige Nahua-Indigene Mar\u00eda de Jes\u00fas Patricio Mart\u00ednez bei den k\u00fcrzlichen Pr\u00e4sidentschaftswahlen an. Sie erreichte allerdings nicht die f\u00fcr eine Zulassung n\u00f6tigen 866.000 Unterst\u00fctzerunterschriften, die per Smartphone-App dem Wahlinstitut INE \u00fcbermittelt werden mussten, und die unterzeichnenden Personen mussten zudem eine Akkreditierung des INE vorweisen. \u00dcber beides verf\u00fcgen viele Menschen in den l\u00e4ndlichen Regionen Mexikos nicht. So wurden Millionen Menschen durch die b\u00fcrokratischen Anforderungen ausgegrenzt. Ihr Regierungsprogramm sprach sich gegen Umweltzerst\u00f6rung, Landraub und Marginalisierung aus.<\/p>\n<p>Der 12. Oktober 2018 wird wieder eine Gelegenheit sein, \u00fcber die Bedeutung und die Auswirkungen der Entdeckung Amerikas durch die Europ\u00e4er nachzudenken. Da die mit der Entdeckung verbundene Eroberung einen schalen Beigeschmack hat, begann man auch in Europa nach einer neuen Bezeichnung zu suchen. Zum 500. Jahrestag der Entdeckung Amerikas 1992 sprach man bevorzugt von der Begegnung bzw. vom Zusammensto\u00df, vom Aufeinanderprallen zweier Kulturen, womit vornehm verschwiegen wurde, welche \u201eKultur\u201c sich auf welche Art und Weise und zu welchem Preis durchsetzte.<\/p>\n<p>Dagegen hei\u00dft es in der Erkl\u00e4rung des 3. kontinentalen Treffens der Kampagne \u201eindianischer, schwarzer und Volkswiderstand\u201c am 12. Oktober 1992 in Managua: \u201e<em>Wir M\u00e4nner und Frauen der V\u00f6lker und Nationen des gro\u00dfen Kontinents Abya Yala sind die Erben der urspr\u00fcnglichen Zivilisationen, die die h\u00f6chsten Stufen des Wissens und der kommunalen Organisation erreicht und die Fl\u00fcsse, Pflanzen und Tiere in enger Harmonie mit dem Kosmos und unserer Mutter Erde domestiziert haben. \u2026. Nach 500 Jahren sind wir pr\u00e4sent! Wir lehnen die Feiern der Kolonisatoren und ihrer Komplizen ab. Wir fordern unser Recht, \u00fcber unsere Zukunft selbst zu bestimmen. Hier sind wir, um die Tr\u00e4ger unserer Utopie zu ehren, die w\u00e4hrend der Invasion, der Kolonialzeit und w\u00e4hrend der Unabh\u00e4ngigkeit fielen und die heute noch im offenen Kampf gegen die neue Eroberung, ihre G\u00f6tter, ihre K\u00f6nige, ihre Monumente und die Schwarzseher fallen. \u2026. Nach 500 Jahren sind wir hier pr\u00e4sent! Frauen und M\u00e4nner entdecken unsere Wurzeln wieder, ohne Unterscheidung nach Hautfarbe, Sprache, Kulturen, Gebiets- und L\u00e4ndergrenzen. Wir gewinnen das wieder, was uns geh\u00f6rt. Wir entwerfen ein neues Projekt gegen\u00fcber dem, das uns bedroht und angreift. Ein Projekt, das Elend und Leid ausschlie\u00dft; mit dem unsere Kulturen, Sprachen und \u00dcberzeugungen ohne Angst und Verbote aufbl\u00fchen; mit dem wir die alten Formen der Autonomie wieder aufgreifen, die uns in der Vergangenheit gro\u00df gemacht hatten; mit dem unsere Bef\u00e4higung f\u00fcr die Kunst und die Sch\u00f6nheit gest\u00e4rkt wird; mit dem wir die Ketten der Unterdr\u00fcckung der Frauen sprengen und die Kinder und die jungen Generationen eine Zukunft haben.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Fidel Castro sagte 1992 bei der Einweihung eines Denkmalparks an der Stelle, wo Kolumbus 500 Jahre zuvor zum ersten Mal seinen Fu\u00df auf kubanisches Territorium setzte:<\/p>\n<blockquote><p><em>\u201eWir werden nie akzeptieren k\u00f6nnen, dass man mit implizierter Missachtung von der \u203aEntdeckung\u2039 von Kulturen spricht, die in vielen F\u00e4llen schon eine gl\u00e4nzende Entwicklungsstufe erreicht hatten. \u2026 Ich bin nicht dagegen, des 500. Jahrestages der Ankunft Christoph Kolumbus\u2019 in Amerika zu gedenken, und viel weniger dagegen, die historische Transzendenz des Ereignisses anzuerkennen. Doch dieses Gedenken darf nicht zur simplen Verherrlichung der sogenannten \u203aEntdeckung\u2039 und ihrer Folgen werden, es sollte eine kritische Erinnerung an das Ereignis sein \u2026\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Gem\u00e4\u00df dem Prinzip &#8222;teile und herrsche&#8220; wird der vergleichsweise relative Wohlstand der Arbeiter in den entwickelten L\u00e4ndern dazu genutzt, sie gegen die Werkt\u00e4tigen der sogenannten Dritten Welt auszuspielen. Den B\u00fcrgern hier wird suggeriert, auch Nutznie\u00dfer der kolonialistischen Globalisierung zu sein, zusammen mit den Konzernen in einem Boot zu sitzen, das voll ist und auf dem kein Platz mehr ist f\u00fcr \u00c4rmere. Diese ideologische Klammer aufzubrechen ist ungeheuer schwer. Man sieht es an den Wahlerfolgen der AfD und anderen rechten Parteien in Europa. Es f\u00e4llt schwer, \u00fcber die eigene Nasenspitze hinaus zu denken, wobei die konzern(ge)h\u00f6rigen Medien darauf hinarbeiten, den Leuten das eigenst\u00e4ndige Denken abzugew\u00f6hnen.<\/p>\n<p>Im Sinne der Worte von Fidel Castro sollte sich jeder von uns hier fragen, ob nicht doch noch ganz weit hinten in unseren K\u00f6pfen unbewusst und unterschwellig etwas von diesem kolonialen Denken, von der \u00dcberlegenheit der wei\u00dfen Rasse \u00fcberlebt haben k\u00f6nnte, wenn wir von Entwicklungs\u201chilfe\u201c sprechen und uns bem\u00fc\u00dfigt f\u00fchlen, den Lateinamerikanern aus unserem Wohlstand heraus, den wir uns unter anderem durch deren \u00dcbervorteilung leisten, gut gemeinte Ratschl\u00e4ge zu erteilen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaum ein anderes Datum hat so unterschiedliche Interpretationen, Deutungen und Inhaltsver\u00e4nderungen erlebt wie der 12. Oktober 1492. 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